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Aktueller Online-Flyer vom 23. Oktober 2017  

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Für seine erfolgreiche Unterstützung der Automobilindustrie
Glückwunsch an Bahn-Chef Grube
Von Wolfgang Bittner

Sehr geehrter Bahnchef Grube! Seit langem schon möchte ich Sie zu Ihrer autofreundlichen Bahnpolitik beglückwünschen. Jetzt habe ich einen aktuellen Anlass: Mein Freund Frank Schweisser in Rüsselsheim wollte kürzlich seine kranke Mutter in Hathenow besuchen. Er kaufte also zu einem nicht geringen Preis eine Fahrkarte von Rüsselsheim über Frankfurt (Main), Hannover, Berlin und Frankfurt (Oder) nach Hathenow in Brandenburg. Normalerweise fährt er als Mitarbeiter eines großen Autowerks mit dem Auto. Doch diesmal gedachte er im Zug bequem zu speisen, hin und wieder aus dem Fenster auf die vorübergleitende Landschaft zu schauen und endlich ein Buch zu lesen, dessen Lektüre er sich schon lange vorgenommen hatte. Doch daraus wurde nichts.

Rüdiger Grube bei Vorlesen seiner Ansprache zur ICE-Taufe in Binz am 17. Juni 2011
Quelle: http://bahnfreunde.startbilder.de
 
Bereits in Frankfurt (Main) hatte der ICE aufgrund technischer Schwierigkeiten mehr als eine Stunde Verspätung, und mein Freund musste einen späteren Zug nehmen, in dem seine Platzkarte keine Gültigkeit hatte. Da Werktätige wie er nur übers Wochenende fahren können, war der ICE ziemlich überfüllt, außerdem war die Kühlung ausgefallen, was bei hohen Außentemperaturen sehr unangenehm war. So musste er zwischen schwitzenden und schimpfenden Mitreisenden bis Hannover im Gang stehen.
 
Selbstverständlich bekam er seinen Anschlusszug nicht, so dass auch hier die Platzreservierung entfiel. Zwar funktionierte diesmal die Kühlung, doch Frank Schweisser musste bis Berlin stehen. So ging es nun weiter in drückender Enge nach Frankfurt (Oder), wo der letzte Bus nach Hathenow schon lange abgefahren war. Mein Freund musste seinen Neffen anrufen, der ihn mitten in der Nacht mit dem Auto vom Bahnhof abholte.
 
Bis dahin war es eine Horrorfahrt! Aber Frank Schweisser – Sie werden es kaum glauben – war glücklich. Glücklich wie lange nicht. Denn nur so, erklärte er mir, lässt sich das Fortbestehen des seit langem bedrohten Autowerks und damit der Erhalt seines Arbeitsplatzes sicherstellen. Dank Ihrer schonungslos zielgerichteten Verkehrspolitik zu Lasten der DB-Fahrgäste!
 
Dass Sie – wie schon einer Ihrer Vorgänger an der Spitze der Bahn – aus der Automobilindustrie kommen, muss ja nicht jeder wissen. (PK)


Online-Flyer Nr. 323  vom 12.10.2011

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