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Aktueller Online-Flyer vom 03. Februar 2023  

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Kultur und Wissen
Der Standpunkt der humanistischen Psychologie ist relativ neu, noch nicht gründlich erarbeitet, schwer vermittelbar und nicht im Interesse der Herrschenden
Wie und mit wem können wir die Gesellschaft umgestalten?
Von Rudolf Hänsel

Die Welt ist in einem Zustand, der wenig Hoffnung aufkommen lässt. Während für weltweite Kriege und Waffen, die die Menschen jenseits der Grenzen erschlagen, unerschöpfliche finanzielle Mittel bereitgestellt werden, sind mehrere Millionen Kinder und Jugendliche in einem der wohlhabendsten Länder der Welt armutsgefährdet. Deshalb müssen die Menschen aufgeklärt werden; man muss ihnen die Wahrheit sagen. Doch Aufklärung allein wird die Gesellschaft nicht umgestalten. Auch soll der Zustand der Welt nicht nur beschrieben, sondern vor allem verändert werden. Doch wie und mit wem soll das geschehen? Die Forschungsergebnisse der Tiefenpsychologie verweisen auf die Erziehung des jungen Menschen. Sie sei wichtiger als Aufklärung. Aber der Standpunkt der humanistischen Psychologie ist relativ neu, noch nicht gründlich erarbeitet, schwer vermittelbar und vor allem nicht im Interesse der Herrschenden, des Staates und der Kirche.
 
Ungeachtet dessen ist es für eine friedliche und humane Zukunft von großer Bedeutung, den Menschen durch Erziehung und Aufklärung das psychologische Wissen über sich selbst und die Mitmenschen zu vermitteln, damit sie sowohl ihre persönlichen Probleme lösen als auch damit beginnen können, die Welt in friedliche Bahnen zu lenken.
 
Der Jugend als Vorposten einer neuen Gesellschaft, des Fortschritts und einer humaneren Welt soll dabei unsere besondere Aufmerksamkeit zuteilwerden.
 
Zur Bedeutung der Aufklärung
 
Da die Politik in den Köpfen und Herzen der Menschen vorbereitet wird, handeln die Menschen morgen so, wie sie heute denken. Deshalb kann die Bedeutung der Aufklärung nicht hoch genug eingeschätzt werden. Der Sinn aufklärerischer Bemühungen ist die Reinigung des menschlichen Bewusstseins von individuellen und kollektiven Vorurteilen.
 
Die Zerstörung von Vorurteilen bedeutet mehr als ein bloßes intellektuelles Unterfangen; der „aufgeklärte Verstand“ ist fähig, gesunde Lebensziele ins Auge zu fassen. Die Zukunft unserer Kultur wird wesentlich davon abhängen, ob es genug „Aufklärer“ geben wird, die imstande sein werden, den breiten Volksmassen jene Vorurteile zu nehmen, die der ideologische Hintergrund der Menschheitskatastrophen sind. Intellektuelle haben dabei eine große Verantwortung, denn ihre Pflicht wäre es, für die anderen Menschen zu denken und mit der Freiheit des Denkens die Freiheit überhaupt zu proklamieren.
 
In einer Zeit, in der die Bedrohung durch die Atombombe die Selbstvernichtung der Menschheit als möglich erscheinen lässt, bedürfen wir mehr denn je der „freien Geister“, die uns lehren, was Wahrheit und was Lüge ist.
 
Der französische Aufklärer Baron Paul-Henri Thiry d’Holbach schrieb dazu bereits vor 250 Jahren in der Einleitung seines Buches „Der gesunde Menschenverstand des Pfarrers Meslier“:
    „Es ist vergebene Mühe, die Menschen von ihren Lastern heilen zu wollen, wenn man nicht mit der Heilung ihrer Vorurtheile beginnt. Man muss ihnen die Wahrheit sagen, damit sie ihre theuersten Interessen kennen lernen, und die wahren Motive, welche sie der Tugend und ihrem wahren Glück zuführen.
     
    Die Volkslehrer haben lange genug ihre Augen zu dem Himmel erhoben; möchten sie endlich sie der Erde zuwenden! (…). Sagen wir den Menschen, dass sie gerecht sein wollen, wohltätig, mässig und gesellig, nicht weil es ihre Götter verlangen, sondern weil man seinen Nebenmenschen zu gefallen suchen muss; (…).
     
    Die Wahrheit ist einfach, der Irrtum ist compliziert, unsicher in seinem Gange und von Abwegen umgeben. Die Stimme der Natur ist verständlich; die der Lüge ist zweideutig, räthselhaft, mysteriös. Der Weg der Wahrheit ist gerade, jener des Betrugs ist krumm und finster. Diese Wahrheit ist allen Menschen nothwendig, und wird von allen Gerechten gefühlt. Die Lehren der Vernunft sind für alle Jene, die redlichen Gemütes sind. Die Menschen sind unglücklich, weil sie unwissend sind; sie sind unwissend, weil sich alles gegen ihre Aufklärung verschwört, und bloss darum schlecht, weil ihre Denkkräfte nicht hinreichend entwickelt.“ (1)
Eine Wahrheit der Gegenwart ist zum Beispiel, dass die Ungleichheit unter den Menschen in Deutschland – einem der weltweit wohlhabendsten Staaten – stärker wächst als während der Pandemie, dass mehr als zehn Millionen Menschen, darunter mehrere Millionen Kinder und Jugendliche armutsgefährdet sind und dass immer mehr Menschen unter die Armutsgrenze fallen, was laut Warnung des Wirtschaftsexperten und DIW-Chefs Marcel Fratzscher „fatale Folgen für die Gesellschaft“ (das heißt, für die Grundfesten des demokratischen Miteinanders) haben würde (2).
 
Doch Aufklärung allein reicht nicht aus, die gegenwärtige Gesellschaft umzugestalten. Auch soll der Zustand der heutigen Welt nicht nur beschrieben, sondern vor allem verändert werden.
 
Wichtiger noch als Aufklärung ist denn auch das Problem der Erziehung. Die Forschungsergebnisse der Psychologie – speziell der Tiefenpsychologie – haben die Erziehung in ihrer ungeheuren Tragweite deutlich gemacht.
 
Die Psychologie in der Tradition des Humanismus
 
Das humanistische Denken, das die Menschheitsgeschichte seit ihren Anfängen durchzieht, gewann seit dem Ausgang des Mittelalters und dem Anbruch der Frühen Neuzeit im europäischen Geistesleben immer mehr an Bedeutung. Gemeint ist jenes Denken, das sich allmählich befreit von mystischen Spekulationen, von Obskurantismus sowie von Autoritätsgläubigkeit und das sich zur Aufgabe macht, vorurteilslos, realistisch und tolerant die Dinge der Welt zu erforschen. Unter „Obskurantismus“ wird das Bestreben verstanden, die Menschen bewusst in Unwissenheit zu halten, ihr selbständiges Denken zu verhindern und sie an Übernatürliches glauben zu lassen.
 
Das Aufkommen des wissenschaftlichen Denkens der Frühen Neuzeit hatte auch eine realistische Betrachtung des Menschen zur Folge: die menschliche Individualität, die Lern- und Entwicklungsfähigkeit sowie die Güte des Menschen und die Bedeutung der Erziehung wurden zu zentralen Themen der Philosophie.
 
Der historisch bedeutungsvolle Kampf gegen jegliche Bevormundung, für die Freiheit des Geistes und die Toleranz unter den Menschen begann. Die Aufklärung brachte zudem den Gedanken der Freiheit, Gleichheit und Mitmenschlichkeit als Grundvoraussetzung eines würdigen menschlichen Lebens ein.
 
Doch noch heute leben wir in einer Welt, in der sich der Mensch nicht erkannt hat. Alles hat er erkannt und erforscht; aber sich selbst, seine Natur, seine seelische Verfassung, seine Reaktionsweisen hat er nicht erkannt.
 
Vor dem Zeitalter er Psychologie herrschte im Gegensatz zur auf Kausalität beruhenden Wissenschaft die magische Weltanschauung des Mittelalters und der Religion, die die Menschen fest im Griff hatte. Man war der Meinung, dass die Seele des Menschen hier auf dieser Welt nur eine Prüfung durchmacht und dass der Mensch in den Himmel gehört; dort sei das ewige Leben.
 
Tatsache ist, dass wir in gewissem Sinne noch immer im Mittelalter leben. Wir haben das mittelalterliche Denken und Fühlen nicht hinter uns gelassen. Die Mehrheit der Menschen lebt noch in diesem Zustand.
 
Zwar haben die Erfolge in den Naturwissenschaften das Problem etwas erhellt, aber die Menschen denken noch wie im Mittelalter, beten zu Göttern, zum Teufel und zu Engeln. Ohne Psychologie wird die Menschheit nicht weiterkommen: Dass wir Kriege führen, das ist zurückzuführen auf den Mangel an psychologischer Erkenntnis. Auch die Tatsache, dass die Menschen unglücklich sind, dass sie Schwierigkeiten haben im Leben, dass unsere Gesellschaftsordnung nicht richtig funktioniert, ist zurückzuführen auf die Unkenntnis der Psychologie.
 
Von allen Institutionen werden die Menschen programmiert – angefangen von der Erziehung zuhause bis hinauf zur Rekrutenschule und das „Feld der Ehre“. Das ist Programm, das ist bewusst. Und in dieser Stimmung werden die Menschen ein Leben lang gehalten.
 
Die Psychologie ist eine Wissenschaft über den Menschen, über die menschliche Natur: wie er wird, wie er heranwächst und wie er sich in seinem Leben zurechtfindet.
 
Aufgrund seiner Erfahrungen, die ihm vor allem die Eltern und Lehrer vermitteln, ist er dann das Produkt seiner Erlebnisse, seiner Eindrücke in der Kindheit. Bereits in den ersten fünf bis sechs Lebensjahren – wenn das Kind in den Kindergarten kommt – hat es schon seinen Kompass. Es weiß dann schon, wie es sich verhalten soll und hat eine Meinung über das andere Kind, über Vater, Mutter, Geschwister. Es hat schon seinen Weg, seine Charaktereigenschaften, seine Stellung in der Welt.
 
Tiefenpsychologische Menschenkenntnis und die Lehren des Individualpsychologen Alfred Adler als ein Grundpfeiler der Tiefenpsychologie
 
Die Forschungsergebnisse der Tiefenpsychologie, die den unbewussten seelischen Vorgängen einen hohen Stellenwert für die Erklärung menschlichen Verhaltens und Erlebens beimessen (Freund, Jung, Adler), können dazu verhelfen, dass psychisch irritierte Menschen in die Lage kommen, ihre Probleme in der Ehe, mit den Kindern und im gesellschaftlichen und staatlichen Leben zu lösen. Die Jugend kann das psychologische Rüstzeug bekommen, die Welt einmal in eine andere Bahn zu lenken.
 
Grundlegende Annahmen der Tiefenpsychologie sind vor allem die Annahme eines dynamischen Unbewussten als wesentlicher und hochwirksamer Teil unseres psychischen Lebens sowie der psychische Mechanismus der Verdrängung, der Übertragung und der Gegenübertragung und die Bedeutung der frühen Kindheit für die spätere Persönlichkeit.
 
Die Lehre Alfred Adlers ist zu einem Grundpfeiler der Tiefenpsychologie geworden und aus der psychologischen Forschung nicht mehr wegzudenken. Die Entwicklung der Tiefenpsychologie hat Adler in vielen Punkten Recht gegeben. Zu nennen ist zum Beispiel die Erkenntnis, dass der Mensch nicht einfach durch Triebe bestimmt wird, dass der Charakter des Menschen sich nicht aufgrund eines Vererbungsprozesses entwickelt und dass die Gemeinschaft im Leben des Menschen von zentraler Bedeutung ist.
 
Für Adler ist der Charakter ein schöpferisches Produkt des Kindes, entstanden aus der Auseinandersetzung mit den frühkindlichen Lebensumständen, insbesondere den Erziehungseinflüssen, die für die Charakterbildung am maßgeblichsten sind.
 
Auch die Medizin ist nach anfänglichem Widerstand der Kirche nur weitergekommen, indem sie die Funktion des Körpers erkannt hat. Ebenso will die Tiefenpsychologie das geistige und seelische Leben des Menschen erforschen. Dann können wir auch die Frage beantworten, wer Krieg führt, wer ihn jeweils heraufbeschwört. Sind das Menschen wie wir oder sind das andere Menschen?
 
Die Tiefenpsychologie – ein Kind der Naturwissenschaft
 
Einige reife Menschen, die einen gedeckten Tisch und die Gelegenheit gehabt haben, sich zu bilden und zu forschen, haben erahnt, dass das gesellschaftliche System, wie es ist, nicht richtig ist. Drei von ihnen seien kurz erwähnt: Feuerbach, Marx und Kropotkin.
 
Der Erkenntnisstandpunkt des deutschen Philosophen, Anthropologen und Religionskritikers Ludwig Feuerbach (1804-1872) ist für die modernen Humanwissenschaften wie Psychologie und Ethnologie grundlegend geworden. Er forderte, dass der Mensch endlich damit aufhören müsse, ein Spielball der menschenfeindlichen Mächte zu sein, die sich der Religion zur Unterdrückung bedienen:
    „Wir sehen den Menschen gebeugt unter der Last von Geschöpfen, welche nur Erzeugnisse ihres eigenen unfreien und furchtsamen Gemütes, unwissenden und ungebildeten Verstandes sind. Setzen wir an die Stelle der Gottesliebe die Menschenliebe, an die Stelle des Gottesglaubens den Glauben des Menschen an sich, an seine Kraft, werden wir aus Gläubigen zu Denkern, aus Betern zu Arbeitern, aus Kandidaten des Jenseits zu Studenten des Diesseits, und wir werden endlich ganze Menschen werden können.“ (3)
Der deutsche Philosoph, Ökonom, Gesellschaftstheoretiker, Historiker, Protagonist der Arbeiterbewegung sowie Kritiker des Kapitalismus und der Religion Karl Marx (1818-1883) hat sich auf Feuerbach abgestützt. Marx und andere – zum Beispiel die Anarchisten – haben angefangen, den Menschen richtig zu sehen. Wenn der Kampf gegen diese Gedanken nicht geführt worden wäre, wäre die Menschheit viel weiter, könnten sich die Menschen heute das Leben in jeder Beziehung besser einrichten.
 
Marx hat die übernatürliche Tendenz abgelehnt und den Menschen als Wesen der Natur gesehen, dessen Haltung geändert werden kann. Er meinte, dass die Verhältnisse den Menschen ändern. Wenn der Mensch die Sicherheit seines Lebens hat, denkt er anders; er hat andere Gedanken, andere Gefühle, eine andere Beziehung zum Mitmenschen. Marx vertrat die Auffassung, dass das Bewusstsein des Menschen durch die Verhältnisse geprägt wird. Seine Größe bestand darin, dass er den Menschen zurückgeholt hat auf die Erde. Er glaubte, dass der Mensch sich ändern kann. Und die Tiefenpsychologie bestätigt das. Wenn man den Menschen die Freiheit gibt, dann werden sie gesund.
 
Solange im Diesseits nicht jeder menschenwürdig und ohne Furcht leben könne, meinte Marx, werde es den Glauben an ein besseres Jenseits, an eine ausgleichende Gerechtigkeit geben:
    „Die Religion ist das Streben nach illusorischem Glück des Volkes, das einem Zustand der Gesellschaft entspringt, welcher der Illusion bedarf.“ (4)
Der russische Anarchist, Sozialist, Historiker, Geograph, Wissenschaftler sowie Philosoph und Schriftsteller Fürst Pjotr Alexejewitsch Kropotkin (1842-1921) kämpfte für eine gewalt- und herrschaftsfreie Gesellschaft und gilt als einer der einflussreichsten Theoretiker des kommunistischen Anarchismus. Sein wissenschaftliches Werk lautete: „Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt“.
 
Kropotkin vollbrachte eine große Leistung, indem er die Natur beobachtete sowie die Naturwesen und seine Beobachtungen auf den Menschen bezog. Die heutige Meinung über den Menschen, die durch die wissenschaftliche Tiefenpsychologie bestätigt wird, hat Peter Kropotkin vorausgeahnt. Mit ihm fing die Neuzeit an. In der Neuzeit hat man damit begonnen, den Menschen richtig zu erkennen. Hierzu ein bewegendes, zutiefst psychologisches Zitat Kropotkins:
    „Der Mensch dem die Fähigkeit sich mit seiner Umgebung zu identifizieren anerzogen ist, ein Mensch der sich der Macht seines Herzens, seines Willens bewusst ist, stellt seine Fähigkeiten frei in den Dienst der Anderen, ohne in dieser oder in einer anderen Welt dafür eine Belohnung zu erwarten. Vor allem besitzt er die Fähigkeit die Gefühle anderer zu begreifen, sie mitzuerleben. Dies genügt. Er teilt mit den anderen Freud und Leid. Er hilft ihnen, die schweren Zeiten ihres Lebens zu ertragen. Er fühlt seine Kräfte und verbraucht großmütig seine Fähigkeiten, andere zu lieben, andere zu begeistern, in ihnen den Glauben an eine bessere Zukunft zu wecken und sie zum Kampf für diese Zukunft hinzureißen. Welches Schicksal ihn auch erreicht, er nimmt es nicht als Leid, sondern als Erfüllung seines Lebens, das er nicht gegen ein pflichtloses Vegetieren eintauschen möchte, er zieht eventuell Gefahren einem kampf- und inhaltslosen Leben vor.“ (5)
Zusammen mit der materialistischen Geschichtsauffassung und indem er den Faktor der gegenseitigen Hilfe für die Evolution forderte, hat Kropotkin entscheidende Einsichten der Tiefenpsychologie vorausgeahnt.
 
Die materialistische Geschichtsauffassung war ein enormer Einbruch in die Gefühlswelt des Menschen: der Glaube an Götter und übernatürliche Wesen hörte auf. Davor war der Mensch noch im Mittelalter in seinem Denken. Erst durch die materialistische Geschichtsauffassung hat der Mensch angefangen, sich mit sich selbst zu befassen, sich selbst zu erkennen, zu deuten und sich zu erklären, warum er sich so verhält.
 
Vor der materialistischen Geschichtsauffassung hat die Meinung vorgeherrscht, dass die Seele des Menschen hier auf dieser Welt bloß eine Prüfung durchmacht und das ewige Leben erst im Himmel beginnt.
 
Zur Bedeutung der Erziehung
 
Wie im Abschnitt „Zur Bedeutung der Aufklärung“ bereits angedeutet, ist das Problem der Erziehung wichtiger noch als die Aufklärung, Die Ergebnisse der tiefenpsychologischen Forschung haben die Erziehung in ihrer ungeheuren Tragweite deutlich gemacht.
 
Die Erziehungsmethoden der Vergangenheit schufen den Menschentypus, der die Tragödie der Geschichte verursachen konnte; das autoritäre Prinzip, jahrhundertelang als fraglos-gültige Grundlage des erzieherischen Verhaltens angesehen, drosselte bereits in den Kindheitsjahren das Gemeinschaftsgefühl der Menschen und stattete sie mit jener Aggressionsbereitschaft aus, durch die eine gewalttätige Welt im Zustande der Gewalttätigkeit verharren konnte.
 
Heute weiß man, dass der Mensch in einem derartigen Maße das Produkt seiner Erziehung ist, dass man die Hoffnung hegen darf, durch bessere, das heißt, psychologische Erziehungsmethoden Menschen heranbilden zu können, die gegen die Verstrickungen des Machtwahns gefeit sein werden.
 
Indem die Pädagogik in Elternhaus und Schule auf ausschließliche Autorität und auf Gewaltanwendung verzichtet und sich mit wahrem Verständnis dem kindlichen Seelenleben anpasst, wird sie einen Menschentypus hervorbringen, der keine „Untertanen-Mentalität“ besitzt und darum für die Machthaber in unserer Welt kein gefügiges Werkzeug mehr sein wird.
 
Die Demokratisierung der Erziehung, aufgefasst als Achtung vor der kindlichen Persönlichkeit und als freundschaftliche Zuwendung des Erziehers zu seinem Zögling auf der Basis konsequenter Antiautorität ist dazu berufen, einen der wertvollsten Beiträge zum Aufbau einer humanen Gesellschaftsordnung zu leisten.
 
Eine aufgeklärte, vernunftbegabte und mitmenschlich eingestellte Jugend kann die Welt einmal in eine andere Bahn lenken
 
Bereits vor der Pandemie-Welle und lange vor dem weltweiten Kriegs-Geschrei berichteten Jugendliche aus einem wohlhabenden europäischen Land:
    „Die Dichter frohlocken: ‚Schön ist die Jugend‘. Doch wie sieht es tatsächlich aus?  Bei genauerer Betrachtung zeichnet sich eine andere Realität ab. Die seelische Not ist groß; in allen Lebensbereichen sind wir entweder sehr gefordert oder überfordert. Was wir über die Welt und den Menschen erfahren, ist geprägt von Unwissenheit und Unaufgeklärtheit. Unsere Eltern sind trotz größter Bemühungen nicht in der Lage, uns eine realistische Einführung ins Leben zu geben. In unseren Kinderstuben herrscht das Prinzip von Religion und Mystik, von Verwöhnung und Strenge. Die Anerkennung ist immer an Bedingungen geknüpft; nur die Leistung zählt.

    Ganz irritiert kommen wir in die Schule, wo die vorgefassten Meinungen bestärkt und zementiert werden: dumm und gescheit, arm und reich. Was zählt, ist die gute Note und nicht die gegenseitige Hilfe. Die Lehrkräfte haben nicht das Einfühlungsvermögen, unsere seelische Not zu empfinden und zu beheben.
     
    So stehen wir da: ohne Aufklärung über den Menschen und die Welt, orientierungslos sowie unfähig, uns das eigene Leben und eine schöne Liebe einzurichten. Nachdem wir diese Erziehung durchlaufen haben, sind wir Karikaturen dessen, was wir sein könnten. Auf diesem Boden der mystischen Erziehung, konfrontiert mit Schulversagen und Liebesproblemen, ist jeder junge Mensch vorbereitet für die Drogen. Junge Menschen, die die Zukunft sein sollten, gehen zu Tausenden unter unsäglichen Qualen am Rauschgift zugrunde.“
Seit Anfang Jahr 2020 dürfte sich die allgemeine Situation weiter verschärft haben.
 
Warum der Jugend nicht die Erkenntnisse der Psychologie, eine psychologische Bildung vermitteln? Damit könnte man ihr ein Werkzeug in die Hand geben, womit sie ihre Lebens- und Liebesprobleme lösen und sich mit den Eltern versöhnen kann und womit sie Persönlichkeiten werden können.
 
Warum der Jugend nicht sagen, dass sie nicht in den Krieg ziehen soll? Mütter, Väter, Philosophen und Psychologen, Professoren und Persönlichkeiten aus allen Fakultäten.
 
Wenn das möglich ist und wenn es gelingt, dass sich die Jugendlichen einig sind – einig im Zusammenleben und Zusammenwirken –, dann werden sie ein Loch in diese Welt schlagen können. Sie sind doch die Vorposten einer neuen Gesellschaft, des Fortschritts. Vor allem die Jugendlichen können eine Umwälzung, eine Umgestaltung der Gesellschaft bewirken; eine schönere und humanere Welt schaffen.
 
Ich glaube an die Jugend, an ihre Lernfähigkeit, ihre Kreativität, ihre Einfühlsamkeit, ihr Verantwortungsgefühl, ihre Einsichtsfähigkeit und Bereitschaft zur Veränderung. Meistens fehlt jungen Menschen nur etwas Besonnenheit und Ausdauer, damit sie in kleinen Schritten ihre Kompetenzen entwickeln können.
 
 
Fußnoten:
 
(1) D’Holbach, P.-H. T. (1976). Der gesunde Menschenverstand des Pfarrers Meslier. Kritische Gedanken über die Religion und ihre Auswirkung auf die kulturelle Entwicklung. Zürich, S. 4ff.
(2) https://de.rt.com/inland/155345-experten-warnen-soziale-schere-klafft/
(3) De.wikipedia.org. Stichwort „Ludwig Feuerbach“
(4) De.wikipedia.org. Stichwort „Die deutsche Ideologie“
(5) Aus: Grasenack, Moritz (Hrsg.). Die libertäre Psychotherapie von Friedrich Liebling. Lich / Hessen, S. 45



English version:
The standpoint of humanistic psychology is relatively new, not yet thoroughly elaborated, difficult to communicate and not in the interest of the ruling class.
How and with whom can we reorganise society?

By Dr. Rudolf Hänsel

The world is in a state that leaves little hope. While inexhaustible financial resources are provided for global wars and weapons that slay people beyond the borders, several million children and young people are at risk of poverty in one of the wealthiest countries in the world. That is why people need to be educated; they need to be told the truth. But enlightenment alone will not transform society. Also, the state of the world should not only be described, but above all changed. But how and with whom is this to be done? The research results of depth psychology point to the education of young people. It is more important than enlightenment. But the viewpoint of humanistic psychology is relatively new, not yet thoroughly elaborated, difficult to communicate and above all not in the interest of the ruling class, the state and the church.
 
Regardless of this, it is of great importance for a peaceful and humane future to provide people with the psychological knowledge about themselves and their fellow human beings through education and enlightenment, so that they can both solve their personal problems and begin to steer the world in a peaceful direction.
 
Youth, as the outpost of a new society, progress and a more humane world, should receive our special attention.
 
On the importance of enlightenment
 
Since politics is prepared in the minds and hearts of people, people will act tomorrow as they think today. Therefore, the importance of the Enlightenment cannot be overestimated. The purpose of Enlightenment efforts is to purify human consciousness of individual and collective prejudices.
 
The destruction of prejudices means more than a mere intellectual endeavour; the "enlightened mind" is capable of envisaging healthy life goals. The future of our culture will largely depend on whether there will be enough "enlightened minds" capable of removing from the broad masses of people those prejudices which are the ideological background of the catastrophes of humanity. Intellectuals have a great responsibility in this, because it would be their duty to think for other people and to proclaim freedom in general with the freedom of thought.
 
At a time when the threat of the atomic bomb makes the self-destruction of humanity seem possible, we need more than ever the "free spirits" who teach us what is truth and what is a lie.
 
The French Enlightenment philosopher Baron Paul-Henri Thiry d'Holbach wrote about this 250 years ago in the introduction to his book "The Common Sense of Father Meslier":
    "It is a vain effort to try to cure people of their vices if one does not begin by curing their prejudices. They must be told the truth, so that they may learn to know their dearest interests and the true motives which lead them to virtue and their true happiness.
     
    The teachers of the people have long enough raised their eyes to heaven; would that they would finally turn them to earth! (...). Let us tell people that they want to be just, charitable, moderate and sociable, not because their gods demand it, but because one must seek to please one's neighbour; (...).
     
    Truth is simple, error is complicated, uncertain in its course and surrounded by deviations. The voice of nature is intelligible; that of falsehood is ambiguous, enigmatic, mysterious. The path of truth is straight, that of deceit is crooked and dark. This truth is necessary to all men, and is felt by all the righteous. The teachings of reason are for all those who are of an honest mind. Men are unhappy because they are ignorant; they are ignorant because everything conspires against their enlightenment, and are bad merely because their powers of thought are not sufficiently developed." (1)
     
    One truth of the present, for example, is that inequality among people in Germany – one of the world's wealthiest states – is growing faster than during the pandemic, that more than ten million people, including several million children and young people, are at risk of poverty, and that more and more people are falling below the poverty line, which, according to the warning of economist and DIW head Marcel Fratzscher, would have "fatal consequences for society" (that is, for the foundations of democratic coexistence) (2).
But enlightenment alone is not enough to transform contemporary society. The state of today's world should not only be described, but above all changed.
 
Even more important than enlightenment is the problem of education. The research results of psychology – especially depth psychology – have made education clear in its immense scope.
 
Psychology in the tradition of humanism
 
Humanistic thinking, which has permeated the history of mankind since its beginnings, has become increasingly important in European intellectual life since the end of the Middle Ages and the dawn of the early modern period. This refers to the kind of thinking that gradually freed itself from mystical speculation, obscurantism and belief in authority and set itself the task of investigating the things of the world without prejudice, realistically and tolerantly. “Obscurantism" is understood as the endeavour to deliberately keep people in ignorance, to prevent their independent thinking and to make them believe in the supernatural.
 
The emergence of scientific thinking in the early modern period also resulted in a realistic view of human beings: human individuality, the ability to learn and develop, as well as the goodness of human beings and the importance of education became central themes of philosophy.
 
The historically significant struggle against any paternalism, for freedom of the mind and tolerance among people began. The Enlightenment also introduced the idea of freedom, equality and fellow humanity as the basic prerequisite for a dignified human life.
 
Yet even today we live in a world in which man has not recognised himself. He has recognised and explored everything, but he has not recognised himself, his nature, his mental condition, his modes of reaction.
 
Before the age of psychology, in contrast to science based on causality, the magical world view of the Middle Ages and religion prevailed and had a firm grip on people. It was believed that man's soul was only undergoing a trial here in this world and that man belonged in heaven; there was eternal life.
 
The fact is that in a sense we are still living in the Middle Ages. We have not left medieval thinking and feeling behind us. The majority of people still live in this state.
 
It is true that the successes in the natural sciences have shed some light on the problem, but people still think as they did in the Middle Ages, praying to gods, to the devil and to angels. Without psychology, humanity will not progress: The fact that we wage wars is due to the lack of psychological knowledge. The fact that people are unhappy, that they have difficulties in life, that our social order does not function properly, is also due to the ignorance of psychology.
 
People are programmed by all institutions – starting from education at home up to recruit school and the "field of honour". This is programming, this is conscious. And people are kept in this mood all their lives.
 
Psychology is a science about man, about human nature: how he becomes, how he grows up and how he finds his way in life.
 
On the basis of his experiences, which are above all imparted to him by his parents and teachers, he is then the product of his experiences, his impressions in childhood. Already in the first five to six years of life – when the child enters kindergarten – it already has its compass. It already knows how it should behave and has an opinion about the other child, about father, mother, siblings. It already has its way, its character traits, its position in the world.
 
Depth psychological knowledge of human nature and the teachings of the individual psychologist Alfred Adler as a cornerstone of depth psychology.
 
The research results of depth psychology, which attach great importance to the unconscious mental processes in explaining human behaviour and experience (Freund, Jung, Adler), can help psychologically irritated people to solve their problems in marriage, with children and in social and state life. Young people can be given the psychological tools to take the world in a different direction for once.
 
The basic assumptions of depth psychology are above all the assumption of a dynamic unconscious as an essential and highly effective part of our psychological life, as well as the psychological mechanism of repression, transference and counter-transference and the importance of early childhood for the later personality.
 
Alfred Adler's teaching has become a cornerstone of depth psychology and it is impossible to imagine psychological research without it. The development of depth psychology has proved Adler right on many points. For example, the realisation that human beings are not simply determined by instincts, that human character does not develop as a result of a hereditary process, and that community is of central importance in human life.
 
For Adler, character is a creative product of the child, arising from the confrontation with early childhood circumstances, especially the educational influences that are most decisive for the formation of character.
 
Even medicine, after initial resistance from the Church, has only progressed by recognising the function of the body. In the same way, depth psychology wants to explore the spiritual and mental life of the human being. Then we can also answer the question of who wages war, who conjures it up in each case. Are they people like us or are they other people?
 
Depth psychology – a child of natural science
 
Some mature people who have had a laid table and the opportunity to educate and research have divined that the social system as it is is not right. Three of them may be mentioned briefly: Feuerbach, Marx and Kropotkin.
 
The epistemological standpoint of the German philosopher, anthropologist and critic of religion Ludwig Feuerbach (1804-1872) has become fundamental to modern human sciences such as psychology and ethnology. He demanded that man must finally stop being a plaything of the anti-human powers that use religion for oppression:
    "We see man bent under the burden of creatures who are but products of their own unfree and fearful minds, ignorant and uneducated. If we replace the love of God with the love of man, if we replace the faith in God with the faith of man in himself, in his own power, we shall turn believers into thinkers, prayers into workers, candidates of the hereafter into students of the hereafter, and we shall at last be able to become whole men." (3)
The German philosopher, economist, social theorist, historian, protagonist of the workers' movement and critic of capitalism and religion Karl Marx (1818-1883) based his work on Feuerbach. Marx and others – for example, the anarchists – began to see the human being correctly. If the struggle against these thoughts had not been waged, humanity would be much further along, people would be able to arrange their lives better in every respect today.
 
Marx rejected the supernatural tendency and saw man as a being of nature whose attitude can be changed. He meant that conditions change man. When man has the security of his life, he thinks differently; he has different thoughts, different feelings, a different relationship to his fellow man. Marx held that man's consciousness is shaped by circumstances. His greatness was that he brought man back to earth. He believed that man can change. And depth psychology confirms this. If you give people freedom, they become healthy.
 
As long as everyone cannot live humanely and without fear in this world, Marx believed, there will be faith in a better hereafter, in a balancing justice:
 
"Religion is the striving for illusory happiness of the people, which springs from a state of society which needs illusion." (4)
 
The Russian anarchist, socialist, historian, geographer, scientist as well as philosopher and writer Prince Pyotr Alexeyevich Kropotkin (1842-1921) fought for a society free of violence and domination and is considered one of the most influential theorists of communist anarchism. His scientific work was "Mutual Aid in the Animal and Human World".
 
Kropotkin accomplished a great feat by observing nature as well as natural beings and relating his observations to man. Peter Kropotkin anticipated today's opinion of man, which is confirmed by scientific depth psychology. The modern era began with him. In the modern age, people began to recognise the human being correctly. Here is a moving, deeply psychological quote from Kropotkin:
    "The human being who is trained to identify with his surroundings, a human being who is aware of the power of his heart, of his will, places his abilities freely at the service of others, without expecting any reward for it in this or any other world. Above all, he has the ability to understand the feelings of others, to experience them. This is enough. He shares joys and sorrows with others. He helps them to bear the difficult times of their lives. He feels his strength and generously uses up his abilities to love others, to inspire others, to awaken in them the belief in a better future and to inspire them to fight for this future. Whatever fate reaches him, he takes it not as suffering but as the fulfilment of his life, which he does not wish to exchange for a dutiful vegetation; he may prefer dangers to a life devoid of struggle and content." (5)
Together with the materialist conception of history and by demanding the factor of mutual aid for evolution, Kropotkin anticipated decisive insights of depth psychology.
 
The materialistic conception of history was an enormous intrusion into the emotional world of man: belief in gods and supernatural beings ceased. Before that, man was still in the Middle Ages in his thinking. It was only through the materialistic conception of history that man began to deal with himself, to recognise himself, to interpret himself and to explain to himself why he behaves the way he does.
 
Before the materialistic conception of history, the opinion prevailed that the soul of man merely undergoes a trial here in this world and that eternal life only begins in heaven.
 
On the importance of education
 
As already indicated in the section "On the Importance of Enlightenment", the problem of education is even more important than enlightenment. The results of depth-psychological research have made education clear in its immense significance.
 
The authoritarian principle, for centuries regarded as the unquestionably valid basis of educational behaviour, throttled people's sense of community in childhood and endowed them with the readiness for aggression that enabled a violent world to remain in a state of violence.
 
Today we know that man is to such an extent the product of his upbringing that we may cherish the hope of being able, through better, i.e. psychological, methods of education, to train people who will be immune to the entanglements of the mania for power.
 
By renouncing exclusive authority and the use of force in the home and school and adapting to the child's soul with true understanding, education will produce a type of human being who does not have a "subject mentality" and who will therefore no longer be a docile tool for those in power in our world.
 
The democratisation of education, understood as respect for the child's personality and as friendly devotion of the educator to his pupil on the basis of consistent anti-authority, is called upon to make one of the most valuable contributions to the building of a humane social order.
 
An enlightened, rational and compassionate youth can for once steer the world on a different course.
 
Even before the pandemic wave and long before the worldwide clamour for war, young people from a prosperous European country reported:
    "The poets rejoice: 'Beautiful is youth'. But what does it actually look like?  A closer look reveals a different reality. The mental distress is great; in all areas of life we are either very challenged or overburdened. What we learn about the world and human beings is characterised by ignorance and unenlightenment. Our parents, despite their best efforts, are unable to give us a realistic introduction to life. In our nurseries, the principle of religion and mysticism, of pampering and strictness prevails. Recognition is always conditional; only performance counts.
     
    Quite irritated, we come to school where the preconceived ideas are reinforced and cemented: stupid and clever, poor and rich. What counts is getting a good grade, not helping each other. Teachers do not have the empathy to feel and address our emotional distress.
     
    That's how we stand there: without enlightenment about man and the world, disoriented as well as incapable of setting up our own lives and a beautiful love. Having gone through this education, we are caricatures of what we could be. On this soil of mystical upbringing, faced with school failure and love problems, every young person is prepared for drugs. Young people who should be the future are perishing by the thousands in unspeakable agony from narcotics."
Since the beginning of 2020, the general situation is likely to have worsened.
 
Why not tell the youth not to go to war? Mothers, fathers, philosophers and psychologists, professors and personalities from all faculties.
 
If that is possible, and if it is possible for young people to be united – united in living and working together – then they will be able to punch a hole in this world. They are, after all, the outposts of a new society, of progress. Above all, young people can bring about a revolution, a reorganisation of society; create a more beautiful and humane world.
 
I believe in youth, in their ability to learn, their creativity, their empathy, their sense of responsibility, their insightfulness and willingness to change. Most of the time, all young people lack is some prudence and perseverance so that they can develop their competencies in small steps.
 
 
Footnotes:
 
(1) D'Holbach, P.-H. T. (1976). The common sense of the priest Meslier. Critical thoughts on religion and its impact on cultural development. Zurich, pp. 4ff.
(2) https://de.rt.com/inland/155345-experten-warnen-soziale-schere-klafft/
(3) De.wikipedia.org. Keyword "Ludwig Feuerbach"
(4) De.wikipedia.org. Keyword "The German Ideology"
(5) From: Grasenack, Moritz (ed.). The libertarian psychotherapy of Friedrich Liebling. Lich / Hesse, p. 45
 
 
 
Dr. Rudolf Lothar Hänsel ist Lehrer (Rektor), Doktor der Pädagogik (Dr. paed.) und Diplom-Psychologe (Dipl.-Psych.). Viele Jahrzehnte unterrichtete er und bildete Fachkräfte fort. Als Pensionär arbeitete er als Psychotherapeut in eigener Praxis. In seinen Büchern und pädagogisch-psychologischen Fachartikeln fordert er eine bewusste ethisch-moralische Werteerziehung sowie eine Erziehung zum Gemeinsinn und zum Frieden.

Dr. Rudolf Lothar Hänsel is a teacher (Rector), doctor of education (Dr. paed.) and graduate psychologist (Dipl.-Psych.). He taught and trained professionals for many decades. As a retiree, he worked as a psychotherapist in his own practice. In his books and educational-psychological articles, he calls for a conscious ethical-moral values education as well as an education for public spirit and peace.




Online-Flyer Nr. 802  vom 30.11.2022

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