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Kommentar
Verantwortungsvolle Bürger können es verhindern
Verbreitung regierungsfeindlicher Stimmung soll Präsidenten stürzen
Von Rudolf Hänsel
Die Bürger aller Völker wollen in Frieden leben und keine Angst vor Krieg haben. Die arbeitende Bevölkerung möchte genug verdienen, um leben zu können und wissen, ob sie den bescheidenen Lebensstandard aufrechterhalten kann, wenn sie in Rente geht. Zudem sollen die Ehefrauen der Männer bei vorzeitigem Ableben gut versorgt sein. Mit der Regierung ist man im Großen und Ganzen einverstanden. In der Regel werden durch die Entscheidungen der Politiker, die meist hinter verschlossenen Türen getroffenen werden, die Reichen immer reicher und die armen Bürger immer ärmer. Man nimmt dies achselzuckend hin. Eines Tages wird die friedliche Stimmung jedoch gestört. Wie aus heiterem Himmel entwickelt sich aus einem Unglück, zum Beispiel einem Schaden an einem Regierungsgebäude, bei dem auch Menschen getötet werden, eine nicht enden wollende Spirale von Verdächtigungen und Schuldzuschreibungen. Man spricht plötzlich von Miss- oder Vetternwirtschaft oder von Korruption. Es sollten vor allem die zuständigen Minister der Regierung und letztlich der Präsident des Staates selbst getroffen werden. Für einen außenstehenden Beobachter eine Entwicklung, die man zunächst nicht versteht. Erst nach Wochen und unzähligen Informationen bekommt man eine Ahnung, was da vor sich geht. Und das, obwohl sich in vielen Ländern Ähnliches zugetragen hat und sich weiter zuträgt.
Ein Ereignis wie aus heiterem Himmel
Wie bereits erwähnt, wird das Unglück plötzlich von einer Gruppe von Bürgern ohne den geringsten Beweis als Ergebnis willkürlicher Schlamperei regierender Minister bezeichnet. Die Verantwortung für die Schlamperei oder Korruption wird nicht nur den Fachministern zugeschrieben, sondern auch dem Präsidenten des Staates als oberstem Verantwortlichem der Regierungsgeschäfte.
Die Oppositionspartei der Regierung zieht oft aus dem Parlament aus und ist der festen Überzeugung, dass ein Versagen der verantwortlichen Minister und des Präsidenten vorliegt. Wiederum wird nicht der geringste Beweis vorgelegt.
Die Rolle der Medien
Die Rolle der Medien ist in diesen Fällen von besonderer Bedeutung. Die meisten staatlichen Radio- oder Fernsehsender heben den Vorfall besonders hervor und verschärfen ihn dadurch. Sie sehen selbstverständlich die amtierenden Minister und den amtierenden Präsidenten als Schuldige. Ein sachlicher Beweis wird wiederum nicht erbracht. Es scheint um etwas anderes zu gehen.
Einige heimische und viele auswärtige Medien berichten auch von unzufriedenen Bürgern, die mit ihren Forderungen auf die Straße gehen. Dabei werden diese als wache Demokraten bezeichnet, die nur ihr bürgerliches Recht auf Demonstration wahrnehmen wollen. Dass es bei diesen „friedlichen“ Demonstrationen zu Handgreiflichkeiten gegenüber Bürgern kommt, die den Vorfall anders einschätzen und zu Attacken gegenüber Polizisten, wird verschwiegen.
Interessant ist, dass die Presse des Auslands nur positiv von diesen Auseinandersetzungen berichtet und jegliche Hinweise auf undemokratische Zwischenfälle verschweigt. Man soll im Ausland – vor allem in der EU – den Eindruck bekommen, dass das gesamte Volk einhellig für Recht und Ordnung demonstriert.
Schaffung einer farbrevolutionären Stimmung
In Wirklichkeit geht es um die Schaffung und Verbreitung einer regierungsfeindlichen oder farbrevolutionären Stimmung im Land, um das angestrebte Ziel eines Tages zu erreichen. Plötzlich sind viele Bürger mit den Entscheidungen des Präsidenten nicht mehr einverstanden.
Hat ein Regierungschef oder eine Regierungschefin auch noch ein freundschaftliches Verhältnis mit dem Präsidenten Russlands und will aus diesem Grund die end- und wirkungslosen Sanktionen gegen dieses Land nicht oder nicht mehr mittragen und der Ukraine nicht die von der Europäischen Union verordneten finanziellen Mittel zur Verfügung stellen, wird die Situation komplizierter und die Stellungnahmen gegen die Präsidentschaft gereizter. Nach einer bestimmten Zeit wird ihre Ablösung oder ihr Sturz gefordert.
Plötzlich ist ein Teil der Bevölkerung der Meinung, dass auch die letzte Entscheidung der Regierung sehr bedenklich war und korrigiert werden müsste. Diese allgemeine Stimmung der Unzufriedenheit nimmt immer mehr Fahrt auf, wird aber nicht von jedem Bürger, mit dem man darüber spricht, geteilt. Ein Teil der Mitbürger stimmt zu, der andere Teil ist anderer Auffassung; er findet die Entscheidung des Präsidenten richtig. Die Bürgerschaft ist gespalten.
Groteske Formen der Spaltung
Diese Spaltung des Volkes kann groteske Formen annehmen. Sie durchzieht alle Freundschaften und Familien. Ein Teil der Bürger meint plötzlich, das hätten sie immer schon gewusst, dass dieser Präsident gestürzt werden müsse oder: „Die Jugend weiß besser Bescheid, was richtig und was falsch ist, deshalb schließe ich mich der Meinung der Jugend an“.
Auch wird von den Gegnern des Präsidenten gefordert, dass den älteren (auch zahnlosen) Pensionären, die mit großer Wahrscheinlichkeit zu den Befürwortern und Wählern des amtierenden Präsidenten gehören, das Wahlrecht entzogen werden sollte.
Alte Vorurteile werden aktiviert und das durchzieht alle Gespräche. Oder man übernimmt die Meinung eines anderen Bürgers, den man für kompetent hält. Wie auch immer, die regierungsfeindlichen Stimmen werden immer stärker und niemand kommt zunächst auf die Idee, dass die Spaltung des Volkes von außerhalb des Landes künstlich erzeugt und geschürt wird, um schlussendlich das angestrebte Ziel zu erreichen.
Ziel ist der Sturz des Präsidenten
Inzwischen weiß man, dass die Schaffung und Verbreitung einer regierungsfeindlichen Stimmung im Land und somit eine Spaltung des Volkes über Jahre hinweg von ausländischen Kräften oder Mächten und deren Geheimdiensten vorbereitet und vorangetrieben wird.
Das Ziel ist der Sturz einer gewählten Regierung mit seinem Präsidenten durch einen Putsch, wenn er den Mächtigen nicht genehm ist, und nicht durch eine reguläre Wahl.
Finanzielle Unterstützung des Auslandes
Um diesen Sturz zu erreichen, wird das Volk gespalten und der eine Teil gegen den anderen aufgehetzt. Man scheut sich nicht, dafür immense finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen.
Der amerikanische Präsident sprach im US-Fernsehen von einigen Milliarden Dollar, die über Jahre hinweg vor allem jüngeren Staatsbürgern über bestimmte humanitäre Organisationen zur Verfügung gestellt werden. Das heißt, dass die Bürger, die sich gegen den demokratisch gewählten Präsidenten stellen, mit großen finanziellen Mitteln dazu verlockt werden, einen gewissen politischen oder regierungsfeindlichen Standpunkt einzunehmen.
Dass man sich dabei vor allem an Studenten und Jugendliche wendet, hat sicher seinen Sinn. Man kann sich mit diesen unerwarteten finanziellen Mitteln ein neues schnittiges Auto leisten oder etwas Außerordentliches kaufen.
Der ältere Teil des Volkes ist für diese Korruption nicht so leicht zu haben. Er ist zum großen Teil mit der Präsidentschaft zufrieden. Darüber hinaus ist er für einen geregelten Prozess, das heißt für eine reguläre demokratische Wahl, um eine neue Präsidentschaft zu bekommen.
Dass die Schaffung einer farbrevolutionären Stimmung dem Ansehen des betroffenen Landes schweren Schaden zufügt, ist nicht von der Hand zu weisen. Kein größeres ausländisches Unternehmen wird in einem Land mit einer gespaltenen und aufgehetzten Bevölkerung Geld investieren wollen.
Verantwortungsvolle Bürger können farbrevolutionäre Stimmung im Land verhindern
Doch jede Form der Spaltung ist überwindbar, wenn sich die Bürger eines Volkes zusammentun und sich der negativen Folgen für ihr Land bewusst sind. Sie werden sich der aktuellen Volksaufhetzung verweigern und die andere Seite nicht verteufeln.
Nach den Erkenntnissen der Humanwissenschaften besitzt der Mensch von Natur aus einen gesunden Verstand beziehungsweise ein natürliches Urteilsvermögen. Dieser gesunde Menschenverstand arbeitet empirisch, das heißt, er fällt konkrete Urteile auf der Basis alltäglicher Lebenserfahrung und Beobachtung. Mündige Bürger teilen diese Urteile. Auch nimmt der gesunde Verstand auf die Urteile aller anderen Menschen Rücksicht. Der Aufklärer Immanuel Kant (1724-1804) stufte den gesunden Menschenverstand im Alltag als nützlicher ein als wissenschaftliche Erkenntnisse.
Der Mensch besitzt nicht nur einen gesunden Verstand, er ist auch autonom. Autonomie ist der Zustand und das Lebensgefühl der Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und Selbstverwaltung. Philosophisch gesehen ist sie die Fähigkeit, sich als Wesen der Freiheit zu empfinden und aus dieser Freiheit heraus zu handeln. Damit ist sie auch die Kraft zum Nicht-Mitmachen.
Ausgestattet mit diesen besonderen Fähigkeiten übergibt der Mensch jedoch ohne Not immer wieder anderen die Macht, über sein Leben und seine Zukunft zu entscheiden.
Dr. Rudolf Lothar Hänsel ist Schul-Rektor, Erziehungswissenschaftler und Diplom-Psychologe. Nach seinen Universitätsstudien wurde er wissenschaftlicher Lehrer in der Erwachsenenbildung. Als Pensionär arbeitete er als Psychotherapeut in eigener Praxis. In seinen Büchern und Fachartikeln fordert er eine bewusste ethisch-moralische Werte-Erziehung sowie eine Erziehung zu Gemeinsinn und Frieden. Für seine Verdienste um Serbien bekam er 2021 von den Universitäten Belgrad und Novi Sad den Republik-Preis „Kapitän Misa Anastasijevic“ verliehen.
Dr Rudolf Lothar Hänsel is a school rector, educationalist and qualified psychologist. After his university studies, he became an academic teacher in adult education. As a pensioner, he worked as a psychotherapist in his own practice. In his books and specialist articles, he calls for a conscious ethical and moral values education as well as an education for public spirit and peace. In 2021, he was awarded the Republic Prize ‘Captain Misa Anastasijevic’ by the Universities of Belgrade and Novi Sad for his services to Serbia.

Online-Flyer Nr. 867 vom 12.08.2026
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Verantwortungsvolle Bürger können es verhindern
Verbreitung regierungsfeindlicher Stimmung soll Präsidenten stürzen
Von Rudolf Hänsel
Die Bürger aller Völker wollen in Frieden leben und keine Angst vor Krieg haben. Die arbeitende Bevölkerung möchte genug verdienen, um leben zu können und wissen, ob sie den bescheidenen Lebensstandard aufrechterhalten kann, wenn sie in Rente geht. Zudem sollen die Ehefrauen der Männer bei vorzeitigem Ableben gut versorgt sein. Mit der Regierung ist man im Großen und Ganzen einverstanden. In der Regel werden durch die Entscheidungen der Politiker, die meist hinter verschlossenen Türen getroffenen werden, die Reichen immer reicher und die armen Bürger immer ärmer. Man nimmt dies achselzuckend hin. Eines Tages wird die friedliche Stimmung jedoch gestört. Wie aus heiterem Himmel entwickelt sich aus einem Unglück, zum Beispiel einem Schaden an einem Regierungsgebäude, bei dem auch Menschen getötet werden, eine nicht enden wollende Spirale von Verdächtigungen und Schuldzuschreibungen. Man spricht plötzlich von Miss- oder Vetternwirtschaft oder von Korruption. Es sollten vor allem die zuständigen Minister der Regierung und letztlich der Präsident des Staates selbst getroffen werden. Für einen außenstehenden Beobachter eine Entwicklung, die man zunächst nicht versteht. Erst nach Wochen und unzähligen Informationen bekommt man eine Ahnung, was da vor sich geht. Und das, obwohl sich in vielen Ländern Ähnliches zugetragen hat und sich weiter zuträgt.Ein Ereignis wie aus heiterem Himmel
Wie bereits erwähnt, wird das Unglück plötzlich von einer Gruppe von Bürgern ohne den geringsten Beweis als Ergebnis willkürlicher Schlamperei regierender Minister bezeichnet. Die Verantwortung für die Schlamperei oder Korruption wird nicht nur den Fachministern zugeschrieben, sondern auch dem Präsidenten des Staates als oberstem Verantwortlichem der Regierungsgeschäfte.
Die Oppositionspartei der Regierung zieht oft aus dem Parlament aus und ist der festen Überzeugung, dass ein Versagen der verantwortlichen Minister und des Präsidenten vorliegt. Wiederum wird nicht der geringste Beweis vorgelegt.
Die Rolle der Medien
Die Rolle der Medien ist in diesen Fällen von besonderer Bedeutung. Die meisten staatlichen Radio- oder Fernsehsender heben den Vorfall besonders hervor und verschärfen ihn dadurch. Sie sehen selbstverständlich die amtierenden Minister und den amtierenden Präsidenten als Schuldige. Ein sachlicher Beweis wird wiederum nicht erbracht. Es scheint um etwas anderes zu gehen.
Einige heimische und viele auswärtige Medien berichten auch von unzufriedenen Bürgern, die mit ihren Forderungen auf die Straße gehen. Dabei werden diese als wache Demokraten bezeichnet, die nur ihr bürgerliches Recht auf Demonstration wahrnehmen wollen. Dass es bei diesen „friedlichen“ Demonstrationen zu Handgreiflichkeiten gegenüber Bürgern kommt, die den Vorfall anders einschätzen und zu Attacken gegenüber Polizisten, wird verschwiegen.
Interessant ist, dass die Presse des Auslands nur positiv von diesen Auseinandersetzungen berichtet und jegliche Hinweise auf undemokratische Zwischenfälle verschweigt. Man soll im Ausland – vor allem in der EU – den Eindruck bekommen, dass das gesamte Volk einhellig für Recht und Ordnung demonstriert.
Schaffung einer farbrevolutionären Stimmung
In Wirklichkeit geht es um die Schaffung und Verbreitung einer regierungsfeindlichen oder farbrevolutionären Stimmung im Land, um das angestrebte Ziel eines Tages zu erreichen. Plötzlich sind viele Bürger mit den Entscheidungen des Präsidenten nicht mehr einverstanden.
Hat ein Regierungschef oder eine Regierungschefin auch noch ein freundschaftliches Verhältnis mit dem Präsidenten Russlands und will aus diesem Grund die end- und wirkungslosen Sanktionen gegen dieses Land nicht oder nicht mehr mittragen und der Ukraine nicht die von der Europäischen Union verordneten finanziellen Mittel zur Verfügung stellen, wird die Situation komplizierter und die Stellungnahmen gegen die Präsidentschaft gereizter. Nach einer bestimmten Zeit wird ihre Ablösung oder ihr Sturz gefordert.
Plötzlich ist ein Teil der Bevölkerung der Meinung, dass auch die letzte Entscheidung der Regierung sehr bedenklich war und korrigiert werden müsste. Diese allgemeine Stimmung der Unzufriedenheit nimmt immer mehr Fahrt auf, wird aber nicht von jedem Bürger, mit dem man darüber spricht, geteilt. Ein Teil der Mitbürger stimmt zu, der andere Teil ist anderer Auffassung; er findet die Entscheidung des Präsidenten richtig. Die Bürgerschaft ist gespalten.
Groteske Formen der Spaltung
Diese Spaltung des Volkes kann groteske Formen annehmen. Sie durchzieht alle Freundschaften und Familien. Ein Teil der Bürger meint plötzlich, das hätten sie immer schon gewusst, dass dieser Präsident gestürzt werden müsse oder: „Die Jugend weiß besser Bescheid, was richtig und was falsch ist, deshalb schließe ich mich der Meinung der Jugend an“.
Auch wird von den Gegnern des Präsidenten gefordert, dass den älteren (auch zahnlosen) Pensionären, die mit großer Wahrscheinlichkeit zu den Befürwortern und Wählern des amtierenden Präsidenten gehören, das Wahlrecht entzogen werden sollte.
Alte Vorurteile werden aktiviert und das durchzieht alle Gespräche. Oder man übernimmt die Meinung eines anderen Bürgers, den man für kompetent hält. Wie auch immer, die regierungsfeindlichen Stimmen werden immer stärker und niemand kommt zunächst auf die Idee, dass die Spaltung des Volkes von außerhalb des Landes künstlich erzeugt und geschürt wird, um schlussendlich das angestrebte Ziel zu erreichen.
Ziel ist der Sturz des Präsidenten
Inzwischen weiß man, dass die Schaffung und Verbreitung einer regierungsfeindlichen Stimmung im Land und somit eine Spaltung des Volkes über Jahre hinweg von ausländischen Kräften oder Mächten und deren Geheimdiensten vorbereitet und vorangetrieben wird.
Das Ziel ist der Sturz einer gewählten Regierung mit seinem Präsidenten durch einen Putsch, wenn er den Mächtigen nicht genehm ist, und nicht durch eine reguläre Wahl.
Finanzielle Unterstützung des Auslandes
Um diesen Sturz zu erreichen, wird das Volk gespalten und der eine Teil gegen den anderen aufgehetzt. Man scheut sich nicht, dafür immense finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen.
Der amerikanische Präsident sprach im US-Fernsehen von einigen Milliarden Dollar, die über Jahre hinweg vor allem jüngeren Staatsbürgern über bestimmte humanitäre Organisationen zur Verfügung gestellt werden. Das heißt, dass die Bürger, die sich gegen den demokratisch gewählten Präsidenten stellen, mit großen finanziellen Mitteln dazu verlockt werden, einen gewissen politischen oder regierungsfeindlichen Standpunkt einzunehmen.
Dass man sich dabei vor allem an Studenten und Jugendliche wendet, hat sicher seinen Sinn. Man kann sich mit diesen unerwarteten finanziellen Mitteln ein neues schnittiges Auto leisten oder etwas Außerordentliches kaufen.
Der ältere Teil des Volkes ist für diese Korruption nicht so leicht zu haben. Er ist zum großen Teil mit der Präsidentschaft zufrieden. Darüber hinaus ist er für einen geregelten Prozess, das heißt für eine reguläre demokratische Wahl, um eine neue Präsidentschaft zu bekommen.
Dass die Schaffung einer farbrevolutionären Stimmung dem Ansehen des betroffenen Landes schweren Schaden zufügt, ist nicht von der Hand zu weisen. Kein größeres ausländisches Unternehmen wird in einem Land mit einer gespaltenen und aufgehetzten Bevölkerung Geld investieren wollen.
Verantwortungsvolle Bürger können farbrevolutionäre Stimmung im Land verhindern
Doch jede Form der Spaltung ist überwindbar, wenn sich die Bürger eines Volkes zusammentun und sich der negativen Folgen für ihr Land bewusst sind. Sie werden sich der aktuellen Volksaufhetzung verweigern und die andere Seite nicht verteufeln.
Nach den Erkenntnissen der Humanwissenschaften besitzt der Mensch von Natur aus einen gesunden Verstand beziehungsweise ein natürliches Urteilsvermögen. Dieser gesunde Menschenverstand arbeitet empirisch, das heißt, er fällt konkrete Urteile auf der Basis alltäglicher Lebenserfahrung und Beobachtung. Mündige Bürger teilen diese Urteile. Auch nimmt der gesunde Verstand auf die Urteile aller anderen Menschen Rücksicht. Der Aufklärer Immanuel Kant (1724-1804) stufte den gesunden Menschenverstand im Alltag als nützlicher ein als wissenschaftliche Erkenntnisse.
Der Mensch besitzt nicht nur einen gesunden Verstand, er ist auch autonom. Autonomie ist der Zustand und das Lebensgefühl der Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und Selbstverwaltung. Philosophisch gesehen ist sie die Fähigkeit, sich als Wesen der Freiheit zu empfinden und aus dieser Freiheit heraus zu handeln. Damit ist sie auch die Kraft zum Nicht-Mitmachen.
Ausgestattet mit diesen besonderen Fähigkeiten übergibt der Mensch jedoch ohne Not immer wieder anderen die Macht, über sein Leben und seine Zukunft zu entscheiden.
Dr. Rudolf Lothar Hänsel ist Schul-Rektor, Erziehungswissenschaftler und Diplom-Psychologe. Nach seinen Universitätsstudien wurde er wissenschaftlicher Lehrer in der Erwachsenenbildung. Als Pensionär arbeitete er als Psychotherapeut in eigener Praxis. In seinen Büchern und Fachartikeln fordert er eine bewusste ethisch-moralische Werte-Erziehung sowie eine Erziehung zu Gemeinsinn und Frieden. Für seine Verdienste um Serbien bekam er 2021 von den Universitäten Belgrad und Novi Sad den Republik-Preis „Kapitän Misa Anastasijevic“ verliehen.
Dr Rudolf Lothar Hänsel is a school rector, educationalist and qualified psychologist. After his university studies, he became an academic teacher in adult education. As a pensioner, he worked as a psychotherapist in his own practice. In his books and specialist articles, he calls for a conscious ethical and moral values education as well as an education for public spirit and peace. In 2021, he was awarded the Republic Prize ‘Captain Misa Anastasijevic’ by the Universities of Belgrade and Novi Sad for his services to Serbia.

Online-Flyer Nr. 867 vom 12.08.2026
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