NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung - Logo
SUCHE
Suchergebnis anzeigen!
RESSORTS
SERVICE
Unabhängige Nachrichten, Berichte & Meinungen
Aktueller Online-Flyer vom 28. März 2017  

zurück  
Druckversion

Fotogalerien
Großveranstaltung zum 10. Jahrestag des Attentats in der Kölner Keupstraße
Gefängnis Nationalsozialismus
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

Am 26. Februar 1933 feiert die von Neven DuMont herausgegebene Kölnische Zeitung den Zusammenschluss von NSDAP und bürgerlicher Parteien: „Die Kölnische Zeitung hat... lange für diesen Zusammenschluss gekämpft.“ In den letzten Kriegstagen im April 1945 richtet sich die Kölnische Zeitung unter dem Titel „Die Einwohner der alten Domstadt denken nicht daran, ihre deutsche Gesinnung zu verleugnen“, gegen die „anglo-amerikanische Bluff-Propaganda“, es komme „gerade jetzt darauf an, das äußerste an Entschlossenheit und Energie aufzubieten...“ Das hindert Alfred Neven DuMont, Herausgeber des Kölner Stadt-Anzeiger, nicht, am 9. Juni 2014 bei der Großveranstaltung "birlikte - Zusammenstehen" zu sagen: „Ich habe von 1933 bis 1945 im Gefängnis gelebt. Und dieses Gefängnis hieß Nationalsozialismus und rechte Gefahr. Das wollen wir nie wieder...“ Auch andere Propagandisten der Herrschaftsmedien ergreifen das Wort – so der dem US-Imperialismus verpflichtete Stefan Aust, bis 2008 Chefredakteur des SPIEGEL, jetzt Herausgeber des Springer-Blattes DIE WELT. Die Atlantik-Brücke ist auch mit Bundespräsident Gauck vertreten. Seine Rede wird u.a. von BILD veröffentlicht.


Von der Amtseinführung des ukrainischen Präsidenten vor zwei Tagen kommend tritt Bundespräsident Joachim Gauck am 9.6.2014 in Köln bei der Großveranstaltung „birlikte – Zusammenstehen“ auf
Alle Fotos: arbeiterfotografie.com (Anneliese Fikentscher, Cindy Dillmann, Klaus Franke, Andreas Neumann)


Bundespräsident Joachim Gauck


Zehntausende sind gekommen, um ein antirassistisches Fest zu feiern


Staatskarosse von Bundespräsident Joachim Gauck


Kommentar zum Auftritt von Bundespräsident Joachim Gauck in der Keupstraße


Bundespräsident Joachim Gauck in der Keupstraße


Kommentar zum Auftritt von Bundespräsident Joachim Gauck


Betreiber des Friseursalons in der Keupstraße, vor dem am 9.6.2004 die auf einem Fahrrad angebrachte Nagelbombe explodierte


Vor dem Friseursalon in der Keupstraße, vor dem am 9.6.2004 die auf einem Fahrrad angebrachte Nagelbombe explodierte


Kommentar zum Auftritt von Bundespräsident Joachim Gauck


Bundespräsident Joachim Gauck


Friseursalon in der Keupstraße, vor dem am 9.6.2004 die auf einem Fahrrad angebrachte Nagelbombe explodierte – links die Betreiber des Friseursalons


Friseursalon in der Keupstraße, vor dem am 9.6.2004 die auf einem Fahrrad angebrachte Nagelbombe explodierte und Laden verwüstete


Während der Rede von Bundespräsident Joachim Gauck auf der für 50.000 Besucher dimensionierten Platzfläche


Bühne mit Bundespräsident Joachim Gauck (Mitte) und Stadt-Anzeiger-Herausgeber Alfred Neven DuMont (rechts außen): „Ich habe von 1933 bis 1945 im Gefängnis gelebt. Und dieses Gefängnis hieß Nationalsozialismus und rechte Gefahr. Das wollen wir nie wieder...“


Während der Rede von Bundespräsident Joachim Gauck auf der für 50.000 Besucher dimensionierten Platzfläche


Musikalische Auftritte auf der Mega-Bühne an der Schanzenstraße in Köln-Mülheim


Staatskarosse von Bundespräsident Joachim Gauck


Musikalische Auftritte auf der Mega-Bühne an der Schanzenstraße in Köln-Mülheim


Auftritt der türkisch-kurdischen Sängerin Aynur


Auftritt der brings


Auftritt der Fantastischen Vier


Stefan Aust, 1994 bis 2008 Chefredakteur des SPIEGEL, seit 2014 Herausgeber des Springer-Blattes DIE WELT, tritt am 9.6.2014 bei der Podiumsdiskussion „NSU und die Folgen – Was müssen wir lernen“ und bei der Großveranstaltung auf der Bühne auf


Podiumsdiskussion „NSU und die Folgen – Was müssen wir lernen?“ mit Justizminister Heiko Maas, Stefan Aust, Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler, Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung und dem Attentatsopfer Abdulla Ozkan – moderiert von Hans-Ulrich Jörges (stern)


Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler – tätig im so genannten NSU-Prozess – bei der Podiumsdiskussion „NSU und die Folgen – Was müssen wir lernen“


Am 8.6.2014 – Straßenfest in der Keupstraße


Am 8.6.2014 – Straßenfest in der Keupstraße


Am 8.6.2014 – Straßenfest in der Keupstraße


Am 8.6.2014 – Straßenfest in der Keupstraße


Am 8.6.2014 – Straßenfest in der Keupstraße


Am 8.6.2014 – Straßenfest in der Keupstraße


Am 9.6.2014 – in der Keupstraße


Am 9.6.2014 – in der Keupstraße


Absperrgitter in der Schanzenstraße


Werbung für die Großveranstaltung „birlikte – Zusammenstehen“


Absperrgitter auf dem Veranstaltungsgelände an der Schanzenstraße


Es ist zu würdigen, dass eine Bewegung wie "Arsch huh, Zäng ussenander“, Hauptveranstalter von "birlikte – Zusammenstehen", das Ziel hat, das lokale gleichberechtigte Zusammenleben von Menschen verschiedener Religionen und Herkunft zu fördern. Das darf nicht übersehen werden – obwohl die herrschenden Kräfte in Medien und Politik durch das sich Einhängen in eine solche Bewegung von ihrem eigenen mörderischen Treiben – wie dem in der Ukraine und in Syrien beispielsweise – abzulenken versuchen, und trotz der offenen Frage, inwieweit das Nagelbombenattentat vom 9.6.2004 einen rassistischen oder aber geheimdienstlichen Hintergrund hat.

Die Redner am 9.6.2014 waren sich offensichtlich alle einig, dass das Nagelbombenattentat von dem so genannten Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) verübt worden ist. Aber woher nehmen sie diese Sicherheit? Es sind im Wesentlichen die Video-DVDs, die in den Trümmern der vollständig ausgebrannten Wohnung gefunden worden sein sollen, in der das so genannte NSU-Trio gelebt haben soll. Wie die DVDs den Brand unbeschadet überstanden haben sollen, hat noch niemand plausibel erklären können. Und auch der Inhalt des Videos ist alles andere als ein Beweis für die Täterschaft. Das Attentat findet darin zwar Erwähnung, aber ohne es konkreten Personen zuzuordnen. Beweis: Fehlanzeige.

Es fällt auf, dass die Medien im Zusammenhang mit der Berichterstattung über den 10. Jahrestag des Keupstraßen-Attentats mit ihren Formulierungen über die Täterschaft – im Gegensatz zu früheren Veröffentlichungen – erstaunlich zurückhaltend sind. WDR2 spricht davon, dass der Anschlag dem NSU "zugeschrieben" werde. WDR3 spricht davon, dass er "mutmaßlich" von NSU-Terrorist Uwe Böhnhardt verübt worden sei. Gemäß Einslive soll das Attentat "wohl" vom NSU begangen worden sein. Gemäß Tagesschau war "wahrscheinlich" der NSU für den Anschlag verantwortlich. Und auch die 'junge Welt', die sich sonst immer ganz sicher zu sein schien, bringt am 10.6.2014 einen dpa-Artikel, in dem es heißt, es sei "klar" geworden, dass "wohl" der NSU für diesen Anschlag verantwortlich war - eine irritierende Formulierung.

Es sei in diesem Zusammenhang erinnert an Andreas von Bülow, der in seinem 1998 erschienenen Buch "Im Namen des Staates" schrieb: US-Stratege „Brzezinski hat die moralische Last Deutschlands aus der Vergangenheit angesprochen, auf die man auch in Zukunft setzen könne. Dem wird man zweckmäßigerweise von Zeit zu Zeit immer wieder ein klein wenig nachhelfen müssen. Man kennt entsprechende Aktivitäten der Stasi in Ostberlin mit den Verbindungen in die rechtsradikale Szene... Und wenn der Likud-beherrschte Mossad seit Jahrzehnten mit den rechtsradikalen bis rechtsterroristischen Gruppen Europas zusammenarbeitet und diese für seine Zwecke nutzt, dann wird gerade Deutschland davon mit Sicherheit nicht ausgenommen sein.“ Alfred Neven DuMont sprach am 9.6.2014 vom Gefängnis Nationalsozialismus. Er wird es nicht im Sinne des US-Strategen Brzezinski gemeint haben. Oder doch? Eine Reihe der unter "Hinweise" aufgeführten Artikel beleuchtet diese Frage noch intensiver.


Hinweise:

Analyse zur Aussagekraft des „NSU-Bekenner-Videos“
Wiederentdeckung einer Automarke
Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann in NRhZ-Flyer Nr. 375 vom 10.10.2012
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=18303

Anmerkungen zu den NSU-Skandalen
So sehen false flag operations aus
Andreas von Bülow in NRhZ-Flyer Nr. 378 vom 31.10.2012
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=18362

Beschwerde gegen NSU-Berichterstattung endgültig abgewiesen
Presserat beseitigt Rechtsstaat
Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann in NRhZ-Flyer Nr. 403 vom 24.04.2013
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=18970

Über eine gelungene imperialistische Operation
Köder NSU begierig geschluckt
Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann in NRhZ-Flyer Nr. 441 vom 15.01.2014
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=19908

Bundespräsident Gauck anlässlich des Attentats in der Keupstrasse vor 10 Jahren
Eine Ansprache, die uns nicht entgehen darf
NRhZ-Flyer Nr. 459  vom 21.05.2014
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=20355

Anfrage des Bundesverbands Arbeiterfotografie in Sachen Jahrestag des Nagelbombenattentats in der Kölner Keupstrasse
Gedenken mit NATO-Nagelbomben-Repräsentant?
NRhZ-Flyer Nr. 461  vom 04.06.2014
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=20415

Online-Flyer Nr. 462  vom 11.06.2014

Druckversion     



Startseite           nach oben

KOSTARIKATUREN


Von Kostas Koufogiorgos
FILMCLIP


Danke für das Monster!
Von Arbeiterfotografie
FOTOGALERIE