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Aktueller Online-Flyer vom 24. Oktober 2017  

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Filmclips
Der würgende Tod II: Das geheime Patent für die V-Kampfstoffe
Aus dem KAOS-Kunst- und Video-Archiv



https://youtu.be/QA9jax5qs1YQA9jax5qs1Y

Nachdenkliches zur geplanten MEGA-Fusion von BAYER und Monsanto und der bevorstehenden Bayer-Hauptversammlung der Aktionäre und dazu geplanter Proteste am 28. April 2017 in Bonn:

Anläßlich der BAYER-Hauptversammlung 1983 befaßte der Diplomchemiker Dr. Jörg Heimbrecht sich intensiv mit dem Thema und wurde fündig. Er entdeckte, daß die BAYER AG und deren Chemiker Schegk, Schlör und Schrader 1958 in den USA eine Patentschrift für Insektizide hinterlegt hatten, die angeblich sehr effektvoll Milben und Blattläuse töten sollten. 1961 bekamen sie dafür ihr US-Patent. Schrader, das wußte Heimbrecht, hatte für die Nazis – damals bei der Firma IG Farben – die chemischen Kampfstoffe Sarin, Soman und Tabun entwickelt. Deshalb ging Heimbrecht nach Genf, durchforschte die Akten der Chemiewaffen-Abrüstungskonferenz und stellte fest, daß die dort 1972 von den USA hinterlegten Formeln für die geheimen Kampfstoffe VE und VX in dem UNO-Dokument CCD 365 mit den Formeln des 1961er BAYER-Patents für "Insektizide" identisch waren. Die Kampfstoffe in Fischbach hatten ihren Ursprung also bei BAYER.

Sarin, Soman und Tabun, Pflanzenschutz oder Waschmittel?

Ein Jahr nach der KAOS-Produktion "Der würgende Tod – V-Kampfstoffe der USA in der Pfalz / Giftgaslagerung in Deutschland" (1982, Der würgende Tod I) in der MONITOR-Sendung über die chemischen Kampfstoffe der US-Armee in der Pfalz konnten wir der Redaktion eine Fortsetzung anbieten. Wir wußten nun, daß die Massenvernichtungswaffen VX und VE ihren Ursprung in den Labors der BAYER AG hatten. Indizien dafür hatten bereits Ende der 60er Jahre Günter Wallraff und der Umweltschützer und Diplomchemiker Dr. Jörg Heimbrecht in der Zeitschrift KONKRET veröffentlicht.

MONITOR-Chef Gerd Ruge war begeistert, beugte sich aber der (selbst herbeigeführten) Intervention des Bayer-Konzerns. Der Beitrag durfte im WDR nicht erscheinen, wurde aber in einer Fassung von 28 Minuten auf verschiedenen Filmfestivals, u.a. in Duisburg und in Leipzig sowie auf zahlreichen Veranstaltungen von Umweltschutzorganisationen gezeigt.

Die Brisanz des Films liegt womöglich in der ausführlichen historischen Darstellung des Bayer-Konzerns und seiner führenden Vorstände.

Die typisch deutsche Waffe

CARL Duisberg, seit 1915 Direktor der Farbenfabriken Bayer war mit dem Ergebnis des ersten Kriegsgases, ein Chlor-Kohlenoxid, aus einem Werk der Farbfabriken Bayer, das im Januar 1915 an russischen Soldaten an der Ostfront getestet worden war, unzufrieden. In Zusammenarbeit mit dem Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts, Prof. Fritz Haber, ließ er ein Chlorgas entwickeln. Bei dessen erstem Einsatz am 22. April 1915 wurden etwa 15.000 allierte Soldaten bei Ypern vergiftet. 5000 starben. (weitere Gase: Phosgen oder Grünkreuz, Senfgas oder Gelbkreuz, weitere Opfer: über eine Million, darunter allein 800.000 russische). Der Kaiser und seine Truppen hätten schon nach dem ersten Kriegsjahr kapitulieren müssen, wenn sie nicht von der chemischen Industrie so wirkungsvoll unterstützt worden wären.

Wie Karl Duisberg beim Kaiser so  dienten und verdienten seine Nachfolger bei den Nazis. Am 21. Juli 1938 schlug das IG Farben Vorstandsmitglied Dr. Karl von KRAUCH die Produktion chemischer Waffen vor. Seine Begründung: "Die chemische Waffe ist auch vom Standpunkt ihrer Anwendung die typisch deutsche Waffe, da sie der besonderen naturwissenschaftlich technischen Begabung der Deutschen entspricht."

Der würgende Tod II

Autor: Peter Kleinert
Kamera: Dieter Oeckl
Ton: Peter Kleinert, Stephan Thonett
Schnitt: Peter Kleinert
Länge: 28 min
Produktionsjahr: 1983


siehe auch

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Der würgende Tod - Von Peter Kleinert

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BAYER-Geschichte und das geheime Patent für V-Kampfstoffe
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