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Aktueller Online-Flyer vom 21. November 2019

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Immer wieder mittwochs
Köln (NRhZ, 20.11.2019) Schwerpunkt in NRhZ-Ausgabe 726 sind die Ereignisse in Lateinamerika – in Chile und besonders in Bolivien. Dort, wo in Bolivien das Lithium für die Autobatterien gefördert wird, fühle man sich wie "mitten in China", wusste das Handelsblatt kürzlich zu berichten. Im kommenden Jahr sollen fünf Millionen Elektroautos auf den Straßen Chinas fahren, stellt Georges Hallermayer fest. "Da musste unbedingt etwas geschehen, und dann geschah etwas", schreibt Hartmut Barth-Engelbart und nennt das Geschehen in Bolivien "Lithium-Putsch". Dieser Vorgang ist Hartmut Barth-Engelbart auch ein Gedicht wert: "Lirum Larum Löffelstil – Warum Evo Morales fiel?" Und Kostas Koufogiorgos sieht in seiner Karikatur den TESLA schon auf dem Brandenburger Tor. Denn in Zukunft ist der Kapitalismus "grün" und fährt mit Elektroautos – gespeist durch Lithium-Akkus – produziert z.B. von TESLA bei Berlin – billig beliefert aus Bolivien. Auch für die Kommunistische Partei der Schweiz, Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait sowie Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam sind die Ereignisse in Bolivien Thema. Aus Chile kommen "Stimmen der Strasse", Briefe mit Augenzeugen-Berichten von Frank Walter. Ein weiterer Schwerpunkt in NRhZ-Ausgabe 726 ist Syrien gewidmet. Yavuz Özoguz befasst sich mit dem Tod des Weißhelmgründers James Le Mesurier. Kemal Bölge wirft einen Blick auf die Situation in Nord-Syrien – aus türkischer Sicht. Und Hajo Kahlke fragt, wie sich antirassistischer Protest mit kurdisch-separatistischem Nationalismus verträgt. Übergreifend betrachtet Evelyn Hecht-Galinski die globale Destabilisierung per westlicher Einflussnahme. Außerdem: Harald Schauff beleuchtet die Berichterstattung westlicher Medien am Beispiel Iran. Ulrich Gellermann sieht einen Terror-Krieg gegen Bürger. Der Filmclip von Georg Maria Vormschlag dokumentiert den Protest gegen ein öffentliches Bundeswehr-Gelöbnis in Rotenburg an der Wümme. Der Palästina-Experte Christoph Glanz fordert im Interview, den Kampf gegen Rassismus nicht zu spalten. Das und einiges mehr bietet sicher anregende Lektüre und Motivation zu eigenem Handeln. Für Eure – auch finanzielle – Unterstützung bedanken wir uns. Hier das Konto: "Anneliese Fikentscher, IBAN: DE76 3701 0050 0405 2275 03, BIC: PBNKDEFF, Stichwort: NRhZ" mehr...
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Allgemein  vom 27.04.2018
Öffentliche Erklärung, 8./9. Mai 2018, in fünf Sprachen - mit Unterzeichnungsmöglichkeit
Wir Europäer sagen NEIN zu einem Krieg gegen Russland!
Von Rudolf Hänsel, Ullrich Mies und Mitunterzeichnern

Zwei Weltkriege sind genug! In der Vergangenheit ließ sich Deutschland in den Ersten Weltkrieg hineinziehen und hat im Zweiten Weltkrieg dem russischen Volk unermessliches Leid zugefügt. Wir werden nicht zulassen, dass sich dies noch einmal wiederholt! Wenn die deutsche Vasallen-Regierung in Komplizenschaft mit den Kriegstreibern in Großbritannien und Frankreich unter der Führung der USA und der NATO einen neuen Angriffskrieg gegen Russland plant, dann tut sie das nicht in unserem Namen! Zu Krieg und Frieden haben wir, die Bürgerinnen und Bürger, das letzte Wort! Wir sagen NEIN zu Krieg und Gewalt in den internationalen Beziehungen und verurteilen die fortgesetzte Kriegstreiberei, Aufrüstung und Militarisierung! mehr...

 

Aktuelles  vom 20.11.2019
Veranstaltungen, die Du nicht verpassen solltest. Zumindest solltest Du wissen, dass es sie gibt. Beachte auch die Rubrik: REGELMÄSSIG
Last Minute ::: Termine ::: Vorschau
Von Infopool

VORTRAG / FORUM Christoph Glanz: BDS- die palästinensische Menschenrechtskampagne stellt sich vor (Freitag, 22. November 2019, 20 Uhr, Aachen, Aula des WeltHaus, An der Schanz 1), Verleihung der ethecon blue & dead planet awards (Samstag, 23. November 2019, 14 Uhr, Berlin, Kulturbrauerei, Anmeldung), Wort und Recht. Staat, Leib und Geld. Fixpunkte von 50 Jahren sozialistischer Selbsthilfe (Samstag, 23.11.2019, 14-18 Uhr, Köln, Institut für neue Arbeit, Düsseldorfer Straße 74, Anmeldung), Kongress: Herausforderung für Wissenschaft zwischen Krieg und Frieden (Samstag, den 23. November, 10-18.15 Uhr, Leipzig, Campus Graphisches Viertel, Salomonstraße 10), Public Climate School (Montag-Freitag, 25.-29.11.2019, Students for Future Köln, Universität Köln. Programm), Argumente von Klimaskeptikern wissenschaftlich beleuchtet. (Mittwoch, 27.11.2019, 9.30 Uhr, Köln, Universität zu Köln, Geophysik und Meteorologie, 4.001, Pohligstraße 3), Elke Winter: Der kurze Traum vom Frieden. Sonja Lerch, Heldin und Pazifistin (Donnerstag, 28.11.2019, 19.30 Uhr, Nürnberg, Friedensmuseum, Kaulbachstraße 2), John Shipton / Vater von Julian Assange / und Sevim Dagdelen: Keine Auslieferung von Julian Assange an die USA! Free the press, stop the war! (Freitag, 29. November 2019, 18.30 Uhr, Köln, Universität Köln, A1 im Hörsaalgebäude, Albertus-Magnus-Platz), Stephan Mögle-Stadel (Dag Hammarskjöld-Biograph): Heimatland Erde (Di., 10.12.2019, Wuppertal, cafe pegah), Patrick Baab: Im Spinnennetz der Geheimdienste. Warum wurden Olof Palme, Uwe Barschel und William Colby ermordet? (Freitag, 13.12.2019, 18.30 Uhr, Köln, Philosophischer Salon, Anmeldung ...), Koblenz im Dialog mit Dirk Pohlmann: Der Fall Herrhausen (Montag, 16.12.2019, 18 Uhr, Koblenz, Deutscher Kaiser Restaurant, Kastorstraße 3), Georg Meggle: Wer ist Antisemit? Eine Begriffsbestimmung (Mittwoch, 12. Februar 2020, 18-20 Uhr, Humboldt-Universität/Berlin) AUSSTELLUNG / KUNSTAKTION – Bild, Botschaft und Bewegung. 50 Jahre SSM Sozialistische Selbsthilfe Mülheim (Kuratorenführung: Samstag, 23.11.2019, 18-19 Uhr, Köln, Möbelhalle, Am Faulbach 2), Hans Wallner/Kunst für Frieden e.V.: Was treibt KünstlerInnen an, sich mit Krieg und Frieden auseinanderzusetzen und wie? (Dienstag, 19.11.2019, 19.30 Uhr, Nürnberg, Friedensmuseum, Kaulbachstraße 2), David Bacon: Opening and Booksigning. One Job should be enough. Hotel workers in the most expensive City of San Francisco (Friday, 22th November to December 20, 2019. Front Page Gallery, 50 Frida Kahlo Way, Bungalow 615), Fotohistorischer Vortrag: Hans-Michael Koetzle zum Werk der Fotografen Wolff & Tritschler (Donnerstag, 28. November 2019, 18 Uhr, Köln, Museum Schnütgen, Cäcilienstraße 29-33), ... bis 8.12.2019: George Georgiou: Americans Parade (Köln, Galerie Lichtblick, Steinberger Str. 21), ... bis 18.12.2019: Mensch, wo gehst Du hin? Arbeiten zur Migration von Hans Wallner, Kurt Bachner, Gabriele Griese-Heindl, Kunst für Frieden e. V. (Nürnberg, Friedensmuseum, Kaulbachstraße 2), ... bis 12. Januar 2020: Der Amateur. Vom Bauhaus zu Instagram (Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe),  Nakba, Flucht und Vertreibung der Palästinenser (siehe auch Rubrik AUSSTELLUNGSVERLEIH) – THEATER / KABARETT / LESUNG – TKO-Theater: Voices oft he Victims. Rom_nja und Sinti_ze während der Zeit des Nationalsozialismus (Premiere Mittwoch/Donnerstag 20./21.11.2019, 19 Uhr, Köln, NS-Dokumentationszentrum, EL-DE Haus, Appellhofpl. 23-25), Rabia Shah (Pakistan), Prithu Sanyal (Bangladesch) und Petra Reategui (Deutschland), 12. Bonner Buchmesse Migration (Samstag, 23. November 2019, Bonn, 11 – 12.30 Uhr, Haus der Geschichte, Willy-Brandt-Allee 14, Seminarraum), lisa fitz life: Flüsterwitz (November 2019, lisa-fitz.de) – FILM Der Junge, der den Wind einfing (Montag, 25. November 2019, 19.30-21.30 Uhr, Köln, Universität Hauptgebäude, Hörsaal XVIII), Filme der Kölner Wochenschau. 50 Jahre SSM Sozialistische Selbsthilfe Mülheim (Freitag, 22./29. November 2019, 18-19 Uhr, Köln, Möbelhalle, Am Faulbach 2), clips&links: youtube.com/user/arbeiterfotografie/videos und /playlist – KONZERT Guy Dawson: Irish Folk, Blues and Classic Hits (Samstag, 14.12.2019, 18 Uhr, Nassau, Am Marktplatz)  – AKTION – Konvergenz der Kämpfe: Gelbwesten und Umwelt gemeinsam. Aufruf zu Stocamine (Samstag, 23.11.2019, 13-17h, Wittelsheim, Elsaß, genauer Treffpunkt wird noch bekannt gegeben), Aktionsberatung: gegen das NATO-Manöver „Defender 2020“ (Sonntag, 24.11.2019, 13-17 Uhr, Leipzig, Probsteikirche St. Trinitatis, Nonnenmühlgasse 2), Demo on International Day of Solidarity with the Palestinian People. Rally/Call: Justice for Gaza (Freitag, 29. November 2019, 14.00, Den Haag vor dem ICC), Freitag vor der Klimakonferenz in Madrid: Globaler Klimastreik (Freitag, 29. November 2019), Demonstration am Kohlekraftwerk Jänschwalde in der Lausitz (Samstag, 30. November, am Kohlekraftwerk Jänschwalde in der Lausitz, weitere), Fahrt zum Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo (7. Dezember 2019, Schlaumeierreisen, ab Duisburg, anmelden: Edith Fröse 0151/14 27 49 34 & Hannah Schönig 0160/95 66 50 21), Aktionskonferenz der Kampagne Stopp Air Base Ramstein (Sonntag, den 15.12.2019, von 11.30-18 Uhr, Frankfurt, SAALBAU Gutleut, Rottweiler Straße 32, Anmeldung), UZ-Pressefest 2020 (28.-30. August 2020, Dortmund, Revierpark Wischlingen) +++ REGELMÄSSIG +++ NEU +++ NEU +++ mehr...

 

Aktuelles  vom 20.11.2019
BDS – die palästinensische Menschenrechtskampagne stellt sich vor
Kampf gegen Rassismus nicht spalten
Christoph Glanz – interviewt von Anneliese Fikentscher

Am kommenden Freitag, dem 22. November 2019, referiert der Palästina-Experte Christoph Glanz in Aachen über die ethische, rechtliche und politische Berechtigung der weltweiten, 2005 gegründeten palästinensischen Menschenrechtskampagne BDS (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen). Deren Ziel ist es, Israel zu veranlassen, internationalem Recht und den universellen Prinzipien der Menschenrechte nachzukommen. Die Neue Rheinische Zeitung stellt im Vorfeld einige Fragen. In seinen Antworten vermittelt Christoph Glanz eine zentrale Botschaft: Jegliche Form von Rassismus muss in den Blick genommen werden. Der Rassismus Israels darf nicht ausgeblendet werden. Der Kampf gegen Rassismus darf nicht gespalten werden. mehr...

 

Aktuelles  vom 02.11.2019
Appeal of campaign "NATO out - out of NATO" to German Government and Bundestag
Debate on banishment of US war machine comes to German Parliament
By Anneliese Fikentscher and Andreas Neumann

In May 2019, the General Assembly of the IPPNW decided to demand that the Federal Government "terminate the troop deployment treaty on the part of Germany". And the international conference "No to military bases & wars" adopted a declaration in June 2019 calling on the Federal Government and the Bundestag "to terminate the Convention on the Presence of Foreign Forces in the Federal Republic of Germany" - the troop deployment treaty - in order to remove all US/NATO military bases and nuclear weapons from German territory" and "to call on the governments of NATO member states to withdraw from NATO". On September 26, 2019, the campaign "NATO raus - raus aus der NATO" (NATO out - out of NATO) has written an appeal and launched it with which the demands are brought to the German Federal Government and all deputies of the German Bundestag. Obviously, this did not go unnoticed. For the first time in the German Bundestag, the "Convention on the Presence of Foreign Forces in the Federal Republic of Germany" (troop deployment treaty) and its possibility of termination are introduced into the debate. mehr...

 

Aktuelles  vom 23.10.2019
NRhZ exklusiv: Reaktionen auf den Appell der Kampagne "NATO raus – raus aus der NATO" an Bundesregierung und Bundestag
Debatte um die Verbannung der US-Kriegsmaschinerie kommt in den Bundestag
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

Das ist als beachtlicher Erfolg zu werten: zum ersten Mal wird im Deutschen Bundestag der "Vertrag über den Aufenthalt ausländischer Streitkräfte in der Bundesrepublik" (Truppenstationierungsvertrag) und dessen Kündigungsmöglichkeit in die Debatte eingebracht. Dies geschieht durch den Antrag "Abzug der US-Soldaten aus Deutschland " der Bundestagsfraktion DIE LINKE mit Datum vom 17. Oktober 2019. Darin heißt es: "Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, den Vertrag über den Aufenthalt ausländischer Streitkräfte in der Bundesrepublik nach Punkt 3 der Vereinbarung der Vertragsparteien vom 25.9.1990 sowie das NATO-Truppenstatut nach Artikel XIX zu kündigen und zu erwirken, dass alle ausländischen Truppen innerhalb der Kündigungsfrist die Bundesrepublik verlassen." Am 21.10.2019 meldet der Pressedienst des Deutschen Bundestags unter der Überschrift "Linke fordert US-Truppenabzug": "Die Fraktion Die Linke macht sich für einen Abzug der US-Armee aus Deutschland stark..." Mit Datum vom 26. September 2019 hatte die Kampagne "NATO raus – raus aus der NATO" an die Bundesregierung und alle Bundestagsabgeordneten per Briefpost einen Appell gerichtet, den Truppenstationierungsvertrag und die Mitgliedschaft in der NATO zu kündigen. Dies ist offensichtlich nicht ohne Wirkung geblieben. Bis zum 23.10.2019 sind als Reaktion darauf 25 Schreiben eingegangen, darunter eins vom "Verteidigungsministerium", eins vom Wirtschaftsministerium, zwei aus den Reihen der FDP, drei von der SPD, vier von CDU/CSU, fünf von der LINKEN und neun von der AfD. Keines von den GRÜNEN! Die Antworten reichen von absoluter Ablehnung bis zu ermutigender Zustimmung. CSU: "Diese Forderungen sind völlig naiv und realitätsfremd angesichts der weltpolitischen Lage und der daraus resultierenden sicherheitspolitischen Realität. Daher ist der Appell, dass die in Deutschland stationierten Streitkräfte abziehen sollen, genauso absurd wie die Forderung, aus der NATO auszutreten." DIE LINKE: "Das Anliegen der Kampagne 'NATO raus - raus aus der NATO' nach dem Austritt aus der NATO und der Kündigung des Aufenthaltsvertrags wird von meiner Fraktion und mir vollumfänglich unterstützt... Wir werden nicht aufhören, uns in diesem Sinne einzusetzen und können auch Sie nur ermutigen, weiter Druck auszuüben." DIE LINKE kann womöglich mit Unterstützung rechnen. Auch aus den Reihen der AfD wird die Forderung nach Kündigung des Truppenstationierungsvertrags erhoben. "Die AfD setzt sich für den Abzug aller auf deutschem Boden stationierten alliierten Truppen und insbesondere ihrer Atomwaffen ein", heißt es zum Beispiel in einem der Schreiben. mehr...

 

Wirtschaft und Umwelt  vom 20.11.2019
Elektro-Mobilität: aktuelle Entwicklungen in China
Bis 2020 fünf Millionen Elektroautos auf den Straßen Chinas?
Von Georges Hallermayer

In Deutschland hat sich die Zahl der E-Fahrzeuge mit 67.504 neu zugelassenen Fahrzeugen auf 141.690 erhöht, wie „Sonnenseite“ vom 11.2.2019 berichtete. Trotz eines Rekordwerts bei der Anzahl der Ladestationen für Elektroautos lag gemäß Statista vom 1. November 2019 im dritten Quartal des Jahres 2019 die Anzahl der Ladestationen bei rund 16.700. Im Vorjahresquartal waren es noch etwa 11.600. Wie weit in Deutschland die Infrastruktur von Ladestationen der Produktion hinterherhinkt, mag ein Vergleich mit China, dem führenden Land in E-Mobilität, aufzeigen: das rechnerische Verhältnis von PKW zu Ladestation. In China kommt eine Station auf 2,4 Elektrofahrzeuge, in Deutschland auf 8,5. Ceterum Censeo: Ein Detail, das den Vorteil planmäßiger Entwicklung der Produktivkräfte gegenüber profitorientierter Marktkonkurrenz deutlich macht. mehr...

 

Wirtschaft und Umwelt  vom 13.11.2019
2nd open letter to Greta Thunberg
Greta and the Great Confusion
By Claudia von Werlhof and discussion group of the “Planetary Movement for Mother Earth”

Dear Greta Thunberg, You have not answered a 1st open letter at the beginning of your steep “career”, which has just culminated in the recognition of the Right Livelihood Award. I nevertheless write a 2nd one. I approached you with sympathy for your awakening and activism, looking at you like a kind of grandmother who would like to give you some advice – to a kind of granddaughter. It was to give you better information about the real state of Mother Earth, because I noticed that you did not have this knowledge. This time I would rather address you in my quality as a scientist, which I am as well, as I hear that you seek the advice of science, for you seem to trust in your mind. This is good and it is really necessary. However, there are always two kinds of science: one that is responsible for nothing less than the endangered state of Mother Earth herself, and one that is opposing it. I belong to the latter kind. That’s why I used to be an enthusiastic demonstrator and demonstration speaker and at first I was just happy how the youth everywhere reacted to your protest in masses. Finally, a movement emerged and even for Mother Earth! Something more beautiful could not happen to me, especially because I was the founder of the “Planetary Movement for Mother Earth”. mehr...

 

Wirtschaft und Umwelt  vom 13.11.2019
Giftmülldeponie in einem ehemaligen Salzbergwerk in Wittelsheim bei Mulhouse im Elsass
StocaMine – Die Zeitbombe tickt
Von Peter Betscher

1997 begann die Planung für die „beste, sicherste und größte Giftmülldeponie“ in einem ehemaligen Salzbergwerk in Wittelsheim bei Mulhouse im Elsass. Trotz zahlreicher Warnungen, Proteste und Einsprüche elsässischer und badischer Umweltschützer wurde die Deponie 1999 genehmigt. Der Vorsteher der elsässischen Umwelt-Behörde DRIRE erklärte damals den Begriff der Reversibilität in einem Fernsehinterview 1998 wie folgt: „Stocamine ist ein Zwischenlager und damit notwendigerweise provisorisch. Das im Juli 1992 erlassene Gesetz verbietet die uneingeschränkte Genehmigung einer geologischen Lagerung gefährlicher Produkte. Stocamine dient der Lagerung gefährlicher Produkte. Es ist uns verboten, und das Dekret nimmt dies auf, eine unbegrenzte Bewilligung zu erteilen. In der Praxis ist Stocamine nur für 30 Jahre erlaubt. Dies ist das Konzept der Reversibilität. Um dies für 30 Jahre zu ermöglichen, müssen wir uns fragen: Was passiert in dreißig Jahren? Das heißt nicht, dass wir es einfach dabei belassen, wir lassen den Müll unten liegen. Wir sind verpflichtet, nicht nur die Verschwendung aufzugeben, sondern wir verpflichten uns auch, sie (die Abfälle) wieder an die Oberfläche zu bringen.“ Die Deponie wurde nur unter dem Vorbehalt genehmigt, dass die Abfälle ggf. wieder herausgeholt werden können. Nach Ablauf einer Betriebszeit von 30 Jahren sollte die Untertagedeponie neu genehmigt werden bzw. die Abfälle wieder zurückgeholt werden.“ mehr...

 

Wirtschaft und Umwelt  vom 02.10.2019
Zweiter Offener Brief an Greta Thunberg
Greta und die große Ver(w)irrung
Von Claudia von Werlhof und Diskussionsgruppe der „Planetaren Bewegung für Mutter Erde“

Liebe Greta Thunberg, einen 1. Offenen Brief am Beginn Deiner steilen „Karriere“, die gerade in der Anerkennung des alternativen Nobelpreises gipfelt, hast Du nicht beantwortet. Ich schreibe trotzdem einen 2. Ich hatte Dich voller Sympathie für Deinen Aufbruch als eine Art Großmutter angesprochen, die Dir als einer Art Enkelin einen Rat erteilen möchte. Er bestand darin, Dir bessere Informationen über den wirklichen Zustand von Mutter Erde zu beschaffen, denn mir war aufgefallen, dass Du diese offenbar nicht hattest. Diesmal will ich Dich lieber in meiner Eigenschaft als Wissenschaftlerin ansprechen, die ich ja auch bin. Denn wie ich höre, suchst Du den Rat der Wissenschaft, denn Du scheinst auf Deinen Geist zu vertrauen. Das ist gut und absolut notwendig. Allerdings gibt es immer zwei Sorten von Wissenschaft: eine, die für nichts Geringeres als den gefährdeten Zustand von Mutter Erde selbst verantwortlich ist, und eine, die etwas dagegen hat. Zur letzteren Sorte gehöre ich. Deswegen war ich früher auch immer eine begeisterte Demonstrantin und Demonstrations-Rednerin und war zunächst einfach nur froh, wie die Jugend überall massenhaft auf Deinen Protest reagierte. Endlich eine Bewegung und auch noch für Mutter Erde! Etwas Schöneres konnte mir, zumal als Gründerin der „Planetaren Bewegung für Mutter Erde“, ja gar nicht passieren. mehr...

 

Globales  vom 20.11.2019
Briefe mit Augenzeugen-Berichten aus Chile
Die Stimmen der Strasse
Von Frank Walter

"So wie es aussieht, geht die Repression durch die Sicherheitskräfte unverändert weiter. Heute am 12. November ist Generalstreik, dem sich über 160 gewerkschaftliche und andere Organisationen angeschlossen haben, unter anderem das Lehrer- und Professorenkollegium, Hafenarbeiter, Flughafenangestellte, Arbeiter der nationalen Erdölindustrie, die Konföderation der Arbeiter in den Kupferminen, Organisationen des Gesundheitswesens, Bauarbeiter und öffentliche Dienstleistungen, Bankangestellte, Zollbeamte, die zentrale Gewerkschaft CUT und unzählige andere Sektoren. Im Zentrum von Santiago marschieren 800.000 Demonstranten. In Valparaíso wurden die Sitzungen im Kongress aufgehoben aufgrund von Straßensperren und Barrikaden, die auf den Verbindungsstraßen zwischen Santiago und Valparaíso errichtet wurden." So lautet es zu Beginn einer Reihe von Briefen, mit denen Frank Walter die "Stimmen der Strasse" in Chile zu Wort kommen lässt. Die NRhZ gibt sie nachfolgend wieder – in dieser Ausgabe die Briefe vom 12. bis 17. November 2019. mehr...

 

Globales  vom 20.11.2019
Post aus Lateinamerika zum Lithium-Putsch in Bolivien
Da musste unbedingt etwas geschehen, und dann geschah etwas
Von Hartmut Barth-Engelbart

Am 6.11.2019 meldet das MANAGER-MAGAZIN: "Bolivien begräbt deutsche Lithium-Hoffnung". Das war nur einige Tage vor dem Putsch. Bereits vor einem Jahr wurde das Handelsblatt bezüglich deutscher Initiativen zur Sicherung des Lithium-Bedarfs sehr deutlich. (2) In dieser Zeitspanne hätte oder hat man schon Einiges für den Lithium-Zugang in Bewegung setzen können. In Absprache mit anderen EU- und US-Interessenten. Man fühle sich hier bei den Produktionsstätten im Salzsee auf 3600 Metern Höhe wie "mitten in China", empörte sich das Handelsblatt schon am 12.12.2018! Da musste unbedingt etwas geschehen, und dann “geschah” etwas. mehr...

 

Globales  vom 20.11.2019
Erklärung von 11. November 2019
Gegen den Putsch in Bolivien – Solidarität mit Evo Morales!
Von der Leitung der Kommunistischen Partei (Schweiz)

"In der Absicht, mit der Abhängigkeit von Rohstoffexporten Schluss zu machen und eine größere Unabhängigkeit von der internationalen Warenproduktionskette zu erreichen, war die bolivianische Regierung auch im Begriff, zur Nationalisierung der Produktion von Lithium-Batterien zu schreiten. Im Rahmen der Vorbereitung des gegenwärtigen 'regime change' machten sich einige Organisationen des Maximal-Ökologismus zu Werkzeugen der 'grünen' Reform des Kapitalismus und inszenierten Proteste gegen die von Evo Morales verfochtene Politik der Energiesouveränität." Und: "Die 'Schuld' der Regierung von Evo bestand darin, die nationale Souveränität gegenüber der an Washington und an die westlichen multinationalen Konzerne verkauften bolivianischen Oligarchie verteidigt, die Sache der gerechten Umverteilung des Reichtums vertreten und das Land auf den Weg des Multipolarismus und der lateinamerikanischen Integration gelenkt zu haben." So heißt es in der einen Tag nach der Entmachtung des bolivianischen Präsidenten Evo Morales veröffentlichten Erklärung der Kommunistischen Partei (Schweiz). Die NRhZ dokumentiert die Erklärung in vollem Wortlaut. mehr...

 

Globales  vom 20.11.2019
Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS): ein Instrument der interventionistischen Außenpolitik der Vereinigten Staaten
Bolivien im Fokus der Weltaufmerksamkeit
Von Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait

Sebastián Piñera entlarvt sich immer wieder als Undercover-Coup-Plotter. In einem vorläufigen OAS-Bericht wurden Neuwahlen in Bolivien gefordert, als Präsident Evo Morales am 20.10.2019 die Präsidentschaftswahlen mit 47 Prozent gewann, und dann für ihn die zweite Runde anstand, um die Wähler in einer Stichwahl zwischen ihm und seinem rechten Gegner Carlos Mesa entscheiden zu lassen. Da der Triumph von Evo Morales in dieser zweiten Runde sicher war, verlangte die Opposition, Evo Morales solle seine Kandidatur zurückziehen und ersuchte als Druckmittel dafür die Intervention der OAS, um ihn aus dem Rennen zu drängen - ein verfassungswidriger und anmaßend inakzeptabler antidemokratischer Vorgang. mehr...

 

Globales  vom 20.11.2019
Wer kennt den Weißhelmgründer James Le Mesurier?
Wenn das System die eigenen Agenten umbringt
Von Yavuz Özoguz

Die Weißhelme - so wird uns von den Systemmedien und ihren Presstituierten eingehämmert - seien eine humanitäre Organisation zur Hilfe in Krisenregionen. Insbesondere in Syrien hätten sie den Menschen intensiv geholfen. Gestern ist der Gründer jener Weißhelme namens James Le Mesurier in Istanbul tot aufgefunden worden. Die bisher veröffentlichten Umstände lassen vieles offen. Wer war dieser James Le Mesurier? James Gustaf Edward Le Mesurier ist 1971 in Singapur geboren in eine traditionsreiche Adelsfamilie, deren Geschichte bis ins 13. Jh. n.Chr. zurückverfolgt werden kann. Sein Vater war Benjamin Havilland Churchill Le Mesurier und seine Mutter Frocken Ewa Christina Berglund aus Schweden. Ein Urahn aus dem 13. Jh. war bereits Scherif von London. mehr...

 

Krieg und Frieden  vom 20.11.2019
Dokumentation eines Projekts für Frieden, Völkerverständigung und Menschenrecht
Die Kölner Klagemauer muss leben (178)
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

„Macht keine Kriege, wir brauchen die Erde. Bitte!“ „Gib allen eine Chance zu lächeln. Gemeinsam streben wir. Gemeinsam gelangen wir ans Ziel.“ „Ich wünsche mir für jeden Menschen einen Freund, denn nur mit ihm kann man lachen!“ „Gewalt ist die Wut auf nicht gelebtes Leben.“ „Es ist ein Exil… Irgend wo… Ohne dich… Der Iraker“ So steht es auf fünf der zahllosen Klagemauer-Karten. Am 26. Januar 2019 wäre Walter Herrmann, der "Hausmeister der Klagemauer", wie er sich selbst einmal bezeichnete, 80 Jahre alt geworden. Sein Einsatz für den Frieden und den Kampf um die öffentliche Meinungsäußerung im öffentlichen Raum – mit einfachsten Mitteln wie Pappkartons und Schnur – bleiben sein ungeahnt wertvolles Vermächtnis im Kultur- und Medienstreit der "digitalen" Gesellschaft. Walter Herrmann ist tot, doch seine Idee ist lebendiger denn je. Deshalb soll sein Werk fortgeführt werden durch Kunst- und Kulturschaffende und Friedens-AktivistInnen. Nähere Informationen auf Anfrage. mehr...

 

Kommentar  vom 20.11.2019
Kommentar vom Hochblauen
Globale Destabilisierung durch westliche Einflussnahme
Von Evelyn Hecht-Galinski

Was wir derzeit an weltweiter westlicher Erschaffung von Feindbildern erleben, übersteigt alles das, was nach dem Ereignis des 11.September 2001 begann. Immer wieder sollen wir auf die "Bedrohung durch den Islam", also natürlich speziell durch „die“ Muslime, aufmerksam gemacht werden. Alles ist erlaubt, wenn es um den "sauberen" Kampf westlicher Staaten gegen die islamistische Bedrohung geht. Es wird suggeriert, dass wir es nur mit einem Feind weltweit zu tun haben, nämlich dem "islamistischen Terror", ohne allerdings zu differenzieren, indem „die Muslime“ insgesamt dafür in Haftung genommen werdent. Immer sind es WIR, also die westlichen "Demokratien", angeführt von den USA, die uns in diesen Kreuzzug führen. Diese gnadenlose Jagd auf fiktive Feinde, natürlich Muslime, Islamisten, haben sich mittlerweile auch verschiedene islamische Staaten angeschlossen, die auf diese Art versuchen, ihre diktatorischen Regime zu stabilisieren und zwar mit westlicher Hilfe. mehr...

 

Kommentar  vom 20.11.2019
Eine Einschätzung der Situation in Nord-Syrien aus türkischer Sicht
Rückkehr nicht erwünscht
Von Kemal Bölge

Es war ein recht warmer Herbsttag, Anfang November, als sich die Familie Awad entschied, aus ihrer Wohnung in Gaziantep/Türkei zurück in ihr Anwesen nach Tel Abyad, im Norden Syriens zurückzukehren. Vor allem die beiden Kinder der Familie, der 12-jährige Tarek und seine 10 Jahre alte Schwester Aischa, freuten sich, endlich wieder zu Hause zu sein. An jenem Tag spielten beide ausgelassen im hauseigenen Garten, als eine gewaltige Explosion die Freude über ihre Rückkehr zu einem Alptraum werden ließ. Terroristen der YPG/PKK hatten vor ihrer Flucht eine Mine im Garten vergraben. Beide Kinder wurden bei der Explosion schwer verletzt und in ein türkisches Krankenhaus verlegt. Die Ärzte kämpften um das Leben der beiden Kinder. Zum Glück haben beide überlebt, aber Tarek verlor ein Bein. mehr...

 

Kommentar  vom 20.11.2019
Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt ohne Ende
Terror-Krieg gegen Bürger
Von Ulrich Gellermann

Es war die Regierung von George W. Bush, die kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 den Begriff "Global War On Terrorism" kreierte: Den Krieg gegen den Terror. Bis heute gibt es keine ordentliche Aufklärung über das Verbrechen. Macht nichts, sagten die diversen US-Regierungen und führten trotzdem unter der Anti-Terror-Flagge einen Krieg nach dem anderen. Der Krieg in Afghanistan, dessen offizieller Grund im Dunkel des 9/11- Anschlags liegt, dauert an. Terror, der Angstbegriff des Jahrhunderts, die böse Gewalt, die dringend von der guten Gewalt bekämpft werden muss, hat sich zur Begründung für alles mögliche entwickelt: Mehr staatliche Überwachung, mehr staatliche Bewaffnung, mehr Geheimdienstaktivitäten. So kann Terror nützlich sein. mehr...

 

Glossen  vom 20.11.2019
Warum Evo Morales fiel?
Lirum Larum Löffelstil
Von Hartmut Barth-Engelbart

Da es in Deutschland eine Anmeldepflicht für Satire gibt (“Schon der Versuch ist meldepflichtig!”) und es bereits einige Missverständnisse gab, weil hier die vorgeschriebene Vorabklassifizierung nach Härtegraden fehlt, habe ich sie im Nachhinein vorgenommen: Satire(Versuch), bitterbös, Härtegrad 9 auf der Skala 1 bis 10. --- Bolivien hat die drittgrößten Vorkommen an Lithium. Morales hat sie alle verstaatlicht, um die Gewinne im Land zu behalten, für Infrastruktur- und Sozialprogramme. Gemäß Wikipedia lagern in Bolivien sogar die weltweit größten Vorkommen. Dort heißt es u.a.: "Im bolivianischen Salzsee Salar de Uyuni mit geschätzt 5,4 Millionen Tonnen Lithium lagern möglicherweise die größten Ressourcen. Das Staatsunternehmen Yacimientos de Litio Bolivianos investiert seit 2018 mit deutschen und chinesischen Partnern verstärkt in seine Industrialisierung, einschließlich der benachbarten Salar de Coipasa und Laguna Pastos Grandes." mehr...

 

Glossen  vom 13.11.2019
Was die Strategen der Klima-Kampagne schon im März zu sagen wußten
Greta, wunderbar!
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

Wunderbar, diese Greta, die 16jährige Greta Thunberg aus Schweden! Wenn wir sie nicht hätten, müssten wir sie uns schaffen! Die Jugend dieser Welt braucht ein solches Idol. "Make America Greta again" steht am 15. März 2019 vor dem Kölner Dom – in Anspielung auf Trumps Wahlkampfmotto "Make America great again" – bei den globalen Schülerprotesten "Fridays for Future" auf einem riesigen Transparent auf rosa Grund – der Protestfarbe gegen einen Präsidenten, der unsere Welt durcheinander zu bringen droht. Wir brauchen ein in die richtigen Bahnen geleitetes Engagement junger Menschen. Das tut uns gut, denn so können alle zu der Überzeugung gelangen, sich für eine wichtige Sache stark zu machen. Es tut gut, Teil einer Bewegung zu sein, die von Autoritäten unserer Gesellschaft getragen wird. Wenn wir eine Bundeskanzlerin sagen lassen: „Ich unterstütze sehr, dass Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz auf die Straße gehen und dafür kämpfen. Ich glaube, dass das eine sehr gute Initiative ist.“ Oder ihre Justizministerin: „Dass die Jugendlichen jetzt für den Klimaschutz demonstrieren und sich so engagieren, ist doch großartig.“ Dann können wir uns sicher sein, damit eine Bewegung voranzubringen, die ganz in unserem Sinne ist. mehr...

 

Medien  vom 20.11.2019
Ideologisch voreingenommene Berichterstattung westlicher Medien am Beispiel Iran
Zweierlei Schriftmaß
Von Harald Schauff

Droht ein militärischer Konflikt zwischen den USA und dem Iran? Seit Jahren und Jahrzehnten schwebt diese Frage im Raum. Bislang blieb es zum Glück bei vorüber gehenden Perioden des Säbelrasselns. Zuletzt erklang das Rasseln bedrohlich laut. Den ungeklärten Angriffen auf Handelsschiffe und Tanker durch Haftminen nahe der Straße von Hormus im Mai und Juni diesen Jahres folgte der Abschuss einer US-Drohne durch die iranische Flugabwehr. Für weitere Spannungen sorgten schließlich mysteriöse Drohnenangriffe auf saudi-arabische Ölraffinerien. Die Kriegsgefahr scheint größer denn je. Zumal der derzeitige Chefdiplomat im Weißen Haus nicht gerade durch Fingerspitzengefühl brilliert. Ein Jahr vor den US-Präsidentschaftswahlen mutet es andererseits unwahrscheinlich an, dass Trump es demnächst auf einen neuen Militärkonflikt anlegt. Nach jahrelanger Präsenz von US-Truppen im Irak und in Afghanistan sind die USA sichtlich kriegsmüde. Da möchte Trump seine mögliche Wiederwahl nicht durch einen Militärschlag gefährden. Die Entlassung des berüchtigten Scharfmachers John Bolton als Sicherheitsberater weist in diese Richtung. Ein Jahr ist jedoch schnell vorüber. Wer weiß, was danach kommt. mehr...

 

Medien  vom 20.11.2019
Die Tagesschau gibt seine Wichtigtuerei als Politik aus. Sie unterschlägt dabei das Wesentliche (siehe zu Bolivien)
Heiko Maas spuckt große Töne
Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam gegen die "Macht um Acht"

Um hehre Sprüche wie „Abrüstung ist keine Frage des Zeitgeists, sondern eine Überlebensfrage für die gesamte Menschheit“ ist Außenminister Maas nie verlegen. „Abrüstung und Rüstungskontrolle gehören nicht nur auf das internationale Parkett, sondern auch in die deutsche Öffentlichkeit”, tat er in krauser Sprache kund, als im Sommer 2019 der INF-Vertrag vor der Auflösung stand, weil Washington ihn mit äußerst fragwürdiger Begründung gekündigt hatte. Maas wäre nicht Heiko, hätte er nicht auch aus diesem Anlass antirussisches Gift verspritzt: „Russland könnte den Vertrag retten, indem es seine vertragswidrigen Marschflugkörper vor dem 2. August abrüstet. Derzeit sieht es nicht danach aus.” Dass die USA keinen Beweis für behauptete russische Vertragsverstöße hatten, störte ihn nicht. Die Tagesschau stand ihm bei. Arm in Arm prägen Minister und öffentlich-rechtlicher Regierungsfunk die Volksmeinung mit solchen Trugbildern. Die Bundesregierung inszeniert sich als friedensorientiert, als vom humanitären Menschenrecht und von der UN-Charta geleitete Vertreterin deutschen Interesses am Gemeinwohl der Welt. Nur Lichtvolles, kein Schatten. Den Erfolg ihrer Selbstinszenierung garantiert ihr ein kritikloses, konformistisches Informationswesen, in dem ARD-Tagesschau, ZDF-heute und Deutschlandradio die Leithammel abgeben und in dem die Ausscheidungen von Bild bis Zeit das öffentliche Meinungsbild verkoten. mehr...

 

Medien  vom 20.11.2019
Eine lockere Folge von Leserbriefen und Kommentaren
Hajos Einwürfe
Von Hajo Kahlke

Wie verträgt sich antirassistischer Protest mit kurdisch-separatistischem Nationalismus? Ist der so genannte Mauerfall vor allem ein historischer Sieg des Kapitalismus? Macht der Bundesausschuss Friedensratschlag den Bock zum Gärtner, wenn er Besatzer-Versteher und Palästina-Feinde auftreten läßt? Das sind Fragen, die in "Hajos Einwürfen" zum Thema gemacht sind. Die Neue Rheinische Zeitung versteht sich im Verbund mit der Vierteljahresschrift DAS KROKODIL als ein Forum, das zum Nachdenken anregen, eingefahrene, verkrustete Denkstrukturen aufbrechen bzw. der bewusst lancierten Desorientierung des Denkapparats – besonders der Linken – entgegenwirken will. Hajos kurze Texte sollen dazu ihren Beitrag leisten. Die Neue Rheinische Zeitung bringt deshalb in loser Folge von ihm verfasste Leserbriefe und Kommentare, die bei den Angeschriebenen nur selten das Licht der Öffentlichkeit erblicken. mehr...

 

Filmclips  vom 20.11.2019
Am 12. November 2019 in Rotenburg an der Wümme
Protest gegen öffentliches Bundeswehr-Gelöbnis
Von Georg Maria Vormschlag

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Fotogalerien  vom 13.11.2019
Bei den Gelbwesten in Montepellier vor dem ersten Jahrestag
Beenden wir den Todeskampf des Kapitalismus!
Von Peter Betscher

Am 17. November 2019 jährt sich die Gründung der Gilets Jaunes (Gelbwesten). Die Volksbewegung ist entstanden, nachdem einzelne (z.B. Priscilla Ludovsky, Eric Drouet) gegen die Erhöhung der Benzinpreise petitioniert hatten und man begann mit der Besetzung der Kreisverkehre – einer Aktionsform, die sich nach und nach auf das ganze Land ausdehnte. Frankreich macht seit ca. 10 Jahren eine Umgestaltung der Sozialsysteme durch wie es in Deutschland bereits durch die Agenda 2010 unter der Regierung Schröder und nachfolgenden Regierungen erfolgte und erfolgt, ohne dass es nennenswerte und nachhaltige Proteste gab. Die Entstehungsgeschichte der Gelbwesten kann man sich in dem Arbeiterfotografie-Video einer Veranstaltung in Bremen ansehen. Am 4. Dezember 2018 nahm Macron die geplante Benzinpreiserhöhung zurück und am 12. Dezember versprach er die Erhöhung des Mindestlohns und die Verbesserung bei niedrigen Renten. Doch die Bewegung gab sich damit nicht zufrieden, und Macron reagierte wieder mit Polizeigewalt. mehr...

 

Kultur und Wissen  vom 20.11.2019
Die Karikatur der Woche
Tesla will eine Fabrik bei Berlin eröffnen
Von Kostas Koufogiorgos

In dieser Woche geht es um eine großartige Planung. Der Elektroauto-Hersteller TESLA will bei Berlin investieren. "Dort sollen die Akkus produziert werden. Durch den Schritt sollen 10.000 Arbeitsplätze entstehen." Das verheißt uns am 13. November 2019 die TAGESSCHAU – und das sieben Tage nach der Hiobsbotschaft, das im Dezember 2018 in Berlin vereinbarte Joint Venture zur Gewinnung von Lithium aus dem bolivianischen Salzsee Salar de Uyuni – dem wahrscheinlich weltweit größten Lithium-Vorkommen – sei von bolivianischer Seite annulliert worden. Durch die Annullierung sei eine "schwierige Situation" entstanden, erfahren wir am 6. November aus dem Manager-Magazin, denn "Elektromobilität und Energiewende sind Riesenthemen in der deutschen Wirtschaft. Der Rohstoff Lithium ist die existenzielle Grundlage dafür." Doch schon drei Tage später, am 10. November, können die Verfechter von "Elektromobilität und Energiewende" – gewiss nicht nur in Deutschland – aufatmen. Der bolivianische Präsident Evo Morales ist beseitigt. Der Zugriff auf "unser" Lithium kann als gesichert gelten. Die Ausbeutung des bolivianischen Rohstoffs wird seinen Lauf nehmen können. "Tesla-Aktie auf Höhenflug", verkündet BOERSE-ONLINE. Und auch SPUTNIK kann melden: "Die Aktie von Tesla ist nach dem Putsch nach oben geschossen." Bis zum Wahrwerden der Vision, dass TESLA als Wahrzeichen von "Elektromobilität und Energiewende" auf dem Brandenburger Tor prangt, ist es nicht mehr weit. mehr...

 

Kultur und Wissen  vom 13.11.2019
Einer der oberschlauesten aller rechten Intelellis - Hans Enzensberger - wird 90. Zur wiederholten Würdigung eines preisgekrönten deutschen Wendelebens
Von der moralischen Überdüngung des Mobs
Von Werner Rügemer

Hans Enzensberger wird 90 Jahre alt und wird in den sich als „bürgerlich“ verstehenden Gazetten wie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung seitenlang – wieder mal - hoch und breit gewürdigt. Die Zahl seiner Literaturpreise übersteigt die Zahl der Literaturpreise aller anderen lebenden und toten deutschen Dichter. Denn die lange Reise des Enzensbergers von ganz links nach ganz rechts musste und muss zahlreich und endlos gewürdigt werden – jetzt wieder zum 90. Im Feuilleton gönnt sich sowas, ohne es selbst zu lesen, die geistlose Kapital-Elite, die – im Wirtschaftsteil derselben Kapital-Gazetten - ihre Gewinne loben lässt, auf denen sie verfettet, leistungslos und asozial der nächsten Finanzkrise lukrativ entgegendämmert. mehr...

 

Kultur und Wissen  vom 06.11.2019
Gedankenaustausch mit einem Analytischen Philosophen
Auf dem Weg zu einer "Internationale der Humanisten"
Georg Meggle – im Gespräch mit Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

Georg Meggle definiert sich als Analytischer Philosoph – und ist über sein Fach hinaus auch durch zahlreiche Philosophische Interventionen bekannt. Seine Begriffs-Interventionen zielen auf zentrale politische Kampfbegriffe ab wie zum Beispiel Nukleare Abschreckung, Humanitäre Interventionen, Kollateralschäden, Kollektive Identitäten, Terrorismus – und jüngst auch Antisemitismus versus Antizionismus. Zahlreiche seiner Stellungnahmen haben die Serie der neueren Kriege (Jugoslawien, Irak, Gaza, Jordanien, Iran und speziell den Völkermord im Jemen) im Fokus. Seine Analytischen Interventionen legen die Logik der betreffenden Begriffe offen – und machen so deutlich, was an der üblichen Verwendung dieser Begriffe korrekt und was purer – mitunter auch strategisch kalkulierter - politischer Missbrauch ist. Eine der ersten Begegnungen mit Georg Meggle liegt zwölf Jahre zurück. Anlässlich des 70. Jahrestages der Gründung der Arbeiterfotografen-Bewegung hielt er in Erfurt 2007 eine Laudatio. Zuletzt sind wir Georg Meggle beim Salzburger Symposium "Analytische Explikationen & Interventionen" begegnet, das vom 12. bis 14. Juli 2019 mit und für den 75jährigen Philosophen stattgefunden hat und bei dem ihm die Ehrenpräsidentschaft der Gesellschaft für Analytische Philosophie (gap) verliehen worden ist. Jetzt haben wir mit Georg Meggle ein Gespräch geführt, das die NRhZ nachfolgend wiedergibt. mehr...

 

Literatur  vom 20.11.2019
Seid Vögel mit kräftigen Flügeln
Fliegende Botschafter
Von Afsane Bahar

Meine Gedichte!
Seid Vögel mit kräftigen Flügeln
wenn hohe Amtsträger der Republik
öffentlich für illegale Kriege werben
wenn Parlamentsmitglieder unverhohlen
zur Neugestaltung des Landes
wohl temperierte Grausamkeiten empfehlen mehr...

 



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KOSTARIKATUREN


Von Kostas Koufogiorgos
FILMCLIP
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