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Aktueller Online-Flyer vom 15. Juli 2020  

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Proteste zum Beginn des Auslieferungsprozesses gegen Julian Assange, London, 22. und 24.02.2020
Die Wahrheit wird gewinnen
Von Arbeiterfotografie

Als ginge es um einen Prozess gegen einen Schwerstverbrecher wie Adolf Eichmann sitzt Julian Assange vor Gericht in London in einem Glaskasten. Während der ersten Tage des Prozesses, bei dem über die Auslieferung an die USA entschieden werden soll, wo ihm die Todesstrafe droht, wird der Antrag gestellt, Julian Assange aus dem Glaskasten zu befreien und ihn wie die anderen im Gerichtssaal sitzen zu lassen. Doch obwohl die US-Vertreter dagegen nichts einzuwenden haben, lehnt die Richterin ab. Nach Aussagen von Prozessbeobachtern habe sie dies damit begründet, dass es sich bei Assange um einen Terroristen handele. Doch das Verfahren bleibt nicht ohne Protest – auch unmittelbar vor dem Gerichtsgebäude. Diese Proteste sind – so wird berichtet – derart laut, dass Julian Assange sie trotz aller Abschirmung wahrnimmt. „Befreit Julian Assange“ – „Kriegsverbrechen aufzudecken ist kein Verbrechen“ – „Liefert Assange nicht aus –  Journalismus ist kein Verbrechen“ Das sind einige Beispiele für das, was auf den Protestschildern zu lesen ist. Auf einem Kreuz steht: „Die Wahrheit wird gewinnen“.„Beendet diesen Schauprozess, diese Farce vor einem Scheingericht. Julian Assange ist ein unschuldiger Mann!“ Das sagt Roger Waters, Mitbegründer von Pink Floyd, bei der Abschlusskundgebung am 22. Februar 2020 auf dem Londoner Parliament Square. Yanis Varoufakis, ehemaliger griechischer Finanzminister, zitiert Julian Assange: „Ihr könnt mich in Ketten legen, ihr könnt mich foltern, ihr könnt meinen Körper zerstören, aber ihr könnt meine Gedanken nicht zerstören und einkerkern.“ Und fährt fort: „Julian, Du hast das Recht, dies zu sagen, aber wir haben nicht das Recht, dem zuzustimmen.“ Im Rahmen der Proteste vor dem Gericht wird Julians Vater John Shipton eine Urkunde überreicht. Damit wird Julian Assange zusammen mit der Initiatorin von "Koblenz: im Dialog", Sabiene Jahn, mit dem Kölner Karlspreis für Engagierte Literatur und Publizistik ausgezeichnet. “Die NRhZ dokumentiert die Proteste zum Beginn des Auslieferungsprozesses, die in London am 22. und 24.02.2020 stattfinden mit Fotos der Arbeiterfotografie.


"Dieu et mon droit – Her Majesty's Prison Belmarsh" (Gott und mein Recht – Belmarsh-Gefängnis Ihrer Majestät), in dem Julian Assange eingekerkert ist – Wappen über dem Haupteingang – Fotos: BbG und arbeiterfotografie.com (Peter Betscher, Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann)


Protest am 24. Februar 2020 vor dem Belmarsh-Prison


Belmarsh-Prison


Protest am 24.2.2020 vor dem Belmarsh-Prison


Protest am 24.2.2020 vor dem Belmarsh-Prison – „Frauen gegen Vergewaltigung sagen: USA, Großbritannien – hört auf, Frauen zum Verbergen eurer Kriegsverbrechen zu benutzen.“


Belmarsh-Prison


Protest am 24.2.2020 an der Zufahrt zum Gericht, in dem der erste Tag der Gerichtsverhandlung gegen Julian Assange abläuft


Protest an der Zufahrt zum Gericht – „Befreit Julian Assange“ – „Die Wahrheit wird gewinnen“


Protest an der Zufahrt zum Gericht – „Freiheit für Assange“ – „Recht auf Information“


Protest an der Zufahrt zum Gericht – „Die Wahrheit wird gewinnen“


Protest an der Zufahrt zum Gericht – „Liefert Assange nicht aus“


Protest an der Zufahrt zum Gericht – „Befreit Assange – Informationsfreiheit – Keine Auslieferung“


An der Zufahrt zu Belmarsh-Prison und Gericht – „Befreit Assange“


Protest an der Zufahrt zum Gericht


Protest an der Zufahrt zum Gericht – „Kriegsverbrechen aufzudecken ist kein Verbrechen“


An der Zufahrt zu Belmarsh-Prison und Gericht – „Befreit Assange“


Protest im Camp an der Zufahrt zu Belmarsh-Prison und Gericht – „Freiheit für Assange – Freiheit für Manning – Freiheit für die Wahrheit“


An der Zufahrt zu Belmarsh-Prison und Gericht – „Protest – Auslieferungsprozess startet am 24, Feburar – Journalismus ist kein Verbrechen“


Protest an der Zufahrt zum Gericht – „Bush und Blair sollten in Belmarsh sein“


Hinweisschild zum Belmarsh-Prison


Protest an der Zufahrt zu Belmarsh-Prison und Gericht


Protest an der Zufahrt zum Gericht – „Menschen des Widerstands für Assange“


Protest an der Zufahrt zu Belmarsh-Prison und Gericht – „Scanne dies: Collateral Murder“


Protest an der Zufahrt zum Gericht – „Rettet Assange vor der Folter in Belmarsh“ – „Isolationshaft ist Folter“


Protest an der Zufahrt zu Belmarsh-Prison und Gericht – „Befreit Julian Assange“


Protest an der Zufahrt zu Belmarsh-Prison und Gericht – „Hände weg von Assange“


Gericht, in dem die Gerichtsverhandlung gegen Julian Assange abläuft


Protest am 22. Februar 2020 vor der australischen Botschaft in London – „Liefert Assange nicht aus –  Journalismus ist kein Verbrechen“


Protest vor der australischen Botschaft


Protest vor der australischen Botschaft – „Kriegsverbrechen aufzudecken ist kein Verbrechen“


Protest vor der australischen Botschaft – „Befreit Assange“


Protest vor der australischen Botschaft – „Redefreiheit vor Gericht“


Protest vor der australischen Botschaft – Yanis Varoufakis (ehemaliger griechischer Finanzminister)


Protest vor der australischen Botschaft – „Assange-Schauprozess – BBC lügt“


Protest vor der australischen Botschaft – „Liefert Assange nicht aus – Journalismus ist kein Verbrechen“


Protest vor der australischen Botschaft – „Wenn Freiheit irgendetwas zu bedeuten hat, bedeutet sie das Recht, Menschen das zu sagen, was sie nicht hören wollen“


Demonstration von der australischen Botschaft zum Parliament Square


Demonstration von der australischen Botschaft zum Parliament Square – in der Mitte hinter dem Transparent John Shipton (Vater von Julian Assange), links davon, Kristinn Hrafnsson, jetziger Chefredakteur von Wikileaks


Zeitungsstand am Abend des 24. Februar 2020: „Assange ist 'ein gewöhnlicher Krimineller', sagt das Gericht“


Pressekonferenz am Abend des 24. Februar 2020 vor dem Gerichtgebäude – John Shipton (Vater von Julian Assange)


Vor dem Gerichtgebäude – Urkunde zur Auszeichnung von Julian Assange und Sabiene Jahn mit dem von der NRhZ vergebenen 6. Kölner Karlspreis für Engagierte Literatur und Publizistik


Pressekonferenz vor dem Gerichtgebäude – Jennifer Robinson, Anwältin von Julian Assange, und Wikileaks-Chefredakteur Kristinn Hrafnsson


Vor dem Gerichtgebäude – NRhZ-Herausgeber Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann mit der Karlspreis-Urkunde für Julian Assange


Pressekonferenz vor dem Gerichtgebäude – Heike Hänsel und Sevim Dagdelen (Mitglieder der Bundestagsfraktion der Partei DIE LINKE) vor der Presse


Vor dem Gerichtgebäude – NRhZ-Karlspreis-Urkunde für Julian Assange


Protest an der Zufahrt zum Gericht – „Befreit Assange“


Vor dem Gerichtgebäude – NRhZ-Herausgeberin Anneliese Fikentscher mit der Karlspreis-Urkunde für Julian Assange


Protest an der Zufahrt zum Gericht – „Befreit Assange“


Vor dem Gerichtgebäude – John Shipton mit der Karlspreis-Urkunde für Julian Assange


Innerhalb der Umfassungsmauer des HMP Belmarsh befindet sich auch das Gefängnis "HMP & YOI Isis"


„Beendet diesen Schauprozess, diese Farce vor einem Scheingericht!“

Wer das Interview mit Nils Melzer, UNO-Sonderberichterstatter für Folter, auf Republik (1) gelesen hat, kann ermessen, um was für ein Justizverbrechen es sich im Fall Julian Assange handelt. Vor dem Beginn des Auslieferungsprozesses von Julian Assange fand am Samstag, dem 22. Februar 2020, in London eine Demonstration für seine sofortige Freilassung statt. Die USA drohen Assange u.a. mit 175 Jahren Haft für die Veröffentlichung von Informationen über den Krieg im Irak und Afghanistan. Die Teilnehmer versammelten sich vor der australischen Botschaft und marschierten zum Parlamentsplatz, wo die Abschlusskundgebung stattfand.

John Shipton, Vater von Julian Assange, berichtete sehr persönlich, wie Julian Assange die letzten Jahre erlebt hat.

Vivienne Westwood, Modedesignerin, warf den USA vor, dass sie über die Welt totalitär herrschen wollten. Für die Regierung der USA seien die Menschen Feinde. „Befreit Assange! Rock’n Roll!“

Kristin Hrafnson, Chefredakteur von Wikileaks, erinnerte daran, dass sich die CIA in internen E-Mails als Angestellte einer dunklen Macht bezeichnete. Und das wäre das, womit wir es zu tun hätten: „Wir haben es mit einer dunklen Macht zu tun, deren Macht beständig wächst. Sie entscheiden, wer hingerichtet wird. Regierungsmitglieder anderer Länder werden mit Drohnenangriffen hingerichtet. Es ist eine dunkle Macht. Sie bringen Kinder in Kriegsgebieten um. Es ist eine dunkle Macht. Sie ermorden Journalisten, wie wir es auf den Videos sehen konnten. Es ist eine dunkle Macht, die Julian Assange ausgeliefert haben will, um ihn zu inhaftieren für den Rest seiner Lebenszeit. Wir müssen das verhindern!“

Roger Waters, Bassist der Gruppe Pink Floyd, sagte u.a.: „England, ich appelliere an unseren Premierminister, Boris Johnson. Er soll Farbe bekennen, ob er die Magna Charta, die Demokratie, Freiheit, Gerechtigkeit, Meinungsfreiheit und insbesondere die Pressefreiheit unterstützt. Wenn die Antwort auf alle diese Fragen ja lautet: Auf geht’s, Premierminister, sei die britische Bulldogge, die Du vorgibst zu sein, steh auf gegen die aggressive amerikanische Vorherrschaft! Beendet diesen Schauprozess, diese Farce vor einem Scheingericht. (…) Julian Assange ist ein unschuldiger Mann!“ (2)

Tariq Ali Khan, früherer indischer Filmschauspieler, sagte, dass sich die Mainstream-Medien schämen sollten, nachdem sie jahrelang von Wikileaks profitiert hätten und ihm jetzt keine Unterstützung gäben. Und die schlimmsten wären die liberalen Medien: Der Guardian und die New York Times müssten die Kampagne für die Freilassung von Julian Assange anführen.

Yanis Varoufakis, ehemaliger griechischer Finanzminister, zitierte Julian Assange: „Ihr könnt mich in Ketten legen, ihr könnt mich foltern, ihr könnt meinen Körper zerstören, aber ihr könnt meine Gedanken nicht zerstören und einkerkern.“ Und fuhr fort: „Julian, Du hast das Recht, dies zu sagen, aber wir haben nicht das Recht, dem zuzustimmen. Wir haben die Pflicht, sie daran zu hindern, das Leben von Julian Assange zu zerstören.“ (3)

Brian Eno, Keyboarder und Produzent, beklagte, “es sind immer die gleichen Gesichter, die sich für Julian Assange einsetzen“ und fragt, wann seine Künstlerkollegen endlich aufwachen.

Tim Dawson von der britischen Journalistengewerkschaft sagte: „Es ist ärgerlich, dass der Fall Assange nicht mehr Aufmerksamkeit in den britischen Medien findet. Falls es zu einer Auslieferung kommt, wären die Auswirkungen auf die Pressefreiheit verheerend.“

Craig Murray, früherer britischer Diplomat, sagte: „ich schäme mich, Bürger eines Landes zu sein, dessen Institutionen einen Journalisten foltern, weil er die Wahrheit veröffentlicht hat, während die Personen, die die Kriegsverbrechen begingen, immer noch sicher, immer noch angestellt bei der Regierung und immer noch an der Macht sind. Das kann nicht hingenommen werden!“ (4)

Der irakische Hip-Hopper Lowkey wies auf Folgendes hin: „Jonah Goldberg vom American Enterprise Institute hat es klar ausgesprochen: Wikileaks ist eine der bedeutendsten und weit verbreitetsten Bedrohungen für die nationale Sicherheit Amerikas, seit die Rosenbergs den Sowjets die Bombe gaben. (…)“ und fuhr fort: „Wisst ihr, was sie mit den Rosenbergs gemacht haben? Sie haben sie hingerichtet! (…) Wir kämpfen für das Leben von Julian Assange!“

Alle Redner bekräftigten, dass wir mit einer möglichen Auslieferung von Julian Assange an einem Abgrund stehen, wenn wir dieses Justizverbrechen nicht verhindern, und forderten dazu auf, sich für die Freilassung von Julian Assange einzusetzen. Nach den ersten Anhörungen dieser Woche soll der Prozess Mitte Mai fortgesetzt werden.


Fußnoten:

(1) https://www.republik.ch/2020/01/31/nils-melzer-spricht-ueber-wikileaks-gruender-julian-assange
(2) https://www.youtube.com/watch?v=bV4DEFCw18g
(3) https://www.youtube.com/watch?v=16igunRqbU4&pbjreload=10
(4) https://dissidentvoice.org/2020/02/julian-assange-stop-extradition-protest-in-london/
(5) Komplettes Video: https://www.youtube.com/watch?v=P06A2DfcGQM


Siehe auch:

Filmclip
Proteste zum Beginn des Auslieferungsprozesses gegen Julian Assange, London, 24.02.2020
Todesstrafe für Journalismus
Von Arbeiterfotografie
NRhZ 737 vom 27.02.2020
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=26623

Assange-Prozess
Politische Justiz in London
Von Hannes Sies
NRhZ 738 vom 04.03.2020
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=26634

Assange-Schauprozess
Neoliberalismus als totalitäre Globalisierung
Von Hannes Sies
NRhZ 738 vom 04.03.2020
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=26644

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Von Hannes Sies
NRhZ 738 vom 04.03.2020
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=26635

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Der Panzerglaskasten ist ein Instrument der Folter
Von Craig Murray - aus dem Englischen von Peter Betscher
NRhZ 738 vom 04.03.2020
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=26645

Der Fall Julian Assange ist politisch – deshalb gibt es nur eine Konsequenz
Den Prozess gegen Julian Assange sofort abbrechen!
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann
NRhZ 738 vom 04.03.2020
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=26646

Online-Flyer Nr. 737  vom 27.02.2020

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