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Aktueller Online-Flyer vom 22. April 2024  

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Krieg und Frieden
Tolstoj’s Rede gegen den Krieg
"Du sollst nicht töten!"
Von Rudolf Hänsel

Im Jahr 1909 hielt der russische Schriftsteller Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoj (1828-1910), ein Vertreter des gewaltfreien Widerstands als 80jähriger Greis eine Rede gegen den Krieg (1). Da diese Rede bis zum heutigen Tag, die Jahreswende 2023/2024, hochaktuell ist – die bewusste Reduzierung der Weltbevölkerung durch den COVID-mRNA-Impfstoff miteingeschlossen –, werden im Folgenden einige Redebeiträge wörtlich wiedergegeben. Sie kreisen alle um die klare, allgemein anerkannte und für alle Menschen verpflichtende Wahrheit, „dass der Mensch unter keinen Umständen und unter keinerlei Vorwand einen anderen töten kann oder darf“ (2).

„Rede gegen den Krieg“

„Geliebte Brüder! Wir haben uns hier versammelt, um gegen den Krieg zu kämpfen. (…).

In ihren Händen (den Händen der Regierenden, R. H.) befinden sich Milliarden von Geld, Millionen williger Soldaten, in unseren Händen befindet sich nur ein Mittel, aber das allerwichtigste Mittel der Welt – die Wahrheit. Und deshalb mögen unsere Kräfte noch so gering erscheinen im Vergleich mit den Kräften unserer Gegner, unser Sieg ist ebenso gewiß, wie der Sieg des Lichtes der aufgehenden Sonne über die Finsternis der Nacht.

Unser Sieg ist gewiß, aber nur unter einer Bedingung – unter der Bedingung, daß wir die Wahrheit verkünden und sie rückhaltlos, ohne alle Umschweife, ohne jede Konzession, ohne jede Milderung heraussagen. Diese Wahrheit ist so einfach, so klar, so einleuchtend, so verbindlich nicht nur für den Christen, sondern für jeden vernünftigen Menschen, daß man sie nur in ihrer ganzen Bedeutung auszusprechen braucht, auf daß die Menschen ihr nicht mehr zuwiderhandeln können.

Diese Wahrheit ist in ihrer vollen Bedeutung in dem enthalten, was Jahrtausende vor uns in dem Gesetz, das wir das Gesetz Gottes nennen, in vier Worten gesagt ist: Du sollst nicht töten! Diese Wahrheit besagt, daß der Mensch unter keinen Umständen und unter keinerlei Vorwand einen anderen töten kann oder darf. (…).

Deshalb möchte ich unserer Versammlung den Vorschlag machen, einen Aufruf an die Menschen sämtlicher und besonders der christlichen Völker zu verfassen und zu veröffentlichen, worin wir klar und gerade heraus sagen, was zwar alle wissen, was aber niemand oder so gut wie niemand sagt: nämlich, daß der Krieg nicht, wie das jetzt die Menschen vorgeben, eine besonders wackere und besonders lobenswerte Sache sei, sondern daß er, wie jeder Mord, eine abscheuliche und frevelhafte Handlung ist, und zwar nicht nur für die, welche die militärische Laufbahn aus freien Stücken wählen, sondern auch für die alle, die sich ihr aus Furcht vor Strafe oder um eigennütziger Interessen willen widmen. (…).

Wir müssen sagen, was alle wissen, und nur nicht zu sagen wagen, wir müssen sagen, daß, wenn die Menschen dem Mord einen noch so veränderten Namen geben, der Mord immer nur Mord bleibt - eine frevelhafte, schmachvolle Tat. (…). Sie werden aufhören, im Krieg den Vaterlandsdienst, den Heldenmut, den Kriegsruhm, den Patriotismus zu sehen, und werden sehen, was da ist: die nackte, frevelhafte Mordtat. (…).

Diejenigen, die die Freveltaten üben, werden sich schämen, diejenigen aber, die sich eingeredet haben, daß sie im Mord keine Frevelhaftigkeit sehen, werden sie jetzt gewahr werden, und werden aufhören, Mörder zu sein. (…).

Das ist alles, was ich sagen wollte. Es wäre mir sehr leid, wenn ich jemanden beleidigt, gekränkt oder böse Gefühle in ihm erweckt hätte. Doch wäre es für mich, einen 80jährigen Greis, der jeden Augenblick des Todes gewärtig ist, eine Schande, nicht ganz offen die Wahrheit zu sagen, wie ich sie verstehe, die Wahrheit, die nach meiner festen Überzeugung allein die Menschheit von den unseligen Drangsalen zu erretten vermag, die der Krieg hervorbringt und unter denen sie leidet.“ (3)


Literatur:

(1) Tolstoj, Leo N. (1968). Rede gegen den Krieg. Politische Flugschriften. Frankfurt am Main
(2) A. a. O., S. 164
(3) A. a. O., S. 163ff.



English version
Tolstoy's speech against war
"Thou shalt not kill!"

By Dr Rudolf Hänsel

In 1909, the Russian writer Lev Nikolayevich Count Tolstoy (1828-1910), a representative of non-violent resistance, gave a speech against war at the age of 80 (1). As this speech is still highly topical today, at the turn of the year 2023/2024 - including the deliberate reduction of the world's population through the COVID mRNA vaccine - some of the speeches are reproduced verbatim below. They all revolve around the clear, universally recognised truth, which is binding for all people, "that man cannot or must not kill another under any circumstances and under no pretext whatsoever" (2).

"Speech against the war"

"Beloved brothers! We have gathered here to fight against war. (...).

In their hands (the hands of the rulers, R. H.) there are billions of money, millions of willing soldiers, in our hands there is only one means, but the most important means in the world - the truth. And therefore, however small our forces may seem in comparison with the forces of our opponents, our victory is as certain as the victory of the light of the rising sun over the darkness of the night.

Our victory is certain, but only on one condition - on the condition that we proclaim the truth and state it unreservedly, without any digression, without any concession, without any mitigation. This truth is so simple, so clear, so plausible, so binding not only for Christians but for every sensible person that it only needs to be proclaimed in its full meaning so that people can no longer go against it.

This truth is contained in its full meaning in what was said thousands of years before us in four words in the law that we call the law of God: Thou shalt not kill! This truth says that man cannot or must not kill another under any circumstances and under no pretence whatsoever. (...).

I would therefore like to propose to our Assembly that we write and publish an appeal to the people of all nations, especially Christian nations, in which we state clearly and straightforwardly what everyone knows but no one or almost no one says: Namely, that war is not, as men now pretend, a particularly valiant and praiseworthy cause, but that it is, like all murder, an abominable and sacrilegious act, not only for those who choose the military career of their own free will, but also for all those who devote themselves to it for fear of punishment or for the sake of selfish interests. (...).

We must say what everyone knows and only dare not say, we must say that no matter how different a name people give to murder, murder always remains murder - a sacrilegious, disgraceful act. (...). They will cease to see in war the service of the fatherland, heroism, the glory of war, patriotism, and will see what is there: the naked, sacrilegious act of murder. (...).

Those who practise sacrilege will be ashamed, but those who have persuaded themselves that they see no sacrilege in murder will now realise it, and will cease to be murderers. (...).

That is all I wanted to say. I would be very sorry if I had offended, insulted or aroused evil feelings in anyone. But it would be a disgrace for me, an old man of 80 years, who is liable to die at any moment, not to speak quite openly the truth as I understand it, the truth which I firmly believe is the only thing that can save mankind from the unfortunate tribulations that war produces and from which it suffers." (3)


Literature:


(1) Tolstoy, Leo N. (1968). Speech against the war. Political pamphlets. Frankfurt am Main
(2) A. l. c., p. 164
(3) A. a. O., p. 163ff.
 


Dr. Rudolf Lothar Hänsel ist Schul-Rektor, Erziehungswissenschaftler und Diplom-Psychologe. Nach seinen Universitätsstudien wurde er wissenschaftlicher Lehrer in der Erwachsenenbildung. Als Pensionär arbeitete er als Psychotherapeut in eigener Praxis. In seinen Büchern und Fachartikeln fordert er eine bewusste ethisch-moralische Werteerziehung sowie eine Erziehung zu Gemeinsinn und Frieden.

Dr Rudolf Lothar Hänsel is a school rector, educationalist and qualified psychologist. After his university studies, he became an academic teacher in adult education. As a pensioner, he worked as a psychotherapist in his own practice. In his books and specialist articles, he calls for a conscious ethical and moral education of values as well as an education for public spirit and peace.




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