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Aktueller Online-Flyer vom 22. April 2024  

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Kultur und Wissen
Wenn wir uns selbst und die Mitmenschen erkennen, ändert sich die Sichtweise auf staatliche Gegebenheiten und die gesamte Gesellschaftsordnung
„Die Menschheit muss sich die Ergebnisse der psychologischen Forschung zueigen machen, um ein menschenwürdiges Leben zu schaffen.“
Von Rudolf Hänsel

Die Bürger in unseren Ländern sind mit der gegenwärtigen Weltsituation nicht zufrieden: Der nicht endende Krieg des Westens gegen Russland, der sich zu einem Atomkrieg der beiden Supermächte auf europäischem Boden entwickeln könnte, und die vielen anderen Kriege: immer wieder Mord und Totschlag. Hinzu kommt die zunehmende Verarmung einkommensschwacher Bevölkerungsgruppen und die Sorge um die Zukunft. Siehe Paul C. Roberts: „Does America Have a Future? (1). Was tun? „Auf die Barrikaden gehen“ oder den Wahnsinn stillschweigend hinnehmen? Doch dazu sagte Friedens-Nobelpreisträger Martin Luther King in seiner historischen Rede vom 4. April 1967: „Es kommt eine Zeit, in der Schweigen Verrat ist“ (2).

Laut Dr. Gerda Fellay, Schweizer Psychotherapeutin, sollen Max Horkheimer und Theodor Adorno, zwei berühmte Philosophen der „Frankfurter Schule“ nach dem Zweiten Weltkrieg wegen des Einknickens von Goethes und Schillers Vaterland vor dem Führer resigniert haben. Daraufhin ließ Friedrich Liebling (1893-1982), der Begründer der Psychologischen Lehr- und Beratungsstelle Zürich („Züricher Schule“), den beiden Intellektuellen gemäß den Aufzeichnungen Fellay‘s folgende psychologische Antwort zukommen: „Die Menschheit muss sich die Ergebnisse der psychologischen Forschung zu eigen machen, um ein menschenwürdiges Leben zu schaffen.“ (3).

Gegenstand der psychologischen Forschung ist das geistig-seelische Leben des Menschen, seine Natur, seine seelische Verfassung und sein Verhalten. Wenn der Mensch sich und seine Mitmenschen erkennt, ändert er seine Sichtweise auf die staatlichen Gegebenheiten und die gesamte Gesellschaftsordnung. Die Ergebnisse der psychologischen Forschung weisen den Weg.

Deshalb werde ich als Psychologe weiterhin über die Wissenschaft der Psychologie in Wort und Schrift aufklären und dazu einladen, den Weg gemeinsam zu beschreiten. Als Schüler des Schweizer Psychotherapeuten Friedrich Liebling konnte ich persönlich erleben, was es heißt, sich die Ergebnisse der psychologischen Forschung zu eigen zu machen. Als Pionier auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Psychologie war es Lieblings Hauptanliegen, den Menschen Hoffnung auf ein in jeder Hinsicht menschenwürdiges Leben zu machen.

Eine Änderung der Welt erfordert eine Änderung des Menschen

Da die Geschichte ein Werk der Menschen ist, muss die Veränderung der Welt aus ihnen selbst kommen. Die Menschen müssen ihre eigene Natur, ihre seelische Verfassung, ihre bewussten oder halbbewussten Vorurteile sowie die eigenen Reaktionsweisen und auch die ihrer Mitmenschen kennenlernen.

So sollten sie einschätzen können, wie sie selbst und wie ihre Mitmenschen auf konfliktträchtige Krisen und kommende Kriege reagieren werden. Was tun die „wehrfähigen“ Männer voraussichtlich, wenn der Einberufungsbefehl ins Haus flattert? Werden sie sofort losmarschieren oder gibt es Persönlichkeiten, die in der Lage sind, sich einem Befehl „von oben“ zu widersetzen und NEIN zu sagen, sodass man sich an ihnen orientieren kann?

In der Regel sind wir uns alle einig: das Kriegsministerium, die Politiker, die Kirche, die Theologen – und auch wir Bürgerinnen und Bürger.

So folgen die Mütter ihrem Gehorsamsreflex und lassen ihre bereitstehenden Söhne ohne Murren auf das „Feld der Ehre“ ziehen. Trifft dann die Todes-Nachricht ein, trägt die Mutter in „stolzer Trauer“ die schwarze Armbinde. Mutter und Sohn fehlt der Mut, nicht in den Krieg zu ziehen. Bereits der Vater oder ein anderes Mitglied der Familie ist in irgendeinem Krieg auf dem so genannten „Feld der Ehre“ geblieben.

Und der Pfarrer segnet die Waffen des Krieges, die die Anderen jenseits der Grenze, die auch Christen sind, erschlagen. Er folgt damit stillschweigend der Weisung seiner Kirche und ist mit dieser Handlung der Jugend ein miserables Vorbild. Auch die Arbeitslosen melden sich fleißig zum Kriegsdienst, weil sie meinen, sie hätten keinen anderen Ausweg.

Dabei ist jeder Krieg, in dem andere Völker bezwungen und beherrscht werden, ein gutes Geschäft. Die Waffenindustrie verdient sich eine „goldene Nase“, während die Bürger zusehends verarmen. Aber es wird weiter gerüstet; das wird gepflegt und nicht verneint.

Alles ist Profit, wo auch immer wir hinsehen. Es gibt nichts, wo das nicht spielt in unserer Gesellschaftsordnung. Wieso haben unsere Kinder zum Beispiel mit Drogen zu tun? Wie kommen sie dazu? Wenn das kein gutes Geschäft wäre, hätten wir keine Drogen und keine Sorgen; der Markt wäre leer. Aber darauf wird keine Rücksicht genommen. Viele Jugendliche gehen an den Drogen zugrunde, sie gehen buchstäblich in den Tod.

Wenn wir uns umsehen in der Welt, stellen wir fest, dass die Menschen ohne Ausnahme durch die traditionelle Erziehung nicht gesund, sondern psychisch irritiert sind. Sie sind nicht krank, sie sind nur nicht richtig aufgeklärt. Man muss sie nicht heilen, sondern ihnen helfen, sich zu erkennen.

Gelingt es uns, das Problem Mensch in seiner ganzen Tiefe zu erfassen, werden wir lernen, richtig zu sehen, was mit uns Menschen los ist: Ob zum Beispiel nur die Herrscher der Welt und ihre Politiker Kriege anzetteln und führen – oder ob auch wir Bürgerinnen und Bürger für den Krieg sind.

Um das zu erforschen, ist viel Zeit und Geduld nötig. Alle Fragen müssen „bis zum Ende“ durchdacht werden. Dies ist jedoch für das Leben und die seelische Gesundheit von jedem von uns von ungeheurer Bedeutung. Wir haben dann einen Kompass.

Ergebnisse der psychologischen Forschung weisen den Weg

Die Medizin ist erst vorangekommen, als sie die Funktion der einzelnen Organe des Körpers untersuchen und kennenlernen durfte. Die Kirche war zunächst dagegen, dass man den Menschen erforscht. Erst als die Notwendigkeit erkannt worden ist, dass man den Menschen nur dann helfen kann, wenn man die Funktionen der verschiedenen Organe kennt, haben Mediziner Leichen gestohlen, um dies zu erfahren.

Während die Wissenschaft der Medizin den menschlichen Körper erforscht, erforscht die Wissenschaft der Psychologie das geistig-seelisches Leben des Menschen.

Die Wissenschaft der Psychologie ist eine Wissenschaft über den Menschen, über die menschliche Natur: wie er wird, wie er heranwächst und wie er sich dann im Leben zurechtfindet. Seine Erfahrungen werden ihm vor allem von den Eltern und den Lehrern vermittelt. Der Mensch ist dann das Produkt seiner Erlebnisse und Eindrücke in der Kindheit.

Bereits in den ersten Lebensjahren – mit fünf bis sechs Jahren –, wenn das Kind in den Kindergarten kommt, hat es einen Kompass. Es weiß dann, wie es sich zu verhalten hat. Auch über das andere Kind, den Vater, die Mutter und die Geschwister hat es eine Meinung. Es hat bereits seine Charaktereigenschaften und kennt seine Stellung in der Welt.

Wird dem Menschen aber vermittelt, wie er seine Probleme lösen soll und kann, wird er eine andere, eine realistischere Sichtweise bekommen. Die wichtigsten Probleme sind sein Lebensgefühl, seine Meinung über sich selbst, seinen Partner, seine Haltung gegenüber den Kindern, seine Meinung über den Nachbarn, die Gemeinde und den Staat. Das wäre Bildung im psychologischen Sinne.

Hat man die Gefühle und Reaktionsweisen des Menschen einmal erkannt und verstanden, wie er heranwächst, dann versteht man auch sich selbst, den anderen, die Gesellschaft und die ganze Welt. Und wenn wir den Menschen verstehen lernen, dann verstehen wir auch das Problem des Krieges, weil wir unsere eigenen Handlungsweisen und die der Mitmenschen einschätzen können und verstehen, was in uns und in ihnen vorgeht. Wir finden dann eine Antwort auf die Frage: Sind es Menschen wie wir, die für den Krieg sind oder sind es ganz andere Menschen? Wir haben dann eine andere Art des Denkens und Fühlens.

Da die Menschen von allen Institutionen – angefangen von der Erziehung zuhause und in der Schule bis hinauf zur Rekrutenschule und das „Feld der Ehre“ – in deren Vorstellung programmiert werden, hat man es schwer, sie auf unrealistische oder „irrige“ Ansichten aufmerksam zu machen und ihnen zu helfen.

Sie werden so programmiert, dass sie dann alles machen, was die Machthaber von ihnen verlangen. So hat das deutsche Volk von ungefähr 100 Millionen Menschen – das Volk der Dichter und Denker – Adolf Hitler voll zugestimmt und zugejubelt. Alle sind mit ihm mitgegangen – angefangen vom Papst, von der katholischen Kirche und den anderen Kirchen bis hin zu den Gelehrten, den Philosophen und Psychologen, den Arbeitern und Sozialisten. Sie wurden so „gut“ programmiert, dass sie sich in den Tod führen ließen.

Deshalb sollte allen Menschen das psychologische Wissen über sich selbst und die Mitmenschen vermittelt werden. Aber noch leben wir in einer Welt, in der sich der Mensch nicht erkannt hat. Alles hat er erforscht, aber sich selbst, seine Natur, seine seelische Verfassung und seine Reaktionsweisen hat er nicht erkannt.

Aufklärung und Erziehung als Prophylaxe (Vorbeugung)

Da ein menschenwürdiges Leben in den Köpfen und Herzen der Menschen vorbereitet wird, handeln die Menschen morgen so, wie sie heute denken. Deshalb ist Aufklärung von großer Bedeutung. Sinn der aufklärerischen Bemühungen ist die Reinigung des menschlichen Bewusstseins von individuellen und kollektiven Vorurteilen, dem ideologischen Hintergrund vieler Menschheitskatastrophen.

Die Zukunft unserer Kultur wird wesentlich davon abhängen, ob es genügend „Aufklärer“ gibt, die imstande sind, der Bevölkerung die entsprechenden Vorurteile zu nehmen. Intellektuelle haben dabei eine große Verantwortung. In einer Zeit, in der die Bedrohung durch die Atombombe die Selbstvernichtung der Menschheit als möglich erscheinen lässt, bedürfen wir mehr denn je der „freien Geister“, die uns lehren, was Wahrheit und was Lüge ist.

Wichtiger noch als Aufklärung ist das Problem der Erziehung. Die tiefenpsychologische Forschung hat die ungeheure Tragweite der Erziehung deutlich gemacht. Wir wissen heute, dass der Mensch in einem derartigen Maße das Produkt seiner Erziehung ist, dass man hoffen darf, durch psychologische Erziehungsmethoden, die auf das autoritäre Prinzip verzichten, Menschen heranbilden zu können, die gegen die Verstrickungen des Machtwahns gefeit sein werden.

Indem die Erziehung in Elternhaus und Schule auf Angst auslösendes Autoritätsgebaren, Gewaltanwendung sowie unangebrachte Verzärtelung verzichtet und sich mit wahrem Verständnis dem kindlichen Seelenleben zuwendet, wird sie einen Menschentypus hervorbringen, der keine „Untertanen-Mentalität“ mehr besitzt und darum für die Machthaber in unserer Welt kein gefügiges Werkzeug mehr sein wird.

Die Achtung des Erziehers vor der kindlichen Persönlichkeit und seine freundschaftliche Zuwendung zum Erziehenden wird einen wertvollen Beitrag zum Aufbau einer humanen Gesellschaftsordnung und zur Schaffung eines menschwürdigen Lebens leisten.


Fußnoten:
(1) https://freeassange.rtde.me/international/167034-denkt-nicht-an-die-zukunft-es/
(2) https://www.globalresearch.ca/this-madness.must-cease/4460
(3) Fellay, Gerda (1997 / 2010). Friedrich Liebling. Leben und Werk – eine Einführung. (Dissertation). New York, Paris, Bern und Sitten (Schweiz), S. 16



English version:
When we recognise ourselves and our fellow human beings, our view of state conditions and the entire social order changes
"Humanity Must Adopt the Results of Psychological Research in Order to Create A Life Worthy of Human Beings."

By Dr Rudolf Hänsel

The citizens in our countries are not satisfied with the present world situation: The West's never-ending war against Russia, which could develop into a nuclear war between the two superpowers on European soil, and the many other wars: murder and manslaughter again and again. Add to this the increasing impoverishment of low-income groups and concerns about the future. See Paul C. Roberts, "Does America Have a Future? (1). What to do? "Go to the barricades" or quietly accept the madness? But on this, Nobel Peace Prize winner Martin Luther King said in his historic speech of 4 April 1967: "There comes a time when silence is betrayal" (2).

According to Dr. Gerda Fellay, Swiss psychotherapist, Max Horkheimer and Theodor Adorno, two famous philosophers of the "Frankfurt School" are said to have resigned after the Second World War because of the caving in of Goethe's and Schiller's fatherland to the Führer. In response, Friedrich Liebling (1893-1982), the founder of the Psychological Teaching and Counselling Centre in Zurich ("Züricher Schule"), sent the two intellectuals the following psychological reply, according to Fellay's notes: "Mankind must adopt the results of psychological research in order to create a life worthy of human beings." (3).

The object of psychological research is the spiritual-emotional life of man, his nature, his mental condition and his behaviour. When man recognises himself and his fellow men, he changes his view of the state conditions and the entire social order. The results of psychological research point the way.

Therefore, as a psychologist, I will continue to enlighten people about the science of psychology in speech and writing and invite them to tread the path together. As a student of the Swiss psychotherapist Friedrich Liebling, I was able to personally experience what it means to embrace the results of psychological research. As a pioneer in the field of scientific psychology, Liebling's main concern was to give people hope for a life worthy of human beings in every respect.

A change of the world requires a change of man

Since history is a work of human beings, the change of the world must come from within themselves. People must get to know their own nature, their mental make-up, their conscious or semi-conscious prejudices, as well as their own ways of reacting and also those of their fellow human beings.

In this way, they should be able to assess how they themselves and how their fellow human beings will react to conflict-prone crises and coming wars. What are the "fit for military service" men likely to do when the draft notice flutters through the door? Will they march off immediately or are there personalities who are able to resist an order "from above" and say NO so that they can be followed?

As a rule, we all agree: the war ministry, the politicians, the church, the theologians – and also we citizens.

So the mothers follow their reflex of obedience and let their ready sons go to the "field of honour" without grumbling. When the news of death arrives, the mother wears the black armband in "proud mourning". Mother and son lack the courage not to go to war. Already the father or another member of the family has remained in some war on the so-called "field of honour".

And the priest blesses the weapons of war that slay the others across the border who are also Christians. In doing so, he is tacitly following the instruction of his church, and with this act he is setting a miserable example to the youth. The unemployed also diligently sign up for military service because they think they have no other way out.

Yet every war in which other peoples are conquered and dominated is good business. The arms industry earns a "golden nose" while the citizens become visibly poorer. But armaments continue to be made; this is cultivated and not denied.

Everything is profit, wherever we look. There is nothing where this does not play in our social order. Why are our children involved with drugs, for example? How do they get into it? If it wasn't good business, we wouldn't have drugs and we wouldn't have worries; the market would be empty. But no consideration is given to that. Many young people perish from drugs, they literally go to their death.

If we look around the world, we see that people, without exception, are not healthy but psychologically irritated by traditional education. They are not sick, they are just not properly enlightened. We don't have to cure them, but help them to recognise themselves.

If we succeed in grasping the human problem in all its depth, we will learn to see correctly what is wrong with us human beings: whether, for example, only the rulers of the world and their politicians instigate and wage wars – or whether we citizens are also in favour of war.

A lot of time and patience is needed to explore this. All questions must be thought through "to the end". However, this is of tremendous importance for the life and mental health of each of us. We then have a compass.

Results of psychological research point the way

Medicine only progressed when it was allowed to examine and learn about the function of the individual organs of the body. The Church was initially against researching the human being. It was only when the need was recognised that people could only be helped if the functions of the various organs were known that doctors stole corpses to find out.

While the science of medicine studies the human body, the science of psychology studies the spiritual and mental life of man.

The science of psychology is a science about man, about human nature: how he becomes, how he grows up and how he then finds his way in life. His experiences are imparted to him above all by his parents and teachers. The human being is then the product of his experiences and impressions in childhood.

Already in the first years of life – at the age of five to six – when the child enters kindergarten, it has a compass. It then knows how to behave. It also has an opinion about the other child, the father, the mother and the siblings. It already has its character traits and knows its position in the world.

But if the person is taught how he should and can solve his problems, he will get a different, a more realistic view. The most important problems are his attitude towards life, his opinion about himself, his partner, his attitude towards the children, his opinion about the neighbour, the community and the state. That would be education in the psychological sense.

Once you have recognised the feelings and ways of reacting of the human being and understood how he grows up, then you also understand yourself, the other person, society and the whole world. And when we learn to understand the human being, then we also understand the problem of war, because we can assess our own ways of acting and those of our fellow human beings and understand what is going on in us and in them. We then find an answer to the question: Is it people like us who are in favour of war or is it completely different people? We then have a different way of thinking and feeling.

Since people are programmed by all institutions – starting with education at home and school and going all the way up to recruit school and the "field of honour" – in their mind, it is difficult to point out unrealistic or "erroneous" views to them and help them.

They are programmed in such a way that they then do whatever those in power ask of them. Thus the German people of about 100 million – the people of poets and thinkers – fully agreed with and cheered Adolf Hitler. Everyone went along with him - from the Pope, the Catholic Church and the other churches to the scholars, the philosophers and psychologists, the workers and socialists. They were programmed so "well" that they allowed themselves to be led to their deaths.

Therefore, all people should be taught the psychological knowledge about themselves and their fellow human beings. But we still live in a world in which man has not recognised himself. He has explored everything, but he has not recognised himself, his nature, his mental condition and his modes of reaction.

Enlightenment and education as prophylaxis (prevention)

Since a humane life is prepared in people's minds and hearts, people will act tomorrow in the way they think today. Therefore, enlightenment is of great importance. The purpose of enlightenment efforts is to purify human consciousness of individual and collective prejudices, the ideological background of many human disasters.

The future of our culture will largely depend on whether there are enough "enlighteners" who are capable of removing the relevant prejudices from the population. Intellectuals have a great responsibility in this. At a time when the threat of the atomic bomb makes the self-destruction of humanity seem possible, we need "free spirits" more than ever to teach us what is truth and what is a lie.

Even more important than enlightenment is the problem of education. Depth-psychological research has made clear the immense scope of education. Today we know that man is to such an extent the product of his upbringing that we can hope, through psychological methods of education that dispense with the authoritarian principle, to be able to educate people who will be immune to the entanglements of power madness.

By renouncing fear-inducing authority, the use of violence and inappropriate pampering in the home and school, and by turning to the child's soul with true understanding, education will produce a type of person who no longer has a "subject mentality" and who will therefore no longer be a docile tool for those in power in our world.

The educator's respect for the child's personality and his friendly devotion to the educator will make a valuable contribution to the building of a humane social order and the creation of a life worthy of human dignity.


Footnotes:

(1) https://freeassange.rtde.me/international/167034-denkt-nicht-an-die-zukunft-es/
(2) https://www.globalresearch.ca/this-madness.must-cease/4460
(3) Fellay, Gerda (1997 / 2010). Friedrich Liebling. Life and work - an introduction. (Dissertation). New York, Paris, Bern and Sitten (Switzerland), p. 16.



Dr. Rudolf Lothar Hänsel ist Schul-Rektor, Erziehungswissenschaftler und Diplom-Psychologe. Nach seinen Universitätsstudien wurde er wissenschaftlicher Lehrer in der Erwachsenenbildung. Als Pensionär arbeitete er als Psychotherapeut in eigener Praxis. In seinen Büchern und Fachartikeln fordert er eine bewusste ethisch-moralische Werteerziehung sowie eine Erziehung zu Gemeinsinn und Frieden. Für Verdienste um Serbien bekam er 2021 von den Universitäten Belgrad und Novi Sad den Republik-Preis „Kapitän Misa Anastasijevic“ verliehen.

Dr. Rudolf Lothar Hänsel is a school rector, educational scientist and graduate psychologist. After his university studies he became an academic teacher in adult education. As a retiree he worked as a psychotherapist in his own practice. In his books and professional articles, he calls for a conscious ethical-moral education in values as well as an education for public spirit and peace. In 2021, he was awarded the Republic Prize "Captain Misa Anastasijevic" by the Universities of Belgrade and Novi Sad for services to Serbia.




Online-Flyer Nr. 810  vom 26.04.2023

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