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Krieg und Frieden
14. Juni 2026: Zulassung zum Zivildienst verschärfen? Nein!
Zivildienst ist kein Entscheid von Faulen und Bequemen
Von Heinrich Frei
In den neunziger Jahren gab es für Kriegsdienstverweigerer in der Schweiz die Gewissensprüfung, um die Ernsthaftigkeit einer Verweigerung zu überprüfen. Heute gibt es diese Prüfung nicht mehr, als Tatbeweis der Ernsthaftigkeit gilt die Absolvierung eines Zivildienstes. Erst seit 1992 sieht die Verfassung der Schweiz einen zivilen Ersatzdienst anstelle der Militärdienstleistung vor. 1996 wurde das Zivildienstgesetz in Kraft gesetzt. Vorher wurden jedes Jahr mehrere hundert Militärdienstpflichtige wegen Militärdienstverweigerung zu mehrmonatigen Gefängnisstrafen verurteilt. Mein Bekannter kassierte 16 Monaten. Wer heute keinen Militärdienst leisten will muss anderthalbmal so lang Zivildienst leisten wie Kriegsdienst.
Die Absolvierung eines Zivildienstes statt des Militärdienstes ist heute kein Entscheid von Faulen und Bequemen. Es ist die Weigerung von Männern in der Armee nicht töten zu lernen. Ein waffenloser Dienst, wie früher bei der Sanität ist heute schwierig zu erreichen, wie mein Bekannter in Airolo bei der Sanität erlebte. Sie schickten ihn heim, weil er keine Pistole fassen wollte.

Der Umgang und der Besitz von Schusswaffen, in der Armee und privat, hat auch negative Auswirkungen. Ich kannte mehrere Männer, die sich mit der Armeewaffe umgebracht haben, auch ein Mann, ein Offizier mit fünf Kindern, der sich geschäftlich verspekulierte. Ohne Waffe würden viele dieser Männer, die sich erschossen haben, noch leben. Auch alle zwei Wochen tötet in der Schweiz ein Mann seine Partnerin oder eine Angehörige, oft mit der Armeewaffe.
Eine Ärztin und Psychotherapeutin war in ihrem Beruf mit tragischen Fällen von Suiziden mit Schusswaffen konfrontiert. Sie sagte mir: "Männer, die sich umbringen wollen sind gefährdet, wenn sie Zugriff zu einer Pistole oder einem Gewehr haben. Wäre eine Pistole oder ein Gewehr nicht da gewesen wäre, hätten sie überlebt."

Am 7. November 2007 hat ein Soldat, der gerade aus der Rekrutenschule nach Hause kam, an der Bushaltestelle auf dem Hönggerberg in Zürich ein 16-jähriges Mädchen mit seinem Sturmgewehr erschossen. Spraybild an der Bushaltestelle (Foto Heinrich Frei)
Jetzt will der Bundesrat und das Parlament die Zulassung zum Zivildienst verschärfen. Bundesrat und Parlament wollen sicherstellen, dass der Zivildienst eine Ausnahme bleibt. Darüber wird am 14. Juni 2026. abgestimmt. Falls die Zulassung in der Schweiz zum Zivildienst verschärft wird, rechnet man damit, dass noch mehre junge Männer versuchen den so genannten «blauen Weg» zu wählen, um nicht ins Militär gehen zu müssen. Sie lassen sich von einem Arzt oder Psychiater als untauglich begutachten. Andere werden sich ins Ausland absetzen.
Online-Flyer Nr. 864 vom 17.06.2026
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14. Juni 2026: Zulassung zum Zivildienst verschärfen? Nein!
Zivildienst ist kein Entscheid von Faulen und Bequemen
Von Heinrich Frei
In den neunziger Jahren gab es für Kriegsdienstverweigerer in der Schweiz die Gewissensprüfung, um die Ernsthaftigkeit einer Verweigerung zu überprüfen. Heute gibt es diese Prüfung nicht mehr, als Tatbeweis der Ernsthaftigkeit gilt die Absolvierung eines Zivildienstes. Erst seit 1992 sieht die Verfassung der Schweiz einen zivilen Ersatzdienst anstelle der Militärdienstleistung vor. 1996 wurde das Zivildienstgesetz in Kraft gesetzt. Vorher wurden jedes Jahr mehrere hundert Militärdienstpflichtige wegen Militärdienstverweigerung zu mehrmonatigen Gefängnisstrafen verurteilt. Mein Bekannter kassierte 16 Monaten. Wer heute keinen Militärdienst leisten will muss anderthalbmal so lang Zivildienst leisten wie Kriegsdienst.Die Absolvierung eines Zivildienstes statt des Militärdienstes ist heute kein Entscheid von Faulen und Bequemen. Es ist die Weigerung von Männern in der Armee nicht töten zu lernen. Ein waffenloser Dienst, wie früher bei der Sanität ist heute schwierig zu erreichen, wie mein Bekannter in Airolo bei der Sanität erlebte. Sie schickten ihn heim, weil er keine Pistole fassen wollte.

Der Umgang und der Besitz von Schusswaffen, in der Armee und privat, hat auch negative Auswirkungen. Ich kannte mehrere Männer, die sich mit der Armeewaffe umgebracht haben, auch ein Mann, ein Offizier mit fünf Kindern, der sich geschäftlich verspekulierte. Ohne Waffe würden viele dieser Männer, die sich erschossen haben, noch leben. Auch alle zwei Wochen tötet in der Schweiz ein Mann seine Partnerin oder eine Angehörige, oft mit der Armeewaffe.
Eine Ärztin und Psychotherapeutin war in ihrem Beruf mit tragischen Fällen von Suiziden mit Schusswaffen konfrontiert. Sie sagte mir: "Männer, die sich umbringen wollen sind gefährdet, wenn sie Zugriff zu einer Pistole oder einem Gewehr haben. Wäre eine Pistole oder ein Gewehr nicht da gewesen wäre, hätten sie überlebt."

Am 7. November 2007 hat ein Soldat, der gerade aus der Rekrutenschule nach Hause kam, an der Bushaltestelle auf dem Hönggerberg in Zürich ein 16-jähriges Mädchen mit seinem Sturmgewehr erschossen. Spraybild an der Bushaltestelle (Foto Heinrich Frei)
Jetzt will der Bundesrat und das Parlament die Zulassung zum Zivildienst verschärfen. Bundesrat und Parlament wollen sicherstellen, dass der Zivildienst eine Ausnahme bleibt. Darüber wird am 14. Juni 2026. abgestimmt. Falls die Zulassung in der Schweiz zum Zivildienst verschärft wird, rechnet man damit, dass noch mehre junge Männer versuchen den so genannten «blauen Weg» zu wählen, um nicht ins Militär gehen zu müssen. Sie lassen sich von einem Arzt oder Psychiater als untauglich begutachten. Andere werden sich ins Ausland absetzen.
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