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Kommentar
Kommentar vom Hochblauen
Die totale Meinungs-Gleichschaltung
Von Evelyn Hecht-Galinski

Heute vor 79 Jahren und 2 Monaten, am 18. Februar 1943, hielt der deutsche Reichsminister für „Volksaufklärung und Propaganda“, Joseph Goebbels, seine berüchtigte Berliner Sportpalastrede an das deutsche Volk mit der Frage: „Wollt ihr den totalen Krieg?“ „Jaaa!“ schrie das Publikum bei „standing Ovations“. Die seinerzeit von Goebbels und den Nationalsozialisten verbreitete Propaganda von der „Gefahr aus dem Osten“ scheint mir heute noch virulent, denn aktuell sind Medien und Politiker in einer beispiellosen Propagandaschlacht von morgens bis abends dabei, dies dem deutschen Volk wieder einzuhämmern und es kriegsreif zu manipulieren. Goebbels könnte stolz sein auf seine Nachfolger, die sich die Regeln der Propaganda-Denkfabriken längst zu eigen gemacht haben: „etwas bleibt immer hängen“ und nur das zählt.

Wollen wir den totalen Nato-Krieg?

Es ist leicht, Parallelen zwischen Goebbels-Rede und heutigen Politiker-Aussagen zu finden, denn hier wie da sieht man die Verachtung für ihr Publikum. Auch Goebbels sprach von „gleicher Beanspruchung von arm und reich und manchmal schweren Opfern, die einzelne Bürger dabei zu bringen haben“, und die Ampel-Regierung spricht von „Zeitenwende“ „Frieren für die Freiheit“ „Fleischverzicht gegen Putin“, um nur ein paar Beispiele herauszupicken. (1)(2)

Wollen wir den totalen Nato-Krieg? Nein und nochmals NEIN. Russland war uns immer ein fairer und verlässlicher wirtschaftlicher Partner. Wollen wir diese jahrzehntelange nachbarschaftliche Partnerschaft gegen unsere Interessen und nur zum Vorteil von Nato und US-Führung endgültig zerschlagen? Ich bin fassungslos, wie schnell in so kurzer die „Ampel-Herrschaft“ alles kaputtschlägt, was besonnene Politiker von Brandt bis Merkel an Russland-Beziehungen aufgebaut hatten. Nie hätte ich gedacht, dass ich diese Kanzlerin vermissen werde – aber bei diesen Nachfolgern! Wie souverän ist unsere Regierung eigentlich, die anstatt, ihrem Amtseid zu folgen, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden, gegen unsere Interessen von uns verlangt, die Ukraine und ihre korrupten Politiker zu unterstützen und aus „Solidarität“ zu leiden und zu frieren? Zudem werden die russischen Auschwitz-Befreier mit Füßen getreten und von KZ-Gedenkfeiern ausgeladen. Russische Künstler werden geächtet und haben Auftrittsverbot. Ich schäme mich für diesen schäbigen Umgang mit Russland.

Es wird allerhöchste Zeit, den 27 Millionen sowjetischen Kriegstoten durch deutsche Hand dieselbe Ehre zu erweisen wie den Holocaustopfern! Auch die Palästinenser als Opfer der Nazidiktatur müssen mit dem gleichen Respekt wie Juden behandelt werden.

Totaler Krieg zur Vernichtung Russlands?

Befinden wir uns nicht mittlerweile in einem totalen Krieg zur Vernichtung Russlands? Es scheint, als ob der in den Deutschen schlummernde Hass gegen Russland erweckt werden musste, um sich jetzt in einem giftigen Schleier durch die gleichgeschalteten Medien auszubreiten. Was schon vor dem 24. Februar begann, konnte nach Russlands Angriff gegen die Ukraine endlich entfesselt werden. Dieser ungezügelte Putin-Hass sowie die schreckliche Glorifizierung eines jüdischen „Zio-Nazi-Präsidenten“ der Ukraine. (3)

Selenskyj träumt davon, eine Ukraine nach dem Vorbild des „jüdischen Staats“ zu errichten, eine Ukraine als „Groß-Israel“. Erste Parallelen hat er schon verfügt, die russische Sprache wird in der Öffentlichkeit verboten, sowie die Auslöschung der russischen Kultur. Kiew verabschiedete Gesetze, mit denen das Asow-Bataillon und russlandfeindliche neonazistische Milizen in das ukrainische Militär aufgenommen wurden. Selenkyj, beschönigt diesen Tatbestand noch. Damit wiederholt sich die historische Kollaboration mit „Nazideutschland“ durch diese ukrainischen Ultranationalisten, wenn sie mit deutschen Waffen gegen Russen kämpfen.  Zudem hat Selenskyj seit der Invasion bis jetzt 11 Oppositionsparteien verboten, völlig unbeanstandet vom so genannten. „Werte“westen!

Tatsächlich erleben wir eine „ukrainische Nazi-Asow-Bandera-Kultur“, die ihresgleichen in Europa sucht. Sie darf keinesfalls durch eine EU-Mitgliedschaft geadelt werden. Stattdessen muss endlich die EU-Mitgliedschaft der Türkei in die EU erfolgen. Schon viel zu lange wurde diese Mitgliedschaft „der christlichen Wertegesellschaft“ der größtenteils „muslimisch-geprägten“ Türkei verweigert. Die Ukraine hingegen wurde seit jahrelanger milliardenschwerer „US-Vorarbeit“ auf einen „demokratischen“ Podest erhoben, der ihr nicht zusteht. Wie die gleichgeschalteten Medien diese konzertierte Aktion der Ukraine-Beweihräucherung vollbrachten, ist phänomenal. Gab es vorher noch kritische Artikel zu Neonazis in der Ukraine, so verschwanden diese Artikel immer mehr. Nichts darf das mediale Bild der „Zeitenwende“ stören.

Lügnerischer Informationskrieg

Zu all der Russenhetze ist ein lügnerischer Informationskrieg im Gange, der Andersdenkende mundtot macht. RT und Sputnik sind verboten, der Gebrauch des Buchstaben Z unter Strafe gestellt und die Meinungsfreiheit und -Vielfalt verkommt immer mehr zu einer inhaltslosen Floskel. (4) Ukrainische Nachrichten werden verbreitet, zwar z.T. mit dem Hinweis auf „nicht Nachprüfbarkeit“, aber eben ungefiltert. Aus Satelliten-Bildern der Firma Maxar werden „Wahrheiten“ dargeboten, deren Art wir zur Genüge kennen vom Irakkrieg oder von Ex-Premier Netanjahu zum Thema Iran. (5)

Die Einheitsmeinung, die wir in Deutschland erleben, sehen wir auch in den USA und aktuell in der NYT, die den angesehenen investigativen Journalisten Ben Norton mit irreführenden Behauptungen verleumdete. Ich rate allen meinen Lesern, Nortons Artikel genau durchzulesen, es lohnt sich. (6)

Diese Meinungsgleichschaltung, dieses bewusste weglassen von Nachrichten, ist eine altbekannte Taktik, wie sie auch seit Jahrzehnten in der Palästina-Politik angewendet wird. Jeder Flüchtling aus dem Nahen und Mittleren Osten reibt sich die Augen, was sich an „liebevoller“ Hilfsbereitschaft und finanziellem Füllhorn über die ukrainischen Flüchtlinge ergießt, der nur einen beschämenden Rassismus offenbart, der Flüchtlinge in rassistische Klassen aufteilt. Durch diese Unterteilung in Zwei-Klassen Flüchtlinge ist eine rechtsextreme Unterwanderung durch unkontrollierte Ukrainer zu befürchten, die Deutschland nicht nur materiell verändern, sondern auch spirituell.

Ein unhaltbarer Zustand, der durch NICHTS zu rechtfertigen ist

Nun erleben wir, dass russische Kultur und ihre Vertreter zugunsten Ukrainern weichen müssen. Künstler in Deutschland überbieten sich in Benefizkonzerten und Solidaritätsadressen an die Ukraine. Haben sie das jemals nach Gaza-Kriegen oder Angriffen gegen Palästinenser getan?  Ein unhaltbarer Zustand, der durch NICHTS zu rechtfertigen ist. Ich kann es nur wiederholen: Kein jüdischer bzw. israelischer Künstler musste sich in Deutschland jemals von dem zionistischen Besatzerregime nach den Gaza-Kriegen distanzieren, und kein US-Künstler musste sich jemals nach unzähligen Angriffskriegen von den USA und seinen Präsidenten distanzieren! Nur von russischen Künstlern verlangt man genau das!

Lassen sie mich abschließen mit den tragischen Vorgängen in Palästina, die fast unbemerkt in Medien und Öffentlichkeit in Deutschland bleiben. Wie kann man verschweigen, dass momentan, wo Ramadan, Ostern und Pessach zusammenfielen, eine Flut von mörderischen Angriffen auf unschuldige muslimische Gläubige, ausgeführt durch zionistische Besatzungskräfte auf dem Haram-al-Sharif und in der Al-Aqsa Moschee geschehen. Mehr als 158 Palästinenser wurden durch die Geschosse der Besatzungssoldaten verletzt. Für die Medien sind das nur verharmlosend „Unruhen auf dem Tempelberg“. Es ist eine Beleidigung für Muslime weltweit. Während, die Medien akribisch jeden vermeintlichen ukrainischen Verletzten oder Toten aufzählen und theatralisch aufarbeiten, finden die Palästinenser und ihr Leid so gut wie keine Beachtung. Ihr jahrzehntelanges Leid und Streben nach Freiheit und ihr Widerstand bezeichnet man als „Terror“, während die von USA-Strategen seit Jahren schon in Stellung gebrachten ukrainischen Putschisten als heldenhaft dargestellt werden. Russland hat die Ukraine auch nicht besetzt, sondern war gezwungen zu handeln, nachdem 14.000 Tote im Donbass seit 2014 ihm keine Wahl ließen. Putin erklärte am 24.Februar zum Beginn des russischen Angriffs, warum er handeln musste. (7)(8)

Das illegal besetzte Palästina hat in USA und die EU keine Unterstützer. Sie sind nicht bereit, für die Freiheit Palästinas mit den zionistischen Besatzern zu brechen und Sanktionen einzuleiten, bis Palästina befreit ist. Solange dieser Tatbestand nicht anerkannt wird, solange wirkt jedes „nie wieder“ so scheinheilig, wie es ist. Solange sich die scheinheilige westliche „Wertegemeinschaft“ mit dem „jüdischen Besatzer-Staat“ verbündet und die Verbrechen gegen das palästinensische Volk ignoriert, solange muss das palästinensische Volk in seinem aktiven Widerstand gegen die illegale Besatzung von der Zivilgesellschaft unterstützt werden. Palästina darf nicht das verwehrt werden, was man der Ukraine zubilligt. Widerstand und Selbstverteidigung gilt für Palästina und ist ein verbrieftes Recht der Palästinenser im Kampf gegen die jahrzehntelange israelische Besatzung. Schluss mit der totalen Meinungs-Gleichschaltung!


Fußnoten:

(1)  https://www.1000dokumente.de/index.html?c=dokument_de&dokument=0200_goe&object=translation&l=de
(2)  https://www.ruhrnachrichten.de/ueberregionales/ukraine-krieg-macht-uns-aermer-warum-wir-die-heizung-runterdrehen-muessen-w1743017-2000497076/
(3)  https://thegrayzone.com/2022/04/17/traitor-zelensky-assassination-kidnapping-arrest-political-opposition/
(4)  https://www.derstandard.de/story/2000134516302/das-prorussische-z-wird-in-deutschland-unter-strafe-gestellt
(5)  https://www.merkur.de/politik/ukraine-krieg-usa-satellitenbilder-propaganda-medien-kiew-mariupol-91452712.html
(6)  https://consortiumnews.com/tag/ben-norton/
(7)  https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/wladimir-putin-die-nato-und-der-krieg
(8)  https://www.aljazeera.com/news/2022/2/24/putins-speech-declaring-war-on-ukraine-translated-excerpts


Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des ehemaligen Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, ist Publizistin und Autorin. Ihre Kommentare für die NRhZ schreibt sie regelmäßig vom "Hochblauen", dem 1165 m hohen "Hausberg" im Badischen, wo sie mit ihrem Ehemann Benjamin Hecht lebt. (http://sicht-vom-hochblauen.de/) 2012 kam ihr Buch "Das elfte Gebot: Israel darf alles" heraus. Erschienen im tz-Verlag, ISBN 978-3940456-51-9 (print), Preis 17,89 Euro. Am 28. September 2014 wurde sie von der NRhZ mit dem vierten "Kölner Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik" ausgezeichnet.

Online-Flyer Nr. 789  vom 20.04.2022

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