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Aktueller Online-Flyer vom 21. August 2018  

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Medien
Elegant formulierte Propaganda höher bewertet als schlichte Fakten
Das FÖG und die Fake News
Von Swiss Propaganda Research

Das Forschungsinstitut für Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich (FÖG) publiziert alljährlich das »Jahrbuch Qualität der Medien« (1). 2017 standen erstmals die berüchtigten »alternativen Medien« im Fokus. Es handle sich dabei um »pseudojournalistische Angebote«, die in der »freien Wildbahn« des Internets »dubiose Elaborate«, »abstruseste Behauptungen« und »wilde Verschwörungstheorien« verbreiteten und mittels »Fake News« die »gesellschaftliche Desinformation« betrieben.

Die Fake News illustriert (2) das FÖG an einem Beispiel: So habe das Trump-Team im US-Wahlkampf »afro­amerikanischen Wählern via Facebook gefälschte Videos zugespielt, in denen Hillary Clinton schwarze Männer als Raubtiere bezeichnet.« Als Beleg wird ein Artikel (3) der NZZ genannt – gemäß FÖG immerhin die qualitätsvollste Zeitung der Schweiz – der dies Wort für Wort bestätigt.

Die Sache hat nur einen Haken: Das fragliche Video (4) gibt es tatsächlich – und es ist echt. Clinton hat sich 2016 für die »unglückliche Wortwahl« aus ihrer Zeit als First Lady entschuldigt (5).

Das FÖG-Beispiel für Fake News: Es ist selbst »Fake News«. Bezeichnend für das Qualitätsverständnis des Instituts, das die elegant formulierte Propaganda höher bewertet als die schlichten Fakten. Und ebenso bezeichnend für die Misere der Schweizer Medien, denen 2017 – gemäß FÖG – erstmals weniger als 50% (6) der Bevölkerung vertrauten.


Fussnoten:

1 Jahrbuch Qualität der Medien
Verantwortlich für das Jahrbuch ist das fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft. Das Jahrbuch ist Produkt des langjährigen Strebens, die interdisziplinären Fähigkeiten und die Infrastrukturen zu erlangen, um die öffentliche Kommunikation als wichtigsten Zugang zur Analyse des gesellschaftlichen Wandels zu erschliessen.
http://www.foeg.uzh.ch/de/jahrbuch.html

2 Vorwort zum Jahrbuch Qualität der Medien
http://www.foeg.uzh.ch/dam/jcr:e60226e3-1da3-4e1c-9eba-e44db381ef63/Vorwort.pdf

3 Ich seh etwas, was du nicht siehst
Der Wahlkampf hat auch die sozialen Netzwerke erfasst. Mit Mikromarketing will man die einzelnen Wähler zielgenau ansprechen. Im Endeffekt bedeutet dies den Tod der politischen Öffentlichkeit.
Adrienne Fichter, Neue Zürcher Zeitung, 18.2.2017
https://www.nzz.ch/feuilleton/personalisierte-politkampagnen-ich-seh-etwas-was-du-nicht-siehst-ld.146348

4 This Video SHOULD Cost Hillary Clinton The Black Vote
Am 15.02.2016 veröffentlicht
WATCH Hillary Clinton's racist "super predators" speech.
https://www.youtube.com/watch?v=8k4nmRZx9nc

5 Post Politics: Clinton regrets 1996 remark on ‘super-predators’ after encounter with activist
By Anne Gearan and Abby Phillip, February 25, 2016
https://www.washingtonpost.com/news/post-politics/wp/2016/02/25/clinton-heckled-by-black-lives-matter-activist/?utm_term=.db2a16916939

6 Switzerland:
Mario Schranz, Mark Eisenegger, and Linards Udris
Research Institute for the Public Sphere & Society, University of Zurich
Posted by Nic Newman, May 30, 2017
http://www.digitalnewsreport.org/survey/2017/switzerland-2017/


Mit Dank übernommen von Swiss Propaganda Research - dort veröffentlicht am 29.10.2017


Siehe auch:

Mit der WOZ den Sturz von Washingtons Feinden bewerben
Die WOZ und die Weltpolitik
Von Swiss Propaganda Research
NRhZ 635 vom 01.11.2017
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24289

Online-Flyer Nr. 635  vom 01.11.2017

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