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Aktueller Online-Flyer vom 23. Oktober 2017  

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Filmclips
Stadt-Reinigung oder die Sorge um die Demokratie
Aus dem KAOS Kunst- und Video-Archiv



https://youtu.be/L2DNV_zkgEEL2DNV_zkgEE

"Z", das Magazin für Politik, Satire und Kunst auf Kanal 4, Ausgabe 13/1994 hat „Stadt-Reinigung“ zum Thema. „unglaublich sauber – nicht nur sauber, sondern perfekt rein – absolut sauber – einfach glänzend – alles sauber, alles lecker – wahre reinheit ist mehr (als nur flecken rauswaschen) – das nenn ich pure reinheit – ich fühl mich wirklich ganz trocken und sicher – sicherheit und geborgenheit durch markenprodukte – comfort und schutz in einem – also für mich gibts keine alternative!“ Wer oder was soll sauber oder absolut sauber sein? Die Stadt? Ihre Bewohner? Bettler und Obachlose passen da nicht ins Bild. Geprägt von Werbesprüchen soll der Alltag, die Gesellschaft funktionieren. Aber in wessen Sinne?

Dieser dritte Beitrag aus "Z" 13/1994 stellt neben der Dokumentation über die Kölner Klagemauer für Frieden und den Einsatz von ihrem Initiator Walter Herrmann für die Wohnungs- und Obdachlosen in der Stadt Köln (http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23085) den künstlerischen Part der Sendung. Der „Waschzwang“-Werbung entringen die Magazin-Macher den Saubermännern und -frauen die wesentlichen Fragen:

Sicher und Sauber

Wer schützt die Familie, wer schützt das menschliche Leben wirklich? Da kommt etwas auf uns zu, was wir alleine niemals schaffen! Unglaublich, aber man muss sich plötzlich Sorgen machen um unsere Demokratie!

Sorgen um „unsere“ Demokratie scheinen angebracht, denn die Saubermenschen sehen im Verlust der Sauberkeit den Verlust der Demokratie: Die Zukunft muss gesichert, muss sauberer, muss sicherer werden! Da kommt etwas auf uns zu, was wir alleine niemals schaffen!? „Demokratie verteidigen“ hieß es Anfang Februar 2002 bei den Protesten gegen die Münchner „Sicherheits“-Konferenz, denn Demonstration und öffentlicher Protest waren – nur wenige Wochen nach der Kriegseskalation in Afghanistan und knapp ein halbes Jahr nach dem angeblich den „Anti-Terror-Krieg“ auslösenden 11. September 2001 – verboten.  „Enduring Freedom“ – so das Motto des nicht enden sollenden US-Gemetzels.

„Waffen sind totsicher“ heißt es auf einem Plakat in München (2005), „Stoppt den globalen Krieg der NATO-Staaten“ (2004),  „Bier statt Bomben“ (2003), „Kampf der NATO-Kriegspolitik“ (2002) und im selben Jahr: „Wo ist die Münchner Freiheit?“

Futsch ist sie, wenn wir sie nicht verteidigen! Und allem voran die grundgesetzlich garantierte Meinungsfreiheit...


Siehe auch:

Filmclip
Stadt-Reinigung – Von der Privatisierung öffentlicher Räume
"Z" 1994 (KAOS Kunst- und Video-Archiv)
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23085

Clip downloaden (mit Rechtsklick - "Ziel speichern unter...")

Online-Flyer Nr. 587  vom 23. Oktober 2017



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