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Kultur und Wissen
Ein Essay
Die Aufarbeitung der Corona-Vergangenheit und ihre Tabus
Von Bernd Schoepe

Die Aufarbeitung der Corona-Vergangenheit stößt auf wenig Gegenliebe in der Politik, obwohl sie gesetzlich vorgegeben ist. Es drohen eine anhaltende Traumatisierung der Gesellschaft und ein weiterer Verlust an humaner und demokratischer Substanz. »Daß die vielzitierte Aufarbeitung der Vergangenheit (…) nicht gelang und zu ihrem Zerrbild (…) ausartete, rührt daher, dass die objektiven gesellschaftlichen Voraussetzungen fortbestehen, die den Faschismus zeitigten. (…) Die ökonomische Ordnung (…) verhält nach wie vor die Majorität zur Abhängigkeit von Gegebenheiten, über die sie nichts vermag, und zur Unmündigkeit.« (Theodor W. Adorno, Was heißt: Aufarbeitung der Vergangenheit? 1959) »Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen.« (William Faulkner)

»Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit?«

»Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit?« [1], fragte der Philosoph Theodor W. Adorno 1959. Als »Schlagwort« gebraucht, bemängelt Adorno, bedeute »Aufarbeitung der Vergangenheit nicht (…), dass man das Vergangene im Ernst verarbeite, um seinen Bann zu brechen durch helles Bewusstsein.« Es gelte: »Im Hause des Henkers soll man nicht vom Strick reden.« Adornos Kommentar zur Haltung der Adenauerzeit, es müsse ein Schlussstrich unter die Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit gesetzt werden:
    "Der Gestus, es solle alles vergessen und vergeben sein, der demjenigen anstünde, dem Unrecht widerfuhr, wird von den Parteigängern derer praktiziert, die es begingen."
Angesichts des meist namenlosen Leids, das vielen Menschen durch sinnlose, nicht evidenzbasierte Corona-Maßnahmen widerfuhr, klingen Adornos Gedanken in uns Zeitgenossen eines neuen Zeitalters – des Zeitalters der »pandemischen« Angst – nach und lassen aufhorchen. Während sich die Erkrankungs- und Todeszahlen im statistisch für Infektionserkrankungen der oberen Atemwege erwartbaren Rahmen hielten, muss inzwischen davon ausgegangen werden, dass die politisch zu verantwortenden »Kollateralschäden« die durch das Virus hervorgerufene Anzahl an Opfern bei weitem übersteigen.

Nicht nur in unserem Land, sondern global wird die Situation zunehmend kritisch: Eine Studie der Nichtregierungs-Organisation Alliance 2015, die in 25 Ländern des globalen Südens durchgeführt wurde, kam zum Ergebnis, dass heute neun von zehn Menschen ärmer sind als vor der Pandemie. Bei fast der Hälfte der Befragten haben Qualität und Quantität der Versorgung mit Lebensmitteln abgenommen. »Der Verlust von Einkommen hat verheerende Konsequenzen, denn Einkommensausfälle werden in vielen Ländern des Globalen Südens nicht (…) aufgefangen. Für ärmere Menschen bedeutet der Verlust von Arbeit, dass sie sich und ihre Familie nicht mehr ernähren können – und hungern«, erläuterte die Welthungerhilfe die Studie in einem Blog-Beitrag vom Februar 2021. [2]

Seitdem hat sich die Situation der Armen und Ärmsten weiter verschlechtert. So ging die UN-Welternährungsorganisation (FAO) im Juli 2021 davon aus, dass 80 bis 130 Millionen Menschen weltweit durch die Corona-Pandemie in den Hunger getrieben würden. Die Weltbank rechnet mit einem Plus von 150 Millionen Menschen, die durch die Folgen der Pandemie in extreme Armut geraten. [3]

Hinzu kommt jetzt noch die durch die westlichen Sanktionen gegen Russland steigende Nahrungsmittelknappheit. Die starke Verteuerung von Nahrungsmitteln durch Spekulation, die zynischerweise die angespannte Situation ausnutzt, um aus den Sanktionen Profit zu schlagen, lässt soziale Unruhen und Hungeraufstände in armen Ländern erwarten.

Auf der anderen Seite hat eine winzige Gruppe der Weltbevölkerung, die Superreichen, von der Corona-Pandemie in sagenhaftem Umfang profitiert. Die reichsten Männer der Welt verdoppelten im Schnitt im Zeitraum zwischen März 2020 und November 2021 ihren Reichtum. [4] Insbesondere die Pharma- und die Digitalindustrie konnten exorbitante Gewinne einfahren. Die Lockdowns erwiesen sich als bislang effektivste Katalysatoren für die Vermögensumverteilung von unten nach oben. Wenn jetzt schon wieder, z.B. wie jüngst vom Corona-Expertenrat der Bundesregierung durch seinen Vorsitzenden Heyo Kroemer, Lockdowns für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden, sollte man viel offensiver als bisher danach fragen, wer von den Lockdowns profitiert und worin ihre schockstrategische Bedeutung für den »Klassenkampf von oben« (Warren Buffett) besteht.

Wenn man Adornos einprägsame Diagnose unter dem Eindruck der Folgen der von mächtigen Global-Governance-Akteuren synchronisierten und weltweit durchgesetzten Maßnahmen eines (vermeintlichen) pandemischen Notstandes liest, dann fordert sie geradezu zum Vergleich mit unserer jüngsten Vergangenheit und Gegenwart heraus. Erneut erhebt die Hydra des Totalitarismus ihr Haupt. Nahezu überall in der Welt wurden Grundrechte beschnitten, Meinungsfreiheit und Demokratie geschwächt und neue Überwachungs- und Kontrollstrukturen etabliert. Adornos Gedanken und Fragen erweisen sich dieser Tage, wo laut Norbert Härings profunder Analyse das »Endspiel des Kapitalismus« begonnen hat, als besonders aktuell. Die Forderungen nach Aufarbeitung des Faschismus des 20. Jahrhunderts und nach Aufarbeitung der Politik des Ausnahmezustandes stehen klar in einem Verhältnis historischer Kontinuität, denn die Pandemiepolitik wurde von den digital- und finanzkapitalistischen Eliten im Kontext der Pläne für eine »Neue Weltordnung« (Agenda 2030) als ein Mittel zu ihrer Durchsetzung ergriffen, wie sich dazumal die Staatsmacht mit dem Kapitalismus verbündete, um eine neue gesellschaftliche Ordnung herbeizuführen. Der Schriftsteller, Philosoph und Blogger Gunnar Kaiser nennt daher das, was Adorno in Texten wie »Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit« umkreist, in seinem Buch »Der Kult« auch: »Die Viralität des Bösen«. [5]

Adorno setzt sich mit diesem Phänomen u.a. in dieser zentralen Textaussage auseinander:
    »Der Nationalsozialismus lebt nach, und bis heute wissen wir nicht, ob bloß als Gespenst dessen, was so monströs war, dass es am eigenen Tod noch nicht starb, oder ob es gar nicht erst zum Tode kam; ob die Bereitschaft zum Unsäglichen fortwest in den Menschen wie in den Verhältnissen, die sie umklammern.«
Aus einem Radio-Gespräch mit Adorno stammen die Worte, an die ich, angesichts der Drift der Demokratien in Richtung diktatorischer Willkür, während der letzten zwei Jahre immer wieder denken musste. Sie lauten:
    "Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern von der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten."
Adorno äußerte das ebenfalls 1959.

Und heute?

Heute – im hitzig-hysterischen Cancel-Culture-Klima des Jahres 2022 – hätte Adorno, großbürgerlich-jüdischer Sohn eines assimilierten Frankfurter Weinhändlers, der 1934 mit dem Institut für Sozialforschung vor den Nazis in die USA emigrierte, mit solchen Statements selbst beste Chancen, als rechtsextremer und antisemitischer Verschwörungstheoretiker oder »Staatsdelegitimierer« geradewegs ins Twitter-Fegefeuer-Fanal geschickt zu werden.

Dabei wendet er sich mit dem zitierten Satz ganz klar gegen die seiner Auffassung nach schlimmste aller Relativierungen der Nazi-Gräueltaten: ihre Musealisierung. Wenn wir nichts mehr von dem, was in unserer Gegenwart geschieht, mit dem Faschismus unserer Vergangenheit vergleichen dürfen – was nicht »gleichsetzen« heißt! – sind wir endgültig bei der Musealisierung angelangt. Dann ist der Faschismus kein Stachel mehr in unserem Fleisch, sondern zur kitschig-spießigen »Erinnerungskultur« entschärft worden. Einer Erinnerungskultur, die dazu anhält, uns nicht in Frage zu stellen und ja nicht unsere geistig-moralischen »Komfortzonen« zu verlassen.

Das »Wehret den Anfängen!« scheint als Mahnung nicht mehr hineinzupassen in die Postdemokratie unserer Tage. Zu fragen wäre, ob und inwieweit das als Beleg genommen werden muss, dass wir bereits über dieses Stadium hinaus sind. Das würde wiederum den Einsatz erhöhen, mit dem für eine Aufarbeitung argumentativ gekämpft werden müsste. Erreichen ließe sie sich wohl nur durch die inner- und vor allem außerparlamentarische Bündelung der freiheitlich-liberalen, freiheitlich-konservativen und vor allem freiheitlich-linken Kräfte unserer Gesellschaft.

Im Übrigen ist es kein editorischer Zufall, sondern zeugt von tiefem und weit verzweigtem Sinn, dass Adornos Vortrag, der auf einer Konferenz von Pädagogen gehalten wurde, der Text ist, der seinen berühmten Suhrkamp-Aufsatzband »Erziehung zur Mündigkeit« einleitete.

Es geht um Mündigkeit im doppelten Sinn: als Voraussetzung und als Ziel der gesellschaftlichen Aufarbeitung. »Voraussetzung« hieße auf die aktuelle Situation bezogen: Wie kann Mündigkeit angesichts der ihr entgegenarbeitenden parteiischen Kräfte – gegen die partikularen, aber übermächtigen Interessen einer kleinen Führungsschicht –, dennoch erworben, durchgesetzt und behauptet werden? Das ist eine entscheidende Frage, die auch Adornos Denken durchzieht. Nur durch Mündigkeit bzw. eine Erziehung zu ihr, können die mächtigen, parteiisch-partikularen Interessen zum Wohle aller eingehegt und vielleicht auch überwunden werden. Dazu bedarf es jedoch gemeinsamer Regeln. Und die gemeinsamen Regeln müssen stärker sein als das mächtige Interesse der Wenigen.

Mündigkeit ist das Immunsystem unserer Demokratie. Die Aufgabe der Mündigkeit (»Aufgabe« im doppelten Wortsinn) wäre daher auch das Thema oder genauer gesagt die offene Wunde, die uns die Corona-Krise hinterlässt und die uns zu ihrer Aufarbeitung anhalten sollte.

Vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit den Maßnahmen der Pandemiepolitik nehmen die Gedanken und Fragen Adornos zur Aufarbeitung einer traumatisch fortlebenden Vergangenheit aktuelle und beunruhigende Gestalt an. Über die Dauer von fast zweieinhalb Jahren konnte über unsere Köpfe hinweg ein Notstandsregime die Konstanten unseres Menschseins und (Selbst-)Vertrauens mit Vehemenz in Frage stellen und alles, was uns Halt und Orientierung gab, durcheinanderwirbeln. Die dadurch ausgelösten Erschütterungen sind tief ins Mark unserer persönlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Verfassung eingedrungen. Dort sollen sie nun, folgt der Gang der Dinge abermals den Intentionen und Weisungen der Mächtigen, das Sediment für das bilden, was von den Akteuren der Global Governance zur »neuen Normalität« erklärt wurde und transnational in Gestalt der Neuen Weltordnung (NWO) verbindlich gemacht werden soll.

Zwar ist die von der WHO im März 2020 ausgerufene Pandemie (vorerst) faktisch vorbei, auch wenn Teile der Nomenklatura – insbesondere in Deutschland und in Österreich – weiter ein starkes Interesse daran zeigen, an ihr festzuhalten. Offenbar will man um jeden Preis vermeiden, den Panik-Modus und die damit verbreitete Unsicherheit in der Bevölkerung für beendet zu erklären. Eigentlich müsste das Pandemieende jetzt zur Verarbeitung der (auf allen und allem lastenden) Krisenerfahrungen und zur Reflexion der Krisenfolgen genutzt werden. Die verhängten »Maßnahmen« haben eine ganze Menge an vermeintlich Selbstverständlichem, für gültig Gehaltenem unter sich begraben. Dafür wurden neue Frontlinien geschaffen, die uns einen Vorgeschmack auf den Bürgerkrieg (oder eine bürgerkriegsähnliche Szenerie) liefern, der kommen könnte, wenn die mit Fleiß geschürte gesellschaftliche Polarisierung nicht zurückgebaut wird.

Vor allem aber hat die Corona-Krise Millionen von Angststörungen erzeugt. Auch wenn es keine neue Erkenntnis darstellt, sollte dennoch in Erinnerung gerufen werden, dass Angst der Humus ist, auf dem Demokratien gar nicht, Diktaturen dafür um so besser gedeihen können. Das zur Bewältigung der Krisenerfahrungen notwendige Innehalten rückt jedoch nicht nur durch den Ukraine-Krieg in weite Ferne. Eine Besinnung auf die Fehler und Versäumnisse im Umgang mit dem Virus und der Viralität ist nicht erwünscht, obgleich die Warnungen vor neuen pandemischen Gefahren für den Herbst es eigentlich noch dringlicher erscheinen lassen, jetzt die richtigen Lehren aus mehr als zwei Jahren verfehlter Pandemiepolitik zu ziehen.

Die (noch nicht ganz) hinter uns liegende Zeit des kollektiv erlebten, aber höchst unterschiedlich wahrgenommenen Ausnahmezustandes, wird durch drei Zivilisationsbrüche [6] gekennzeichnet, die in der massenmedial vermittelten Öffentlichkeit, jedenfalls in Deutschland, weitgehend unbemerkt und unkommentiert geblieben sind. Sie betreffen unseren Umgang mit Alten, Kranken und Pflegebedürftigen, mit Kindern und Jugendlichen und mit den sogenannten Umgeimpften. (Mehr dazu weiter unten).

Verwundern kann das Schweigen über die Zivilisationsbrüche nicht, da man sich ja politisch und gesellschaftlich nicht weniger vorgenommen hat, als auf dem Scherbenhaufen der Maßnahmenpolitik eine »neue Normalität« zu errichten. Die »Zeitenwende«, die Bundeskanzler Olaf Scholz in Bezug auf die Verteidigungspolitik nach dem russischen Angriff auf die Ukraine proklamierte – eindrucksvoll unterlegt mit der Ad-hoc-Ankündigung eines 100 Milliarden Euro teuren Aufrüstungsprogramms am Parlament vorbei [7] –, bezieht sich nicht nur auf die militärische Aufrüstung. Schon zuvor hatte er beängstigende Akzente gesetzt. Etwa, als er die Kritiker der Coronapolitik als »kleine extremistische Minderheit« bezeichnete, die unsere Demokratie zerstören wolle und der deutschen Öffentlichkeit kundtat, dass es für seine Regierung im Kampf gegen das Virus »keine roten Linien mehr gebe«.

Scholz hat diese problematischen, anti-demokratischen Aussagen nie zurückgenommen, sondern betreibt weiter eine Politik unsensibler Zuspitzung, Spaltung und Ausgrenzung. Auf die Spitze getrieben wird sie durch seinen irrlichternden, kaum noch tragbaren Gesundheitsminister Lauterbach, der auch nach dem Scheitern einer allgemeinen Impfpflicht stur an der einrichtungsbezogenen Impfpflicht für die Berufe des Gesundheitsbereichs festhält. Lauterbach wird, wie Werner Rügemer [8] und Wolfgang Wodarg [9] kenntnisreich dargelegt haben, als verlängerter Arm der Pharmalobby im Amt belassen. An den früheren sozialdemokratischen Regierungsstil erinnert bei der jetzigen Partei nur noch der Name. Nach Kriegsbeginn räumte die SPD alle ihre bis dato noch verbliebenen entspannungspolitischen Maximen und Meriten ab und entschuldigte sich in Person ihrer Vorsitzenden auch noch dafür. Scholz lässt nun von den Stahlhelmpolitikern der Grünen und der FDP den neudeutschen Bellizismus vorantreiben. Dadurch erhöht sich die Gefahr, dass der von zwei Seiten – den US-Falken in der Biden-Administration und den olivgrünen und gelben Ampelkoalitionären – in die Enge getriebene Kanzler einer für den Weltfrieden unheilvollen Konfliktzuspitzung nichts mehr entgegenzusetzen hat.

Die Politik der »Zeitenwende«, die Scholz eingeleitet hat, droht, den endgültigen wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands herbeizuführen, sollte man sich durch die katastrophalen Folgen nicht doch noch eines Besseren belehren lassen. (Die Lernfähigkeit von Polit-Hasardeuren wie Baerbock und Strack-Zimmermann schätze ich allerdings gering ein. Und auch der Noske-Verehrer Robert Habeck [10] scheint sich eher durch Beratungsresistenz auszuzeichnen.)

An dieser Stelle lohnt es sich, die neue, mit zusätzlichen 100 Milliarden Euro (!) Steuergeldern für Rüstungsausgaben alimentierte Außenpolitik der Ampel-Regierung mit der Kritik der Bonner Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot zu konfrontieren (»… ein Satz, alles drin …!«). Der Bundesregierung fehle, so Guérot, »eine nüchterne oder besonnene geostrategische Analyse oder überhaupt die Definition von europäischen Interessen, Kriegs- oder Verhandlungszielen.« [11]

Nicht zu vergessen: Der in Deutschland im Gang befindliche Feinbildaufbau gegen Russland hat außerdem den Vorteil, damit viel besser von den eigenen Fehlern und Irrtümern ablenken und alle Energien möglichst gut von einer gewissenhaften Evaluierung der teilweise demokratie- und verfassungswidrigen Praktiken der Coronapolitik abziehen zu können. Das geschieht am besten, in dem man genau das tut, was gerade überall stattfindet: sich hemmungslos unreflektiert als die Inkarnation des moralisch Guten zu präsentieren. Da wird aus jedem Kritiker ein nestbeschmutzender »Putin-Versteher« und Kollaborateur mit einem überlebensgroß aufgeblasenen Feind gemacht.

Es kann daher nicht verwundern, dass bislang nicht einmal die »Aufarbeitung der Vergangenheit als Schlagwort« im gesellschaftlichen und medialen Fokusangelangt ist – von wenigen Ausnahmen abgesehen. Noch viel weniger als die Chance auf einen Bewusstwerdungsprozess, der Projektionen wie unsere Parteinahme mit dem »armen Opfer Ukraine« durchschaut, lässt sich der Politik der Herrschenden ein Interesse unterstellen, das Corona-Ausnahmeregime seriös aufzuarbeiten. Ungeniert kann sich der Bundesgesundheitsminister weiter über die Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes hinwegsetzen und eine Evaluation der Coronapolitik mit Verweis auf »zu wenig Daten« als »verfrüht« ablehnen. Hätte die Regierung ihren Job in den letzten zwei Jahren ordentlich gemacht, dann lägen inzwischen längst hinreichend Daten vor, die zur Evaluation herangezogen werden könnten. Ausgerechnet Deutschland, dem Land mit den strengsten Maßnahmen in der EU, gebührt in der wissenschaftlichen Pandemie-Aufarbeitung, trotz oder gerade wegen seiner regierungsnahen Institute (RKI und PEI), die rote Ampel. Das ist nur ein weiterer Beleg in einer Kette von unglaublichen, die politischen Sitten und Gebräuche verrohenden Vorgängen in unserem Land, die das Vertrauen in die Institutionen der Republik untergraben haben. Es dürfte weiter untergraben werden, sofern nicht durch eine Aufarbeitung der Vorgänge endlich die Reißleine gezogen wird.

Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die beispiellose Häme und den Hass, die sich auf die Künstler der klugen satirischen Aktion »Allesdichtmachen« ergossen, an den Rauswurf des maßnahmenkritisch berichtenden Journalisten Boris Reitschuster aus der Bundespressekonferenz, den Angriff auf das freie Abgeordnetenmandat durch die Anordnung der Bundestagspräsidentin, nicht geimpfte Bundestagsabgeordnete auf die Plätze der Gäste-Tribüne des Parlaments zu verbannen sowie die fristlose Kündigung des BKK-Provita-Krankenkassen-Vorstandes Andreas Schöfbeck nach seiner Veröffentlichung alarmierender Zahlen zum möglichen, tatsächlichen Ausmaß an Impfschäden – die bis heute weder durch das Paul-Ehrlich-, noch das Robert Koch-Institut auch nur ansatzweise entkräftet wurden. Erinnert sei auch an die Kriminalisierung des Arztes, Aktivisten und Publizisten Paul Brandenburg, der von einem Überfallkommando des Staatsschutzes heimgesucht wurde und die infame Anklage der Generalstaatsanwaltschaft Kiel gegen Prof. Dr. Sucharit Bhakdi wegen Volksverhetzung aufgrund einiger zu Missverständnissen möglicherweise Anlass gebender und aus dem Zusammenhang gerissener Äußerungen. [12]

Der Aufschrei der Empörung über die Dimensionen, die das Politikversagen erreicht hat, über die offenkundigen Fälle von Machtmissbrauch, Korruption (Maskenskandale) und Inkompetenz in Bezug auf Entscheidungen des Corona-Krisenmanagements, bleibt jedenfalls auf der politisch-medialen Großbühne immer noch aus. Dabei sind die vier genannten Faktoren – Politikversagen, Machtmissbrauch, Korruption und fachliche Inkompetenz – ursächlich dafür, dass ein Zivilisationsbruch unser Gemeinwesen so stark beschädigen konnte, dass die Grundfesten unserer gesellschaftlichen Ordnung dadurch sturmreif geschossen wurden.

Dreifacher Zivilisationsbruch

Von einem dreifachen Zivilisationsbruch darf man reden. Es handelt sich um schockartige Ereignisse, die unauflöslich mit der Pandemieherrschaft verbunden sind. Sie dürften noch lange und tief – vor allem im gesellschaftlichen Unbewussten – nachwirken.
  1. Der Zivilisationsbruch gegenüber Alten, Kranken und Pflegebedürftigen, deren Menschenwürde und Recht auf Selbstbestimmung auf eine vorher noch nie dagewesene Weise mit Füßen getreten worden ist. Damit haben wir uns als Gesellschaft an den alten Menschen, denen wir einen Großteil unserer Identität, unserer Kultur und unseres Wohlstandes verdanken, in krasser Weise versündigt. Unser Verhalten gegenüber den betroffenen Menschen hat während der Corona-Pandemie einen alptraumhaften Gipfel der Unmenschlichkeit erreicht, da wir zuließen, dass alte, schwer- und oft sterbenskranke Menschen von ihren Familien, Enkelkindern, Freunden und Partnern isoliert und monatelang eingesperrt wurden, darüber jeden Lebensmut verloren und vor Kummer und Gram wegstarben. Das große menschliche Leid wurde erzeugt und hingenommen, weil die Politik nicht willens war, die vulnerablen Gruppen gezielt zu schützen. Auch die Rolle der natürlichen Immunität wurde von den Gesundheitspolitikern, die es hätten besser wissen können, bei Seite gewischt. Man ließ zu, dass Demenzkranke durch das Fehlen der Bezugspersonen in Verwirrung und Verzweiflung gestürzt wurden. Krankenhauspatienten starben einsam, ohne sich von ihren Liebsten verabschieden zu können, weil niemand, nicht einmal die nächsten Angehörigen, an ihr Bett gelassen wurde: Unmenschlichkeiten, die einem den Verstand rauben können, je länger man darüber nachdenkt.

  2. Der Zivilisationsbruch gegenüber Kindern und Jugendlichen, deren Menschenwürde, deren Recht auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit, auf Bildung und eine altersgemäße Entwicklung, vor allem aber auch das Recht auf den besonderen Schutz durch die Erwachsenen fast gar keine Rolle bei Lehrern, Lehrerverbänden, dem Staat und in der medialen Öffentlichkeit spielten. Bis heute wird in einer heuchlerischen und beschämenden Weise geleugnet oder kleingeredet, was jungen Menschen angetan wurde, die zu keinem Zeitpunkt besonders gefährdet waren oder andere durch Ansteckung hätten gefährden können. Dabei droht uns, wie neueste Studien warnen, eine ganze Generation von jungen Menschen durch monatelange Schulschließungen und digitales Homeschooling verloren zu gehen. Was das für die Zukunft unserer Gesellschaft bedeutet, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht abgeschätzt werden. Sicher aber ist, dass die gesundheitlichen Verwerfungen durch die Maßnahmen sowohl physisch, psychisch als auch sozial verheerend sind. Inzwischen leben ca. 40.000 Jugendliche in Deutschland auf der Straße. Vor Corona waren es nach Erhebungen aus dem Jahr 2015 auch schon ca. 20.000. Die Zahl hat sich nach der Corona-Zeit in etwa verdoppelt. [13]

    Jetzt noch, nachdem die schlimmen Folgen langsam an die Oberfläche kommen, fühlt sich keiner verantwortlich für sie. Im Gegenteil sollen nutzlose, dafür aber gefährliche Kinderimpfungen weiter und sogar verstärkt erfolgen und werden jetzt – bar aller medizinischen Evidenz – schon für Fünfjährige empfohlen!

    Alte Menschen, Kranke, Kinder und Arme sind die größten Opfer der Pandemiepolitik. Ihnen gemein ist, dass sie nicht Zeugnis davon ablegen konnten, was – von der Politik angeordnet und von ihren Mitmenschen gehorsam ausgeführt – ihnen zugefügt wurde. Und genauso wenig können sie damit rechnen, überhaupt angehört zu werden, sollten sie ihre Stimme doch einmal erheben.

  3. Der Zivilisationsbruch gegenüber den Nicht-Geimpften, gegen die Minderheit der Bürger, die ausgegrenzt und von Staatswegen zu Menschen zweiter Klasse gemacht worden sind. Im Laufe der Impfkampagne erfuhren sie, je deutlicher sich die Mängel bei der Wirksamkeit der neuartigen gentherapeutischen Injektionssubstanzen abzeichneten, umso stärker Diffamierung und Stigmatisierung. Die »Nicht-Geimpften« wurden unisono von Politik- und Medien zu Sündenböcken der Pandemie erklärt, keiner Hetze und keinem Hetzer wurde dabei Einhalt geboten. Wo blieben die sonst unerbittlich geforderten »Distanzierungen« von verbalen Entgleisungen aus dem Wörterbuch des Unmenschen? Die Nicht-Geimpften bezahlen ihre berechtigten Zweifel an der Notwendigkeit und Wirksamkeit der Gentherapie, ihre begründete Sorge vor den Nebenwirkungen der nur bedingt zugelassenen, experimentellen Präparate, mit Ausgrenzung, gesellschaftlicher Ächtung, dem Verlust familiärer und freundschaftlicher Bindungen, Berufsverboten und Existenzzerstörung. [14] Noch stärker als dieser Skandal, der die Bevölkerung bewusst auseinanderdividiert und die gesellschaftliche Atmosphäre auf lange Zeit vergiftet, wiegt der Skandal im Umgang mit den Nebenwirkungen der mRNA- und Vektor-»Impfstoffe«, denn hierbei geht es um Menschenleben. Immer mehr Untersuchungen und Studien gehen von einer strukturellen, alarmierend hohen Untererfassung der Anzahl von Impfschäden durch die Präparate gegen Covid-19 aus. Zuletzt fand die Studie von Prof. Dr. Harald Matthes vom Institut für Arbeitsmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité größere Beachtung, sogar einige Mainstreammedien berichteten darüber. Sie ist inzwischen von der Charité-Leitung auf Eis gelegt worden. [15] Ein Zwischenergebnis der Studie war, dass in Deutschland bislang ca. 500.000 Menschen von schweren Nebenwirkungen der Covid-Impfungen betroffen seien. Es müsse von einer 16,5 mal höheren Anzahl an Impfschäden ausgegangen werden, als im Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) angegeben. Träfen die Befunde zu, so »könnten bisher mithin über 46.000 Menschen in Deutschland infolge der Impfung verstorben sein. Das PEI listet dagegen ›nur‹ 2810 Fälle (…) auf.« [16]
Statt alles dafür zu tun, um Aufklärung über die tatsächlichen Ausmaße der negativen Impffolgen zu erlangen, wird weiterhin versucht, die Menschen, die an dieser wichtigen Aufgabe mitwirken, öffentlich zu diskreditieren. Leider lässt sich dieses Phänomen heute verallgemeinern und stellt inzwischen – neben dem fehlenden politischen Willen – die größte Barriere für eine Aufarbeitung der Corona-Vergangenheit im Sinne Adornos dar. Heute glaubt man nicht nur in der politisch-medialen Öffentlichkeit – dort aber besonders ausgeprägt –, sondern ganz allgemein, ohne Umschweife darüber entscheiden zu können, wer das Böse und vor allem wer der Böse ist. So auch im Ukraine-Krieg, der nicht mit Russlands Angriff am 24. Februar begonnen hat. Trotzdem folgert man mit schlafwandlerischer Sicherheit, dass der Angriff Putins den Westen ins Recht setzt, sich mit rigorosen und vor allem moralisch haushoch überlegenen Mitteln wie Waffenlieferungen zur Wehr zu setzen. Man selbst steht schließlich auf der Seite der Guten. Unsere Haltung und unsere Mittel sind moralisch so überlegen, dass sie auf gar keinen Fall in Frage gestellt werden dürfen. Und wer es dennoch tut – siehe den Umgang mit Ulrike Guérot als Talkshowgast von Markus Lanz – der paktiert selbst mit dem Teufel! Die Berliner Zeitung titelte prägnant dazu: »Wer für den Frieden ist, ist jetzt auch Feind.« [17]

Besonders bemerkenswert erscheint mir, dass die unbekümmerte Bereitschaft, über politisch-historische Räume, deren Kontinuitäten und Diskontinuitäten, reflex- und bekenntnishaft – und vor allem frei von allen aus Nachdenklichkeit geborenen Zweifeln – zu urteilen, schnell in ihr Gegenteil verkehrt wird. Und zwar immer dann, wenn es um die eigenen Angelegenheiten und Verhältnisse geht. Elementare Verstöße gegen unsere Rechtskultur und unser Demokratieverständnis sowie Angriffe auf das Gerechtigkeitsempfinden bleiben dann unthematisiert. Auch werden Einsprüche gegen illegitime Gewalt ignoriert (z.B. die vom UN-Sonderberichterstatter für Folter, Nils Melzer, beanstandete Polizeigewalt [18] gegen friedliche, maßnahmenkritische Demonstranten oder die Hausdurchsuchungen durch Sonderkommandos gegen Mediziner, wegen des Verdachts unrechtmäßig ausgestellter Masken-Atteste [19]), sofern sie gegen das eigene Handeln gerichtet sind.

Für die Ukraine – einen wahrscheinlich schon seit längerem gescheiterten Staat [20] – und ihre Freiheit stehen wir auf. Was aber tun wir für unsere eigene Freiheit? Ab Herbst wieder den digitalen Impfpass zücken, unseren QR-Code scannen und froh sein, dass man uns immer noch ins Restaurant reinlässt?

Bislang konnte die Corona-Krise ganz viel mit uns als Individuen und als Gesellschaft »machen«. Sie hat uns aber nicht unbedingt souveräner, gelassener, mutiger, gesünder, (selbst-)bewusster, zuversichtlicher oder resilienter gemacht. Vor allem aber hat sie uns nicht menschlicher gemacht. Könnten wir eine »Lockerung« in der Gesellschaft dahingehend wahrnehmen – und ich meine nicht Lockerung im Sinne einer »Lockerung der Maßnahmen« (die nur an die »Lockerung« des Strafvollzuges denken lässt) – wäre die Hoffnung am Platz: Wir bestehen die Krise. Dann könnte von all den jetzt schmerzlich vermissten Merkmalen und Eigenschaften einer lebendigen, freien und humanen Seinsweise doch erneut etwas auf unser Zusammenleben abfärben. Noch ist wenig davon zu bemerken. [21] Offensichtlich sind noch lange nicht alle aus der pandemischen Angststarre und dem Corona-Alptraum erwacht.

Zwischenfazit

Die Aufklärung der Corona-Krise verzögert sich weiter, obwohl wir eine Menge aus ihr lernen könnten. Einstweilen wirken die Tabus noch stärker als der Wille zur Aufarbeitung der Vergangenheit. Ob es dabei bleiben wird?


Zum Autor: Bernd Schoepe (geb. 1965) ist freier Autor, langjähriges aktives GEW-Betriebsgruppen-Mitglied, ehemaliger Vertrauensmann und Mitglied der Hamburger Lehrerkammer. Hauptberuflich arbeitet er als Politik-, Deutsch- und Philosophielehrer an einer Hamburger Stadtteilschule. Kontakt: berndschoepe@gmx.de


Anmerkungen:


1 Theodor W. Adorno, Erziehung zur Mündigkeit, Frankfurt/M. 1971.
2 welthungerhilfe.de, letzter Zugriff am 09.06.2022.
3 Ebd. und: n-tv.de
4 welt.de sowie dw.com/de/
5 Gunnar Kaiser, Der Kult. Über die Viralität des Bösen [https://amzn.to/3y3vegY], München 2022. Kaiser zitiert als Motto seines Buches Erich Fromm, ein Zitat, das ich hier gerne wiedergebe, da es auch den gedanklich-thetischen Zusammenhang meines Textes reflektiert. »Der Organisationsmensch hat die Fähigkeit zum Ungehorsam verloren, er merkt nicht einmal mehr, dass er gehorcht. An diesem Punkt der Geschichte könnte möglicherweise allein die Fähigkeit zu zweifeln, zu kritisieren und ungehorsam zu sein, über die Zukunft für die Menschheit oder über das Ende der Zivilisation entscheiden.« Das Zitat Fromms zeigt m.E. für unseren Kontext gut, wie wichtig eine seriöse Aufarbeitung der Pandemiepolitik für die Wiedererlangung psychischer Gesundheit wäre. Sie würde die Menschen mit ihren Störgefühlen, die wohl doch viele während des Maßnahmenregimes – vor allem bezogen auf das Social Distancing, die Maskenpflicht und die Lockdowns – empfunden haben, nachträglich ernst nehmen. Dadurch würden ihre durch Störgefühle sich artikulierenden Vorbehalte gegenüber dem Gehorsam (den Fromm hier für den »modernen Organisationsmenschen« problematisiert) und ihre darin sich ausdrückenden Zweifel durch eine gesellschaftlich nachgeschaltete, die subjektiven Erfahrungen objektivierende Reflexions- und Bewertungsinstanz ex post als intuitiv richtig, angemessen und vernünftig anerkannt werden.
6 Unter »Zivilisationsbruch« versteht man die Verletzung oder das Außerkraftsetzen von Regeln und Normen, die für ein gutes, gedeihliches und gesittetes Zusammenleben von Menschen grundlegend sind.
7 Die Regierungserklärung, in der Bundeskanzler Scholz die 100 Milliarden Euro teure Aufrüstungspolitik für die Bundeswehr ankündigte, wurde mit Scholz’ eigener Fraktion, den Grünen und der FDP vorher nicht abgesprochen: zeit.de.
8 Siehe hier: nachdenkseiten.de und hier: nachdenkseiten.de.
9 Siehe hier: youtube.com.
10 Habeck hat zu Ehren Noskes ein Theaterstück mit dem Titel »Neunzehnachtzehn« geschrieben, in dem er dem Konterrevolutionär und Präfaschisten Gustav Noske eine Art Denkmal gesetzt hat. jacobin.de. Siehe auch: deutschlandfunkkultur.de. Zur unseligen Rolle, die der SPD-Politiker und erste Reichswehrminister der Weimarer Republik, Gustav Noske, für ihre Entwicklung hatte: Sebastian Haffner, Die Deutsche Revolution 1918/19, Hamburg 1969.
11 planet-interview.de
12 Bhakdi hatte in einem Video Stellung zu Israel und dem jüdischen Volk im Hinblick auf die dortige, besonders paradox anmutende Impf- und Infektionsdynamik genommen. – In Israel, das oft als »Impfweltmeister« bezeichnet wird, gibt es aktuell besonders viele Covid-19-Hospitalisierungen und eine signifikant hohe Übersterblichkeit seit 2021. Bhakdi setzte das mit Pfizers Aussage in Beziehung, Israel sei »das Labor« für seinen Impfstoff.
13 offroadkids.de, zugegriffen zuletzt am 10.06.2022. stern.de
14 Da der Autor selbst zu dem Personenkreis gehört, der nach reiflicher Überlegung und Abwägung – nachdem er sich über ihren Entwicklungs- und Herstellungsprozess, ihren Aufbau und ihre Wirkungsweisen informiert hatte – nicht bereit war und ist, sich diese Stoffe injizieren zu lassen, weiß er nur zu gut, wovon er spricht.
15 Die Kritik an der Studie scheint insofern nicht berechtigt zu sein, als dass ihre methodischen Schwächen in der Mehrzahl nicht dem Team von Dr. Matthes zur Last gelegt werden können. Sie sind vielmehr dem Umstand geschuldet, dass die staatlich vorgesehenen und bereit gehaltenen Meldesysteme für die Erfassung von Impfschäden in Bezug auf die mRNA-Präparate aus verschiedenen Gründen nicht richtig und hinreichend funktionieren. Verantwortlich dafür sind Fehlanreize im Monitoring für die Ärzte. U.a. ist diese Dokumentationstätigkeit sehr zeitaufwändig und wird nicht vergütet. Die Ärzteschaft unterliegt in der aufgeheizten Stimmungslage einem politischen Konformitätsdruck, da die Impfungen offiziell immer noch als sicher und wirksam empfohlen werden. Zudem dürften viele Ärzte, die die Präparate verabreicht haben, befürchten, dass sie durch die Meldung von Impfschäden selbst juristisch in Haftung genommen werden könnten.
16 Ralf Wurzbacher, Schwurbel-Charité: Studie lässt auf massive Untererfassung von Impfschäden durch Corona-Vakzine schließen. nachdenkseiten.de
17 So der Titel eines Kommentars (Gastbeitrags) von Milosz Matuschek in der Berliner Zeitung vom 07.06.2022.
18 www.nau.ch. Siehe auch Interview mit Melzer zu den Vorgängen illegitimer Polizeigewalt gegen Corona-Maßnahmenproteste in Deutschland und anderen europäischen Ländern: youtube.com sowie: Erosion rechtsstaatlicher Prinzipien.
19 www.24hamburg.de. Zur rechtlichen Bewertung: netzwerkkrista.de.
20 Wenn der ukrainische Staat nicht schon durch die Spannungen, Reibungen, Antinomien und Paradoxien seiner Entstehungsgeschichte, die nie gelöst werden konnten, zum Scheitern verurteilt gewesen ist. Siehe den Hinweis von Peter Scholl-Latour aus dem Jahr 2014: youtube.com. Siehe auch: youtube.com. Zum tieferen Verständnis der geostrategischen Interessen Russlands: Peter Scholl-Latour, Russland im Zangengriff, Berlin 2006
21 Das Potenzial dazu besitzt Deutschland durch einen starken und eigenwilligen bürgerlichen Mittelstand mit viel Rückgrat immer noch, der sich allerdings in den letzten Jahren von der Politik (in allen ihren drei Dimensionen aus Policy, Polity und Politics) und insbesondere von ihrem ausführenden Personal zunehmend frustriert und entfremdet abgewandt hat. Es gibt auch genügend Querdenker in des Wortes bester Bedeutung (frei denkende Menschen) aus den Bereichen der Gesellschaft, die wir bis vor kurzem als »bürgerliche Mitte« kannten und so zu bezeichnen pflegten. Schon vor Jahren fing man damit an, diese Leute – statt sich mit den systemkritischen Gehalten ihrer Meinungsäußerungen auseinanderzusetzen und das den Absetzbewegungen und Protesten inhärente Repräsentationsproblem aufzugreifen und ernsthaft zu thematisieren – zu gefährlichen »Wutbürgern« und »rechten Populisten« zu erklären und abzukanzeln. Seit den ersten größeren Protestbewegungen gegen die Pandemiepolitik müssen sie staunend mit ansehen, dass sie von der Regierung und den Leitmedien zu Extremisten und Staatsfeinden erklärt werden.


Erstveröffentlichung am 15.06.2022 bei gew-ansbach.de, dann  am 19./20.06.2022 überarbeitet bei Anthroblog


Online-Flyer Nr. 793  vom 22.06.2022

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