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Aktueller Online-Flyer vom 23. Oktober 2020  

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Globales
Candles4Assange-Mahnwache in Berlin am 11. Dezember 2019
Wenn Meinungs- und Pressefreiheit sterben, ist der Tod der Gesellschaft nicht mehr fern
Von Uli Gellermann und Ken Jebsen (Text), Ingrid Koschmieder (Fotos)

Uli Gellermann berichtet über die Candles4Assange-Mahnwache in Berlin am 11. Dezember 2019: "Beklommen und wütend rührten die Versammelten am Brandenburger Tor die Hände: Zum Applaus für den Inhaftierten und um Geld aus den Taschen zu holen: In kurzer Zeit kamen mehr als 2.000 Euro zur Unterstützung des Gefangenen zusammen. Das klingt nicht großartig. Und doch ist auch die Aktion am Brandenburger Tor ein Schritt zum großen Ziel: Free Assange! Free Julian! – Ausgehend von den Mahnwachen im Land hat der Kampf zur Solidarität mit Julian erst begonnen. Zwar heißt es im alten Lied 'Und sperrt man mich ein - In finstere Kerker' wissen wir doch, dass man die Gedanken nicht auf ewig einsperren kann. Die Gedanken der Freiheit auch jener, die von Pressefreiheit denken. Denn wenn die Pressefreiheit stirbt, wenn die Meinungsfreiheit stirbt, ist der Tod der Gesellschaft nicht mehr fern."



Candles4Assange-Mahnwache, Berlin, 11.12.2019 - "Die Freiheit von Assange ist meine Freiheit" (alle Fotos: Ingrid Koschmieder)


Candles4Assange-Mahnwache, Berlin, 11.12.2019 - Uli Gellermann


Candles4Assange-Mahnwache, Berlin, 11.12.2019 - "Julian Assange wird zu Tode gefoltert"


Candles4Assange-Mahnwache, Berlin, 11.12.2019 - Ken Jebsen


Candles4Assange-Mahnwache, Berlin, 11.12.2019 - "Befreit Assange! - Keine Auslieferung an die USA"


Candles4Assange-Mahnwache, Berlin, 11.12.2019 - Ken Jebsen


Candles4Assange-Mahnwache, Berlin, 11.12.2019 - Claudia Daseking und Jean-Theo Jost


Weiter Uli Gellermann: "Das Berliner Wetter war auf der Seite der Herrschenden: Schneidend kalt war es, als drei, vierhundert Menschen sich am Brandenburger Tor versammelten. 'Die Gedanken sind frei', so klang das alte Lied. Einen neuen Text zum immer gleichen Thema lieferten Ken Jebsen und Uli Gellermann. In in einer fulminanten Rede griff Ken Jebsen die Zunft der Rechtsanwälte an: Jene, die das Recht zum Broterwerb gemacht haben, aber bisher keinen juristischen Finger für das Opfer schwerer Menschenrechtsverletzungen rühren. Uli Gellermann attackierte die Journalisten: Jenen Mainstream in den Medien, die seit langem den tapferen Journalisten Assange buchstäblich zu Tode schweigt. Denn keiner weiß, wie lange der in einem englischen Militärgefängnis inhaftierte australische Journalist die Isolationshaft überleben wird."

Ken Jebsen sagte vor der US-amerikanischen Botschaft u.a. folgendes: "Ja, hier wird gefoltert, und das ist auch schon neurologisch festzustellen. An so einer Folter stirbt man am Ende. Dann stirbt man. Das heißt: Vor unseren Augen in London – nicht irgendwo im Nahen Osten – wird ein australischer Journalist zu Tode gefoltert. Wo sind unsere Regierungsvertreter, wo ist unser Auswärtiges Amt, wo ist Heiko Maas, der ja sonst überall antanzt für die Menschenrechte? Das beschämt mich zutiefst! [...] Was mich besonders bedrückt, was ich wirklich schlimm finde, ist diese Doppelzüngigkeit bei so genannter linker Presse! Ich erinnere mich an die taz, die ja mal 'links' war: Wenn ein Deniz Yücel, ein türkischer Journalist in der Türkei im Knast sitzt, dann machen die Autokorsos, bis der Mann frei kommt. Und es ist richtig, dass sie das machen! Kein Journalist sollte für das, was er tut, irgendwo im Knast sitzen. Absolut richtig! Aber, liebe taz: Wo ist denn eigentlich euer Autokorso für Julian Assange? Ich sehe da gar nichts, ich lese da gar nichts! Wo ist da die taz? Wo ist der fucking Autokorso? Ihr seid total angepasst! Ihr seid NATO-Presse! [...] Angenommen, es hätte WikiLeaks schon 1933 gegeben. Ich bin mir ganz sicher: Die Geschwister Scholl hätten dort veröffentlicht! Und Anne Frank, die hätte ihr Tagebuch auf WikiLeaks online gestellt – da bin ich ganz sicher! Und auch Daniel Ellsberg hätte auf WikiLeaks seine Bücher online gestellt, seine Pentagon Papers. [...] Wo sind eigentlich unsere Anwälte? Wo sind Eure Statements des Protestes, dass das, was in London passiert, echt nicht geht? [...] Julian Assange, der überführt (ausgeliefert) werden soll, dem man alles vorwirft, hatte nicht einmal Zeit, in seine Anklageschrift zu schauen. Ist das kein Grund für die Anwälte, in diesem Land Protest auszuüben? Stört Euch das nicht? Was vertretet Ihr überhaupt? Das Recht? [...] Wenn Julian Assange stirbt – und ich gehe davon aus – dann sind wir mitten drin: Im Orwell-Staat!"


Video der Rede von Ulrich Gellermann (KenFM):




Video der Rede von Ken Jebsen (RT Deutsch):




Candles4Assange-Mahnwache in Berlin:
Jeden Mittwoch, 19-21 Uhr, vor der US-Botschaft am Brandenburger Tor, Pariser Platz 1

Website der Mahnwachen für Julian Assange:
http://candles4assange.de

Online-Flyer Nr. 730  vom 18.12.2019

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