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Aktueller Online-Flyer vom 04. April 2020  

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Aktuelles
Nachruf auf Horst Smok, einen unerschütterlichen Kämpfer für Gerechtigkeit
Die Ideen werden lange leben
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

87jährig verstarb der Kölner Freund, Genosse und Compañero Horst Smok völlig unerwartet nach kurzer und schwerer Krankheit. Wer sein Alter erfuhr, wollte es kaum glauben. Der Horst sollte schon 87 Jahre alt gewesen sein? Wo immer er auftrat, in Gesprächsrunden oder bei Aktionen, wirkte er drahtig, sportlich und in seiner Überzeugung unerschütterlich. In der Kuba-Solidaritätsarbeit war er ein treuer Kämpfer für die gerechte Sache der sozialistischen Insel der Revolutionäre Fidel und Che. 2014 verbuchten alle Kuba-FreundInnen die Freilassung der Cuban Five aus 16jähriger US-Gefangenschaft als großen Erfolg. Dazu hatte Horst Smok seinen Anteil beigesteuert. Fleißig und überall sammelte er Unterschriften auf einem an den damaligen US-Präsidenten Obama gerichteten Plakat – so auch 2014 vor dem US-Konsulat in Düsseldorf. Bei einer kleinen Performance trat er gemeinsam mit Heinz Hammer und Ingrid Hunold, der damaligen Vorsitzenden der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba/Regionalgruppe Köln, in Guantanamo-Sträflingskleidung auf. (siehe Filmclip) So schildert die Regionalgruppe Köln der Freundschaftsgesellschaft, welche große Freude die "Freilassung der Cuban Five, Gerardo, Ramon, Antonio, Fernando und Rene" bedeutete: "Eine große Freude war es für uns alle, aber für Horst ganz besonders." Wer "unermüdlich" kämpft, kann auch feiern. Regelmäßig war Horst Smok "an vorderster Front an Planung und Durchführung der Fiesta Moncada" beteiligt - am Kölner Rheinufer oder in der Aussenstelle der kubanischen Botschaft in Bonn.

    "Die Ideen, für die ich das ganze Leben gekämpft habe, können nicht sterben und werden lange leben. Menschen sterben. Die Ideen bleiben." Fidel Castro

Trauerredner und Kölner DKP-Genosse Klaus Stein schildert gemeinsame Einsätze bei Streikveranstaltungen, Plakatklebeaktionen und Diskussionen zur Erstellung von Flugblättern, Parteiarbeit. Zum Jahreswechsel 2008/2009 geht es wiederholt gegen die israelischen Angriffe auf den Gazastreifen, beginnend am 26. Dezember, dem Tag der unschuldigen Kinder. Anlass zum Protest gibt es immer wieder gegen militärische Einsätze (Stichwort Kolumbien) oder den drohenden Überwachungsstaat in Deutschland. Da sind die Ostermärsche ein willkommenes und wichtiges Frühlingsritual. Horst hat "ein aktives, erfülltes Leben gelebt. Aber er hat nicht nur sein eigenes Leben in die Hand genommen, ihm ging es auch darum, politisch Einfluss zu nehmen. Er hat gekämpft", so Klaus Stein,

Am 22. Oktober 1932 wird Horst Smok in Königsberg, dem heutigen Kaliningrad, in eine unruhige und gefährliche Zeit geboren. Mit zwölf Jahren erlebt der Heranwachsende alle Schrecken von Krieg und Flucht, die sein Leben lang prägenden Einfluss gehabt haben müssen. Nach Kriegsende sind er und seine Familie als Flüchtlinge auf der Suche nach einem Ort, wo sie gut bleiben können. Über Celle geht's nach Traben-Trarbach, wo Horst 1951 seine Tischlerlehre mit der Gesellenprüfung abschließt. Klaus Stein: "Offenbar ließ das Wirtschaftswunder noch auf sich warten. Der junge Mann findet einen Job im Hunsrück für drei Wochen, ist bis Ende Januar arbeitslos, kann danach drei Monate lang in Trier als Schreiner sein Geld verdienen. Schließlich geht er bis Ende 1953 nach Wanne-Eickel und Gelsenkirchen, wo er als Einschaler arbeitet. Aber dann büffelt Horst zwei Semester an der Abendschule, macht die Fachhochschulreife, so dass er ab Wintersemester 1954/55 in Koblenz Hochbau studieren und dieses Studium am 6. Februar 1957 mit der Note Gut abschließen kann. Seitdem arbeitet er bei wechselnden Architekten oder Behörden als Bauingenieur und Architekt. Zeichnet Entwürfe, sorgt für ihre Ausführung als Bauleiter. Er kommt herum. Anderthalb Jahre arbeitet er bei der Bauverwaltung in Westberlin in der Fasanenstraße. Die Familie erinnert sich daran, daß er ab Februar 1959 wieder in Köln beschäftigt ist, beim Architekten Horn." 1960 lernt er seine heutige Frau Uschi kennen. Sie gründen eine Familie, zwei Kinder werden geboren. Sechs Enkelkinder wachsen mit einem Großvater auf, der ihnen eine bessere Welt hinterlassen will.

Horst ist ein aufgeschlossener Streiter, zugänglich für Informationen und Argumente. Die zeitweilige Zerrissenheit unter linken Genossen und Friedensbewegten hat ihn beschäftigt, wenn darunter wichtige Vorhaben oder Debatten litten. Für Horst zählte das gemeinsam zu erreichende Ziel. Auf diesem Weg ging er ein Stück gemeinsam mit dem vorbildhaften DKP-Vorsitzenden und VVN-Gründungsmitglied Kurt Bachmann, der von einem Schusswaffenangriff auf das Parteibüro zu berichten wußte. Ja, es brauchte Mut, sich der fortgesetzten Kommunistenhatz der Adenauer-Zeit entgegenzustellen. Mut und Zuversicht, daran hat es Horst Smok nie gefehlt. Seiner Familie, seinen Kindern und Kindeskindern hat sein Lebenswerk gegolten. Seine Freunde und Weggefährtinnen – vor allem der Kuba-Solidarität – werden ihn in dankbarer Erinnerung vermissen.








Aktion mit Host Smok zum 16. Jahrestag der Inhaftierung der Cuban 5, Düsseldorf, 12.9.2014 (Fotos: arbeiterfotografie.com)


Filmclip "Free the Cuban Five" mit Horst Smok (NRhZ 477 vom 24.09.2014: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=20793, youtube: http://www.youtu.be/iR3Msb5z2aQ)


Siehe auch:

Fotogalerie
Aktion zum 16. Jahrestag der Inhaftierung der Cuban 5
Mit Cuba gegen das Imperium des Terrors
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann
NRhZ 476 vom 17.09.2014
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=20788

Online-Flyer Nr. 740  vom 18.03.2020

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