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Aktueller Online-Flyer vom 11. Dezember 2017  

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Arbeit und Soziales
Andreas Meyer-Lauber wieder zum DGB-Vorsitzenden in NRW gewählt
„Arbeit der DGB-Gewerkschaften erfolgreich“
Von Peter Kleinert

Am 13./14. Dezember fand die 20. ordentliche Bezirkskonferenz des DGB NRW in Neuss statt. Am ersten Konferenztag stellten sich der Vorsitzende des DGB NRW, Andreas Meyer-Lauber, und seine Stellvertreterin, Dr. Sabine Graf, den 100 Delegierten zur Wiederwahl. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, der Vorsitzende der CDU-Fraktion im NRW-Landtag, Karl-Josef Laumann, und der Bundesvorsitzende des DGB, Michael Sommer, nahmen als RednerInnen teil. Hier Ausschnitte aus der Rede des Landesvorsitzenden.
 

Andreas Meyer-Lauber
Quelle: wikipedia
Die Bezirkskonferenz fand im Swissôtel in Neuss statt unter dem Motto "Gute Arbeit. In NRW". Für NRW. In seiner Eröffnungsrede bezeichnete Andreas Meyer-Lauber - seit 2010 Vorsitzender des DGB NRW, davor seit 2004 Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - die Entwicklung der DGB-Gewerk-schaften in Nordrhein-Westfalen als erfolgreich: „Wir haben es geschafft, die Talfahrt bei der Mitgliederent-wicklung zu stoppen. Bei den jungen Leuten bis 27 Jahren und den Beschäftigten in den Betrieben können wir ein deutliches Plus verzeichnen. Das zeigt: Gewerkschaften sind für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wieder attraktiv. Sie haben verstanden, dass wir gemeinsam mehr erreichen können als wenn jeder nur für sich alleine kämpft.“ Seit 2011 sei es gelungen, wieder spürbare Einkommensverbesserungen in Tarifverhandlungen durchzusetzen. „Und auch in unserem Kampf gegen prekäre Beschäftigung sind wir ein Stück weitergekommen. Wir haben nicht nur in Tarifverträgen zum Beispiel für Leiharbeiter bessere Regelungen erstritten, wir haben auch politisch durchgesetzt, dass es ab 2015 endlich einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro geben wird.“
 
Ausbildungsverpflichtung für Betriebe notwendig!
 
Die positiven Signale aus Berlin könnten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage auf dem NRW-Arbeitsmarkt nach wie vor dramatisch sei, so Meyer-Lauber weiter. „Es wäre fatal zu glauben, dass nun die Zeit des Friedens und der Glückseligkeit für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer angebrochen ist. Nach wie vor sind 745.000 Menschen in NRW arbeitslos. Von ihnen sind 72 Prozent schon längere Zeit ohne Job und beziehen deshalb Hartz IV.“ Vor diesem Hintergrund sei es alarmierend, dass die Unternehmen in diesem Jahr erneut weniger Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt hätten. „24.000 junge Frauen und Männer haben 2013 in NRW keinen Ausbildungsplatz bekommen. Um diesem Zustand endlich ein Ende zu bereiten, gibt es nur eine Lösung: Wir brauchen eine Ausbildungsverpflichtung für Betriebe, damit jeder, der ausbilden kann, dieser Verantwortung auch nachkommt.“ Der DGB schlage eine regionale Ausbildungsumlage vor, in die alle Unternehmen, die Ausbildungsplätze verweigerten, einzahlen müssten.
 
Bundesregierung hat bei der Energiewende versagt
 
„Auch bei der Energiewende bleiben wir weiter dran“, fuhr der DGB-Landeschef fort. „Leider kann man die alte Bundesregierung auf dieser Strecke nur als Versager bezeichnen. Ihr Zick-Zack-Kurs ist dafür verantwortlich, dass die Beschäftigten nun um ihre Arbeitsplätze bangen müssen.“ Nachhaltigkeit müsse aus Sicht der Gewerkschaften auch bedeuten, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht zu Verlierern der Energiewende würden. „Weniger CO2 und mehr gute Arbeitsplätze – auf diese Formel sollte sich die Energiewende bringen lassen.“ Die Chancen, dieses Ziel zu erreichen, seien gestiegen, auch durch die neue schwarz-rote Bundesregierung. „Diese Chance muss nun aber auch am Schopfe gepackt werden, wir dürfen keine Zeit mehr verlieren.“
 
Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern!
 
Um weiterhin erfolgreich zu sein, müssten die Gewerkschaften ihr Engagement für die junge Generation weiter vorantreiben, sagte Meyer-Lauber. „Wir brauchen einen neuen Blick auf die Bedürfnisse der jungen Frauen und Männer.“ Dazu gehöre eine Diskussion über Arbeitszeitmodelle, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. „Wir sollten den Menschen ermöglichen, ihre Arbeitszeit flexibler mit ihrer aktuellen Lebensphase in Einklang zu bringen.“ Außerdem kämen die Gewerkschaften nicht daran vorbei, sich stärker als bisher um die Studierenden zu bemühen. „Wenn bereits heute mehr Schulabgänger an die Hochschule als in die duale Ausbildung gehen, bedeutet das für die Gewerkschaften eine Zukunftsaufgabe.“ Und noch etwas nehme er sich für seine nächste Amtsperiode vor: „Wir werden unseren Daumen darauf haben, dass die im Berliner Koalitionsvertrag angekündigten Verbesserungen für die Arbeitswelt auch wirklich 1:1 umgesetzt werden.“
 
Mit 88,2 Prozent der Stimmen wurde Andreas Meyer-Laubernach nach seiner Rede erneut zum Vorsitzenden des DGB NRW gewählt. Auch seine Stellvertreterin, Dr. Sabine Graf, wurde mit 78,6 Prozent der Stimmen in ihrem Amt bestätigt. Wahlberechtigt waren 100 Delegierte aus allen acht Mitgliedsgewerkschaften des DGB NRW. (PK)


Online-Flyer Nr. 437  vom 18.12.2013

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