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Markus Stockhausen: Lange Töne für den Frieden
Ein Friedensklang geht um die Welt
Von Arbeiterfotografie

"Frieden ist gerade heute wichtiger denn je. Musik hat die Kraft alle Grenzen zu überwinden und Gemeinschaft zu fördern." Die Empfindung solle sein: "Ein großer Klang geht um die Welt und sendet eine Schwingung von Frieden und Freiheit aus. Innerlich werden sich die Musiker vorbereiten um tatsächlich möglichst in innerem Frieden zu spielen. Das Publikum wird eingeladen sich ebenfalls einzustimmen. Äußerer Frieden kann nur das Ergebnis eines inneren Friedens sein. Frieden ist möglich." Mit diesen Worten beschreibt Markus Stockhausen die von ihm initiierten und geleiteten Konzerte für den Frieden. Die erste Aufführung dieser Art gab es am 19. Oktober 2022 in der Lutherkirche in der Kölner Südstadt. Es ist der Auftakt für eine lange Reihe von Konzerten. "Wenn ich sage, es geht mir um einen grundsätzlichen Frieden, dann meine ich nicht nur einen Frieden zwischen Russland und der Ukraine, der natürlich absolut wünschenswert ist, damit dieses unnötige Leid, Sterben, die Zerstörung möglichst schnell beendet wird, sondern es geht mir im Grunde genommen um den Weltfrieden." Das hat Markus Stockhausen am 1. November im Rahmen eines halbstündigen Interviews bei "Radio München" geäußert. Die NRhZ gibt anhand von Fotografien der Arbeiterfotografie einen kleinen visuellen Einblick in das Konzert am 19. Oktober 2022 in Köln.


Alle Fotos: arbeiterfotografie.com (Anneliese Fikentscher)






















Markus Stockhausen und Dr. Ansgar Klein (Aachener für eine menschliche Zukunft)


Videoaufzeichnung des Konzerts am 19. Oktober 2022 in Köln:




Weitere Auszüge aus dem Interview bei "Radio München" vom 1. November 2022:

"Alles bedingt sich gegenseitig, steht in Wechselwirkung – politisch, sozial, ökonomisch, ökologisch. Das, was die Menschen fühlen und denken und tun, hat eine Wirkung auf die Natur. Und die Natur reagiert. Wir sind nicht getrennt von allem. Sondern wir sind eins mit allem. Und es steht in Wechselwirkung. Und deswegen sag ich: wir können einen äußeren Frieden nur erreichen, wenn die Menschen innerlich friedlich sind, wenn sie gar keinen Drang haben, sich zu bekriegen und zu zerstören und zu töten oder sich zu übervorteilen. Wir stehen an der Schwelle – meine ich – eines großen Paradigmenwandels der menschlichen Gesinnung – nicht nur jetzt einiger deutsche oder europäischer oder sonstiger Gruppen – sondern wir als Weltgemeinschaft stehen an der Schwelle: entweder wir zerstören alles und wir bekriegen uns weiterhin und machen alles kaputt, oder wir sehen die Erde als einen großen Organismus mit allen Lebewesen und allen Lebensformen drauf und versuchen, so behutsam und so achtsam wie möglich alles Leben zu achten und für alles Leben zu sorgen und alle Randgruppen und auch alle Minderheiten mit einzubeziehen. Es ist ein ganz anderes Denken, als was jetzt Jahrhunderte lang gepredigt und gelebt wurde – Jahrtausende mit den Kriegen und dem Vorteilsdenken, mit der Habgier, mit den hegemonialen Ansprüchen, all dem, was wir jetzt noch in krasser Form erleben – seitens Russland aber auch seitens der USA und anderer Länder, die doch sehr stark versuchen, ihre Vorteile geltend zu machen – die USA, die nach wie vor versuchen Weltmacht zu sein und Weltpolizei und stärkste wirtschaftliche Kraft – mit all Konsequenzen des Raubbaus von Rohstoffen in vielen Ländern... Wir kennen diese Thematik. Und jetzt komm ich als kleiner Musiker und möchte einen Beitrag leisten, der irgendwie sinnvoll ist und nicht nur ein schönes Stück Musik machen... Das mach ich auch. Dazu kommt eine tiefe Sehnsucht, ja, fast auch eine Berufung mitzuwirken an der Befriedung der gesamten Menschheit – dass wir in eine andere Gesinnung hineinfinden. Das kann Jahrzehnte, Jahrhunderte dauern. Aber irgendwann ist es – glaube ich – die logische Konsequenz zu sagen: Leute, lasst uns mal vernünftig werden und friedlich – friedlich miteinander und das Leben achten und fördern." [...]

"Wir leben in einem metaphysischen Universum. Wie sehen das Physische, und wir sehen das Vordergründige. Da sehen wir die Gewalt und die Auswirkungen von dem Inneren, was Menschen in sich tragen. Was fühlt ein Putin? Wie kann man so etwas machen, was er macht? Oder andere. Jeder, der tötet, der den Befehl zum Töten gibt – egal auf welcher Seite – jeder, der Rüstungsgüter herstellt mit dem ganz klaren Bewusstsein: diese Waffen werden Menschen umbringen, diese Waffen werden Städte, Dörfer zerstören. Wie fühlt man sich dann? Was ist das? Wie sehr hat man sich abgeschnitten von seinem Empfinden, von seinem seelischen Potenzial? Wie sehr kann man verdumpfen, verrohen, nur materiell denken an Vorteil, an Gewinn, an Macht? Das sind doch eigentlich alles – wie man so sagt – niedere Beweggründe. Wir sind aber geistige Wesen. Wir haben eine andere Bestimmung als Menschen. Wir können uns aufschwingen zu viel höherem Bewusstsein. Der Kosmos bietet unendliche Möglichkeiten sich zu weiterzuentwickeln. Und diese Möglichkeiten sollten wir ergreifen."

Komplettes Interview bei "Radio München" am 1. November 2022:




Auszug aus seiner Rede bei der Kundgebung für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit der "Aachener für eine menschliche Zukunft" am 29. Oktober 2022 in Aachen:

"Die Machthaber werden verführt, Dinge zu tun, die ein normaler Mensch nicht tun würde. Wer hat das Recht zu befehlen, dass woanders Menschen sterben – zigtausende, hunderttausende? Die Machthaber, die heute das Sagen haben, Kriege auslösen können und befehlen, wer einberufen wird, wer zu kämpfen und wer zu sterben hat... diese Machthaber haben den Boden unter den Füßen verloren. Sie haben den Bezug zum normalen Menschen verloren, zu einem normalen Empfinden..."

Komplette Rede am 29. Oktober 2022 in Aachen:




Anmerkungen von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

In der Tat befindet sich die Welt an einem Punkt der Entscheidung. Wird sie zu einer atomaren Wüste, oder steht sie durch Überwindung des aktuellen Kriegsgeschehens und der Ausschaltung der dahinter stehenden Kriegstreiber am Beginn einer lang anhaltenden friedlichen Epoche. Bedauerlicherweise ist das zweite momentan kaum in Sicht. Deshalb sind Initiativen für den Frieden wie die von Markus Stockhausen und anderer Friedensbewegter von immenser Bedeutung. Weltweit muss sich eine Bewegung bilden, an der die "Machthaber" mit ihrer schier unendlichen Gier nach einem Mehr an Macht und Reichtum nicht vorbeikommen. Wer aber sind diese Machthaber?

Zu diesen Machthabern gehört am wenigsten Putin. Diese Machthaber sind die Damen und Herren des ganz großen Kapitals im so genannten Westen. Sie lassen weltweit seit Jahrzehnten einen Krieg nach dem anderen führen und auch den in der Ukraine beginnend mit dem US-Putsch von 2014. Und sie haben den Kriegseintritt Russlands regelrecht provoziert und herbeigesehnt, so dass sie nun an das Werk gehen können, Russland zu ruinieren, wie sich die deutsche Außenministerin ausdrückt.

"Was fühlt ein Putin? Wie kann man so etwas machen, was er macht?", fragt Markus Stockhausen. Unseres Erachtens ist es nahe liegender zu fragen: was fühlt ein Kanzler Scholz, der von einer Zeitenwende spricht und gigantische Summen für die Rüstung organisiert? Was fühlt eine Außenministerin Baerbock, die Russland ruinieren will? Was fühlt ein US-Präsident Biden, der im Gegensatz zu seinem Vorgänger auf Konfrontation mit Russland setzt? Was fühlen die ganz großen Kapitalisten, deren Namen wir noch nicht einmal alle kennen, die die eigentlichen Kriegstreiber sind?

Zurzeit führen die NATO-Staaten einen Stellvertreterkrieg gegen Russland. Das ähnelt der Situation im Zweiten Weltkrieg, als das anglo-amerikanische Imperium Deutschland einen Krieg gegen die Sowjetunion hat führen lassen – finanziert über die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel mit einem US-Banker an der Spitze (siehe dazu den Artikel "Das Böse züchten und dann die Welt davon befreien"). Die Frage ist: was fühlte Stalin, als er den Befehl gab, sich gegen den Angriff durch den Hitler-Faschismus zur Wehr zu setzen? War diese Verteidigung gerechtfertigt? Ähnlich lässt sich heute auf Putin bezogen fragen: Ist die Verteidigung auf Basis des Beistandsabkommens mit den Donbass-Republiken gegen das von NATO-Staaten gestützte faschistische Regime der Ukraine gerechtfertigt?

Aber trotzdem ist die von Markus Stockhausen formulierte Vorstellung, in den Menschen einen inneren Frieden zu bewirken, sehr gut und richtig. Dabei stellt sich die Frage, wie es gelingen kann, diesen inneren Frieden auch bei den Menschen herbeizuführen, die in ihrer grenzenlosen Gier ihren immensen Reichtum und ihre wahnsinnige Macht immer weiter zu steigern trachten. Was muss geschehen, dass insbesondere bei ihnen innerer Frieden einzieht und sie damit endlich von ihrer Gier und dem Bestreben, andere zu unterjochen und auszubeuten, ablassen?


Und hier noch ein kurzer Text von Markus Stockhausen, verfasst am 5. Dezember 2022 mit dem Titel "Friedliche Koexistenz"


Welches Ziel haben wir als Menschheit? Wenn das ein für alle Mal klar definiert ist, für alle Nationen, dann „sind wir klar“. Dann wird es keine weiteren Kriege mehr geben, bestehende Kriege werden sofort beendet, keine Rüstungsindustrien sind mehr nötig, keine Feindseligkeiten werden mehr geschürt, die „Schneisen der Verwüstung“ des Raubtierkapitalismus und der Weltherrschaftsansprüche sind zu Ende. Wir können alle Kräfte bündeln für eine friedliche Welt in Koexistenz aller Völker. Aller Hunger wird beseitigt. Jeder Mensch bekommt ein Dach über dem Kopf, Bildung, soziale Absicherung. Alles Leben wird gefördert. Wir werden unsere Intelligenz ausschließlich anwenden zur Weiterentwicklung und Förderung allen Lebens, eines Lebens in Freiheit und Selbstbestimmung. Wir müssen es nur WOLLEN, alle.


Und noch ein Hinweis auf das neueste Interview mit Markus Stockhausen vom 20. Dezember 2022:
https://www.oval.media/narrative-interview-stockhausen/


Information zur Konzert-Reihe (inklusive Terminen)


https://www.markusstockhausen.de/trompeter-musiker-komponist/677/langetoenefuerdenfrieden

Online-Flyer Nr. 803  vom 16.12.2022

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