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Aktueller Online-Flyer vom 28. Januar 2022  

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Inland
Gedanken zum betrüblichen Zustand der ex-Volkspartei SPD
Oh, tat ihr der Clement weh!
Von Lothar Reinhard

Wolfgang Clement (W.C.) hat bedauert, falls er die Gefühle hessischer Genossen verletzt haben sollte. Der offiziellen SPD reichte das, denn „auf Clementisch“ sei das sehr viel, meinte das W.C.-Ziehkind Hannelore Kraft aus Mülheim. Wie bitte? 

Ob nun die SPD weiter mit oder ohne W.C. leben will, geht fast allen Bundesbürgern sicher am A... vorbei. Auch für die Politik als solche ist es völlig egal, ob der abgewirtschaftete ex-Landesvater und ex-Superminister seinen neoliberalen Dauersenf zu allem und jedem dazu geben will oder soll. W.C. war schon immer schroff, beleidigend und unbelehrbar. Warum sollte der sich im Alter ändern? Frage ist einzig: Warum hört ihm immer noch jemand zu, lädt ihn dauernd zu Talkshows und widmet ihm Titelseiten?

Karikatur: Kostas Koufogiorgos
Karikatur: Kostas Koufogiorgos
www.koufogiorgos.de

 
In NRW hat W.C. jedenfalls nur Chaos hinterlassen, beschönigt damals „Baustellen“ genannt, als er sich nach Berlin verdünnisierte. Filz und Korruption höchster Güte nicht nur bei HDO, einem Riesen-Medienprojekt in Oberhausen, bei dem es um massiven Subventionsbetrug ging, sondern auch bei Staatskanzlei und Babcock. Mißwirtschaft wie die unzähligen und meist nutzlosen Landesgesellschaften und pure Lobbypolitik für Energie- und Chemiekonzerne mit katastrophal falschen Weichenstellungen wie bei Garzweiler II und dem Projekt Ruhr.
 
Die machiavellistische Art und Weise, wie W.C. in NRW seine Sachen durchboxte, die dann nahezu alle scheiterten, wird nur noch von Berlusconi übertroffen! Kurzum: Für NRW gilt: Der Landesvater mit der verkürzten Mini-Amtszeit hat in dieser kurzen Zeit ein Maxi-Chaos erzeugt! Als Super-Minister in Berlin dann wieder das Gleiche: Verkürzte Mini-Amtszeit mit Maxi-Chaos wie bei Hartz IV u.v.m..
 
Doch was soll`s. W.C. hat Vielfach-Rente als NRW-Minister, NRW-Ministerpräsident und Bundesminister und wurde nach seinem Absturz von den ehemaligen Auftraggebern wie RWE und ADECCO (Spezialisten für Zeitarbeit, Outcourcing etc.) noch mit Zusatzeinkommen belohnt. Auch beim Kölner DuMont-Verlag sitzt er im Aufsichtsrat – wohl auch nicht „ehrenamtlich“!
 
Man müsste eigentlich über einen solchen überversorgten politischen Versager nicht weiter reden, denn das führt zu nix mehr. Doch der große Medientross tut das ununterbrochen und zerreibt damit die SPD, ob mit oder ohne Absicht. Wohl eher mit – im Interesse der Konzerne. Über die Gründe vier parlamentarischen Untersuchungsausschüsse In seiner NRW-Ministerpräsidenten-Zeit wird ja auch nicht mehr berichtet.
 
Und die alte Tante SPD, die durch das Basta-Gespann Schröder/Clement schwer mißbraucht, fast sogar vergewaltigt wurde und sich davon gaaanz langsam erholen wollte, ist inzwischen so schwer verwundet, dass sie sich von W.C. verhöhnen und auf der Nase herumtanzen läßt. Denn die typischen W.C.-Sprüche vom vergangenen Freitag waren ja keine Entschuldigung, sondern nur ein erneuter Affront. Die schwer verwundete Tante aber will das anders sehen. „Das Wort Entschuldigung kam eindeutig vor“ und andere seufzerähnliche Deutungen werden von höchsten Stellen in die Medien geplappert in der Hoffnung, endlich in Ruhe gelassen zu werden.
 
Arme alte SPD, oh tat ihr der Clement weh!
Wie sie sich auch dreht und windet,
mit W.C. sie kein Profil mehr findet! (PK)
 
Lothar Reinhard ist Fraktionsvorsitzender der Mülheimer BürgerInitiativen (MBI), war ursprünglich mal Gründungsmitglied der Grünen.  
 
Lesen Sie hierzu auch „Vorsicht Satire!“

Online-Flyer Nr. 159  vom 13.08.2008

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