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Aktueller Online-Flyer vom 21. April 2014  

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"Europa erlesen: Köln" - Text 5
Der Vogelobre Hornebomm - vulgo dadamax
JOHANNES THEODOR BAARGELD

Baargeld: Das menschliche Auge und ein Fisch,letzterer versteinert Strüh us strüh us dien Jungfernkorn
Der Vogelobre kommt der Hornebomm
Die hornen Fähnchen uf dien Ei
Dien Sträusschen frei die Fähnchen frei
Der Utterschneck die Scherenbraut
Die stossen ihm die Kufen auf
Die nackten Inseln schlagen an
Die nackten Sträusschen schlagen an

Der Vogelobre Hornebomm das grosshell Fisch
das Oberschiff
Nickt die Korallenwürmer auf
Nickt die Otterhöschen auf
Den Wasserhamster nickt er auf den hintendrauf
Kommen schon die 17 Bunteglas
Und Busenzottel die der an sich trägt
Der Zeterfisch der Fischkalb Halbesohn
Zwischen ein und halbe Sohn
Halber Zeter halber Sohn
Was scherts den Obre Hornebomm
Den Leckenmaul im Oberhorn
Ihm staht sein Rogeneuter ob dem Horn
Das staht ihm g?freit
Der Hornsturm drin der Hornsturm drin
Darinnen ist die Paarungszeit
Die tiefe Turm die tiefe Zeit
Die Horne Sträusschen und die Ei
Und immer wied die Paarungszeit
Das Schiffchen auf dem Türmegrund
Das Schiffchen auf dem Sträusschengrund
Die hornen Fähnchen hochgeweiht
Und allerob das Hochgeweih
Des hohe Vogel Hornebomm
Das Obergroßschiff Hornebomm

Max Ernst: Habakuk, der Vogel in Düsseldorf
Max Ernst: Habakuk, der Vogel in Düsseldorf
Foto: NRhZ-Archiv



Johannes Theodor Baargeld oder auch Zentrodada,(geboren am 9. Oktober1892 in Stettin, gestorben am 18. August 1927 am Mont Blanc, bürgerlich: Alfred Ferdinand Grünwald, war neben Max Ernst, mit dem er die Zeitschrift "die schammade" herausgab, der zweite Gründer der Kölner Dada-Gruppe.In Junkersdorf ist eine Straße nach ihm benannt.Das Gedicht hat Baargeld für Max Ernst ? dadamax geschrieben.

Johannes Theodor Baargeld
Johannes Theodor Baargeld
Foto: NRhZ-Archiv







In seiner im Wieser-Verlag erschienenen Anthologie "Europa erlesen: Köln" hat der Autor und Regisseur Joachim Dennhardt bekannte und unbekannte historische Texte über Köln zusammengestellt - u. a. von Petrarca, Casanova, Goethe, Bettina von Arnim, Heine, Hugo, Jakob Burckhardt, Bebel, Apollinaire, Celan - sowie neue Texte von Beikircher, Böll, Heidenreich, Kermani, Neukirchen, Nowottny, Pachl, Pleitgen, Wallraff und vielen anderen.

Am Dienstag, 21.Februar, ab 20 Uhr wird das Buch im Literaturhaus im Kölner Mediapark vorgestellt. Kölner AutorInnen werden ihre eigenen und historische Texte über die Stadt vorlesen, in der einst Rolf Dieter Brinkmann ein Gedicht mit den Versen schloss: "Ich / schrieb das schnell auf, bevor / der Moment in der verfluchten / dunstigen Abgestorbenheit Kölns / wieder erlosch."

Wir bringen heute den fünften Teil einer sechsteiligen Serie aus diesem Köln-Buch - mit je drei Texten von "alten" und lebenden AutorInnen. Sie begann mit Petrarca in NRhZ 28.





Buch: 'Europa erlesen: Köln'

"Europa erlesen: Köln",

Hg. Joachim Dennhardt,

ISBN 3 85129 572 2,

Wieser-Verlag , Klagenfurt





Online-Flyer Nr. 32  vom 21.02.2006

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