NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung - Logo
SUCHE
Suchergebnis anzeigen!
RESSORTS
SERVICE
Unabhängige Nachrichten, Berichte & Meinungen
Aktueller Online-Flyer vom 15. August 2018  

zurück  
Druckversion

Kommentar
Kommentar vom Hochblauen
Im Würgegriff der zionistischen Medien-Mafia
Von Evelyn Hecht-Galinski

In den letzten Wochen – beginnend mit dem 30. März bis zum 15. Mai, dem Tag der Nakba, der Katastrophe vor 70 Jahren – wiederholte sich einmal mehr ein Gemetzel der besonderen Art. Dieses unglaubliche Massaker am Grenzzaun des Konzentrationslagers Gaza mit bis heute 117 Ermordeten, darunter 13 Kinder, sowie 2 als solche gekennzeichneten Journalisten und zwei Rollstuhlfahrer. 3.188 palästinensische Demonstranten wurden verletzt. Unter den Verletzten waren 288 Kinder, 70 Frauen, 10 Sanitäter und 12 Journalisten. Diese Brutalität des Vorgehens stellte erneut eine ungeheuerliche mörderische Energie der "moralischsten" aller "Verteidigungsarmeen" unter Beweis. (1)

Ich möchte mich dem Sprecher des Hohen Menschenrechtskommissars der UN, Rupert Colville, anschließen, der betonte, dass der Einsatz tödlicher Gewalt nur dann berechtigt ist, wenn eine „unmittelbare Gefahr für Leib und Leben“ besteht. Sich dem Grenzzaun zu nähern, zu versuchen diesen zu überwinden oder diesen zu beschädigen stellt keine ausreichenden Gründe für den Einsatz tödlicher Gewalt dar. "Genug ist genug". (2)(3) So handelt es sich juristisch gesehen um ein Kriegsverbrechen und damit um einen Fall für den Internationalen Gerichtshof.

Es ist nicht zu rechtfertigen, eine eingesperrte Bevölkerung, die friedlich an diesem illegalen Grenzzaun für ihr Recht auf Rückkehr demonstriert, mit dem Einsatz von tödlicher Gewalt und Scharfschützen daran zu hindern. An keiner Stelle bestand für die bis an die Zähne bewaffnete israelische Okkupations-Armee eine Gefahr für "Leib und Leben".

Dieses Massaker reiht sich ein in die zahlreichen zionistischen Kriegsverbrechen wie der der Überfall auf Gaza 2014, dem Gaza-Völkermord mit mehr als 2000 ermordeten Palästinensern. Tatsächlich gehören alle dafür Verantwortlichen vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Wie oft schon wurde das gefordert und nichts ist geschehen, auch dank des wohlwollenden Wegschauens der westlichen „Werte“-Gemeinschaft. Wie lange noch müssen das palästinensische Volk und speziell die eingekerkerten Menschen in Gaza auf Gerechtigkeit warten?

Israelische Soldaten erwiesenermaßen Kindermörder

Während also seelenruhig Zivilisten, darunter Frauen, Kinder, Journalisten und medizinisches Personal von Scharfschützen, gezielt und oft in den Rücken, erschossen wurden, beeilte sich die israelische Hasbara (Propaganda), diese Ermordeten als der „Hamas“ zugehörige Mitglieder darzustellen, um sie zu diskreditieren. Nein, es war ganz gewiss kein „Hamas-Marsch“! Abgesehen davon, dass es sich bei der „Hamas“ um eine palästinensische, sich auch im Widerstand gegen die illegale Besatzung ihres Landes befindliche Regierungspartei handelt, berechtigt es noch lange nicht die israelische Besatzer-Armee, weder „Hamas“-Anhänger, noch die zivile Bevölkerung heimtückisch zu ermorden. Ja, und es muss ausgesprochen werden: diese israelischen Soldaten sind erwiesenermaßen auch Kindermörder, was sie ja schon mehrfach unter Beweis gestellt haben. (4)(5)

Angeheizt durch die zionistische Hasbara und Medien-Mafia versuchen auch deutsche Konzernmedien die Wahrheit zu verdrehen und die palästinensischen Opfer als Terroristen zu verunglimpfen und diese Morde als unausweichlich darzustellen. So gab beispielsweise die willige FR dem Leiter der Zivilverwaltung der Armee im Gazastreifen, dem Oberst der Reserve Grischa Jakubovich, mit einem Interview die Gelegenheit, seine perverse Mordfantasie zum Besten zu geben: "Es gibt keine andere Möglichkeit als zu schießen.“

Sogleich bliesen so genannte "Leidmedien" ins gleiche Horn, die es dem "Kalkül der Hamas" zuschrieben, dass diese bewusst einkalkuliere. In einem hat der FAZ-Korrespondent Stahnke in seinem ansonsten unausgewogenen Artikel allerdings recht: "Wer mit der im Gazastreifen herrschenden und einst ja auch gewählten Hamas nicht spricht, unterstützt hier Israels Haltung. Beides trifft für Deutschland zu."

Tatsächlich gibt es kaum ein anderes Land als die Bundesrepublik und seine Regierung, das so bedingungslos das jüdische Besatzer-Regime unterstützt, und das sollte uns "anständige deutsche-Wertebürger" alle zornig machen.

Palästinenser nicht mehr für die deutsche Schuld bezahlen lassen

Wir haben die seit 70 Jahren unterdrückten und besetzten Palästinenser hoffnungslos allein gelassen, und aufgrund der jahrzehntelangen Propaganda gab es in Deutschland nicht wie in so vielen anderen Ländern Demonstrationen, die den Millionen von Palästinensern, Vertriebenen und Nachfahren gezeigt hätten: "Ihr seid nicht allein, wir sind an eurer Seite"? Von hochoffizieller Seite wird permanent verschleiert, dass das palästinensische Volk das zweite, verleugnete Opfer des Holocaust ist und wir auch für dieses Volk eine Verantwortung haben, denn ihnen wurde ihr Land und aller Besitz genommen, obwohl sie in keiner Weise für den Holocaust verantwortlich waren. Nach 70 Jahren muss endlich damit Schluss sein, die Palästinenser für die deutsche Schuld bezahlen zu lassen, die sie rechtlos unter jüdische Besatzung zwingt.

Gerade wir Deutschen wissen doch auch zu genau, was Vertreibung und Besatzung bedeutet. Dass es aber ausgerechnet der "Jüdische Staat" ist, der all das betreibt, was wir eigentlich verabscheuen, macht es doppelt schlimm. Dank unserer Hilfe darf sich der rechtsextreme Netanjahu gestärkt fühlen und von Erfolg zu Erfolg eilen, umarmt von US-Präsident Trump und evangelikalen Helfershelfern. Der Umzug der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem war nur das Sahnehäubchen, ein vermeintlicher Triumph, dem Endziel der endgültigen Judaisierung immer näher zu kommen.

Nun kann Netanjahu in Glückseligkeit schwelgen, nach jahrelanger Druckausübung auf die „Wertegemeinschaft“ nun endlich die Trumpsche US-Kündigung des jahrelang mühevoll ausgehandelten Atomvertrages mit Iran. Und schließlich machte der Sieg der nicht nur optisch sondern auch sängerisch peinlichen ESC-Kandidatin Netta Barzilai Bibis Glück perfekt: "Nächstes Jahr in Jerusalem".

Diesen Spruch hörte ich schon von Kindheit an zum Pessach-Fest und er begleitete auch meine Kritik. Was bedeutet dieser biblische Spruch denn heute wirklich? Es ist eine gewollt politische Umfunktionierung, die den ewigen jüdischen Anspruch auf das ganze ungeteilte Jerusalem untermauern soll. Das zionistische Netanjahu-Staatsterror-Regime hat diesen Spruch zu einer Wirklichkeit werden lassen, wie ich sie mir damals noch nicht in aller Konsequenz vorstellen konnte.

Nächstes Jahr NICHT in Jerusalem

Wenn also nächstes Jahr in Jerusalem der ESC stattfindet, dann wäre das ein weiteres Beispiel, wie eklatanter Völkerrechtsbruch belohnt wird, wenn er vom "Jüdischen Staat" begangen wird. Deshalb wollten wir alle den Lord Mayor Michael Mac Donncha von Dublin unterstützen und den Eurovisions-Gesangswettbewerb 2019 boykottieren: Nächstes Jahr NICHT in Jerusalem.

So war es mir besonders sympathisch, dass einer der besten Karikaturisten in Deutschland, Dieter Hanitzsch, in einer mehr als gelungenen Netanjahu-Karikatur gerade auch auf dieses Jerusalem- Problem hinwies, mit eben diesem Spruch, "nächstes Jahr in Jerusalem". Treffend war Netanjahu mit einer Rakete mit Davidstern in der Hand, und wie es sich gehört karikaturistisch treffend überzeichnet, schließlich ist er nicht George Clooney, wie Hanitzsch es treffend formulierte. Wäre es eine Erdogan oder Mohammed Zeichnung gewesen, wäre sicher beklatscht worden. Sofort fiel die zionistische Medien-Mafia mit der „Antisemitismus“-Keule über Hanitzsch her. Da war, angeführt vom "Stahlhelmjuden" Wolffsohn, von „antisemitischen“ "Stürmer-Klischees" die Rede, und auch der Presserat wurde bemüht. Logisch folgte, wenn auch nicht nachvollziehbar danach die Reaktion der SZ, die den 85-jährigen Hanitzsch, einem verantwortungsvollen politischen Künstler, der in seiner Karikatur sachlich richtig und mitnichten antisemitisch auf die Gefährlichkeit der unter dem Netanjahu-Regime verfolgten Politik hinwies, mit sofortiger Wirkung kündigte. Beifall heischend bei der Zionistenmafia legte der SZ-Chefredakteur Kister eins nach und veröffentlichte einen persönlichen Nachtritt gegen Hanitzsch, der die SZ endgültig in den Abgrund der Scheinheiligkeit beförderte. Es ist zu hoffen, dass viele SZ-Leser, wie wir schon vor Jahren und auch viele meiner Freunde ihre Konsequenzen aus dieser beschämenden Leisetreterei ziehen werden. Jedenfalls habe ich mich sogleich mit Dieter Hanitzsch solidarisiert, auch auf meiner Hochblauen-Seite.

Während sich also die Republik mehr über die – gar nicht – "antisemitische" Karikatur aufregte, gab es auch noch das Spektakel um die deutschen Fußball-Nationalspieler Özil und Gündogan, die sich mit dem türkischen Präsidenten Erdogan ablichten ließen? Beide Spieler mit türkischem Migrationshintergrund, die momentan bei britischen Clubs unter Vertrag stehen, hatten sich mit Erdogan während seines britischen Staatsbesuchs getroffen und Gündogan hatte Erdogan ein Trikot mit der Aufschrift "für meinen Präsidenten“ überreicht. So what? Während Erdogan und seine Frau von Queen Elisabeth empfangen wurden und es auch jede Menge Fotos zu diesem Besuch gab, war das kein Thema in den Medien. Hatte die Königin gegen "britische Werte" verstoßen, weil sie Erdogan zum Tee einlud? Muss sie sich auch rechtfertigen? Wohl kaum, warum auch? Kanzlerin Merkel kritisierte das Treffen und die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Widmann-Mauz meinte, deutsch-türkische Fußballer sollten sich ihrer "Vorbildfunktion" bewusst sein und Repräsentanten "unsere Werte" sein, und schließlich traten beide Spieler noch bei Bundespräsident Steinmeier an, um alle "Irritationen" aus dem Weg zu räumen. Was für ein bizarres Ablenkungsmanöver, um eigenes Politikversagen zu kaschieren. Wie hätten wohl dieselben Leute reagiert, wäre es um ein Foto von deutsch-jüdischen Fußballern mit Netanjahu gegangen? Und ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals irgendeinen Einspruch des oben erwähnten bigotten politischen Personals gegeben hätte über „Davids deutsche Krieger“ in der israelischen Armee, die unbewaffnete Menschen gezielt ermordet. „Unsere Werte“? (6)

Ekelhafte scheinheilige Doppelmoral

Die ekelhafte scheinheilige Doppelmoral von Politik, Kanzlerin, Bundespräsident und DFB sind ein weiterer Beweis dafür, wie es um diese unsere "Werte" bestellt ist. Ist es nicht gerade Merkel, die mehr als interessiert daran ist, gute Beziehungen zu der Türkei und Erdogan zu pflegen, diese mit einem Milliarden-Flüchtlingsdeal zu beweisen, damit die Türkei uns Flüchtlinge vom Hals hält? Die Türkei schaffte es übrigens in vorbildlicher Weise, etwa 3,6 Millionen syrische und etwa 360.000 nicht syrischen Flüchtlingen eine Heimat zu geben und sie nicht gegen ihren Willen zur Ausreise zu zwingen. Weniger als 6% der Flüchtlinge leben in Lagern, sie wohnen meist zur Miete und bekommen keine Sozialleistungen, müssen also für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen, Allerdings gibt es in der Türkei auch keine Gewalt gegen Wohnheime für Flüchtlinge, dass beweist doch die Toleranz der muslimischen Gesellschaft. Priorität genießt es den Flüchtlingskindern schulische Bildung zu ermöglichen. Bislang hat laut Innenminister Soylu die Türkei 31 Milliarden US-Dollar für syrische Flüchtlinge aufgewendet.

Aber derweil die Türkei, auch besonders mit Merkels Hilfe trotz jahrzehntelanger Beitrittsverhandlungen der EU ferngehalten wird, während derweil zig Oststaaten, die mitnichten den EU-Kriterien entsprachen, in die EU aufgenommen wurden, ist ein Skandal.

Was soll man von scheinheiligen deutschen "Wertepolitikern" von Merkel, Steinmeier und Maas halten, die die Menschenrechte und das Völkerrecht nur immer dann bemühen, wenn es um unseren direkten Nachbarn Russland geht, und vor Sanktionen nicht zurückschrecken, aber seit 70 Jahren den "Jüdischen Staat" ungestraft das Völkerrecht brechen lässt und über dessen Staatsverbrechen den Mantel des Schweigens hüllt. Schlimmer noch, BDS-Unterstützer und Israel-Kritik wird als „Antisemitismus“ verunglimpft, während sie dem Massaker in Gaza teilnahmslos und feige schweigend zuschauen. Weder der Bundespräsident, noch die Bundeskanzlerin oder der AA"Auschwitzminister" Maas haben weder das Massaker verurteilt, noch Mitgefühl gezeigt, oder Hilfe nach Gaza geschickt oder gar den Angehörigen der Opfer kondoliert. "Deutsche Werte" sind keine, wo man die Täter hofiert. Völlig unkritisch knickt der Bundestagspräsident Schäuble ein vor Israel-Lobbyisten und übernimmt die Schirmherrschaft für deren Spektakel, das so genannte Israel-Festival in Berlin, was jedenfalls meinen Werten widerspricht.

"Diese Gewalt nennt man Genozid und ethnische Säuberung"

Allein Präsident Erdogan brachte es auf den Punkt und vergleich das Vorgehen Israels gegen die Palästinenser in Gaza mit Methoden der Nationalsozialisten. Bei einer Großkundgebung unmittelbar vor dem OIC-Gipfel in Istanbul den Erdogan sofort organisiert hatte, rief er Muslime weltweit dazu auf, nach dem Vorgehen Israels in Gaza Entschlossenheit zu zeigen. Israelis forderte er auf, sich gegen die Politik ihrer Regierung zu stellen. "Ich hoffe, dass ein Volk, das Holocaust-Opfer ist, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht billigen wird, die ihr eigener Staat an einem anderen Volk begeht. Erneut warf er Israel "Staatsterror" vor und sein Ministerpräsident Binali Yilderim warf Israel Völkermord an den Palästinensern vor: "Diese Gewalt nennt man Genozid und ethnische Säuberung".

Erdogan war es auch, der sofort handelte und einen sofortigen Sondergipfel islamischer Staaten in Istanbul organisierte, bei dem einstimmig der Einsatz einer internationalen Truppe, nach dem Vorbild der Einsätze in Bosnien oder im Kosovo, gefordert wurde, um so den internationalen Schutz der palästinensischen Bevölkerung zu garantieren. Damit hat Erdogan es in bravouröser Weise geschafft, so viele arabische Staatschefs zu vereinen für Palästina. Schließlich wurden die Palästinenser von der ganzen Staatengemeinschaft, auch von arabischen Staaten, vergessen, verlassen und mehr oder weniger ihrem elenden Schicksal überlassen. Das wird sich nach diesem wichtigen Sondergipfel hoffentlich grundlegend ändern.

In der Tat, wie sich die Methoden gleichen, die gegen unschuldige eingeschlossene Palästinenser angewandt werden, in einem Staat, der stolz verkündet "Gefangene werden nicht gemacht". Wer Menschen in einem Ghetto, vergleichbar mit dem Warschauer, hält, sogar vergleichbar mit einem Konzentrationslager, "konzentriert" auf so kleinem Gebiet, der darf sich nicht wundern, dass er als Besatzer gehasst wird, und darf sich nicht über „Antisemitismus“ wundern, da die Täter Juden sind. Dass diese unglaublichen Verbrechen gerade von Juden, Nachfahren von Holocaust-Opfern, begangen werden, sollte jeden anständigen jüdischen Bürger aufrütteln und zum Umdenken bewegen, sich endlich die Frage zu stellen, wie es gerade immer mehr besonders junge US-Juden machen: Wie kann man so einen Staat unterstützen?

"Ich habe Auschwitz nicht überlebt, um zu neuem Unrecht zu schweigen"

Durch das von meinem Vater, einem Auschwitz-Überlebenden, übernommenen Lebensmotto "Ich habe Auschwitz nicht überlebt, um zu neuem Unrecht zu schweigen" und von den Erlebnissen meiner Mutter, die das Warschauer Ghetto erlebte, ist mir geradezu unmöglich zu schweigen und sehe im "Jüdischen Staat" grausame Parallelen zu dieser furchtbaren Vergangenheit, die wir alle gemeinsam kritisieren sollten, ohne im Würgegriff der zionistischen Hasbara und Medienmafia als Antisemiten diffamiert zu werden. Wir stehen vor einer gefährlichen Zukunft, in Zeiten von Trump und Netanjahu.

Daher sollte es uns tief besorgt machen, dass die USA "die stärksten Sanktionen der Geschichte“ ankündigten und wie US-Außenminister Pompeo es ausdrückte, das Regime in Teheran bestrafen wie nie zuvor. Nachdem die USA den Atomdeal mit Iran einseitig aufkündigten, werden ihm nun diese Sanktionen und "beispiellosen" finanziellen Druck" angedroht. Während die USA, Saudi-Arabien und Israel rücksichtslos ihre kriegerische Aggressionspolitik durchführen, soll Iran alle seine Aktivitäten im Jemen, in Afghanistan und in Syrien einstellen – mit anderen Worten: „Regime Change“, denn diesen Ländern geht es nicht um „Menschenrechte“ wie man an den bisher schon dem Erdboden gleichgemachten Ländern des Nahen Osten sehen kann. Schlimmer noch, Pompeo "drohte" sich unermüdlich für das iranische Volk einzusetzen und Proteste gegen die Regierung in Teheran zu unterstützen, diese Art der US-Unterstützung ist nur zu gut bekannt, wie diese blutigen Regime Change aussehen, haben wir schon zu oft erlebt. Iran soll geknebelt werden, und wie Europa das verhindern will, steht trotz blumiger Ankündigungen in den Sternen. Iran fordert von der EU zu Recht praxistaugliche Schritte, "um ihre Investitionen in Iran zu erhöhen. Der iranische Außenminister hat es richtig erkannt, wenn er sagt, dass die EU und ihr Bekenntnis zur Beibehaltung des Atomabkommen um jeden Preis, nicht im Einklang mit den großen europäischen Unternehmen stehe, die sich voraussichtlich wie zu Erwarten der Trumpschen Erpressungspolitik beugen werden und ihre Iran- Geschäfte stoppen werden. Mit diesem US-Außenminister, einem ehemaligen berüchtigten Geheimdienstchef werden wir noch unser blaues Wunder erleben, denn unter seiner Führung wird die US-Außenpolitik nur noch in erpresserischer Manier geführt werden. So blieb er schon demonstrativ dem G-20 Gipfel in Argentinien fern, um diese 12 Punkte Hetzrede gegen Iran zu halten, sie klang übrigens so, als sei sie von Netanjahu abgefasst worden. Bleibt wenig Spielraum für AA Maas, der heute nach Abschluss des G-20 Gipfel direkt zu Pompeo nach Washington fliegen will, um das Atomabkommen zu „retten“. Gerade der „Israel-Versteher“ Maas, ist auch nicht unschuldig an dieser Politik, hat er während seiner Reise in den „Jüdischen Staat“ doch bewiesen, wie er die israelische Politik freundschaftlich unterstützt. Auch die EU-Außenbeauftragte Mogherini kritisierte die Pompeo Rede, die die Region nicht sicherer machen werde. Bleibt ein Hoffnungsschimmer, dass der EU-Energiekommissar, Arias Canete, seine in Teheran gemachte Aussage, dass die EU beabsichtigt, trotz US-Sanktionen die „Früchte des Abkommens“ zum iranischen Volk zu bringen. An ihren Taten wird man die EU messen, nicht an ihren Worten. (7)

Dem gefährlichen menschenverachtenden Treiben ein Ende setzen

Vergessen wir nie, es ist nicht Iran, der Kriege begann, sondern es ist das Netanjahu-Regime, das Trump und die USA mitregiert und 200 Atomwaffen auf Iran gerichtet hat, Jericho-Raketen, die von F-15 und F-16 Kampfbombern, von den USA geliefert, sowie über von Deutschland derzeit sechs (drei werden noch nachgeliefert) Dolphin-U-Booten, die so umgerüstet werden können, dass sie nukleare Marschflugkörper abfeuern können. Die heuchlerische „Werte“-gemeinschaft hinterfragt nicht einmal, den "Jüdischen Staat" als einzige Atommacht im Nahen Osten, der im Gegensatz zu Iran bis heute nicht dem Atomwaffensperrvertrag unterliegt. Warum die „Sonderbehandlung“ des "Jüdischen Staats"? Dieser gefährliche und aggressive Staat nimmt sich diese Sonderrechte, weil er auf perfide Weise den Holocaust instrumentalisiert. Die Staatengemeinschaft ist aufgerufen, diesem gefährlichen menschenverachtenden Treiben ein Ende zu setzen, denn solange das nicht geschieht, geht vom "jüdischen Staat" eine Kriegsgefahr für die ganze Welt aus, die mit der uneingeschränkten Unterstützung des nicht weniger kriegslüsternen USA-Präsidenten uns alle in den Abgrund reißen wird (8)


Fussnoten:

1 http://www.maannews.com/Content.aspx?ID=780127
2 http://www.1clickdaily.com/UN-Human-Rights-Chief-Tells-Israel-Enough-Is-Enough-Over-Gaza-Deaths-5384271.html
3 http://www.maannews.com/Content.aspx?id=780121
4 http://left.wikia.com/wiki/Hasbara_troll
5 https://www.aljazeera.com/indepth/opinion/march-return-14may-gaza-israeli-fence-180516124449284.html
6 https://www.zeit.de/gesellschaft/2014-08/deutsche-soldaten-israelische-armee
7 http://www.handelsblatt.com/politik/international/atomabkommen-diese-12-forderungen-stellen-die-usa-an-den-iran/22586536.html
8 http://www.voltairenet.org/article201176.html


Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des ehemaligen Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, ist Publizistin und Autorin. Ihre Kommentare für die NRhZ schreibt sie regelmäßig vom "Hochblauen", dem 1165 m hohen "Hausberg" im Badischen, wo sie mit ihrem Ehemann Benjamin Hecht lebt. (http://sicht-vom-hochblauen.de/) 2012 kam ihr Buch "Das elfte Gebot: Israel darf alles" heraus. Erschienen im tz-Verlag, ISBN 978-3940456-51-9 (print), Preis 17,89 Euro. Am 28. September 2014 wurde sie von der NRhZ mit dem vierten "Kölner Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik" ausgezeichnet.


Siehe auch:

Appell israelischer Preisträger nach Israels Massaker an unbewaffneten palästinensischen Demonstranten in Gaza
"Die Welt muss eingreifen"
Von Avraham Burg, Prof. Nurit Peled Elhanan, Prof. David Harel, Danny Karavan und weiteren
NRhZ 660 vom 23.05.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24869

Antrag von GRÜNEN und LINKEN zu '70 Jahre Staat Israel' im Bundestag
Gemeinsam auf der Seite der Räuber und Mörder
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann
NRhZ 659 vom 16.05.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24849

Israels Feier in Jerusalem und Israels Blutbad in Gaza
Tag der Schande
Von Uri Avnery
NRhZ 660 vom 23.05.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24874

Gewalttätige Aktionen der israelischen Regierung: déjà-vu eines illegitimen Besatzers von Palästina
Defizite bei der Staatsgründung von Israel korrigieren
Von Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait
NRhZ 660 vom 23.05.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24871

Gaza-Berichterstattung: Höhepunkt des politischen Zynismus
Logik von Faschisten und Rassisten
Von Rainer Rupp
NRhZ 660 vom 23.05.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24872

Next Eurovision Song Contest in Algier!
Nächstes Jahr in Jerusalem?
Von Ulrich Gellermann
NRhZ 660 vom 23.05.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24873

Betrachtung zur Entstehung Israels anlässlich der beschämenden Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA am 14. Mai, dem Tag der Gründung
Wie die Weichen gegen den Einheitsstaat gestellt wurden
Von Brigitte Queck
NRhZ 660 vom 23.05.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24870

GRUSS an die Leserinnen und Zuschauer der Neuen Rheinischen Zeitung
Flüchtlingsrecht auf Rückkehr in die Heimat!
Von Ernest Far
NRhZ 660 vom 23.05.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24886

Fotogalerie
70 Jahre Nakba – 70 Jahre Tod und Verderben in Palästina
Stoppt die Mörder! Stoppt Israel!
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann
NRhZ 660 vom 23.05.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24887

Online-Flyer Nr. 660  vom 23.05.2018

Druckversion     



Startseite           nach oben

KOSTARIKATUREN


Von Kostas Koufogiorgos
FOTOGALERIE