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Aktueller Online-Flyer vom 15. Oktober 2018  

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Globales
Gipfeltreffen von Trump und Putin in Helsinki am 16.7.2018
"Verräter" Trump
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

„Wenn uns die Orientierung abhanden kommt, haben wir dafür unsere Herrschaftsmedien. Es ist wunderbar einfach. Die Herrschaftsmedien leiten uns. Wir müssen sie nur zu lesen verstehen... Wer von ihnen als Feindbild aufgebaut wird, ist in den seltensten Fällen unser Feind. Wer von ihnen zum Star hochstilisiert wird, ist sehr wahrscheinlich eine große Gefahr. Wenn Menschen auf die Abschussliste gesetzt werden, ist davon auszugehen, dass sie den Interessen der kapitalen Mafia zuwider handeln.“ Das haben wir so oder ähnlich schon mehrfach geschrieben. Einer der Stars war Gorbatschow. Er hat die Sowjetunion zugrunde gerichtet. Ein Feindbild der Herrschaftsmedien ist – neben Putin – Trump. Warum? Es kann kaum anders sein: sie werden zum Feindbild gestempelt, weil sie den Interessen des Imperiums zuwider handeln. Putin hat Russland dem Zugriff des Imperiums weitgehend entrissen. Und was macht Trump?

Trump ignoriert "harten Verhandlungsplan"

„US-Präsident Donald Trump hat nach Angaben der Zeitung 'The Washington Post' Ratschläge von Mitarbeitern seiner Administration ignoriert, die sie ihm im Vorfeld des Gipfels mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin in Helsinki vorbereitet hatten. Wie das Blatt unter Verweis auf eigene Quellen mitteilte, waren Trumps Äußerungen nicht hart genug gewesen und hatten 'sehr stark dem vorgelegten Plan widersprochen'. Laut der Zeitung wurden Trump Informationsmaterialien von insgesamt 100 Seiten zur Verfügung gestellt. Obwohl diese klare Hinweise zu den Verhandlungen enthalten haben sollen, habe der US-Staatschef die meisten davon ignoriert, heißt es. Unter anderem soll es sich dabei um die US-Position zur Krim-Frage, die 'Einmischung' Russlands in den US-Wahlkampf und viele andere Themen gehandelt haben. Nach Angaben der Zeitung haben der Sicherheitsberater John Bolton und der US-Außenminister Mike Pompeo den Staatschef aufgerufen, Putin 'durch ein mehr negatives Prisma' zu sehen. Dennoch soll Trump im 'Laufe des Spiels beschlossen' haben, nach seinem Gutdünken zu agieren. Zuvor soll Trump das Gipfeltreffen mit Putin als einen 'guten Anfang' bezeichnet haben. Laut Trump strebt Washington 'Freundschaft, Zusammenarbeit und Frieden' mit Moskau an. Zudem soll er seine Hoffnung geäußert haben, dass Treffen mit dem russischen Präsidenten öfter stattfinden würden.“ Das ist am 17.7.2018 bei Sputnik zu lesen. (de.sputniknews.com)

Trump beschuldigt "sein" FBI der Manipulation

Höhepunkt für die Weltöffentlichkeit ist am 16.7.2018 die gemeinsame Pressekonferenz von Trump und Putin:



Der Schweizer Kaspar Trümpy stellt fest: „Nach Trumps Treffen mit Putin in Helsinki spielen 'unsere' Medien verrückt, sogar von Hochverrat ist die Rede. Tatsächlich ausgesprochen pikant ist in der abschließenden Pressekonferenz Trumps Antwort auf die provozierende Frage eines US-Journalisten, ob er in der Sache der russischen Einmischung in die Wahlen von 2016 seinen eigenen Sicherheitsorganen oder Putin glaube. Trumps Antwort [ab 38:50]: Vor der ganzen Welt, Putin zwei Meter neben ihm stehend, beschuldigt er sein FBI der Manipulation bei der Wahrheitsfindung! Der Computer-Server mit den relevanten Daten bleibe weiterhin unauffindbar und außerdem fordere er, die 33.000 verschwundenen E-Mails von Hillary Clinton endlich aufzutreiben. Im Übrigen fände er Putins Erklärungen zum Fall einleuchtend.“ (siehe auch das Transkript im Anhang)

Trump gegen alle Warnungen seiner eigenen Regierung

Die transatlantische "Elite" schäumt vor Wut. „Dieser Präsident schadet seinem Land – und uns allen“, ist ein am Abend des 16. Juli von Fabian Reinbold aus Washington verfasster Artikel überschrieben. Und dann lesen wir darin: „Donald Trump denkt, er habe an diesem 16. Juli 2018 Weltgeschichte geschrieben. An der Seite von Wladimir Putin steht er im Präsidentenpalast von Helsinki und sagt zu den amerikanisch-russischen Beziehungen: 'Unser Verhältnis war noch nie so schlecht wie jetzt. Das hat sich vor etwa vier Stunden geändert.' Das ist geschichtsvergessen... In gewisser Weise schreibt Trump an diesem Montag tatsächlich Geschichte: Seine Instinkte haben sich gegen alle Warnungen seiner eigenen Regierung durchgesetzt und er versucht, um jeden Preis Nähe zu Putin herzustellen. So ist ein US-Präsident noch nie einem Kreml-Chef gegenübergetreten. Und damit schadet er seinem eigenen Land und auch Deutschland und Europa, deren Politik gegenüber Russland er so hintertreibt... Der US-Präsident kennt die Geschichte nicht, er interessiert sich nicht für Verpflichtungen, für Bündnisse oder für die Wahrheit. Gegen die Verbündeten in Europa wütet er und den Autokraten Putin hofiert er.“ (t-online.de)

"Herrn Trumps Unterwürfigkeit gegenüber Herrn Putin"


Das Online-Portal merkur.de zitiert am 17.7.2018 u.a. folgende Stimmen: New York Times: „Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die USA irgendeinen Gewinn aus Herrn Trumps Unterwürfigkeit gegenüber Herrn Putin gewonnen haben, obwohl Trump selbst zumindest einen neuen, glitzernden Fußball bekam. (...) Stell ihn neben Herrn Putin und andere Diktatoren, und er wird zu Spachtelmasse.“ Washington Post: „Herr Trump hatte gesagt, er wolle das Thema der russischen Einmischung in die Wahlen bei Herrn Putin ansprechen, doch das Ergebnis war eine Serie von Erklärungen, die von Moskau hätte vorgeschrieben sein können.“ Los Angeles Times: „Es ist schockierend, dass der Präsident den lange bestehenden, auf Beweisen ruhenden Schlüssen von CIA, NSA, FBI und dem Büro des Geheimdienstkoordinators kein größeres Gewicht gibt als dem Gerede eines manipulativen russischen Autokraten.“ (merkur.de)

Aufforderung zum Militärputsch gegen Trump?


Kurz nachdem der ehemalige CIA-Direktor John Brennan die gemeinsame Pressekonferenz von US-Präsident Donald Trump mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin als "Verrat" bezeichnet hatte, twitterte der US-Kongressabgeordnete Steve Cohen (Demokratische Partei): „Wo bleibt das Militär? Der Oberbefehlshaber [Anmerkung: der US-Präsident] befindet sich in den Händen unseres Feindes!“ Da dies bei einigen wohl als Aufforderung zu einem Militärputsch gegen Trump ankam, ruderte er nach einigen Stunden zurück und beteuerte, so habe er es nicht gemeint. Eine Erklärung wie er es denn gemeint habe, blieb er schuldig. Das ist am 17.7.2018 von Sputnik zu erfahren. (sputniknews.com/us)

Iwan Danilow am 17.7.2018 bei Sputnik unter der Überschrift „Panik in USA: Trump 'verrät' Vaterland...“: „Das Gipfeltreffen in Helsinki sollte schon deshalb stattfinden, um die Reaktion westlicher Politiker, Experten und sonstiger Medienarbeiter genießen zu können. Wie man der Panik und dem Hass entnehmen kann, ist das Zusammentreffen zwischen Trump und Putin wohl gelungen. Zuvor hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow auf die Frage, wie das Treffen Putins und Trumps verlief, geantwortet, dass die Gespräche 'einfach klasse' verlaufen seien. Zur selben Zeit riefen Vertreter des amerikanischen politischen Establishments zu einem Militärputsch und Sturz des 'Verräters Trump' auf. So schrieb beispielsweise Kongressmitglied Steve Cohen auf Twitter: 'Wo sind unsere Militärs? Der Oberbefehlshaber ist in Händen des Feindes!' Der ehemalige CIA-Chef John Brennan äußerte Folgendes: 'Die Pressekonferenz von Donald Trump in Helsinki ist sogar mehr als ein ernsthaftes Verbrechen [Anmerkung: für ein Amtsenthebungsverfahren]. Das war ein wahrer Landesverrat. Die Kommentare Trumps waren nicht einfach nur imbezil [geistig behindert]. Sie spielen Putin in die Hände. Republikanische Patrioten, wo seid ihr?' ... Donald Trump sagte nach dem Helsinki-Besuch: 'Ich werde lieber ein politisches Risiko im Streben nach Frieden zulassen, als den Frieden zugunsten der Politik zu riskieren.'“ (de.sputniknews.com)


Anhang:

Auszug aus dem Transkript der Pressekonferenz


Question: Thank you. A question for each president. President Trump, you first. Just now, President Putin denied having anything to do with the election interference in 2016. Every US intelligence agency has concluded that Russia did. My first question for you, sir, is who do you believe? My second question is, would you now, with the whole world watching, tell President Putin? Would you denounce what happened in 2016 and would you warn him to never do it again?

Donald Trump: So let me just say that we have two thoughts. You have groups that are wondering why the FBI never took the server. Why haven’t they taken the server? Why was the FBI told to leave the office of the Democratic National Committee? I have been wondering that, I have been asking that for months and months, and I have been tweeting it out, and I have been calling it out on social media. Where is the server? I want to know. Where is the server and what is the server saying? With that being said, all I can do is ask the question. My people came to me, Dan Coats came to me and some others. They said they think it is Russia. I have President Putin – he just said it is not Russia. I will say this: I do not see any reason why it would be. But I really do want to see the server. But I have confidence in both parties. I really believe that this will probably go on for a while, but I don’t think it can go on without finding out what happened to the server. What happened to the servers of the Pakistani gentleman that worked on the DNC. Where are the servers? They’re missing. Where are they? What happened to Hillary Clinton’s emails? 33,000 emails gone, just gone. I think in Russia, they would not have been gone so easily. I think it is a disgrace that we can’t get Hillary Clinton’s 33,000 emails. So, I have great confidence in my intelligence people, but I will tell you that President Putin was extremely strong and powerful in his denial today. And what he did is an incredible offer: he offered to have the people working on the case come and work with their investigators with respect to the 12 people. I think that’s an incredible offer. OK. Thank you.

Quelle (mit dem kompletten Transkript):
http://en.kremlin.ru/events/president/news/58017



Siehe auch:

Gipfeltreffen von Trump und Putin in Helsinki am 16.7.2018
Militaristen am Rande des Nervenzusammenbruchs
Von Klaus Hartmann
NRhZ 669 vom 25.07.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25085

Betrachtung vor dem Gipfeltreffen von Trump und Putin in Helsinki am 16.7.2018
Das Russland-Bild in den US-Mainstream-Medien
Von Paul Craig Roberts
NRhZ 668 vom 18.07.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25058

Gipfeltreffen von Trump und Putin in Helsinki am 16.7.2018
Immanuel Kant: Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
Von Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait
NRhZ 668 vom 18.07.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25059

Gipfeltreffen von Trump und Putin in Helsinki am 16.7.2018
Im Westen grassiert die Angst - Vor dem Frieden
Von Rainer Rupp
NRhZ 668 vom 18.07.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25060

Gipfeltreffen von Trump und Putin in Helsinki am 16.7.2018
Das war „Champions League“
Von Willy Wimmer
NRhZ 668 vom 18.07.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25061

Trump und Putin sprachen Klartext, deshalb schäumen eine politische Klasse und ihre journalistischen Bannerträger
Das war der Gipfel
Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam gegen die "Macht um Acht"
NRhZ 668 vom 18.07.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25066

Alles Theater – Einmarschieren in Venezuela?
Der tiefe Staat fordert seinen Tribut
Von KROKODIL
NRhZ 667 vom 11.07.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25028

Die Propagandisten des Imperiums machen sich ernste Sorgen
Der große Zerstörer im Weißen Haus
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann
NRhZ 666 vom 04.07.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25010

Online-Flyer Nr. 668  vom 18.07.2018

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