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Aktueller Online-Flyer vom 25. Juni 2024  

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Kommentar
Die Jugend starb, bevor sie zu leben beginnen konnte
Aufruf an die Jugend: Zieht nicht in den Krieg, geht nicht!
Von Rudolf Hänsel

Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Dutzende weitere Kriege – immer wieder Mord und Totschlag. Mütter schickten ihre Söhne auf das „Feld der Ehre“ und trugen anschließend eine schwarze Armbinde – „in stolzer Trauer“. Die Jugend starb, bevor sie zu leben beginnen konnte. Andere Völker zu bezwingen und zu beherrschen ist ein gutes Geschäft. Doch die Soldaten auf beiden Seiten erschlagen sich für nichts und wieder nichts.

Erich Maria Remarque schrieb im Vorwort seines 1957 in West-Berlin erschienenen Klassikers „Im Westen nichts Neues“:
    „Dieses Buch soll weder eine Anklage noch ein Bekenntnis sein. Es soll nur den Versuch machen, über eine Generation zu berichten, die vom Kriege zerstört wurde – auch wenn sie seinen Granaten entkam.“
Nie zuvor hat man in allen Staaten so viel Geld für die Rüstung ausgegeben, so viele tödliche Waffen geschmiedet wie heute. Aber für andere Zwecke – für Schulen, für den Unterricht, für kulturelle Dinge – haben wir kein Geld.

Wir führen Krieg – und sind nicht gegen ihn!

Viele Universitätslehrer, Professoren, haben in der Vergangenheit Stellung bezogen gegen den Krieg – und tun das auch heute. Doch wer von den großen Persönlichkeiten, den Philosophen oder Psychologen tritt auf und sagt der Jugend, sie soll einen Krieg nie mitmachen und keinem Staatsführer folgen, der einen Krieg beginnt?

Keine Mutter, kein Vater, kein Professor empfiehlt der Jugend, dass sie nicht in den Krieg ziehen soll, ruft sie dazu auf: „Geht nicht!“

Aus diesem Grund zog die Jugend in den Krieg – und zieht weiter in den Krieg:

Und wieder stirbt die Jugend, bevor sie zu leben beginnen kann.



English version:
Youth died before they could begin to live
Call to the Youth: Do Not Go To War!

By Dr. Rudolf Hänsel

World War I, World War II, dozens of other wars – murder and manslaughter again and again. Mothers sent their sons to the "field of honour" and wore a black armband afterwards – "in proud mourning". Youth died before they could begin to live. Conquering and dominating other peoples is a good business. But the soldiers on both sides slay each other for nothing.

Erich Maria Remarque wrote in the preface of his classic novel "Nothing New in the West", published in West Berlin in 1957:
    "This book is not meant to be an indictment or a confession. It is only to attempt to report on a generation destroyed by war – even if it escaped its shells."
Never before has so much money been spent on armaments, so many deadly weapons forged, in all the states as today. But for other purposes – for schools, for teaching, for cultural things – we have no money.

We are at war – and we are not against it!

Many university teachers, professors, have taken a stand against war in the past – and continue to do so today. But who among the great personalities, the philosophers or psychologists stands up and tells the youth never to take part in a war and never to follow a state leader who starts a war?

No mother, no father, no professor recommends to the youth that they should not go to war, calls them to "Don't go!"

For this reason, the youth went to war – and continues to go to war:

And again the youth dies before it can begin to live.



Dr. Rudolf Lothar Hänsel ist Lehrer (Rektor a. D.), Doktor der Pädagogik (Dr. paed.) und Diplom-Psychologe (Schwerpunkte: Klinische-, Pädagogische- und Medien-Psychologie). Als Pensionär arbeitete er viele Jahre als Psychotherapeut in eigener Praxis. In seinen Büchern und pädagogisch-psychologischen Fachartikeln fordert er eine bewusste ethisch-moralische Werteerziehung und eine Erziehung zum Gemeinsinn und Frieden.

Dr. Rudolf Lothar Hänsel is a teacher (retired headmaster), a doctor of education (Dr. paed.) and a graduate psychologist (specialising in clinical, educational and media psychology). As a retiree, he worked for many years as a psychotherapist in his own practice. In his books and educational-psychological articles, he calls for a conscious ethical-moral values education and an education for public spirit and peace.




Online-Flyer Nr. 788  vom 31.03.2022

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