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Aktueller Online-Flyer vom 28. Juni 2016  

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Lokales
Kölner Klagemauer für Frieden und Menschenrechte
Die Stadt und ein gefährlicher Zionist
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

In der vergangenen Ausgabe der NRhZ ging es in einem Text von Walter Herrmann um Attacken einer neuen Kategorie auf die Klagemauer für Frieden und Menschenrechte, die zurzeit die Menschenrechtsverletzungen Israels gegenüber den Palästinensern zum Thema macht (Titel des Textes: „Der Kölner OB Roters und das Bürgerrecht der freien Diskussion im öffentlichen Raum“). Geschildert wurde darin speziell das Zusammenwirken eines für die Angriffe mitverantwortlichen zionistischen Israel-Lobbyisten mit der Stadt Köln. Eine Korrespondenz mit dem Presseamt der Stadt Köln gibt Hinweise in dieser Sache.


Walter Herrmann, Initiator der Klagemauer für Frieden und Menschenrechte
Alle Fotos: arbeiterfotografie.com

Ziel derer, die das Informieren über Verbrechen gegen das Menschen- und Völkerrecht unterbinden wollen, ist es zurzeit, die für die Klagemauer-Installation benötigten Standfüße verschwinden zu lassen. Walter Herrmann hat mit Datum vom 19.4.2013 Kölner Parteien und Medien über die diesbezügliche „Zusammenarbeit der Stadt Köln mit dem Zionisten Gerd Buurmann“ wie folgt informiert:

„Sehr geehrte Damen und Herren, die direkte Zusammenarbeit von Stadt Köln und Gerd Buurmann, dem umtriebigen Zionisten, mit dem Ziel, die Kölner Klagemauer in Schwierigkeiten zu bringen, lässt sich belegen mit dem auf der Website von Buurmann ("Tapfer im Nirgendwo") veröffentlichten Briefwechsel, der diesem Schreiben beiliegt. Mit ihren gezielten Schikanen – speziell dem hinterhältigen Weggreifen von Standfüßen der Klagemauer – kann die Stadt zwar die Arbeit der Initiative erschweren, die Klagemauer selbst aber nicht verhindern!“

Korrespondenz mit der Stadt

Glaubt man der website des Herrn Buurmann, hat Stefan Palm vom Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Köln wie folgt geschrieben: „Sehr geehrter Herr Buurmann, das Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) hat die Fußplatten – so lautet nach meinen Recherchen die offizielle Bezeichnung – entfernt und lässt sie vom städtischen Bauhof abholen. Die 'Hausmannschaft' des MAKK wird den Außenbereich des Hauses künftig regelmäßig kontrollieren. Das Problem wäre also für den Augenblick gelöst. Das schließt allerdings nicht aus, dass der Initiator der Klagemauer Fußplatten künftig an anderer Stelle lagert. Die Teile sind nicht teuer, Einzelpreis 16 Euro, bei größeren Mengen deutlich weniger. Außerdem stehen sie in so großer Zahl ungesichert im gesamten Stadtgebiet, dass es leicht fällt, sie zu 'organisieren'. Allein an einer ganz einfachen Beschilderung, die lediglich das Abbiegen von der Aachener in die Oskar-Jäger-Straße verbietet, habe ich schätzungsweise 100 Exemplare gesehen. Woher wissen Sie eigentlich, dass die Fußplatten am MAKK die von Walter Herrmann waren?“

Und Herr Buurmann hat gemäß Veröffentlichung auf dessen website wie folgt zurück geschrieben: „Sehr geehrter Herr Palm, Danke für Ihre Information. Der Grund für mein Wissen ob der Zugehörigkeit der Steine [der Standfüße der Klagemauer] besteht darin, dass ich regelmäßig abends vor dem Kölner Dom als Schauspieler und Stadtführer arbeite und dabei ab und zu sehe, wie Walter Herrmann die Steine entsorgt. Beim letzten Mal beobachtete ich ihn dabei, wie er die Steine zum Museum für angewandte Kunst brachte. Ich wundere mich jedenfalls, wenn ich Walter Herrmann bei seinen Abräumarbeiten beobachte, dass ich dort nie Vertreter der Stadt Köln sehe, die sichergehen, dass Walter Herrmann alles korrekt entsorgt, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass der Oberbürgermeister diese Installation als eine 'Botschaft des Hasses' bezeichnet und deshalb besonders daran interessiert sein sollte, ihn in keinster Weise zu unterstützen. Ich finde, die Stadt Köln könnte sich stärker involvieren und nicht so konsequent wegsehen. Ist es wirklich zuviel verlangt, Walter Herrmann bei den Abbauarbeiten zu kontrollieren? Es laufen doch sonst so viele Politessen in Köln herum. Alles Liebe, Gerd Buurmann“

Böses Spiel mit der NPD

Gegenüber demjenigen, der der Stadt Köln „Alles Liebe“ wünscht, ist Vorsicht geboten. Schon lange betreibt er seine Hetze gegen die demokratische Errungenschaft der freien Meinungsäußerung und gegen das Recht und die Pflicht, auf Verbrechen aufmerksam zu machen. In einem Schreiben an das Cafe Reichard, auf dessen Areal die Standfüße der Klagemauer zeitweise untergebracht waren, treibt er ein böses Spiel mit der geheimdienstdurchsetzten NPD, von der bekannt ist, welche Herrschaft stabilisierende Rolle sie spielt – nämlich unter anderem die, durch anerkennende Worte für Personen, diese bewusst in Misskredit zu bringen. Scheinheilig und hinterhältig fragt der Israel-Lobbyist: „Unterstützt das Café Reichard tatsächlich eine Installation, die von der CDU, SPD, FDP und den Grünen stark kritisiert, von der NPD aber gelobt wird?“ (Offener Brief vom 21.4.2013) Und wie im Schreiben an die Stadt Köln schließt er dieses heimtückische Schreiben mit „Alles Liebe“.

Kriminell?

Der Israel-Lobbyist hat am 20.4.2013 übrigens mitgeteilt, dass er nicht kriminell genannt werden will. Er berührt damit die Frage, ob jemand, der die Verbrechen eines Staates deckt, für die Verbrechen mitverantwortlich gemacht werden kann und deshalb als kriminell zu bezeichnen ist. Und es stellt sich die Frage, ob jemand, der gewalttätigen, faschistoiden Fantasien Raum gibt, als kriminell zu bezeichnen ist. „Meine Fantasie: Eines Tages geht am hellichten Tag ein empörter Wutbürger an die Hetzmauer, übergießt sie mit etwas Benzin und entzündet sie.“ Das ist auf der website des Herrn Buurmann zu lesen. Gegen diese und weitere vergleichbare Äußerungen läuft eine Strafanzeige. Auch stellt sich die Frage, ob jemand, der verkappte Mordaufrufe veröffentlicht, als kriminell zu bezeichnen ist.


Zionistischer Israel-Lobbyist Gerd Buurmann

Veröffentlicht auf seiner website findet sich Folgendes: „Ein kleiner Hinweis, um zum Thema zurück zu kommen: Maybachstr. 104 – 50 Meter weiter wohnt einer von Herrmanns Kumpeln, Franke.“ Klaus Franke ist ein Mitstreiter der Klagemauer für Frieden und Menschenrechte. Unter Bezugnahme auf Freddy Krueger, einen Serienmörder aus einer Filmreihe, heißt es dann: „Ach, wie es der Zufall wollte, rief mich grad Freddy Krueger an. Er war kaum zu verstehen, kaute wohl. Ob ich wohl einen Tip für ihn hätte, frug er. Ich verwies ihn auf Frankes Wohnkeller, und Freddy Krueger murmelte, das sei ja gar nicht weit, keckerte, ließ grüßen und legte auf.“ Und dann geht es weiter auf der website mit: „Ah, ich sehe da Stoff für einen neuen Splatterstreifen: Freddy vs Fr@nke“. Und dann: „Yep, un plaisir de nuit. Bitte anschnallen und Rotfilterbrille aufsetzen, es geht los.“ Dagegen läuft eine Strafanzeige. (PK)


Hinweise:

Kölner Klagemauer für Frieden und Menschenrechte
OB Roters gegen freie Diskussion
Walter Herrmann in NRhZ-Flyer Nr. 402 vom 17.04.2013
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=18948

Offener Brief an Kölns OB Jürgen Roters und weitere "Freunde" der Klagemauer
Stéphane Hessel war anderer Meinung
Walter Herrmann in NRhZ-Flyer Nr. 396 vom 06.03.2013
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=18816

Verurteilung im Prozess wegen Messerattacke auf Walter Herrmann
Der dritte Zeuge
Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann in NRhZ-Flyer Nr. 391 vom 30.01.2013
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=18713

"Überall zuerst den Schwächsten dienen"
Offener Brief der Initiative Kölner Klagemauer an Herrn OB Jürgen Roters und die Unterzeichner der im Internet veröffentlichten Resolution gegen die Kölner Klagemauer, Dezember 2010
http://www.arbeiterfotografie.com/israel/index-israel-0049.html

Online-Flyer Nr. 403  vom 24.04.2013

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