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Aktueller Online-Flyer vom 23. April 2021  

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Kultur und Wissen
Internationale Kriegstreiber rühren die Kriegstrommeln für Krieg gegen Russland
Die Münchner Sicherheitskonferenz – das Davos der Kriegstreiber
Von Rudolf Hänsel

„Liebesgrüße nach Moskau: Biden droht der ‚Tyrannei‘ Putins mit dem Ende.“ Dieses vergiftete „Versprechen“ gab Biden dem russischen Präsidenten bereits lange vor seiner gestohlenen Wahl zum neuen US-Präsidenten (1). Über das in München anstehende private Treffen ausgewählter Kriegstreiber sagt er: „Wie kein anderes globales Forum verbindet München europäische Führungskräfte und Denker mit Gleichgesinnten aus der ganzen Welt (2).“ Das einzig Sichere bei dieser so genannten Sicherheitskonferenz – die wegen der Corona-Plandemie verschoben wird – ist jedoch die Tatsache, dass die weltweit schlimmsten Kriegstreiber wieder die Kriegstrommeln rühren. In diesem Jahr möglicherweise für einen neuen Krieg gegen Russland. Völker hört die Signale!
 
Vor nahezu 80 Jahren – im Sommer 1941 – überfiel das faschistische Deutschland – nicht ohne Unterstützung westlicher Staaten – die Sowjetunion und hinterließ eine Bilanz des Schreckens: Schätzungsweise 13 Millionen tote Soldaten, 14 Millionen tote Zivilisten und 3 Millionen tote Kriegsgefangene (3). Und nur drei Generationen später werden die Kriegstrommeln für einen neuen Krieg gegen Russland gerührt. Unterzeichnen Sie deshalb weiterhin die Öffentliche Erklärung vom 8./9. Mai 2018 in der „Neuen Rheinischen Zeitung (NRhZ)“ (4): „Wir Europäer sagen NEIN zu einem Krieg gegen Russland!“

Für die jüngere Generation, die nicht weiß, was Krieg bedeutet, beschreibt der kirgisische Schriftsteller Tschingis Aitmatow in der Erzählung „Goldspur der Garben“, wie der „Große Vaterländische Krieg“ über die Sowjetunion hereinbrach und das Leben von Jung und Alt augenblicklich veränderte (5). Oft erreichen nur ganz persönliche Schilderungen das Herz der Menschen.

In einem Gespräch mit Mutter Erde in Aitmatows Erzählung sagt Mutter Tolgonai, die in diesem Krieg ihren Ehemann und einen Sohn verlor:
    „Bedenke doch, teure Erde, gerade deine besten Arbeiter, deine geschicktesten Meister mordet der Krieg. Ich bin damit nicht einverstanden, mein ganzes Leben bin ich nicht einverstanden damit! Die Menschen können und müssen dem Krieg Einhalt gebieten (6).“
„Das Glück des Ackerbauern liegt im Säen und Ernten“

Zu Beginn der Erzählung beschreibt Tolgonai, Tochter eines kirgisischen Taglöhners, wie sie als 17jährige bei der Ernte Suwankul, ihren zukünftigen Ehemann kennenlernte:
    „Flammend stieg die Sonne auf, die schneebedeckten Berggipfel erglänzten in goldenem Schimmer, wie ein tiefblauer Fluss strömte uns aus der Steppe der Wind entgegen. Diese frühen Sommermorgen waren die Morgenröte unserer Liebe. Die ganze Welt verwandelte sich wie im Märchen, wenn wir zusammen dahingingen. Und das Feld, grau, zerstampft und aufgewühlt, wurde zum schönsten Feld der Erde… (S. 435).“
Vom Glück beseelt fragte sie ihren Liebsten flüsternd: „Suwan, was glaubst du, wir werden doch glücklich sein, ja?“ Und er antwortete:
    „Wenn Land und Wasser gleichmäßig unter alle verteilt werden, wenn auch wir unser eigenes Feld haben, wenn auch wir pflügen, säen und unser eigenes Getreide dreschen – dann wird das unser Glück sein. Ein größeres Glück braucht der Mensch nicht, Tolgonai. Das Glück des Ackerbauern liegt im Säen und Ernten (S. 436).“
Mit ihren Händen schufen beide ihr Leben. Sie arbeiteten und legten sommers und winters den Ktmen (Hacke) nicht aus der Hand: Viel Schweiß haben sie vergossen, viel Mühe aufgewandt. Sie bauten sich ein Haus und schafften sich ein paar Stück Vieh an. Sie begannen wie Menschen zu leben. Das Großartigste aber war, dass ihnen drei Söhne geboren wurden. Die Zeit verging und fast unmerklich wuchsen die Söhne heran. Jeder wählte seinen eigenen Weg.

„Es ist Krieg, Mama!“

Im Sommer 1941, an einem Morgen vor Sonnenaufgang, erblickten Tolgonai und die anderen Bauern beim Mähen auf einem neuen Getreidefeld direkt am Fluss, wie am anderen Flussufer plötzlich ein Reiter auftauchte. Er kam hinter den letzten Höfen des Ails (kirgisisches Dorf) hervorgeprescht und jagte in wildem Galopp geradewegs durch Gestrüpp und Schilf, als wäre eine Meute wilder Hunde hinter ihm her.

Was trieb diesen Menschen? Es war ein junger Russe. Er fuchtelte mit den Armen und rief ihnen etwas zu, aber durch das Getöse des Flusses war nichts zu verstehen. Als der Reiter den reißenden Fluss durchquert hatte und bei einem Mähdrescher ankam, war plötzlich ein großes Geschrei. Von allen Seiten stürzten Menschen dorthin, manche zu Fuß, andere zu Pferd, wieder andere standen auf ihren Fuhrwerken und hieben mit der Peitsche auf die Pferde ein. Auch Tolgonai lief los:
    „‘Gott behüte! Gott behüte!‘, flehte ich, im Laufen die Hände emporgestreckt. (…) Als ich endlich ankam, war der Mähdrescher von einer lärmenden Menge umringt. Ich konnte nichts hören, nichts verstehen. Verzweifelt versuchte ich, mir einen Weg durch die Menge zu bahnen: ‚Macht Platz! Lasst mich durch!‘ Die Leute traten auseinander, und als ich Kassym und Aliman nebeneinander am Mähdrescher stehen sah, streckte ich wie eine Blinde die zitternden Arme nach meinem Sohn aus. Kassym kam auf mich zu und fing mich auf.

    ‚Es ist Krieg, Mama!‘, hörte ich wie von weitem seine Stimme. Ich blickte ihn an, als ob ich nicht begriffe, was das für ein Wort sei.

    ‚Krieg? Krieg, sagst du?‘, fragte ich zurück. ‚Ja, Mama, Krieg ist ausgebrochen‘, antwortete er. Mir aber kam immer noch nicht klar zum Bewusstsein, was sich hinter diesem Wort verbarg. ‚Wie denn, Krieg? Warum Krieg? Krieg, sagst du?‘ wiederholte ich dieses unheimliche Wort, und dann packte mich jähes Entsetzen, und ich begann leise zu weinen nach all der ausgestandenen Angst und der unerwarteten Nachricht. Als die Frauen mein tränenüberströmtes Gesicht sahen, fingen sie an, laut zu jammern und zu klagen. (…).

     Mit dieser Minute begann ein neues Leben – das Leben im Krieg.
    Wir hörten nicht den Schlachtenlärm, aber unsere Herzen hörten die Schreie der Menschen (S. 454ff.).“
Leben im Krieg

Ein Mann nach dem anderen bekam vom Boten des Dorfsowjets die Einberufung. Auch Ehemann Suwankul und Sohn Kassym mussten Abschied nehmen. Die Zurückgebliebenen aber arbeiteten weiter:
    „Sie arbeiteten in der Mittagsglut und in den schwülen Trockenwindnächten, bei der Mahd, beim Drusch, beim Einfahren, sie arbeiteten unentwegt und kannten keinen Schlaf und keine Ruh. Dabei wurde die Arbeit immer mehr, denn immer weniger Männer blieben übrig (S. 456).“
Tolgonai gürtete sich nun wie ein Mann, wie es ihr der Kolchosvorsitzende gesagt hatte, setzte sich aufs Pferd und kam ihren Pflichten als Brigadier nach:
    „Gesunde Männer gab es nicht mehr in den Ailen, nur noch kranke und lahme, und die übrigen Arbeitskräfte waren Frauen, Mädchen, Kinder und Greise (S. 469).“
Alles, was geerntet wurde, lieferten sie an die Front ab. Auch die Kinder mussten ran. Eines Tages kam der Kolchosvorsitzende mit dem Schulleiter in die Klasse und sagte zu den Schülern:
    „Ich bin zu euch gekommen, Kinder, weil ein paar von euch vorübergehend weg müssen von der Schule. Wir dürfen keine Zeit verlieren, müssen die Zugpferde für die Frühjahrsbestellung vorbereiten, dabei graust einen, sie anzusehen, sie halten sich kaum noch auf den Beinen. Wir müssen das Pferdegeschirr instand setzen, es ist völlig hinüber, müssen die Pflüge und Sämaschinen reparieren, unser ganzes Inventar vergammelt unterm Schnee. Warum sag ich euch das alles? Weil wir auf den Flächen, wo kein Wintergetreide eingebracht ist, Sommergetreide sähen müssen. Unbedingt, ohne Widerrede. (...) Woher aber die Arbeitskräfte nehmen, auf wen sich stützen? (...) Frauen können wir nicht schicken! Das Land liegt weit ab, in Aksai – keine Leute. Uns blieb nichts anders übrig, als euch um Hilfe zu bitten (7).“
Für viele Jungen begann ein schweres Erwachsenenleben.

Als Tolgonai eines Abends nach getaner Arbeit nach Hause ritt, erfuhr sie von ihren Nachbarinnen vor ihrem Haus, dass ihr Mann Suwankul und ihr Sohn Kassym gefallen sind. Sie schrie auf, dass es über die ganze Straße gellte. Und auf einmal wurde sie ganz taub:
    „Wahrscheinlich war ich von meinem Schrei taub geworden. Die Straße wankte, mir war, als fielen die Bäume um und stürzten die Häuser ein. In der unheimlichen Stille wechselten vor meinen Augen die Wolken am Himmel, vor mir erschienen entstellte, stumme Gesichter (S. 484).“
Ihre Sonne war erloschen.

„Mutter Erde, können die Menschen leben ohne Krieg?“

Nach einiger Zeit ging Tolgonai in einem dunklen gesteppten Beschmet (Halbrock) über dem frisch gewaschenen weißen Kleid und um den Kopf ein weißes Tuch langsam zum Feld hinaus und sprach lange mit der Mutter Erde:
    „Warum, Mutter Erde, stürzen nicht die Berge ein, warum treten nicht die Seen über die Ufer, wenn solche Menschen fallen wie Suwankul und Kassym? Beide, Vater und Sohn, waren tüchtige Ackerbauern. Seit Urgedenken lebt die Welt durch solche Männer, von ihnen wird sie ernährt, von ihnen im Krieg verteidigt, sie werden als erste Soldat. Wäre der Krieg nicht gewesen, was hätten Suwankul und Kassym noch alles vollbringen können, wie viele Menschen hätten sie mit den Früchten ihrer Arbeit beschenken, wie viele Felder bestellen und wie viel Korn ausdreschen können. Und sie selbst, hundertfach belohnt mit den Früchten der Arbeit anderer, wie viel Schönes hätten sie noch erleben können. Sag mir, Mutter Erde, sag mir die Wahrheit: Können die Menschen leben ohne Krieg?“

    „Eine schwierige Frage hast du mir da gestellt, Tolgonai. Es gab Völker, die durch Kriege ausgerottet wurden, es gab Städte, die in Schutt und Asche fielen, und es gab Jahrhunderte, da ich davon träumte, eine menschliche Spur zu finden. Und jedes Mal, wenn die Menschen wieder einen Krieg anzettelten, rief ich ihnen zu: ‚Haltet ein, lasst das Blutvergießen!’ Und auch jetzt wiederhole ich: ‚Ihr Menschen hinter den Bergen und Meeren! Ihr Menschen auf der ganzen Welt, was fehlt euch – Land? Hier bin ich – das Land, die Erde! Ich bin für euch alle dieselbe, und für mich seid ihr alle gleich. Nicht euren Hader brauche ich, sondern eure Freundschaft, eure Arbeit! Werft ein einziges Korn in die Furche, und ich gebe euch hundert Körner dafür zurück. Steckt ein winziges Reis in den Boden, und ich ziehe euch eine Plantage groß. Legt einen Garten an, und ich überschütte euch mit Früchten. Züchtet Vieh, und ich werde Gras sein. Baut Häuser, und ich werde Mauer sein. Pflanzt euch fort, vermehrt euch, und ich werde euch allen eine herrliche Heimstatt sein. Ich bin unendlich, ich bin grenzenlos, ich bin tief, und ich bin hoch, ich habe Platz für euch alle!’ Und da fragst du noch, Tolgonai, ob die Menschen ohne Krieg leben können. Das hängt nicht von mir ab, das hängt von euch Menschen ab, von eurem Willen und eurem Verstand.“

    „Bedenke doch, teure Erde, gerade deine besten Arbeiter, deine geschicktesten Meister mordet der Krieg. Ich bin damit nicht einverstanden, mein ganzes Leben bin ich nicht einverstanden damit! Die Menschen können und müssen dem Krieg Einhalt gebieten.“

    „Denkst du denn, Tolgonai, ich leide nicht unter den Kriegen? Doch! Ich leide sehr. Ich sehne mich nach den Händen der Bauern, ewig beweine ich meine Kinder, die Ackersleute, immer werden mir Suwankul, Kassym und alle gefallenen Soldaten fehlen. Wenn ich ungepflügt bleibe, das Getreide ungemäht und ungedroschen bleibt, rufe ich sie: ‚Wo seid ihr, meine Pflüger, wo seid ihr, meine Säer? Steht auf, meine Kinder, meine Ackersmänner, kommt und helft mir, ich ersticke, ich sterbe!‘ Wie schön wäre es, wenn dann Suwankul mit dem Ketmen in der Hand, Kassym mit seinem Mähdrescher und Dshainak mit seinem Fuhrwerk kämen! Doch sie geben keine Antwort...“

    „Hab auch dafür Dank, Erde! Du trauerst also um sie wie ich, du beweinst sie also wie ich. Hab Dank, Erde (S. 489f.).“

Quellen und Anmerkungen:

(1) https://de.rt.com/nordamerika/93854-liebesgruesse-nach-moskau-biden-droht/
(2) Münchner Sicherheitskonferenz
https://securityconference.org/
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Tote_des_Zweiten_Weltkrieges
(4) http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24807
https://www.rubikon.news/artikel/zwei-weltkriege-sind-genug
https://www.globalresearch.ca/we-europeans-say-no-to-a-war-against-russia/5638772
(5) Aitmatow, Tschingis (2008). Erzählungen und Novellen I und II. Unionsverlag Zürich
(6) Aitmatow, Tschingis (2008). Erzählungen-Novellen I. Goldspur der Garben. Unionsverlag Zürich, S. 431-540. Die Seitenangaben im Text beziehen sich auf diese Erzählung
(7) Aitmatow, Tschingis (2008). Erzählungen-Novellen II. Frühe Kraniche. Unionsverlag Zürich, S. 347f.


Der vorliegende Artikel erschien erstmals in NRhZ 552 vom 09.03.2016 und wurde geringfügig überarbeitet.



English version:
International Warmongers Beat the War Drums for War Against Russia
The Munich Security Conference – the Davos of the Warmongers

By Dr. Rudolf Hänsel

"Love greetings to Moscow: Biden threatens to end Putin's 'tyranny'". Biden made this poisoned "promise" to the Russian president long before his stolen election as the new US president (1). About the upcoming private meeting of selected warmongers in Munich, he says: "Like no other global forum, Munich connects European leaders and thinkers with their peers from across the world (2)." However, the only certain thing about this so-called security conference – postponed because of the Corona plague – is that the world's worst warmongers are again beating the war drums. This year, possibly for a new war against Russia. Peoples hear the signals!
 
Almost 80 years ago – in the summer of 1941 – fascist Germany invaded the Soviet Union – not without the support of Western states – and left behind a record of horror: an estimated 13 million dead soldiers, 14 million dead civilians and 3 million dead prisoners of war (3). And only three generations later, the war drums are being beaten for a new war against Russia. Therefore, continue to sign the Public Declaration of 8/9 May 2018 in the "Neue Rheinische Zeitung (NRhZ)" (4): "We Europeans say NO to war against Russia!"

For the younger generation, who do not know what war means, the Kyrgyz writer Chingiz Aitmatov describes in the story "Gold Trail of Sheaves" how the "Great Patriotic War" broke out over the Soviet Union and instantly changed the lives of young and old (5). Often only very personal accounts reach people's hearts.

In a conversation with Mother Earth in Aitmatov's narrative, Mother Tolgonai, who lost her husband and a son in that war, says:
    "Consider, dear Earth, it is precisely your best workers, your most skilled masters, that war murders. I do not agree with it, my whole life I do not agree with it! People can and must put a stop to war (6)."
"The happiness of the farmer lies in sowing and harvesting"

At the beginning of the story, Tolgonai, daughter of a Kyrgyz day labourer, describes how she met Suwankul, her future husband, while harvesting at the age of 17:
    "The sun rose flaming, the snow-covered mountain peaks shone with a golden glow, the wind flowed towards us from the steppe like a deep blue river. These early summer mornings were the dawn of our love. The whole world changed like a fairy tale when we walked together. And the field, grey, trampled and churned, became the most beautiful field on earth... (p. 435)."
Moved by happiness, she asked her beloved in a whisper, "Suwan, what do you think, we will be happy, won't we?" And he replied:
    "When land and water are equally distributed among all, when we too have our own field, when we too plough, sow and thresh our own grain – then that will be our happiness. Man needs no greater happiness, Tolgonai. The happiness of the cultivator lies in sowing and reaping (p. 436)."
With their hands they both created their lives. They worked and did not put down the ktmen (hoe) in summer or winter: much sweat they shed, much toil they expended. They built themselves a house and got themselves a few head of cattle. They began to live like people. But the greatest thing was that three sons were born to them. Time passed and almost imperceptibly the sons grew up. Each one chose his own path.

"It's war, Mama!"

In the summer of 1941, one morning before sunrise, Tolgonai and the other farmers were mowing a new grain field right next to the river when they saw a rider suddenly appear on the other side of the river. He came dashing out from behind the last farms of the ail (Kyrgyz village), galloping wildly straight through the brush and reeds as if a pack of wild dogs were after him.

What was driving this person? It was a young Russian. He was waving his arms and shouting something at them, but nothing could be understood through the roar of the river. When the rider had crossed the raging river and arrived at a combine, suddenly there was a great clamour. People rushed there from all sides, some on foot, others on horseback, still others standing on their carts and lashing the horses with their whips. Tolgonai also ran:
    "'God forbid! God forbid!' I pleaded, stretching out my hands as I ran. (...) When I finally arrived, the combine was surrounded by a noisy crowd. I could hear nothing, understand nothing. Desperately I tried to make my way through the crowd: 'Make way! Let me through!' The people dispersed and when I saw Kassym and Aliman standing next to each other at the combine, I stretched out my trembling arms like a blind woman towards my son. Kassym came towards me and caught me.

    'It's war, Mama!', I heard his voice as if from far away. I looked at him as if I did not understand what that word was.

    'War? War, you say?', I asked back. 'Yes, Mama, war has broken out,' he replied. But it was still not clear to me what was behind this word. 'What do you mean, war? Why war? War, you say?' I repeated this sinister word, and then sudden horror seized me and I began to cry quietly after all the fear I had endured and the unexpected news. When the women saw my tear-streaked face, they began to wail and complain loudly. (…).

    With that minute, a new life began - life in the war.
    We did not hear the noise of battle, but our hearts heard the cries of the people (p. 454ff.)."
Life in the war

One man after the other received the draft from the village Soviet's messenger. Husband Suwankul and son Kassym also had to say goodbye. Those who stayed behind, however, continued to work:
    "They worked in the midday heat and in the sultry dry windy nights, mowing, threshing, driving in, they worked incessantly and knew no sleep and no rest. In the process, the work became more and more, for fewer and fewer men remained (p. 456)."
Tolgonai now girded herself like a man, as the kolkhoz chairman had told her to do, sat on her horse and fulfilled her duties as brigadier:
    "There were no healthy men left in the ailes, only sick and lame ones, and the remaining labourers were women, girls, children and old men (p. 469)."
Everything that was harvested they delivered to the front. Even the children had to do it. One day the kolkhoz chairman came to the class with the headmaster and said to the pupils:
    "I have come to you, children, because some of you have to leave school temporarily. We have no time to lose, we have to prepare the draft horses for the spring tillage, and it makes me dread to look at them, they can hardly stand on their feet. We have to repair the harness, it is completely broken, we have to repair the ploughs and the seed drills, our whole inventory is rotting under the snow. Why am I telling you all this? Because we have to sow summer cereals on the areas where no winter cereals have been sown. Absolutely, without argument. (...) But where do we get the labour, on whom do we rely? (...) We cannot send women! The land is far away, in Aksai - no people. We had no choice but to ask you for help (7)."
For many boys, a difficult adult life began.

One evening, as Tolgonai rode home after her work was done, she learned from her neighbours outside her house that her husband Suwankul and her son Kassym had fallen. She cried out so loudly that it rang out all over the street. And suddenly she went completely deaf:
    "I had probably gone deaf from my scream. The street swayed, I felt as if the trees were falling and the houses were collapsing. In the eerie silence, the clouds in the sky changed before my eyes, disfigured, mute faces appeared before me (p. 484)."
Her sun had gone out.

"Mother Earth, can people live without war?"

After some time, Tolgonai, wearing a dark quilted beschmet (half-skirt) over his freshly washed white dress and a white cloth around his head, walked slowly out to the field and spoke at length to Mother Earth:
    "Why, Mother Earth, do not the mountains collapse, why do not the lakes burst their banks, when such people fall as Suwankul and Kassym? Both father and son were capable farmers. From time immemorial the world has lived through such men, by them it is fed, by them it is defended in war, they are the first to become soldiers. Had it not been for the war, what more could Suwankul and Kassym have accomplished, how many people could they have bestowed with the fruits of their labour, how many fields could they have cultivated and how much grain could they have threshed. And they themselves, rewarded a hundredfold with the fruits of others' labour, how many beautiful things they could still have experienced. Tell me, Mother Earth, tell me the truth: can people live without war?"

    "A difficult question you have asked me there, Tolgonai. There have been peoples wiped out by wars, there have been cities reduced to rubble, and there have been centuries when I dreamed of finding a human trace. And every time people started another war, I called out to them: 'Stop, stop the bloodshed!' And even now I repeat: 'You people beyond the mountains and seas! You people all over the world, what do you lack – land? Here I am – the land, the earth! I am the same for all of you, and for me you are all equal. It is not your strife that I need, but your friendship, your work! Throw a single grain into the furrow and I will give you back a hundred grains in return. Put a tiny rice in the ground and I will raise you a plantation. Plant a garden and I will shower you with fruit. Raise cattle, and I will be grass. Build houses, and I will be a wall. Plant yourselves, multiply, and I will be a glorious home for you all. I am infinite, I am boundless, I am deep, and I am high, I have room for you all!' And there you are still asking, Tolgonai, whether people can live without war. That does not depend on me, that depends on you people, on your will and your mind."

    "Remember, dear earth, it is precisely your best workers, your most skilful masters, who are murdered by war. I do not agree with it, all my life I have not agreed with it! Men can and must put a stop to war."

    "Do you think then, Tolgonai, that I do not suffer from wars? Yes, I do! I suffer a lot. I long for the hands of the peasants, eternally I weep for my children, the cultivators, always I will miss Suwankul, Kassym and all the fallen soldiers. When I remain unploughed, the grain unmown and unthreshed, I call out to them: 'Where are you, my ploughmen, where are you, my sowers? Arise, my children, my ploughmen, come and help me, I am choking, I am dying!' How nice it would be if Suwankul then came with ketmen in hand, Kassym with his combine and Dshainak with his cart! But they give no answer..."

    "Have thanks for that too, earth! So you mourn for them like I do, so you weep for them like I do. Have thanks, earth (pp. 489f.)."

Notes:

(1) https://de.rt.com/nordamerika/93854-liebesgruesse-nach-moskau-biden-droht/
(2) Munich-Security-Conference
https://securityconference.org/
(3) https://en.wikipedia.org/wiki/World_War_II_casualties
(4) http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24807
https://www.rubikon.news/artikel/zwei-weltkriege-sind-genug
https://www.globalresearch.ca/we-europeans-say-no-to-a-war-against-russia/5638772
(5) Aitmatov, Chingiz (2008). Narratives and novellas I and II. Union Publishing House Zurich
(6) Aitmatov, Chingiz (2008). Narratives-Novellas I. Gold Trail of the Sheaves. Unionsverlag Zurich, pp. 431-540. The page references in the text refer to this story.
(7) Aitmatov, Chingiz (2008). Narratives-Novellas II. Early Cranes. Unionsverlag Zurich, p. 347f.


This article first appeared in NRhZ 552 of 09.03.2016 and has been slightly revised.


Dr. Rudolf Hänsel ist Diplompsychologe und Erziehungswissenschaftler.
Dr Rudolf Hänsel is a qualified psychologist and educationalist.




Online-Flyer Nr. 761  vom 26.01.2021

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