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Aktueller Online-Flyer vom 17. Oktober 2017  

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Kultur und Wissen
Ausstellung und Veranstaltungsreihe in Berlin: "Im Osten nichts Neues"
Alte Feindbilder, moderne Propaganda
Von Dr. Sabine Schiffer

Viele, auch bisher völlig unpolitische Menschen, gehen in Deutschland und anderswo auf die Straße. Sie protestieren gegen die als Kriegspropaganda empfundene Hetze gegen Russland. Es sind Menschen aus der Mitte der Gesellschaft. Ein Unbehagen gegenüber der durchschaubar einseitigen Politik und Medienberichterstattung macht sich breit. Dazu gibt es eine gemeinsame Ausstellung und Veranstaltungsreihe zum Thema Medienmanipulation des Instituts für Medienverantwortung (IMV) im "Sprechsaal" in der Berliner Marienstraße 26 vom 20. Juni bis zum 25. Juli.

Ausstellung im Veranstaltungsort "Sprechsaal"
Quelle: "Sprechsaal"
 
Vielen ist das extreme Putin- und Russland-Bashing inzwischen zuwider. Auch die ganz offensichtlichen Manipulationen durch gezieltes Weglassen von Wichtigem oder Hinzufügen von Ablenkendem fallen auf. Die tendenziöse Benennungspraxis für protestierende Menschen stößt ebenso auf, wenn von „Demonstranten“ auf der einen Seite und „Terroristen“ oder „Mob“ auf der anderen Seite die Rede ist. Die verbale Legitimierung der „Maidan-Bewegung“ gegenüber der Delegitimierung der antifaschistischen Kräfte in der Ukraine kritisiert die ehemalige Moskau-Korrespondentin Gabriele Krone-Schmalz. Ihr Appell verhallt in der täglichen Meinungsmache.
 

Dr. Sabine Schiffer im Sprechsaal
Quelle: "Sprechsaal"
Die Ausstellung zeigt anhand aussagekräftiger Medien-beispiele in verschiedenen Installationen, wie Manipulation funktioniert. Die Ukraine-Berichterstattung stellt dabei eine Art Höhepunkt der insgesamt zunehmenden Propaganda dar. Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zeigen falsches Bildmaterial, deuten Putsche in Regierungswechsel und Volksabstimmungen in Annexionen um. Anderseits bewerten sie vergleichbare Ereignisse mit unterschiedlichen Maßstäben. Claus Klebers „Interview“ mit dem Siemens-Vorstandsvorsitzenden Käser ist da nur die Spitze des Eisbergs. Die Printmedien stehen dem in nichts nach, wozu man nicht einmal auf die BILD-Zeitung zurückgreifen muss. Dort toppt man allerdings die angeblich seriöseren Medien, indem man den Regierungen konkrete Handlungsempfehlungen gibt.
 
Wissen es die Medien besser? Und wenn, dann woher? Woher kommt die auffallende Einhelligkeit medialer Deutungen? Erfüllen sie ihre Aufgabe als Vierte Gewalt noch? Haben sie es je vermocht? Wo liegen die Grenzen medialer Machtkritik? Und wo liegen die Gründe für die beobachtbare Kriegshetze der letzten Jahre? Muss es bei der alten Feindbildpflege gen Osten bleiben oder können wir der Kriegslogik noch entkommen?
 
Bürger einer Demokratie haben das Recht, aber auch die Pflicht, diesen Fragen auf den Grund zu gehen. Vielen ist das extreme Putin- und Russlandbashing in Politik und Medien inzwischen zuwider. Auch die ganz offensichtlichen Manipulationen durch gezieltes Weglassen von Wichtigem oder Hinzufügen von Ablenkendem fallen auf. Die tendenziöse Benennungspraxis für protestierende Menschen stößt ebenso auf, wenn von „Demonstranten“ auf der einen Seite und „Terroristen“ oder „Mob“ auf der anderen Seite die Rede ist. Die Legitimierung der „Maidan-Bewegung“ gegenüber der Delegitimierung der antifaschistischen Kräfte in der Ukraine kritisiert die ehemalige Moskau-Korrespondentin Gabriele Krone-Schmalz. Ihr Appell verhallt in der täglichen Meinungsmache.
 
Die Ausstellung zeigt anhand aussagekräftiger Medienbeispiele in verschiedenen Installationen auf, wie Manipulation funktioniert. Sie stellt eine Kooperation zwischen dem Institut für Medienverantwortung und dem "Sprechsaal" Berlin dar.

Eckart Spoo
NRhZ-Archiv
 
Einen Vortrag " Ukraine – die aktuellen Kriegslügen "von Eckart Spoo, dem ehemaligen Bundesvorsitzenden der Deutschen Journalisten-Union (dju) und Herausgeber der Zeitschrift „Ossietzky“, vorgestellt von Dr. Sabine Schiffer, finden Sie hier: http://www.youtube.com/watch?v=iwvRwqyQwOQ&list=PLkM-3W6yehDBFlK1eb_g1XrnWToMUPLy_
 
Ausstellungsbegleitende Veranstaltungen, Beginn jeweils 18.30 Uhr:

10.07. Unabhängigkeit in Gefahr? Deutsche Top-Journalisten und transatlantische Netzwerke (Vortrag mit Diskussion) Dr. Uwe Krüger, Universität Leipzig. Bestimmte Auffälligkeiten in der Ukraine-Berichterstattung werden plausibel, wenn man die Verbindungen deutscher Leitmedien zu US- und Nato-nahen Organisationen kennt. Dieser Vortrag zeigt Netzwerke von führenden Außenpolitik-Journalisten und wie sich diese personelle Nähe in Berichten und Kommentaren niederschlägt.
11.07. Podiumsdiskussion II: Wohin treiben unsere Medien? Wohin treiben wir? Bürger wehren sich immer wieder gegen einseitige und hetzerische Medienbeiträge. Mit mehr oder weniger Durchschlagskraft. Welche Möglichkeiten des Einspruchs gibt es und wie gehen Medien mit der Kritik um? ARD-aktuell (angefragt), Volker Bräutigam (Programmbeschwerde Tagesschau) angefragt, Dr. Christine Horz (Initiative für einen Publikumsrat für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk), Jochen Scholz (ehem. Luftwaffenoffizier und Verfasser eines offenen Briefes an Putin)
16.07. Augenzeugen berichten mit Sergiy Kirichuk (Borotba Ukraine), Andrej Hunko (MdB Die Linke, Beobachter) jeweils angefragt
17.07. Journalisten vor Ort – Ein anderer Blickwinkel ist möglich: Thomas Eipeldauer, Susann Witt-Stahl (moderiertes Gespräch)
18.07. Medien und Krieg und die Chancen und Grenzen des Internets (Vortrag mit Diskussion, Dr. Sabine Schiffer, Leiterin des Instituts für Medienverantwortung
25.07. Finnissage (PK)
 
Weitere Informationen: www.sprechsaal.de


Online-Flyer Nr. 466  vom 09.07.2014

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