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Aktueller Online-Flyer vom 23. Oktober 2017  

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Wirtschaft und Umwelt
Deutsche Umwelthilfe erhebt Klage gegen Danone wegen Verbrauchertäuschung
"Lupenreines greenwashing"
Von Peter Kleinert

"Danone gaukelt Verbrauchern größere Umweltfreundlichkeit neuer Joghurtbecher aus Bioplastik vor", teilt die Deutsche Umwelthilfe mit. Die neuen Becher aus Bioplastik seien aber genauso umweltschädlich wie vorherige Wegwerfbecher aus Rohöl. Deshalb hat die DUH beim Landgericht München Klage gegen Danone eingereicht. Durch die Unterlassungsklage soll verhindert werden, dass Danone seine neu eingeführten Activia-Joghurtbecher aus Bioplastik weiterhin als "umweltfreundlicher“ bewirbt.
 

Grund für die DUH-Klage gegen
Danone
Quelle: danoneprofessional.de
Dass die neuen Joghurtbecher aus dem Biokunststoff Polylactid nicht umweltfreundlicher sind, belege eine von Danone selbst in Auftrag gegebene Studie des renommierten Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (IFEU). In der Ökobilanz wird laut DUH festgestellt, dass sich in der Gesamtbetrachtung keine ökologischen Vorteile von Joghurtbechern aus dem Biokunststoff PLA gegenüber solchen aus dem rohölbasierten Kunststoff Polystyrol ergeben. Sowohl auf Activia-Bechern als auch auf den Internetseiten von Danone werde der Biokunststoffbecher jedoch als "umweltfreundlicher“ beworben. "Zwischen den von Danone kommunizierten vermeintlichen Umweltvorteilen von Biokunststoffbechern und den tatsächlichen Ökobilanzergebnissen besteht eine erhebliche Diskrepanz“, erklärt der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. "Danone kommuniziert gezielt nur solche Teilergebnisse der IFEU-Ökobilanz, welche den neuen Bechern aus PLA Umweltvorteile bescheinigen. Dabei verschweigt Danone den Verbrauchern all jene Nachteile, welche die Umweltvorteile gänzlich wieder aufzehren“, so Resch weiter.
 
Danone ist ein multinationaler Getränke- und Lebensmittelkonzern mit Hauptsitz in Paris, besitzt Niederlassungen in rund 120 Ländern der Welt und erwirtschaftet laut wikipedia mit rund 81.000 Mitarbeitern weltweit einen Jahresumsatz von rund 15,2 Milliarden Euro. In der IFEU-Ökobilanz für die neuen Danone-Activia-Becher aus PLA und Polystyrol wurden zwölf Wirkungskategorien bewertet. Dabei hätten sich für PLA-Becher lediglich in den drei Kategorien Klimawandel, fossiler Ressourcenverbrauch und Sommersmog Vorteile ergeben. Gleichzeitig wurden Nachteile in den restlichen Wirkungskategorien, wie z.B. Versauerung, Eutrophierung, Humantoxizität oder Naturraumbeanspruchung festgestellt. "Da diese Nachteile nicht in Danones Werbekonzept passen, wurden diese einfach ausgeblendet und die neuen Becher auf der Grundlage von Teilergebnissen als umweltfreundlicher dargestellt", so die DUH. Dabei empfehle das IFEU-Institut ausdrücklich neben den Vorteilen von Activia-Bechern aus PLA deren Nachteile nicht zu verschweigen. Trotz der Hinweise des IFEU-Instituts zum korrekten Umgang mit den Studienergebnissen und einer Abmahnung durch die DUH sei Danone aber nicht bereit, Verbraucher über die wirklichen Umweltauswirkungen von Joghurtbechern aus PLA zu informieren.
 
Die DUH hat nun beim Landgericht München eine Klage zur Unterlassung der Bewerbung von Activia-Joghurtbechern als "umweltfreundlicher“ eingereicht. "Die Aussage, die Biokunststoffbecher seien umweltfreundlicher als die zuvor verwendete Verpackung, ist nicht nur irreführend, sondern falsch“, sagt der Berliner Anwalt Dr. Remo Klinger, der die Interessen der DUH vertritt. "Danone betreibt lupenreines greenwashing. Sie gerieren sich zu Unrecht als Ökopioniere. Denn ein gesamtökologischer Vorteil kann der Verpackung aus PLA nicht zugesprochen werden“, so Klinger. Um Kundinnen und Kunden vor diesem besonders dreisten Fall der Verbrauchertäuschung zu schützen, wird nun gerichtlich gegen Danone vorgegangen. (PK)


Online-Flyer Nr. 317  vom 31.08.2011

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