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Kultur und Wissen
Zur Ausstellung der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama im Museum Ludwig in Köln
Was ist Kunst? "must see" in Köln
Von Dietmar Spengler
Wie Kunst zu bestimmen wäre, weiß ich nicht. Ich bescheide mich damit zu wissen, was Kunst nicht ist. Und da gibt es allerhand zu meckern. Dabei muss man sich hüten zu verallgemeinern. Die Rede ist von dem, was in den Museen ausgestellt, in den Kunstgalerien gehandelt wird. Das Museum Ludwig in Köln ist berühmt dafür, dass es der Avantgarde, die bereits keine Avantgarde mehr ist, ein Schaufenster gibt. In jüngster Zeit haben die Planer einige Nieten gezogen. Zu anspruchsvoll und zu unpopulär waren die Namen der ausgestellten Künstler. Nun aber haben sie einen Volltreffer gelandet. Die Ausstellung der 97-jährigen japanischen Künstlerin Yayoi Kusama, die es noch einmal wissen will, bevor sie sich zu ihren Polka-Dots metamorphosiert, zieht seit Mitte März die Massen an. Ein „Summer to go“ fürs Ludwig! Das Must-See-Label macht die Retrospektive zum Kultereignis. Da steht man schon mal um 4.15 Uhr auf, um 5.55 Uhr den Zug nach Köln zu bekommen; oder quält sich die 350 km durch 10 Staus um rechtzeitig zur Einlasszeit (Timeslot) dort zu sein.

Foto: Klaus Schätte
Versprochen wird das Kollektiverlebnis „Kunstwelten“, das nicht nur geschaut, sondern auch erlebt werden kann. Da macht sich der Kunstverein Sundern-Sauerland auf zu einer Tagesfahrt in die Rheinmetropole und Pensionäre und -innen konkurrieren mit der Krass- und Geilgeneration um die letzten Tickets. Alle wollen sich zwischen den Spiegeln und spirituellen Kürbissen ergehen und in der Infinity-Installation Instagram-taugliche Selfies posten. Die Videotelefonie brummt und die Kölner protestieren, da ihnen der Gratis-Donnerstag abhandengekommen ist.
„Polka Dots“ und „Infinity mirrors“
Was dort zu sehen ist lässt sich mit den drei Worten „Punkte, Punkte, Punkte“ oder in zwei Sätzen zusammenfassen: verspiegelte „Infinity Rooms“ zur Selbstreflektion, „Kürbisse als Seelentrost“ (KStA), polierte Spiegelkugeln für Narzisse, gigantische Plastik-Flowers vor der Domkulisse auf der Dachterrasse, dazu knallbunte Skulpturen, und allerlei Bemaltes. Kracher ist die „sehr instagramable“ (Dziewior) Rauminstallation mit plastischen schlangenartigen, ineinander verwickelten Schläuchen, zwischen denen die Besucher umherirren, um den versprochen psychedelischen Polka-Dots-Effekt aufzuspüren. Das alles camoufliert mit poetisierender Titelei, und gemacht aus „Ehrfurcht vor dem Wunder des Lebens“ (Kusama) (Untitled (Nets) wurde 2022 für 10,4 Millionen US-Dollar versteigert).
Besonderer Beliebtheit erfreut sich Kusama bei der reiferen Generation. Eine „Heroine der Senioren“, wie ein Kunstblatt vermerkt. Diesen Zuspruch der Bestager verdankt Kusama dem therapeutischen Impetus, der ihrem Werk nachgesagt wird. Vermutlich sind es die propagierte psychotherapeutische Komponente ihrer Objekte und der hohe Wirkungsgrad derselben bei der behaupteten Heilung von Halluzinationen und Zwängen. Infotafeln und endlose Katalogtexte schreiben den flächendeckenden Punkten, den Polka-Dot-Mustern und Netzen, die ihre Objekte bedecken, eine Befreiung von Ängsten und Depression zu (bei Yayoi Kusama selbst hat es wohl geklappt). Hier wird alles greifbar, fühlbar, nachvollziehbar. Leben, lieben und loslassen empfiehlt die ‚Heilsbringerin‘ und steuert den Kunstpilger durch ihr buntes Wellness-Resort. Sich ins trügerisch-traumanische Labyrinth der sogenannten „Infinity Mirror Rooms“ zu begeben, um am Nektar des Oneiros zu kosten, oder sich an den Skulpturen der seriellen buntgescheckten Penisse zu beglücken wird wohl als Jungbrunnen wahrgenommen. Dem unbedarften Kunstfreund dagegen schwindet der Standpunkt ob der zahllosen fluoreszierenden Klebepunkte und sinnestäuschenden Spiegeleien. Sei’s drum – Alle sind am Ende glücklich und zufrieden!
Die jungen Besucher klassifiziert der Museumsdirektor als „Menschen, die teils noch nie ein Museum besucht haben“ und spekuliert auf den „Funken, der hier entzündet wird und zum Wiederkommen motiviert“ (KStA). Die Aussortierten, Abgehängten, die Schul- und Studienabbrecher, die Jobber und Arbeitslosen aus der Randzone hat der gute Mann sicher nicht gemeint.
Ein Wort zur Ikonographie: „Seit 80 Jahren überzieht Yayoi Kusama die ganze Welt mit Punkten“ titelt die Zeit. Die Punkt-Masche ist ein alter Hut im internationalen Poptheater. Punkte-Malen war in den 60er Jahren neben Love, Peace und Universe in der New Yorker Kunstszene meditative Praxis. Zum Komma und Semikolon hat es da schon nicht mehr gereicht. Die Avangarde ist inzwischen weitergepilgert, allein Kusama konnte sich von ihren Dots nicht trennen. Da sind auch die kuratorischen Bemühungen vergebens, die plakativen Kusama-Motive „kunsthistorisch (zu) untermauern“ (Diederich).
„Let us joyfully sing this song of a splendid future“
Kusama erweist sich als Publikumsmagnet, was nicht verwundert. Denn nur Positives steht im Raum. Ihre Arbeit gefällt, weil sie keine Fragen stellt, auf die Antworten gefunden werden müssten. Hier geht es ausschließlich um Fun an dekorativer Ästhetik. Geboten wird reine Punkte-Fashion ohne Reibungspunkte, Pop-Art-Deko die mit Effekthascherei die Überreizung der Sinne provoziert. Allzu gut passt die Kusama-Masche in die neoliberale Hochglanzidylle, die systemische Probleme dem Individuum anlastet. Denn die Selbstfindungsgesellschaft schätzt problembereinigte Bilderwelten und verweist bei Bedarf auf Selbsthilfe.
Schützenhilfe leistet der überschwängliche Pressespiegel der Sensationsjournaille, der Kunst Quote heißt: „Punkte, die die Welt eroberten“ (SZ), „Kusama ist kulturelles Leuchtfeuer in Köln“, „Kusamas Werk spendet Trost und Optimismus“ (KStA), und derlei Hymnisch-Blödsinniges mehr. Als „Lagerfeuer-Erlebnis“ wird die Ausstellung feilgeboten und eine Verbundenheit durch den gemeinsamen Besuch wird suggeriert (KStA). In den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts ging man auf den Rummelplatz, kaufte sich für 50 Pfennig eine Karte für die Geisterbahn und vergnügte sich im Spiegelkabinett. Heute besucht man das Phantasialand oder Kusama um Außergewöhnliches zu erleben.
Eine halbe Million verkaufte Tickets wird angepeilt und ein Aktionswochenende mit einer Rund-um-die-Uhr-Öffnung wird geprüft. Da kann der Edward Hopper mit seinen 388.000 Besuchern (2004/05) einpacken.
Billig kam man nicht zu Kusama (ausgebucht!). Einen Blauen musste man schon dafür hinlegen. Flankiert wird der Zirkus von einem Merchandising, das sich gewaschen hat. Mit exorbitanten Preisen wird hier vermarktet, was das Zeug hält: bedruckter Stoffbeutel für 20 Euro; schon für 199 Euro ist eine Tasse mit Dekor zu haben, die Kusama-Geldbörse für 198 Euro; 369 Euro macht der Porzellankürbis und der Schlüsselanhänger zu 29,90 ist der Renner. 5000 Kataloge gingen bisher über die Theke und 3000 Poster, 1800 Taschen und Tausende Postkarten sollen bisher verkauft worden sein. Da freut sich der König (Museumsshop).
Apropos Kommerz: Die bejahrte Dame versteht ihr Geschäft und verscherbelt (leider nur) unter Collector Square das rundum gepünktelte „Louis Vuitton X Yayoi Kusama set containing a Capucines bag, „Attrape-rêves“ perfume, necklace, scarf and wallet“ für schlappe 14.500 Euro.
Kusamas Auftritt in Köln ist eine Schau, die keinen Beipackzettel braucht. Der Besucher, der mit der Hoffnung Erkenntnisgewinn zu generieren, vielleicht auch einem Erweckungserlebnis der ‚anderen Art‘ beizuwohnen, dem bunten Glemmerzirkus entronnen ist, kann sich, wenn die Flimmerpunkte von der Netzhaut schwinden, nebenan beim Nazarener mit Richters Pixelfenster ein Meditatiönchen für lau genehmigen (wobei die Garderobenordnung zu beachten ist – strengstes Verbot maskuliner Kopfbedeckung!). Eine Kerzenspende wird ihr Übriges tun, etwaige Ausstellungstraumata abzubauen.
Nachtrag: Manchmal ist der IT-Layouter so weitsichtig, dass er den Wahrheitskern des Themas erfasst: Zwischen dem Titel („Museum Ludwig: Darum ist die Kölner Kusama-Ausstellung so erfolgreich“) und dem Artikeltext schaltete er eine Werbe-Annonce „Stressfrei Entrümpelungen & Umzüge. Zuverlässig, diskret und zu fairen Festpreisen“ (KStA-Online).
Online-Flyer Nr. 864 vom 17.06.2026
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Kultur und Wissen
Zur Ausstellung der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama im Museum Ludwig in Köln
Was ist Kunst? "must see" in Köln
Von Dietmar Spengler
Wie Kunst zu bestimmen wäre, weiß ich nicht. Ich bescheide mich damit zu wissen, was Kunst nicht ist. Und da gibt es allerhand zu meckern. Dabei muss man sich hüten zu verallgemeinern. Die Rede ist von dem, was in den Museen ausgestellt, in den Kunstgalerien gehandelt wird. Das Museum Ludwig in Köln ist berühmt dafür, dass es der Avantgarde, die bereits keine Avantgarde mehr ist, ein Schaufenster gibt. In jüngster Zeit haben die Planer einige Nieten gezogen. Zu anspruchsvoll und zu unpopulär waren die Namen der ausgestellten Künstler. Nun aber haben sie einen Volltreffer gelandet. Die Ausstellung der 97-jährigen japanischen Künstlerin Yayoi Kusama, die es noch einmal wissen will, bevor sie sich zu ihren Polka-Dots metamorphosiert, zieht seit Mitte März die Massen an. Ein „Summer to go“ fürs Ludwig! Das Must-See-Label macht die Retrospektive zum Kultereignis. Da steht man schon mal um 4.15 Uhr auf, um 5.55 Uhr den Zug nach Köln zu bekommen; oder quält sich die 350 km durch 10 Staus um rechtzeitig zur Einlasszeit (Timeslot) dort zu sein. 
Foto: Klaus Schätte
Versprochen wird das Kollektiverlebnis „Kunstwelten“, das nicht nur geschaut, sondern auch erlebt werden kann. Da macht sich der Kunstverein Sundern-Sauerland auf zu einer Tagesfahrt in die Rheinmetropole und Pensionäre und -innen konkurrieren mit der Krass- und Geilgeneration um die letzten Tickets. Alle wollen sich zwischen den Spiegeln und spirituellen Kürbissen ergehen und in der Infinity-Installation Instagram-taugliche Selfies posten. Die Videotelefonie brummt und die Kölner protestieren, da ihnen der Gratis-Donnerstag abhandengekommen ist.
„Polka Dots“ und „Infinity mirrors“
Was dort zu sehen ist lässt sich mit den drei Worten „Punkte, Punkte, Punkte“ oder in zwei Sätzen zusammenfassen: verspiegelte „Infinity Rooms“ zur Selbstreflektion, „Kürbisse als Seelentrost“ (KStA), polierte Spiegelkugeln für Narzisse, gigantische Plastik-Flowers vor der Domkulisse auf der Dachterrasse, dazu knallbunte Skulpturen, und allerlei Bemaltes. Kracher ist die „sehr instagramable“ (Dziewior) Rauminstallation mit plastischen schlangenartigen, ineinander verwickelten Schläuchen, zwischen denen die Besucher umherirren, um den versprochen psychedelischen Polka-Dots-Effekt aufzuspüren. Das alles camoufliert mit poetisierender Titelei, und gemacht aus „Ehrfurcht vor dem Wunder des Lebens“ (Kusama) (Untitled (Nets) wurde 2022 für 10,4 Millionen US-Dollar versteigert).
Besonderer Beliebtheit erfreut sich Kusama bei der reiferen Generation. Eine „Heroine der Senioren“, wie ein Kunstblatt vermerkt. Diesen Zuspruch der Bestager verdankt Kusama dem therapeutischen Impetus, der ihrem Werk nachgesagt wird. Vermutlich sind es die propagierte psychotherapeutische Komponente ihrer Objekte und der hohe Wirkungsgrad derselben bei der behaupteten Heilung von Halluzinationen und Zwängen. Infotafeln und endlose Katalogtexte schreiben den flächendeckenden Punkten, den Polka-Dot-Mustern und Netzen, die ihre Objekte bedecken, eine Befreiung von Ängsten und Depression zu (bei Yayoi Kusama selbst hat es wohl geklappt). Hier wird alles greifbar, fühlbar, nachvollziehbar. Leben, lieben und loslassen empfiehlt die ‚Heilsbringerin‘ und steuert den Kunstpilger durch ihr buntes Wellness-Resort. Sich ins trügerisch-traumanische Labyrinth der sogenannten „Infinity Mirror Rooms“ zu begeben, um am Nektar des Oneiros zu kosten, oder sich an den Skulpturen der seriellen buntgescheckten Penisse zu beglücken wird wohl als Jungbrunnen wahrgenommen. Dem unbedarften Kunstfreund dagegen schwindet der Standpunkt ob der zahllosen fluoreszierenden Klebepunkte und sinnestäuschenden Spiegeleien. Sei’s drum – Alle sind am Ende glücklich und zufrieden!
Die jungen Besucher klassifiziert der Museumsdirektor als „Menschen, die teils noch nie ein Museum besucht haben“ und spekuliert auf den „Funken, der hier entzündet wird und zum Wiederkommen motiviert“ (KStA). Die Aussortierten, Abgehängten, die Schul- und Studienabbrecher, die Jobber und Arbeitslosen aus der Randzone hat der gute Mann sicher nicht gemeint.
Ein Wort zur Ikonographie: „Seit 80 Jahren überzieht Yayoi Kusama die ganze Welt mit Punkten“ titelt die Zeit. Die Punkt-Masche ist ein alter Hut im internationalen Poptheater. Punkte-Malen war in den 60er Jahren neben Love, Peace und Universe in der New Yorker Kunstszene meditative Praxis. Zum Komma und Semikolon hat es da schon nicht mehr gereicht. Die Avangarde ist inzwischen weitergepilgert, allein Kusama konnte sich von ihren Dots nicht trennen. Da sind auch die kuratorischen Bemühungen vergebens, die plakativen Kusama-Motive „kunsthistorisch (zu) untermauern“ (Diederich).
„Let us joyfully sing this song of a splendid future“
Kusama erweist sich als Publikumsmagnet, was nicht verwundert. Denn nur Positives steht im Raum. Ihre Arbeit gefällt, weil sie keine Fragen stellt, auf die Antworten gefunden werden müssten. Hier geht es ausschließlich um Fun an dekorativer Ästhetik. Geboten wird reine Punkte-Fashion ohne Reibungspunkte, Pop-Art-Deko die mit Effekthascherei die Überreizung der Sinne provoziert. Allzu gut passt die Kusama-Masche in die neoliberale Hochglanzidylle, die systemische Probleme dem Individuum anlastet. Denn die Selbstfindungsgesellschaft schätzt problembereinigte Bilderwelten und verweist bei Bedarf auf Selbsthilfe.
Schützenhilfe leistet der überschwängliche Pressespiegel der Sensationsjournaille, der Kunst Quote heißt: „Punkte, die die Welt eroberten“ (SZ), „Kusama ist kulturelles Leuchtfeuer in Köln“, „Kusamas Werk spendet Trost und Optimismus“ (KStA), und derlei Hymnisch-Blödsinniges mehr. Als „Lagerfeuer-Erlebnis“ wird die Ausstellung feilgeboten und eine Verbundenheit durch den gemeinsamen Besuch wird suggeriert (KStA). In den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts ging man auf den Rummelplatz, kaufte sich für 50 Pfennig eine Karte für die Geisterbahn und vergnügte sich im Spiegelkabinett. Heute besucht man das Phantasialand oder Kusama um Außergewöhnliches zu erleben.
Eine halbe Million verkaufte Tickets wird angepeilt und ein Aktionswochenende mit einer Rund-um-die-Uhr-Öffnung wird geprüft. Da kann der Edward Hopper mit seinen 388.000 Besuchern (2004/05) einpacken.
Billig kam man nicht zu Kusama (ausgebucht!). Einen Blauen musste man schon dafür hinlegen. Flankiert wird der Zirkus von einem Merchandising, das sich gewaschen hat. Mit exorbitanten Preisen wird hier vermarktet, was das Zeug hält: bedruckter Stoffbeutel für 20 Euro; schon für 199 Euro ist eine Tasse mit Dekor zu haben, die Kusama-Geldbörse für 198 Euro; 369 Euro macht der Porzellankürbis und der Schlüsselanhänger zu 29,90 ist der Renner. 5000 Kataloge gingen bisher über die Theke und 3000 Poster, 1800 Taschen und Tausende Postkarten sollen bisher verkauft worden sein. Da freut sich der König (Museumsshop).
Apropos Kommerz: Die bejahrte Dame versteht ihr Geschäft und verscherbelt (leider nur) unter Collector Square das rundum gepünktelte „Louis Vuitton X Yayoi Kusama set containing a Capucines bag, „Attrape-rêves“ perfume, necklace, scarf and wallet“ für schlappe 14.500 Euro.
Kusamas Auftritt in Köln ist eine Schau, die keinen Beipackzettel braucht. Der Besucher, der mit der Hoffnung Erkenntnisgewinn zu generieren, vielleicht auch einem Erweckungserlebnis der ‚anderen Art‘ beizuwohnen, dem bunten Glemmerzirkus entronnen ist, kann sich, wenn die Flimmerpunkte von der Netzhaut schwinden, nebenan beim Nazarener mit Richters Pixelfenster ein Meditatiönchen für lau genehmigen (wobei die Garderobenordnung zu beachten ist – strengstes Verbot maskuliner Kopfbedeckung!). Eine Kerzenspende wird ihr Übriges tun, etwaige Ausstellungstraumata abzubauen.
Nachtrag: Manchmal ist der IT-Layouter so weitsichtig, dass er den Wahrheitskern des Themas erfasst: Zwischen dem Titel („Museum Ludwig: Darum ist die Kölner Kusama-Ausstellung so erfolgreich“) und dem Artikeltext schaltete er eine Werbe-Annonce „Stressfrei Entrümpelungen & Umzüge. Zuverlässig, diskret und zu fairen Festpreisen“ (KStA-Online).
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