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Kultur und Wissen
80 Jahre in Betrieb bleiben?
Das Risiko einer AKW-Katastrophe in Kauf nehmen?
Von Heinrich Frei
Die Schweizer Regierung, der Schweizer Bundesrat meint, die AKWs Gösgen und Leibstadt könnten 80 Jahre in Betrieb bleiben. Hoffentlich denken die Bundesrätinnen und Bundesräte nicht auch noch daran, dass die AKW Beznau 1 (Baujahr 1969) und Beznau 2 (Baujahr 1971) 80 Jahre laufen sollen. Das Atomkraftwerk Mühleberg in der Nähe von Bern wurde 2019 stillgelegt. Die Gesamtkosten für Stilllegung, Rückbau und Entsorgung des Kernkraftwerks Mühleberg bei Bern wird rund 2,1 Milliarden Franken kosten. Der Bau dieser Anlage hatte im Jahr 1972 600-800 Millionen Franken gekostet.

Die beiden Atomkraftwerke Beznau 1 und Beznau 2 sind nur 29 Kilometer von Zürich entfernt (Foto: Heinrich Frei)

Die Schweizer Kernkraftwerke
1969 explodierte der Versuchsreaktor in einer Kaverne in der Westschweiz
Unsere Autos mit den Jahrgängen der Schweizer AKWs haben wir längst verschrottet. Sollen wir das Risiko einer Atom-Katastrophe wie in Lucens in der Westschweiz (1969), Tschernobyl (1986) und Fukushima (2011) riskieren? Wenn eines der vier helvetischen AKWs explodiert, wie damals der Versuchsreaktor Lucens in der Kaverne, besteht die Gefahr, dass das ganze Mittelland, in dem die meisten Menschen der Schweiz wohnen radioaktiv verseucht und für Jahrzehnte unbewohnbar wird. Als Lucens hoch ging, wollte die Schweiz auch noch eine eigene Atombombe, auch deshalb wurde der Atomreaktor von Schweizer Unternehmen in Lucens damals gebaut.
Bei zwei Volksabstimmungen waren die Schweizer Stimmbürger in dieser Zeit nicht gegen eine atomare Bewaffnung der Schweizer Armee. Bis gegen Ende der 1980er-Jahre wollte die Regierung der Schweiz, der Bundesrat sogar eine eigene Schweizer Atombombe entwickeln. Das Schweizer Kernwaffenprogramm scheiterte dann aus finanziellen und technologischen Gründen. (Siehe Beilage unten)
Krebsrisiko in der Nähe von Atomkraftwerken
Zu erinnern ist auch: Für Kleinkinder steigt das Erkrankungsrisiko an Krebsleiden und Leukämie mit zunehmender Nähe des Wohnorts zu einem Kernkraftwerk signifikant und stetig an, wie Untersuchungen in Deutschland zwischen 1980 bis 2003 zeigten. Bei Kernkraftwerken kommt es bei der Belegschaft und auch in der Umgebung durch die Aufnahme kleiner Partikeln von radioaktiven Stoffen in den Körper und deren Verbleib im Gewebe zu einer chronischen Bestrahlung.
Die finnische Tageszeitung Helsingin Sanomat hat dazu am 22. Februar 2010 einen Beitrag der deutschen Wissenschaftlerin Prof. Inge Schmitz-Feuerhake veröffentlicht, mit der Überschrift: «Krebsrisiko in der Nähe von Atomkraftwerken»
Beilage Volksabstimmungen zur atomaren Bewaffnung der Schweizer Armee, 1962 und 1963
Volksinitiative für ein Atomwaffenverbot wurde 1962 in der Schweiz in einer Volksabstimmung abgelehnt
Die Eidgenössische Volksinitiative «Verbot der Atomwaffen» wurde Mitte Juni 1958 lanciert. Diese Initiative wurde von der Schweizerischen Bewegung gegen atomare Aufrüstung initiiert und kam im Mai 1959 zustande. Sie verlangte, dass die Herstellung, Einfuhr, Durchfuhr, Lagerung und Anwendung von Atomwaffen aller Art verboten sein sollten. Die Initiative wurde am 1. April 1962 mit 65,2% Nein-Stimmen abgelehnt, was die nukleare Option rechtlich bestehen ließ, das heißt, die atomare Bewaffnung der Schweizer Armee.
Volksinitiative für das Entscheidungsrecht des Volkes über die Ausrüstung der schweizerischen Armee mit Atomwaffen
Die Initiative über ein Verbot von Atomwaffen (über die im April 1962 abgestimmt wurde) löste innerhalb der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (SPS) eine harte Auseinandersetzung aus, denn der rechte Parteiflügel lehnte sie ab. An einem außerordentlichen Parteitag im Oktober 1958 beschloss die SPS deshalb ein eigenes Volksbegehren, das nicht ein striktes Verbot vorsah, sondern die mögliche Beschaffung von Atomwaffen einem obligatorischen Referendum unterstellen wollte. Auch dieses Volksbegehren für das Entscheidungsrecht des Volkes über die Ausrüstung der schweizerischen Armee mit Atomwaffen wurde am 26. Mai 1963 mit 62,21 % Nein Stimmen abgelehnt. Damals stimmten nur Schweizer Männer ab. Das Frauenstimmrecht wurde in der Schweiz erst 1971 eingeführt, und das Stimm- und Wahlrecht von Ausländern in der Schweiz gibt es bis heute nicht. In der Schweiz leben rund 2,4 Millionen Menschen ohne Schweizer Pass, was etwa 26-27 % der ständigen Wohnbevölkerung entspricht.

Schweizer Identitätskarte und Schweizer Pass
Online-Flyer Nr. 864 vom 17.06.2026
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Kultur und Wissen
80 Jahre in Betrieb bleiben?
Das Risiko einer AKW-Katastrophe in Kauf nehmen?
Von Heinrich Frei
Die Schweizer Regierung, der Schweizer Bundesrat meint, die AKWs Gösgen und Leibstadt könnten 80 Jahre in Betrieb bleiben. Hoffentlich denken die Bundesrätinnen und Bundesräte nicht auch noch daran, dass die AKW Beznau 1 (Baujahr 1969) und Beznau 2 (Baujahr 1971) 80 Jahre laufen sollen. Das Atomkraftwerk Mühleberg in der Nähe von Bern wurde 2019 stillgelegt. Die Gesamtkosten für Stilllegung, Rückbau und Entsorgung des Kernkraftwerks Mühleberg bei Bern wird rund 2,1 Milliarden Franken kosten. Der Bau dieser Anlage hatte im Jahr 1972 600-800 Millionen Franken gekostet. 
Die beiden Atomkraftwerke Beznau 1 und Beznau 2 sind nur 29 Kilometer von Zürich entfernt (Foto: Heinrich Frei)

Die Schweizer Kernkraftwerke
1969 explodierte der Versuchsreaktor in einer Kaverne in der Westschweiz
Unsere Autos mit den Jahrgängen der Schweizer AKWs haben wir längst verschrottet. Sollen wir das Risiko einer Atom-Katastrophe wie in Lucens in der Westschweiz (1969), Tschernobyl (1986) und Fukushima (2011) riskieren? Wenn eines der vier helvetischen AKWs explodiert, wie damals der Versuchsreaktor Lucens in der Kaverne, besteht die Gefahr, dass das ganze Mittelland, in dem die meisten Menschen der Schweiz wohnen radioaktiv verseucht und für Jahrzehnte unbewohnbar wird. Als Lucens hoch ging, wollte die Schweiz auch noch eine eigene Atombombe, auch deshalb wurde der Atomreaktor von Schweizer Unternehmen in Lucens damals gebaut.
Bei zwei Volksabstimmungen waren die Schweizer Stimmbürger in dieser Zeit nicht gegen eine atomare Bewaffnung der Schweizer Armee. Bis gegen Ende der 1980er-Jahre wollte die Regierung der Schweiz, der Bundesrat sogar eine eigene Schweizer Atombombe entwickeln. Das Schweizer Kernwaffenprogramm scheiterte dann aus finanziellen und technologischen Gründen. (Siehe Beilage unten)
Krebsrisiko in der Nähe von Atomkraftwerken
Zu erinnern ist auch: Für Kleinkinder steigt das Erkrankungsrisiko an Krebsleiden und Leukämie mit zunehmender Nähe des Wohnorts zu einem Kernkraftwerk signifikant und stetig an, wie Untersuchungen in Deutschland zwischen 1980 bis 2003 zeigten. Bei Kernkraftwerken kommt es bei der Belegschaft und auch in der Umgebung durch die Aufnahme kleiner Partikeln von radioaktiven Stoffen in den Körper und deren Verbleib im Gewebe zu einer chronischen Bestrahlung.
Die finnische Tageszeitung Helsingin Sanomat hat dazu am 22. Februar 2010 einen Beitrag der deutschen Wissenschaftlerin Prof. Inge Schmitz-Feuerhake veröffentlicht, mit der Überschrift: «Krebsrisiko in der Nähe von Atomkraftwerken»
Beilage Volksabstimmungen zur atomaren Bewaffnung der Schweizer Armee, 1962 und 1963
Volksinitiative für ein Atomwaffenverbot wurde 1962 in der Schweiz in einer Volksabstimmung abgelehnt
Die Eidgenössische Volksinitiative «Verbot der Atomwaffen» wurde Mitte Juni 1958 lanciert. Diese Initiative wurde von der Schweizerischen Bewegung gegen atomare Aufrüstung initiiert und kam im Mai 1959 zustande. Sie verlangte, dass die Herstellung, Einfuhr, Durchfuhr, Lagerung und Anwendung von Atomwaffen aller Art verboten sein sollten. Die Initiative wurde am 1. April 1962 mit 65,2% Nein-Stimmen abgelehnt, was die nukleare Option rechtlich bestehen ließ, das heißt, die atomare Bewaffnung der Schweizer Armee.
Volksinitiative für das Entscheidungsrecht des Volkes über die Ausrüstung der schweizerischen Armee mit Atomwaffen
Die Initiative über ein Verbot von Atomwaffen (über die im April 1962 abgestimmt wurde) löste innerhalb der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (SPS) eine harte Auseinandersetzung aus, denn der rechte Parteiflügel lehnte sie ab. An einem außerordentlichen Parteitag im Oktober 1958 beschloss die SPS deshalb ein eigenes Volksbegehren, das nicht ein striktes Verbot vorsah, sondern die mögliche Beschaffung von Atomwaffen einem obligatorischen Referendum unterstellen wollte. Auch dieses Volksbegehren für das Entscheidungsrecht des Volkes über die Ausrüstung der schweizerischen Armee mit Atomwaffen wurde am 26. Mai 1963 mit 62,21 % Nein Stimmen abgelehnt. Damals stimmten nur Schweizer Männer ab. Das Frauenstimmrecht wurde in der Schweiz erst 1971 eingeführt, und das Stimm- und Wahlrecht von Ausländern in der Schweiz gibt es bis heute nicht. In der Schweiz leben rund 2,4 Millionen Menschen ohne Schweizer Pass, was etwa 26-27 % der ständigen Wohnbevölkerung entspricht.

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