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Aktueller Online-Flyer vom 14. Dezember 2019  

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Nach Demonstration jetzt Dauer-Demo und Bürgerbegehren / Fotogalerie
Gegen Abriss des Barmer Viertels
Von Gruppe Arbeiterfotografie und Peter Kleinert

Bereits im Jahr 2000 beschloss der Stadtrat - wie es heißt, einstimmig - das teilweise 1913, teilweise in den 50er Jahren erbaute Barmer Viertel zu verändern. Ein neuer ICE-Bahnhof sollte in Deutz entstehen, die preiswerten Genossenschaftswohnungen sollten Luxushotels, einem Kongresszentrum und Hochhäusern weichen. Diese Pläne sind - nach Intervention der UNESCO zugunsten des Doms - inzwischen gestorben. Die 65 Millionen, für die die Stadt die Siedlung kaufte und räumen ließ, wurden in den Sand gesetzt.

Wer schuld daran ist - das zu diskutieren, halten die im Rathaus Verantwortlichen, wie Grünen-Fraktionschefin Barbara Moritz vor einem guten Monat der taz mitteilte, für "müßig". Dass das Gelände des früheren Barmer Viertels eine Zeit lang unbebaut bleiben wird, hält sie wie OB Schramma für unvermeidlich. Denn: "Langfristig ist das kein geeigneter Standort für Wohnungen."

Das sehen die Initiatoren der am Montag im Barmer Viertel gestarteten Dauerkundgebung anders: Die 380 ehemaligen Genossenschaftswohnungen, in denen vor dem Kauf durch die Stadt und ihrer Räumung acht Jahrzehnte lang mehr als tausend Menschen preiswert lebten, sollen erhalten bleiben. "Es ist zum Haare raufen", meint Heinz Weinhausen von der Sozialistischen Selbsthilfe Mülheim (SSM). "Intakter Wohnraum, ein ganzes Viertel in Köln, soll ab 1.3. abgerissen werden, obwohl jahrelang erstmal gar nichts auf diesem Gelände passieren soll. Obwohl ein unterschriftsreifer Vertrag schon mit dem Studentenwerk vorbereitet war." Und angesichts der Welle von Umzugszwängen, die in den nächsten Jahren auf die von Hartz IV Betroffenen zukomme, sei "Leerstand und geplante Vernichtung dieses Wohnraums ein Skandal sondergleichen".

Das Kölner Sozialforum ist sich mit der SSM einig: "Wir fordern Erhaltung der Barmer Siedlung und umgehende Vermietungder leer stehenden Wohnungen! Es gibt keine Gründe für den Abriss, aber es gibt viele gute Gründe für die Erhaltung der Wohnungen."

Die am Montag begonnene Dauerkundgebung mit Infowagen, Flugblättern und Unterschriftenlisten soll zu einem erfolgreichen Bürgerbegehren führen, das die in Rat und Stadtverwaltung Verantwortlichen dazu bringen soll, sich eines Besseren zu besinnen. Heinz Weinhausen: "Die SSMler und UnterstützerInnen der Aktion freuen sich, wenn interessierte Menschen vorbei kommen. Über Kaffee und Kuchen oder sonstige Sachspenden wie auch Geldspenden ebenso." Und vor allem über Unterschriften für das Bürgerbegehren zum Erhalt des Barmer Viertels.
Weitere Informationen unter http://barmerviertel.ina-koeln.org und www.koelner-sozialforum.de

Siehe auch: NRhZ - "Protest gegen Verschleuderung des Barmer Viertels"


Fotos: arbeiterfotografie.com

Fotogalerie: Demo Barmer Viertel



Fotogalerie: Demo Barmer Viertel



Fotogalerie: Demo Barmer Viertel



Fotogalerie: Demo Barmer Viertel



Fotogalerie: Demo Barmer Viertel


Fotos ab hier: Rainer Kippe

Fotogalerie: Demo Barmer Viertel



Fotogalerie: Demo Barmer Viertel



Fotogalerie: Demo Barmer Viertel

Online-Flyer Nr. 32  vom 21.02.2006

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