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Aktueller Online-Flyer vom 17. Oktober 2017  

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Globales
Betrachtung anläßlich der Amtseinführung von Donald J. Trump
Trumps Kriegserklärung
Von Paul Craig Roberts

Die kurze Amtseinführungsrede von Präsident Trump war eine Kriegserklärung gegen die Gesamtheit des amerikanischen herrschenden Establishments. Gegen das gesamte. Trump hat uneingeschränkt klar gemacht, dass die Feinde der Amerikaner genau hier zuhause sind: Globalisten, neoliberale Ökonomen, Neokonservative und andere Unilateralisten, die es gewohnt sind, die USA der Welt aufzudrängen und uns in endlose und kostspielige Kriege zu verwickeln; Politiker, die lieber dem herrschenden Establishment – dem gesamten Komplex privater Interessen – dienen als dem amerikanischen Volk, die Amerika zugrunde gerichtet haben und dabei sehr reich geworden sind. Wenn ich die Wahrheit sagen darf: Präsident Trump hat einen Krieg erklärt, der für ihn selbst weit gefährlicher ist, als wenn er ihn gegenüber Russland oder China erklärt hätte.


President Donald J. Trump (Quelle: whitehouse.gov)

Trump zuliebe keine Kehrtwendung

Die von Trump als "Der Feind" bezeichneten Interessengruppen sind bestens etabliert und gewöhnt, das Sagen zu haben. Ihre mächtigen Netzwerke sind nach wie vor vorhanden. Auch wenn im Repräsentantenhaus und im Senat die Republikaner die Mehrheit haben, so sind die meisten im Kongress doch den herrschenden Interessengruppen verantwortlich, die ihren Wahlkampf finanzieren, und nicht dem amerikanischen Volk oder dem Präsidenten. Der Komplex des Militärs und der Sicherheit, Konzerne, die ihre Produktion ins Ausland verlagern, die Wall Street und die Banken werden Trump zuliebe keine Kehrtwendung machen. Und auch die sich prostituierenden Medien nicht, die den Interessengruppen gehören, deren Macht Trump herausfordert.

Trump hat klargemacht, dass er für jeden Amerikaner steht, schwarz, braun und weiß. Es gibt kaum Zweifel, dass seine Erklärung der Geschlossenheit von den Hassern auf der Linken ignoriert werden wird. Sie werden ihn weiterhin einen Rassisten nennen, wie es – während ich schreibe – die mit 50 Dollar pro Stunde bezahlten Demonstranten tun.

Tatsächlich ist beispielsweise die Führung der Schwarzen in eine Opferrolle hinein gewachsen, aus der es kaum ein Entkommen gibt. Wie soll man Menschen zusammen bringen, denen ihr Leben lang vermittelt wurde, dass Weiße Rassisten und sie die Opfer von Rassisten sind?

Ist das zu machen? Ich war eben kurz bei Press TV auf Sendung, wo wir Trumps Antrittsrede analysieren sollten. Der andere Kommentator war ein schwarzer Amerikaner in Washington D.C.. Trumps Rede der Geschlossenheit hat auf ihn keinen Eindruck gemacht, und der Moderator war nur daran interessiert die angeheuerten Demonstranten zu zeigen, um damit Amerika zu diskreditieren. So viele Menschen haben ein wirtschaftliches Interesse daran, im Sinne von Opfern zu sprechen, weil Geschlossenheit ihnen die Arbeit und ihre Beweggründe nehmen würde.

Trump: Schwarze, Hispanos, Feministen, Illegale, Homo- und Transsexuelle gegen sich

Zusammen mit den Globalisten, der CIA, den die Produktion ins Ausland verlagernden Konzernen, der Waffenindustrie, dem NATO-Establishment in Europa und ausländischen Politikern, die es gewohnt sind, für ihre Unterstützung von Washingtons interventionistischer Außenpolitik gut bezahlt zu werden, wird Trump die Führung der Menschen, die sich als Opfer sehen, gegen sich haben: Schwarze, Hispanos, Feministen, Illegale, Homo- und Transsexuelle. Diese lange Liste beinhaltet natürlich auch die weißen Liberalen, da sie davon überzeugt sind, dass das amerikanische Hinterland die Heimat von weißen Rassisten, Frauenfeinden, Homophoben und Waffennarren ist. Nach ihrer Vorstellung sollten diese 84 Prozent der geographischen USA unter Quarantäne gestellt oder begraben werden.

Mit anderen Worten: Wird es in der Bevölkerung genügend guten Willen geben, damit ein Präsident in der Lage ist, die 16 Prozent, die Amerika hassen, mit den 84 Prozent, die Amerika lieben, zu vereinen?

Betrachten Sie die Kräfte, die Trump gegen sich hat: Führer von Schwarzen und Hispanos brauchen die Opferrolle, denn die gibt ihnen Macht und Einkommen. Sie werden ein eifersüchtiges Auge auf Trumps Geschlossenheit werfen. Geschlossenheit ist gut für Schwarze und Hispanos, aber nicht für deren Führer.

Die Führungskräfte und Aktienbesitzer globaler Konzerne bereichern sich, indem sie Arbeitsplätze ins Ausland verlagern, die Trump wieder in die Heimat zurückholen will. Wenn die Arbeitsplätze zurückgeholt sind, werden deren Profite, Boni und Kapitalgewinne schwinden. Aber die wirtschaftliche Sicherheit der amerikanischen Bevölkerung wird zurückkehren.

Attentat auf Trump nicht auszuschließen

Der militärisch-industrielle Komplex hat ein jährliches Budget von 1.000 Milliarden Dollar in Zusammenhang mit der "russischen Bedrohung", die Trump durch normalisierte Beziehungen ersetzen will. Ein Attentat auf Trump ist nicht auszuschließen.

Viele Europäer verdanken ihr Prestige, ihre Macht und ihr Einkommen der NATO – die Trump infrage gestellt hat.

FED: Trump per Finanzkrise überwältigen

Die Profite des Finanzsektors ergeben sich fast vollständig daraus, dass Amerikaner in die Schuldknechtschaft gebracht und ihre privaten und öffentlichen Pensionen geplündert werden. Der Finanzsektor mit der Federal Reserve als seinem Akteur kann Trump mit einer Finanzkrise überwältigen. Die New York Federal Reserve Bank hat ein komplettes Handelsressort. Sie kann jeden Markt in Turbulenzen sturzen. Auch kann sie jeden Markt stützen, denn es gibt keine Grenzen hinsichtlich ihrer Fähigkeit US-Dollar zu produzieren.

Das gesamte politische Gebäude in den USA hat sich vom Willen, den Wünschen und den Bedürfnissen des Volkes isoliert. Jetzt sagt Trump, dass die Politiker dem Volk gegenüber Rechenschaft schuldig seien. Dies würde natürlich eine große Verunsicherung hinsichtlich Amt, Einkommen und Wohlstand bedeuten.

Amtsenthebungsverfahren gegen Trump

Es gibt eine große Zahl von Gruppen, die von unbekannter Seite finanziert werden. "RootsAction" beispielsweise hat heute auf Trumps klare Zusage an das ganze Volk, gegen das herrschende Establishment einzustehen, mit der Aufforderung reagiert, den Kongress zu ersuchen, "den Rechtsauschuss des Repräsentantenhauses (House Judiciary Committee) anzuweisen, ein Amtsenthebungsverfahren einzuleiten" und Geld für Trumps Amtsenthebung bereitzustellen.

Eine andere Hass-Gruppe - "Human Rights First" [eine so genannte Menschenrechtsorganisation in den USA] - beschimpft Trumps Verteidigung unserer Grenzen als die Schließung "einer Zuflucht der Hoffnung für jene, die vor Verfolgung fliehen". Darüber lohnt es, eine Minute lang nachdenken. Laut der liberal-progressiven Linken und den ethnischen Interessensgruppen sind die USA eine rassistische Gesellschaft, und Präsident Trump ist ein Rassist. Dennoch fliehen Menschen vor Rassenverfolgung nach Amerika, wo sie wegen ihrer Rasse verfolgt werden? Das ergibt keinen Sinn. Die Illegalen kommen hierher, um zu arbeiten. Fragen Sie die Bauunternehmen. Fragen Sie die Hühner- und Tierschlachthofe. Fragen Sie die Reinigungsdienste in den Urlaubsgebieten.

Die Liste derer, denen Trump den Krieg erklärt hat, ist lang genug, wenn auch noch mehr hinzugefügt werden könnte.

Falls Trump ermordet werden sollte

Wir sollten uns fragen, warum ein 70jähriger Milliardär mit florierenden Geschäften, einer schönen Frau und intelligenten Kindern willens ist, seine letzten Jahre den außergewöhnlichen Anstrengungen eines Präsidentendaseins herzugeben, mit dem aufreibenden Programm, die Regierung wieder in die Hände des amerikanischen Volkes zu legen? Es gibt keinen Zweifel, dass Trump sich zum Ziel eines Mordanschlags gemacht hat. Die CIA wird nicht aufgeben und verschwinden. Warum nimmt ein Mensch die große Wiederherstellung Amerikas auf sich, wie Trump erklärt hat, wenn er seine restlichen Jahre ungemein genießen könnte?

Was auch immer der Grund dafür ist, sollten wir dankbar dafür sein. Und wenn er es ernst meint, müssen wir ihn unterstützen. Falls er ermordet werden sollte, müssen wir zu unseren Waffen... [was Paul Craig Roberts hier für den Fall der Ermordung des US-Präsidenten weiter schreibt, ist ein Aufruf zur Gewaltanwendung gegen die Zentrale der CIA in Langley, der hier nicht wiedergegeben werden soll.]

Falls er Erfolg haben sollte, verdient er den Titel: Trump der Große!


Russland, China, Iran, Venezuela, Ecuador, Bolivien und jedes andere Land auf der Abschussliste der CIA sollte verstehen, dass Trumps Aufstieg einen nur unzureichenden Schutz bietet. Die CIA ist eine weltweite Organisation. Deren profitable Geschäfte bieten Einkünfte unabhängig vom US-Budget. Die Organisation ist in der Lage, Operationen unabhängig vom Präsidenten oder ihres eigenen Direktors durchzuführen. Die CIA hatte etwa 70 Jahre Zeit, um sich zu etablieren. Sie ist nicht verschwunden.


Übersetzung aus dem Englischen: NRhZ

Den Artikel in seiner Originalfassung mit dem Titel "Trump’s Declaration of War" hat Paul Craig Roberts am 20. Januar 2017 auf seiner website paulcraigroberts.org veröffentlicht.



Dr. Paul Craig Roberts war unter US-Präsident Ronald Reagan stellvertretender Finanzminister der Vereinigten Staaten. Roberts wurde für seine herausragenden Leistungen zur Formulierung der ökonomischen Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten mit dem Meritorious Service Award des US-Finanzministeriums ausgezeichnet. Nachdem er aus dem US-Finanzministerium ausschied, betätigte er sich als Berater des amerikanischen Verteidigungs- und Handelsministeriums. Dr. Roberts wurde Mitherausgeber und Kolumnist des The Wall Street Journal, Kolumnist für Business Week sowie den Scripps Howard News Service. Im Jahr 1992 wurde er mit dem Warren Brookes Award für exzellente Leistungen im Journalismus ausgezeichnet. 1993 kürte ihn Forbes Media zu einem der einflussreichsten und besten Journalisten in den Vereinigten Staaten. Im Jahr 1987 zeichnete ihn die französische Regierung für seine Leistungen einer Erneuerung der Wirtschaftswissenschaften und -strategien nach einem halben Jahrhundert des Staatsinterventionismus aus und nahm ihn in die Ehrenlegion auf.



Zum Amtsantritt von US-Präsident Donald J. Trump siehe auch:

Amtsantrittsrede in Washington D.C. am 20. Januar 2017
Freundschaft mit allen Nationen der Welt
Von US-Präsident Donald J. Trump
NRhZ 597 vom 22.01.2017
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23474

Die Kampagne gegen den neuen Präsidenten der USA
Vorsicht, Trump!
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann
NRhZ 596 vom 20.01.2017
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23473

Campact & US-Schwester MoveOn mit Soros-Dollars gegen Trump
Wir haben es satt!
Von Hartmut Barth-Engelbart
NRhZ 597 vom 25.01.2017
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23482

"Alle gegen Trump" – für die Interessen der NATO
Von George Soros und seiner Open Society Foundation finanziert
Interview mit Klaus Hartmann
NRhZ 597 vom 25.01.2017
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23484

Neuer US-Präsident Donald Trump
Große Chance für Deutschland und Europa
Von Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait
NRhZ 597 vom 25.01.2017
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23486

Betrachtung anlässlich der Amtseinführung von Donald J. Trump
Kein Wort von Trump über die Heiligen Kühe der europäischen Eliten
Von Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait
NRhZ 597 vom 25.01.2017
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23487

Presseclub: „Trump im Amt – können wir uns auf Amerika noch verlassen?“
Die Quittung kommt
Von Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait
NRhZ 597 vom 25.01.2017
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23485

Betrachtung anlässlich der Amtseinführung von Donald J.Trump
Militärisch-politische Zäsur
Von Brigitte Queck
NRhZ 597 vom 25.01.2017
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23479

Kommentar vom Hochblauen
Trump, ein National-Sozialist als Messias für die jüdischen Besatzer und Querfront Populisten
Von Evelyn Hecht-Galinski
NRhZ 597 vom 25.01.2017
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23481

Von Merkel bis Links: Die Querfront steht
Trump den Krieg erklären
Von Ulrich Gellermann
NRhZ 597 vom 25.01.2017
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23491

Betrachtung anlässlich der Amtseinführung von Donald J. Trump
Willkommen Mr. Chance
Von Uri Avnery
NRhZ 597 vom 25.01.2017
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23492

Betrachtung anlässlich der Amtseinführung von Donald J. Trump
Machtwechsel in den USA – Ehemalige Machtelite weint und inszeniert Demonstrationen gegen Trump
Von Wolfgang Bittner
NRhZ 597 vom 25.01.2017
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23494

Rezension zu "Wolfgang Effenberger: Die Welt im Zangengriff der Milliardäre"
Der Milliardär Trump
Von Eberhard Fehrmann
NRhZ 597 vom 25.01.2017
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23480

Vom US-Bürgerkrieg bis heute
Die Welt im Zangengriff der Milliardäre (Teil 2)
Von Wolfgang Effenberger
NRhZ 597 vom 25.01.2017
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23495

Vortrag von Werner Rügemer, Wissenschaftlicher Beirat von attac, 19.01.2017
Wird mit Trump alles anders? Was ändert sich für Europa?
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NRhZ 597 vom 25.01.2017
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Online-Flyer Nr. 597  vom 25.01.2017

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