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Aktueller Online-Flyer vom 22. Oktober 2017  

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Kultur und Wissen
Internationaler Aufruf zur Unterstützung des Filmprojekts "Wer Rettet Wen?"
Wie wir die Risiken der Finanzmärkte tragen
Von Peter Kleinert und Lothar Reinhard

Filme von Leslie Franke und Herdolor Lorenz wie "Water Makes Money“ oder "Wasser unterm Hammer“ und "Bahn unterm Hammer" klären nicht nur auf. Sie entwickeln eine demokratische Kraft, die Weltkonzernen wie Veolia und den Bahnprivatisierern in Deutschland enorm zu schaffen machen. Jetzt steht die Welt vor einer Gefahr, die alle demokratischen Bewegungen von Grund auf gefährdet: Seit 2008 werden zuerst die Banken, die bedrohte Wirtschaft und dann ganze Länder gerettet. Politiker jonglieren mit immer neuen milliardenschweren Rettungsschirmen, während mitten in Europa Menschen wieder für Hungerlöhne arbeiten. Es wird gerettet, nur ist keine Rettung in Sicht.

Dokumentarfilmer Leslie Franke und Herdolor Lorenz
NRhZ-Archiv
 
Leslie Franke und Herdolor Lorenz, über deren Film „Water makes money“ die NRhZ zwischen 2009 und 2011 mehrfach berichtete (1), informieren über ihr neues 90 Minuten-Filmprojekt "Wer Rettet Wen?" und bitten um internationale finanzielle Unterstützung:     
 
"Wir Steuerzahler geben Spaniens Banken 100 Mrd. €, doch die Hälfte der spanischen Jugendlichen ist arbeitslos, und die zum Sparen gezwungene Regierung schließt die letzten Jugendhäuser. Europas Bürger bürgen demnächst über den sog. Europäischen Schutzschirm mit unvorstellbaren Summen für die wachsenden Schulden der angezählten Euro-Staaten. Italiens Ministerpräsident Mario Monti beklagt sich bitter, der internationale Finanzmarkt würdige seine radikalen Sparbemühungen einfach nicht. Dabei arbeiten die Beschäftigten des Krankenhauses der südapulischen Stadt Lecce schon seit Monaten ohne Lohn.
 
Steuerzahler finanzieren private Vermögen
 
Es heißt, Griechenland habe 240 Mrd. € Hilfen erhalten. Gerettet wurden damit aber nicht die Griechen. Seit dem Hilfspaket sind die Investitionen um 50 Prozent zurückgegangen. 50% der Jugendlichen sind arbeitslos. Apotheken geben Medikamente nur noch gegen Bargeld aus. Die Krankenhäuser stehen vor dem Kollaps ........ Gerettet wurden die privaten Banken, Versicherungen und Investmenthäuser. Ihnen gehörten 2009 fast alle griechischen Staatsanleihen. 2012, drei Jahre danach, sind diese Schulden fast gänzlich auf uns europäische Steuerzahler übertragen! Wir haben dadurch über 200 Mrd. € Schulden mehr. Wurden wir gefragt, ob wir die haben wollen? Dafür wurden viele reiche Griechen reicher und Hedgefonds, Banken, reiche Privatanleger vor jeglichen Verlusten bewahrt. Aus milliardenschweren „Hilfen" der Steuerzahler sind private Vermögen geworden. Der anerkannteste deutsche Wirtschaftswissenschaftler Hans-Werner Sinn hat ausgerechnet, dass die Fortsetzung der Rettungsschirmpolitik sicher im Interesse der großen Finanzinstitute und der 5% reichsten Individuen der Welt ist. Aber selbst die Bürger der wirtschaftlich stärksten Länder der EU werden um ihre Altersversorgung bangen müssen. Die Finanzmärkte atmeten auf.
 
Die Macht der "Märkte"
 
Der einstige deutsche Arbeitsminister Norbert Blüm kann es nicht mehr hören, dass Politik sich nur am Wohl der Finanzmärkte bemisst. Ständig heißt es, sie seien verstimmt, die Märkte seien nervös. Der Finanzmarkt, das scheint ein besonderes Wesen zu sein, das von Politikern bei Laune gehalten werden muss. Blüm meint, allein die drei Ratingagenturen hätten mehr Macht als alle Parlamente Europas. Ihre Eigentümer sind die größten Händler mit Staatsanleihen, die größten Investmentbanken und Private Equity-Konzerne der Welt. Wenn die die Daumen senkten, seien Staaten am Ende. Letztlich sei die Politik in Gefahr, zur Filiale von Banken zu werden.
 
Das Casino verstehen
 
Viele Menschen ahnen, dass da etwas schief läuft. Sie fühlen sich ausgeliefert, weil sie das Spiel der Milliarden nicht verstehen. Selbst die deutsche Regierung Angela Merkels fühlte sich in der Krise 2008 nicht kompetent genug und lud zu den Kabinettssitzungen den Chef der Deutschen Bank ein, damit er die Krise erklärt. Doch wo bleibt die Demokratie, wenn die Herrn der Casinos das politische Handeln diktieren? Natürlich können wir nicht alle Wirtschaftswissenschaftler werden. Doch die eigenen Interessen zu erkennen in dem grausamen Milliardenspiel der Gegenwart ist nicht so schwierig. Der Film "Wer Rettet Wen" wird helfen, sie zu verstehen und die wichtigsten Strukturen der Macht der Finanzwelt zu durchschauen.
 
Ein Film "von unten"
 
Die Verfechter der Rettungsschirmpolitik behaupten, sie sei alternativlos. Ja warum sollen dann Parlamente abstimmen, wenn es keine Alternativen gibt. Der Film "Wer Rettet Wen" zeigt, dass es sie gibt, die Alternativen. Den Banken gefallen sie natürlich nicht, doch sie sind im Interesse aller anderen! "Wer Rettet Wen" wird Mut machen. Wir können, wir müssen uns wehren. Sonst ist unsere Zukunft verzockt.
 
"Wer Rettet Wen“ entsteht als "Film von unten“ – finanziert von denen, die ihn sehen wollen, die ihn zeigen wollen, die dieses Hilfsmittel als Aufklärung brauchen. Was ein derartiger Film an Verständnis und Mobilisierung leisten kann, zeigen unsere ähnlich angelegten Projekte wie "Bahn unterm Hammer“ und "Water Makes Money“
 
Deshalb rufen wir auf: Helfen Sie mit, dass "Wer Rettet Wen?“ zustande kommt.       
 
Das neue Filmprojekt "Wer Rettet Wen? - Wie wir die Risiken des Finanzmarkts tragen“ weist entgegen allen Veröffentlichungen nach, dass es z.B. bei den Hilfspaketen für Griechenland niemals um die Rettung der Griechen ging. Stets geht es auch heute in Spanien nur um das Wohl der Hauptverdiener an diesen Krisen: den dort mit hochriskanten Spekulationen engagierten Banken. Uns Steuerzahlern und sozial Benachteiligten hingegen werden alle milliardenschweren Risiken zugemutet!
 
Viele Menschen ahnen, dass da etwas schief läuft. Sie fühlen sich ausgeliefert, weil sie das Spiel der Milliarden nicht verstehen. Doch Demokratie hat angesichts der Macht des Finanzmarkts nur eine Chance, wenn Bürger anfangen, ihre Interessen in dem „Spiel der Milliarden“ zu erkennen, die wesentlichen Strukturen und Mechanismen des Finanzkapitals zu durchschauen. Der Film "Wer Rettet Wen“ wird ein Werkzeug dazu sein. 
 
Ein Film, der es wagt, die Allmacht der Finanzmärkte in Frage zu stellen, kann nur als „Film von unten“ – finanziert werden. Bei der enormen Macht der "Märkte“ müssen wir uns für "Wer Rettet Wen?“ sehr warm anziehen. Helfen kann nur eine möglichst breite öffentliche Unterstützung!"
 
„Es ist gut, dass die Menschen des Landes unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen, denn sonst, so glaube ich, hätten wir noch vor morgen früh eine Revolution.“ – Ein Zitat von Henry Ford, Begründer der Fließbandarbeit und Nazifreund.
 
Deshalb bitten wir Sie, werden Sie Erstunterzeicher dieses Aufrufs!
Verbreiten Sie den Aufruf möglichst unter vielen Ihrer Freunde und KollegInnen!
Investieren Sie in den Film "Wer Rettet Wen?“! Helfen Sie mit, ein Stück Ihrer Zukunft zu sichern.
 
Mit jeder Spende sind Sie Förderer/in des Filmes.
Ab 20 € erhalten Sie von "Gemeingut in BürgerInnenhand“ eine DVD-Kopie mit der Lizenz zur nichtkommerziellen Vorführung
Ab 100 € erhalten die FörderInnen die Auszeichnung Goldförderer/in. Auf Wunsch werden Sie im Abspann namentlich genannt.
Ab 1.000 € erhalten die FörderInnen die Auszeichnung "Nachhaltigkeitsförderer/in". Sie werden als Ehrengast zur Premiere eingeladen.
 
Zahlungen bitte auf das Konto:
 
Empfänger: "Wer Rettet Wen?"
Konto-Nr.: 1230 131474     
Bank: HASPA, BLZ: 200 505 50
 
Es dankt Ihnen dafür das Kernfilmteam, Leslie Franke, Herdolor Lorenz, Lissi Dobbler, Stefan Baldauf, Stefan Corinth, Alexander Grasseck und viele andere.
Weitere Informationen:
www.wer-rettet-wen.org
film@whos-saving-whom.org
(PK)
 
(1) http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=14402, http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=16308
 


Online-Flyer Nr. 372  vom 19.09.2012

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