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Aktueller Online-Flyer vom 18. Mai 2022  

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Kommentar
Zur Debatte: Polemik und Gegenpolemik
Und wie weiter?
Von Wolfgang Bittner und Evelyn Hecht-Galinski

Wir leben in einer Zeit ausgeprägter gegensätzlicher Meinungen. Sie basieren auf Erkenntnissen, von denen nicht immer klar ist, inwieweit sie von irritierenden Einflüssen bzw. unumstößlichen Fakten geprägt sind. In dieser Gemengelage stellen sich viele Fragen. Ist das, was den Menschen fast weltweit mit dem Label Covid oder Corona injiziert wird, eine Impfung oder nicht? Ist sie gefährlich oder nicht? Sterben infolge der Impfung mehr oder weniger Menschen? Ist der Druck, der vonseiten verantwortlicher Politiker aufgebaut wird, angemessen oder nicht? In dieser Situation sind zwei Polemiken entstanden - eine Polemik von Wolfgang Bittner und eine Gegenpolemik von Evelyn Hecht-Galinski, die die NRhZ nachfolgend zur Debatte stellt.


Und wie weiter? Fragen an die gnadenlosen Politik-Zombies
Eine Polemik von Wolfgang Bittner

Es wird immer kälter in Deutschland, in der Natur, in der Gesellschaft und in der Politik. Viele fragen sich, wie es weitergehen wird. Sollen die Corona-Notstandsmaßnahmen ewig andauern? Werden noch mehr Menschen ihre Arbeit verlieren? Wird es Krieg geben? Was wird aus unserem Geld? Werden wir den Winter über ausreichend Gas und Strom haben? Soll nun die Bevölkerung alle paar Monate mit einem genbasierten, unerprobten Vakzin durchgeimpft und im Falle der Weigerung dazu gezwungen werden? Gibt es wirklich keine anderen Möglichkeiten, einer Epidemie zu begegnen? Und was haben diese furchtbaren, gnadenlosen Politiker, Journalisten und Populärwissenschaftler, die aus einem armseligen Bodensatz hochgespült wurden und uns nun schon seit längerem peinigen, mit uns vor?

Selbst gutwillige, obrigkeitsgläubige Bürger merken inzwischen, dass vieles, was uns vorgesetzt wird, nicht stimmt, dass wir belogen und betrogen werden. Da werden unveräußerliche Grundrechte einfach ausgesetzt und Maßnahmen beschlossen, die viele Menschen ins Unglück stürzen. Eine Abwägung, ob diese einschneidenden Maßnahmen verhältnismäßig sind, findet aufgrund einer künstlich erzeugten Hysterie nicht statt. Es herrscht Panik, die blanke Angst, an einem offenbar aus dem Nichts (bzw. China) gekommenen Virus zu sterben.

Stündlich werden wir von allen Seiten mit Zahlen über Neuinfektionen überschüttet, obwohl es gar nicht um Erkrankte, sondern um positiv Getestete geht, von denen nur wenige auf überlastete Intensivstationen kommen. Die Frage, warum in letzter Zeit Krankenhäuser geschlossen wurden und etwa 6.000 Intensivbetten weniger zur Verfügung stehen, ist so tabu wie manches andere auch. Deswegen lässt sich auch nicht klären, warum Intensivstationen überlastet sind. Stattdessen wird der Fokus verschoben und mit unabsehbaren Folgen eine „Pandemie der Ungeimpften“ herbeigeredet.

Erfahren wir etwas über die Krise des Finanzsystems? Erfahren wir etwas über die Kriegsgefahr an den Grenzen Russlands und Chinas? Gibt es Kritik an der permanenten Hetze gegen andere Länder? Warum wird gegen Andersdenkende und Impfverweigerer zu Felde gezogen? Warum diese drastischen Maßnahmen? Warum wird nicht intensivst nach anderen als genbasierten Impfstoffen und nach Medikamenten zur Vorsorge und wirkungsvolleren Behandlung einer Covid-Infektion geforscht? Warum verteuern sich die Gaspreise, obwohl Russland beliebige Lieferungen zu den vereinbarten Bedingungen anbietet? Warum spitzt sich die weltpolitische Situation zu, obwohl die Regierungen von Russland und China seit Jahren partnerschaftliche Beziehungen anbieten?

Fragen über Fragen, viele, die uns existenziell betreffen, von den zuständigen Politikern aber nicht beantwortet werden. Warum nicht? Was geht da vor? Was wird uns vorenthalten? Immer mehr Menschen merken inzwischen, dass etwas in diesem Land, und nicht nur hier, faul ist. Zwar möchte immer noch die Mehrzahl der Schafe geprügelt werden oder die Augen vor den Tatsachen verschließen, aber die Unruhe nimmt zu. Man sollte denken, dass es die amtierenden Politiker und ihre Anhängerschaft warnen würde. Doch bisher ist davon noch nichts zu merken.

In schwerer Zeit wünschte der Dichter Heinrich Heine „den Dummen ein bisschen Verstand und den Verständigen ein bisschen Poesie“. Dem möchte ich mich anschließen und der Welt eine weniger grausame Zukunft wünschen. Ich weiß, das ist ein frommer Wunsch, aber es sieht zurzeit nicht danach aus, dass wir mehr tun können, als aufzuklären und für unsere Rechte einzustehen.


Die Gedankenfreiheit haben wir. Jetzt brauchen wir nur noch die Gedanken, die uns vereinen

Eine Gegenpolemik von Evelyn Hecht-Galinski

Puncto Politik und Russland gehe ich völlig konform mit Wolfgang Bittner, aber mit Corona ausdrücklich nicht! Diese Covid-Pandemie mit über 100.000 Toten mit der Grippeepidemie von 2017/18 zu vergleichen, ist schlichtweg falsch. Tatsache ist, dass wir überlastete ITS-Stationen haben, auf denen mehr als 70 Prozent ungeimpfte corona-kranke Personen liegen, die um ihr Leben kämpfen und von einem aufopferungsvollen Impfpersonal, z.T. noch von Ungeimpften beschimpft werden, die solange sie sich noch artikulieren können, weiter auf ihre Nichtimpfung bestehen. (siehe "Influenza: Grippewelle war tödlichste der vergangenen 30 Jahre" in "Deutsches Ärzteblatt", Ausgabe 41/2019 [https://www.aerzteblatt.de/archiv/inhalt?heftid=6310])

Auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen, sage ich nur: eine Impfung von mehr als 90 Prozent der Bevölkerung hilft uns, diese Pandemie zu überwinden. Natürlich ausgenommen von Personen, denen aus Krankheitsgründen eine Impfung nicht empfohlen wird.

Tatsächlich ist es extrem früh kalt geworden in Deutschland! Was heißt hier “unerprobte Impfung”? Diese Impfungen wurden Milliarden von Menschen weltweit erprobt und ohne Komplikationen gegeben. Die wenigen Komplikationen sind bezogen auf die Summe gering. Gegenfrage, was wäre wohl geschehen, wären die Impfgegner an der Macht? Wie viele Tote wären zu beklagen? Ist es nicht vielmehr zu beklagen, dass die Politik viel zu langsam und völlig unzureichend agiert hat? Warum wurde nicht auf die Mehrheit der Wissenschaftler gehört, die schon vor Monaten vor der jetzigen Situation warnten?

Ich sehe das größte Versagen in dem Schließen der Krankenhäuser und der Minimierung auf 6000 ITS-Betten. Aber dieses tödliche Versagen ändert nichts an der aktuellen Mangelsituation, die wir jetzt haben und vorrangig von der neuen Ampelkoalition in Angriff genommen werden sollte. Ja, wir brauchen ITS-Betten und angemessen bezahltes Pflegepersonal. Von Klatschen und Beifall kann man keine Familie, Wohnung und den Haushalt bezahlen.

Was wir brauchen, sind auch keine transatlantischen Trolle, Auslandseinsätze und bewaffnete Drohnen, Russland-, China- und Türkei-Hass, mit einer konfrontativen Politik gegen diese Länder, sondern eine unserer Lage angepasste und demokratische Politik des Ausgleichs.

Was wir brauchen, ist eine allgemeine Impfpflicht, vorrangig für Personal im Alten-Pflege, Krankenhaus, Sozial und Erziehungsbereich, mit dem schnellen Ziel für ALLE.

Tatsächlich ist keine Impfung für die Ewigkeit, sondern hat ein Verfallsdatum, wie Lebensmittel. Dieser Tatbestand wurde verkannt, und diese Erkenntnis muss schnellstens umgesetzt werden. Ich weiß, wovon ich spreche, bin geboostert und Grippe-geimpft und nehme jede plausible Impfung. Es gibt keinen objektiven Grund mehr, diese Impfung zu verweigern. Allerdings gibt es objektive Gründe, Impfverweigerer auszuschließen vom öffentlichen Leben, da sie die Gesundheit anderer bewusst gefährden.

Das hat nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern gehört zu einer Solidargemeinschaft, die ja auch die Behandlung der “Unbelehrbaren” bezahlt, die mit ihrem Verhalten Behandlungen schwerkranker Menschen verhindern, die inzwischen weder ein Bett noch eine dringend nötige Operation nicht mehr erhalten können, weil kein Platz da ist. Ja, die Urasache ist auch das Fehlverhalten der Politik, dass aber nicht das Fehlverhalten der Impfverweigerer und ihrer Protagonisten entschuldigt.

Nein, ich fühle mich weder als “obrigkeitshörig” und gutwillig, aber nach objektiven Abwägungen ist die Impfung als beste Lösung anzuerkennen, trotz aller Mängel und Kritik. Was also gibt es an “wirksameren” Lösungen? Momentan nichts ANDERES!

Die Gedankenfreiheit haben wir. Jetzt brauchen wir nur noch die Gedanken, die uns vereinen. Deshalb verwahre ich mich auch ausdrücklich dagegen, wenn sich Impfgegner und Verweigerer mit Verfolgten in der Nazizeit oder Juden vergleichen oder schlimmer noch den Holocaust als Beispiel nehmen. Da ist durch nichts zu rechtfertigen und wird weder den Verfolgten noch den Opfern von heutiger Gewalt gerecht!


Erstveröffentlichung am 27. November 2021 bei NachDenkSeiten bzw. am 28. November 2021 bei "Sicht vom Hochblauen"

Online-Flyer Nr. 782  vom 08.12.2021

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