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Aktueller Online-Flyer vom 22. August 2019  

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Globales
Zur Diskussion gestellt (Teil II)
China–USA: Der bevorstehende Bankrott der USA: Geopolitische Folgen und Zeitrahmen
Von Frank Siol und Eva Maria Cardoso Maciel

Es dreht sich derzeit alles um den Kampf zwischen der herrschenden Macht USA, das heißt der von US-Präsident George H. W. Bush am 11. September 1990 proklamierten „Neuen Weltordnung“ der angloamerikanischen Finanzoligarchie auf der einen, und ihrem Haupthandelskonkurrenten, der aufsteigenden Macht China auf der anderen Seite. Die USA können mit China wirtschaftlich immer weniger konkurrieren. So wie England vor 1914 nicht mehr mit Deutschland wirtschaftlich konkurrieren konnte. Der Unterschied ist, dass England damals noch Gläubigerstaat war, und den I. Weltkrieg zwar plante, ihn aber nicht führen musste, um Großmacht zu bleiben. Während die heutigen USA in ihrem defizitären und deindustrialisierten Zustand bei Fortsetzung der aktuellen Trends schon in Kürze von China eingesackt werden. Die Pleite der USA rückt näher. Der unipolare historische Moment der USA, der mit dem Fall der Berliner Mauer 1989 und dann der Sowjetunion 1991 begann, geht gerade vor unser aller Augen zu Ende.

Konkret: Das westliche Finanzsystem mit Zentrum USA zerbricht mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits im Jahre 2020. Die USA werden ihren lang erwarteten Bankrott nun erklären müssen. Die US-Bevölkerung wird sich auf einen Schlag ihrer Ersparnisse beraubt sehen und völlig verarmt dastehen. Die US-Oligarchie, die die USA in dieses Desaster geführt hat, sieht sich in Kürze einem Aufstand gegenüber. Und, wie gesagt, die USA werden in Kürze von China eingesackt – sowie der Dollar von Yuan abgelöst wird. All dem wollen sich die USA durch einen Angriff auf China entziehen.

Historischer Rückblick China

1949 hat China seine Souveränität zurückerlangt. Davor musste es über 100 Jahre Krieg und Demütigung durchleiden: Gleich zweimal, 1839-42 und 1856-60, wurde China von England heimgesucht, das die Einfuhr seines Opiums, welches es in seiner Kolonie Britisch-Indien anbaute, nach China erzwingen und China dafür sein Silber abnehmen wollte: viele Chinesen wurden opiumabhängig, China verarmte und die Gesellschaft zerfiel. Dann kamen die Ungleichen Verträge von 1898, als China seine Häfen an europäische Mächte verpachten musste und in Einflusszonen aufgeteilt wurde. China verlor damals faktisch die Kontrolle über Tibet, die Mandschurei und die äußere Mongolei. Die Ungleichen Verträge von 1898 waren für China ähnlich verheerend wie der Ungleiche Vertrag von Versailles 1919 für Deutschland, eine chinesisch-deutsche Parallele. Diese Knebelung Chinas brachte bald darauf, 1911, die Tsching-Dynastie zu Fall, und regionale Warlords an die Macht. Dann erfolgte 1931 die japanische Invasion und Besatzung, die bis 1945 andauerte, bis zum Sieg der USA über Japan. Aber China wird 1945 unter der Regierung Tschiang Kai Scheck (Kuomintang-Partei) zunächst lediglich ein Vasall der USA. Erst 1949 mit dem Sieg Mao Tse Tungs über die Kuomintang-Regierung erlangt China nach über 100 Jahren seine Stabilität und Souveränität wieder zurück.

Ab 1972, beginnend mit der Reise von US-Präsident Nixon nach Peking, gab es dann ein Zusammengehen Chinas mit den USA gegen die Sowjetunion, was den USA ermöglichte, den Kalten Krieg für sich zu entscheiden. Als 1989 die Berliner Mauer und 1991 die Sowjetunion fielen, hielten die USA das „Ende der Geschichte“ (nach dem US-Ideologen Francis Fukuyama) und ihre dauerhafte Herrschaft als „einzige Weltmacht“ (gemäß dem US-Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski) für gekommen. Als letzter großer von den USA unabhängiger Staat war ab 1991 nur noch China übrig geblieben, welches bereits mehr und mehr in Richtung Kapitalismus umsteuerte. Und welches man, so meinte man in den USA, früher oder später durch eine Farbrevolution „demokratisieren“ und wieder zum US-Vasallen machen würde.

Doch es kam anders. Es gelangt den USA nicht, China und seine Führung zu brechen. Der Westen ließ in China billig produzieren, und insbesondere die USA und England deindustrialisierten sich - und sie versinken dabei immer tiefer in Handelsdefiziten und Schulden. China baute währenddessen eine moderne Industrie und Infrastruktur auf, hat die USA inzwischen in der Wirtschaftsleistung, gemessen an der Kaufkraftparität (Purchasing Power Parity PPP) abgehängt, und es ist zum größten Gläubiger der USA geworden. Wodurch absehbar ist, dass nicht etwa China zum Vasallen der USA wird, sondern wenn dann umgekehrt, nämlich dass die USA zum Vasallen Chinas werden - wenn alles so weiterläuft. Die auf Dauer angestrebte US-Weltherrschaft entpuppt sich als ein kurzer unipolarer Moment, der nun zu Ende geht.

Historischer Rückblick USA

1913 erfolgt die Gründung der US-amerikanischen privaten Zentralbank Fed (Federal Reserve System), deren Besitzer, sehr reiche Bankiers aus USA und u.a. England, damit die staatliche Lizenz zum Gelddrucken erhalten.

1914 beginnt der I. Weltkrieg. England, das den Haupthandelskonkurrenten Deutschland vernichten wollte, plante diesen Krieg seit vielen Jahren. Frankreich wollte Revanche für die Niederlage von 1871. Russland wiederum war seit 1894 mit Frankreich verbündet, und England war auf Russland als Kanonenfutter gegen Deutschland angewiesen. Die schwere russische Niederlage gegen Japan 1905, die eine Revolution in Russland zur Folge hatte, ließ Deutschland ungenutzt, um sich aus der Einkreisung zu befreien. 1905 bot Kaiser Wilhelm II Russland zwar ein Bündnis an, was Russland aber ablehnte; und dann wollte der deutsche Generalstabschef von Schlieffen einen Präventivschlag gegen Frankreich führen, was jedoch wiederum der Kaiser ablehnte. Deutschland ergriff das ihm unverhofft zugefallene Glück nicht, 1907 einigten sich dann England und Russland, dieses trat dem englisch-französischen Bündnis bei, aus der Entente wird die Triple-Entente, und 1914 waren alle drei bereit zum erwarteten Überfall auf Deutschland.

Stehen der I. Weltkrieg und die Gründung der US-Privatzentralbank (Fed) im Jahr zuvor in einem Zusammenhang?

“In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, dann kann man sicher sein, dass es auf diese Weise geplant war”, wissen wir von US-Präsident Franklin Delano Roosevelt. Fest steht jedenfalls, ohne US-amerikanisches Geld und ohne die Fed mit ihrem Zugriff auf die unermesslichen Ressourcen der USA hätte England den Krieg nicht bezahlen können. Von Beginn an finanzierten die USA diesen Krieg zugunsten Englands mit umfangreichen Rüstungslieferungen auf Kredit. Das heißt die USA wollten diesen Krieg der europäischen Mächte gegeneinander. Ende 1916 war England pleite und überlegte, das deutsche Friedensangebot anzunehmen.

Die US-Hochfinanz bot England daraufhin an, den Krieg gegen Deutschland weiter zu finanzieren, und als die USA sahen, dass sie nachhelfen mussten, traten sie 1917 selbst in den Krieg gegen Deutschland ein, das um sein Überleben kämpfte und dem es bis dahin gelungen war, die Angreifer abzuwehren.

Der Gewinner des I. Weltkriegs waren die USA, die nach dem Krieg zum Gläubiger aller anderen kriegführenden Staaten aufstiegen. Die Basis für die Weltmacht USA war gelegt.

1939 begann der II. Weltkrieg. England und Frankreich erklärten Deutschland den Krieg, woran sie selbst objektiv allerdings gar kein Interesse hatten. Der Grund, warum sie ihn trotzdem begannen ist einfach: England wurde vom Gläubiger USA angetrieben, wenn nicht sogar dazu erpresst. Ziel der USA unter dem besagten Präsidenten Roosevelt war es, einen weiteren Krieg in Europa auszulösen, und Deutschland und Russland aufeinander zu hetzen, um dort alles wie in einer riesigen Stichflamme verglühen zu lassen. Und um dann selbst über Europa zu herrschen. Das Ergebnis des II. Weltkriegs lässt dies plausibel erscheinen, bzw. es bestätigt, wenn wir dem Rooseveltschen Ausspruch folgen mögen, dass dies auch auf diese Weise geplant war.

Der weitere Verlauf ist bekannt. Die USA rangen dann im Kalten Krieg die Sowjetunion nieder, ab 1972 mit Hilfe Chinas. Nach 1989 hatten die USA ihren unipolaren Moment, der nun aber zu Ende geht. Es ist ihnen definitiv nicht gelungen, die letzte übrig gebliebene unabhängige Macht, China, auch noch zu unterwerfen. Ohne dessen Unterwerfung jedoch bricht das auf Beherrschung der ganzen Welt ausgerichtete US-Kartenhaus unvermeidlich zusammen. Und es ist den USA nicht mehr möglich, dieses Ziel mit wirtschaftlichem Mitteln zu erreichen. Denn China hat die USA wie gesagt längst abgehängt. Die USA versinken in Defiziten und Schulden, und ihre Infrastruktur verfällt.

China hat die USA abgehängt: Wie ist es nun aber dahin gekommen?

Die USA haben ihre Produktion nach China ausgelagert, lassen dort fertigen und importieren von dort, mit großen Handelsdefiziten jedes Jahr. 2018 erreichte das US-Defizit im Handel allein mit China die Rekordhöhe von sage und schreibe 419 Milliarden US-Dollar (laut Forbes). Gleichzeitig haben die USA ihr eigenes Land verfallen lassen. Während sie sich der eitlen Hoffnung hingaben, China eines Tages per Farbrevolution zu unterwerfen. Aber welche Kräfte in den USA haben diesen „Weg der USA ins totalitäre Desaster“, wie es der deutsche Kulturhistoriker Hans-Dietrich Sander bereits 2007 nannte, bestimmt?

Parallel-Universen USA - Rom: Schulden werden nicht erlassen

Die USA sind inzwischen eine Oligarchie geworden, sagt uns Ex-US-Präsident Jimmy Carter. Ein Meilenstein auf diesem Weg war ohne Zweifel die Gründung der Privatzentralbank Fed, ein Staatsstreich, der kurz vor Weihnachten 1913 erfolgte, als die meisten Abgeordneten schon in den Ferien waren, bei Nacht und Nebel durchgezogen. Und in einer Oligarchie sind die Partikularinteressen der Oligarchen entscheidend, nicht die des ganzen Landes.

Ein besonderes Charakteristikum der USA ist es, dass sie ein Imperium sind, in dem Schulden nicht erlassen werden, wie wir vom US-Wirtschaftswissenschaftler Michael Hudson lernen dürfen. Schulden steigen per Zins und Zinseszins exponentiell an, sie steigen mit der Zeit immer schneller, so dass die Kurve schließlich fast senkrecht nach oben geht. Mit der Folge, dass sich der Besitz zum Schluss in ganz wenigen Händen konzentriert. In antiken Reichen der Bronzezeit, in Babylonien unter Hammurabi und anderen Herrschern seiner Dynastie, im Reich der Sumerer und in Ägypten, verkündeten die Herrscher daher von Zeit zu Zeit, sehr oft bei ihrem Amtsantritt, einen Schuldenerlass für alle. Wodurch die Entstehung einer Oligarchie und ein Auseinanderfallen der Gesellschaft verhindert wurde. Denn es ist klar, dass jemand, der sein eigenes Stück Land besitzt, seine soziale Rolle viel besser spielen und seinen Beitrag zur Landesverteidigung viel besser leisten kann, als jemand, der nichts hat oder gar in die Sklaverei abgesunken ist, weil er seine Schulden nicht mehr zahlen konnte. Auch der berühmte dreisprachige Rosetta-Stein hat zum Thema den Schuldenerlass. Hatte sich eine Oligarchie allerdings bereits etabliert, erforderte es einen starken Herrscher, eine starke Zentralmacht, um einen Erlass von Schulden gegen diese Oligarchie durchzusetzen.

Ein späteres Imperium, in dem keine Schulden erlassen wurden, war das Römische Reich. Das antike Griechenland und Rom waren die ersten Länder, die keine Schulden mehr erließen: Die Oligarchie hatte das Ruder übernommen. In Rom hatten die Oligarchen den König vertrieben, und jeder, der von da an den Vorschlag eines allgemeinen Schuldenerlasses machte, wurde angeklagt, sich zum König aufschwingen zu wollen. In Griechenland beschuldigte man Leute, die einen Schuldenerlass anstrebten, eine Tyrannei errichten zu wollen. Orwell-Sprech also schon in der Antike.

Im alten Griechenland besagte eine Strategie: Wenn du eine Stadt erobern willst, versprich, die Schulden zu erlassen. Dasselbe mache bei der Verteidigung: Wenn du eine Stadt verteidigen willst, versprich ebenfalls, die Schulden zu erlassen. Denn ein Zinsknecht hat kein Interesse daran, die Herrschaft seiner Gläubiger aufrechtzuerhalten. Eine Gesellschaft bestehend aus wenigen Oligarchen und vielen Schuldnern und Sklaven ist ein leichteres Ziel für Eroberer als eine mehr ausgeglichene Gesellschaft. Ein Schuldenerlass dient also der Aufrechterhaltung der Stabilität und der Verteidigungsfähigkeit einer Gesellschaft.

In Rom war die Besitzkonzentration in wenigen Händen am Schluss so extrem, dass die Gesellschaft auseinanderfiel, die Wirtschaft sich im Niedergang befand, der Handel zum Erliegen kam, und das große Römische Reich nicht einmal mehr in der Lage war, sich gegen Einfälle fremder Stämme zu schützen. Jeder der konnte, flüchtete sich unter den Schutz der Kirche oder eines Patrons, die ihn vor den Nachstellungen der Oligarchen und vor der Sklaverei bewahrten. Das war dann der Beginn des Feudalismus und des dunklen Mittelalters.

USA: Rom mit Raketen

Das US-Imperium versteht beim Thema Schuldenerlass ebenfalls keinen Spaß. Das musste auch der Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen erfahren, der den Entwicklungsländern die Schulden streichen wollte. Man ließ ihn im November 1989 beseitigen, nach dem Fall der Mauer. Zu Beginn der Bankenkrise 2008 wurde sogar der gegenteilige Weg beschritten: Anstatt den Schuldnern die Schulden zu erlassen und so für einen Ausgleich zu sorgen, mussten die Bürger, was in den USA mit Schuldnern so ziemlich deckungsgleich ist, die Gläubiger retten. Womit die Besitzkonzentration und die Ungleichheit auf eine bisherige Spitze getrieben wurden.

Es waren diese oligarchischen Machtstrukturen, welche einerseits in den USA den Prozess der industriellen Entkernung förderten, und andererseits die USA in ein Imperium verwandelten, welches die ganze Erde zu beherrschen will, und strukturell nun sogar dazu gezwungen ist. Diese Strategie kann freilich nur dann aufgehen, wenn es neben den USA keine andere Macht mehr gibt. Die wirtschaftlichen Mittel der USA reichen im Jahre 2019 allerdings nicht mehr aus, um dieses Ziel noch zu erreichen. Ans Aufgeben denkt die US-Oligarchie aber deswegen keineswegs. Die Oligarchie hat noch einen letzten Trumpf, und den auch nur noch eine ganz kurze Zeit. Diesen letzten Trumpf will sie nun ausspielen.

Das zu erwartende Szenario im historischen Vergleich

Das was die USA jetzt gegen China (und damit gegen Chinas Verbündeten Russland) vorhaben, ist ungefähr so, als ob das bankrotte Rom Ende des 4. Jahrhunderts kurz vor seinem Untergang unter letzter Aufbietung aller schwindenden Kräfte noch versucht hätte, Persien und Germanien zu unterwerfen, um sich dann mit dieser Beute zu sanieren und so den Bestand des Imperiums einstweilen zu sichern. Natürlich war Rom dazu nicht mehr in der Lage. Das was die USA von Rom in diesem Zusammenhang unterscheidet, sind ihre Massenvernichtungswaffen. Mit diesen können die USA immer noch vernichten, erobern können sie nicht mehr. Die USA wirken nicht mehr konstruktiv, sondern nur noch destruktiv.

Der Wirtschafts-Autor Ernst Wolff in „Der Petrodollar“

Am 8. März 2019: „Trotz dieser Kriege [gegen Irak, Libyen] hat sich die Situation für den Petrodollar inzwischen weiter verschlechtert. Und das in der Hauptsache durch die Aktivitäten dreier Länder, die mit militärischen Mitteln nicht so einfach zu unterjochen sind wie der Irak und Libyen: nämlich Iran, Russland und China. Vor allem China spielt dabei eine wichtige Rolle: Das Land ist mittlerweile die größte Handelsnation der Erde, und seine Währung, der Yuan, gewinnt zusehends an Bedeutung. Nach langem Zögern hat China inzwischen seine Zurückhaltung gegenüber dem Petrodollar abgelegt und nach diversen Handelsverträgen mit Partnern wie Russland und Iran im März 2018 sogar offiziell einen eigenen Terminhandel mit Rohöl in Yuan begonnen. Außerdem hat China in den vergangenen Jahren sehr große Goldvorräte angelegt, mit denen es die eigene Währung möglicherweise hinterlegen könnte.

Noch ist es nicht soweit, denn noch ist China selbst vom US-Dollar abhängig, weil es große Mengen an US-Staatsanleihen hält. Aber es ist bereits abzusehen, dass die Zeit des Petrodollars abläuft. Das bedeutet für die gesamt Welt allerdings eine große Gefahr: Sieht man nämlich in die Geschichte zurück, so hat bis heute kein Land freiwillig auf seine Macht und seinen Einfluss verzichtet. Genau das dürfte der Grund sein, warum die USA derzeit aufrüsten wie lange nicht, warum sie immer mehr Militärs in die Regierung berufen, und warum sie vor allem im südchinesischen Meer immer wieder zündeln und provozieren.“

Das ist absolut korrekt. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob bzw. inwieweit China überhaupt noch vom US-Dollar abhängig ist. Oder ob es sich nicht vielmehr so verhält, dass China im Grunde schon jetzt frei entscheiden kann, in welcher Höhe es Verluste aus dem Verkauf von Dollarbeständen hinzunehmen bereit ist. Die Flucht aus dem Dollar ist nur eine Frage der Zeit. Mit der Folge, dass der Dollar entwertet wird und das US-Finanzsystem zusammenbricht. Und dass der Dollar vom Yuan abgelöst wird. Voraussichtlich schon sehr bald nach 2020, eventuell sogar schon ab Ende 2020.

Steve Bannon sagt, welchen Ausweg die USA geplant haben: „Kinetic Warfare“

Trumps ehemaliger Chefstratege im Weißen Haus sagt es unmissverständlich in seiner Rede „Bannon Hammers China“ vor hochrangigen Vertretern der japanischen Politik am 9. März 2019 in Hokkaido, Japan, und auch bei anderen Gelegenheiten. Steve Bannon betreibt Kriegs- und Gräuelpropaganda gegen China, exakt nach demselben Muster, das die USA vor und während des I. und des II. Weltkriegs gegen Deutschland angewendet haben. Im Stile von „Haltet den Dieb“ beschuldigt er China, dass es die Nationen zerstören wolle, und sogar die Ordnung des Westfälischen Friedens.

Der Westfälische Frieden war ein auf Ausgleich bedachter Friedensvertrag. Dass es England und die USA selbst waren, welche durch den von ihnen geplanten und verursachten I. Weltkrieg, durch den Deutschland von ihnen aufgezwungenen Ungleichen Vertrag von Versailles, sowie durch den vor allem von den USA gewollten und ausgelösten II. Weltkrieg die auf Ausgleich ausgerichtete alte europäische Friedensordnung zerstört haben, interessiert Bannon nicht sonderlich. Und dass es die USA selbst sind, die nun anstreben, die Nationen durch gesteuerte Migrationsströme zu destabilisieren, blendet er mal eben aus.

Bannon spricht offen von der großen Linie der US-Politik seit über 100 Jahren, seit dem englischen Geostrategen Halford Mackinder und seiner Herzland-Theorie von 1904: Bei Mackinder geht es darum, die Beherrschung der Weltinsel Eurasien durch eine einzige (nicht-angelsächsische) Macht zu verhindern. Denn wer die Weltinsel, das Herzland, beherrsche, würde nach Mackinder die Welt beherrschen. Gleichzeitig geht es England und heute den USA allerdings auch darum, selbst die Beherrschung der Randstaaten der Weltinsel (des „rimland“), d.h. Osteuropas, des Nahen Ostens, Südasiens und Ostasiens anzustreben.

Bannon spricht von China als „einem totalitären merkantilistischen System“, davon dass sich China seit 20 bis 25 Jahren in einem Wirtschafts- und Informationskrieg gegen die USA befände. Bannon sagt weiterhin, China wisse, dass der Westen zumindest eines könne, nämlich kämpfen, und dass China daher eines wohlweislich vermeiden wolle: die „kinetische Kriegführung“ gegen die USA - „kinetic warfare“ oder „kinetic military action“ ist ein Euphemismus für echten, militärischen Krieg.

Was will uns der Autor damit sagen? Dass China auf dem Gebiet des echten Krieges sich wenig Chancen ausrechnet, die USA schlagen zu können? Dass also im Umkehrschluss hier, im echten Krieg, die Chancen der USA am größten sind?

Steve Bannon sagt uns jedenfalls klar und deutlich, was für die USA ein Kriegsgrund war, und nach seinen Worten immer noch ist: „Die zentrale nationale US-Sicherheitsstrategie seit dem I. Weltkrieg ist sehr einfach: Wir werden es niemals erlauben, dass eine Macht diese eurasische Landmasse beherrscht. Niemals.“ Ökonomisch, politisch und diplomatisch sind die USA allerdings nicht mehr in der Lage dazu, das zu verhindern.

Bannon entblödet sich nicht, ein solches Bestreben nach Herrschaft über Eurasien Deutschland für die Zeit vor und während des II. Weltkriegs zu unterstellen. Dass es nicht Deutschland war, sondern dass es die USA und England waren und sind, die seit 120 Jahren die Herrschaft über die Erde anstreben, das müsste Bannon eigentlich wissen.

Er freut sich über die erfolgten Regimewechsel in USA, Brasilien und Italien, über die Achse Trump-Bolsonaro-Salvini. Bannon versucht auf seinen Reisen, auch Japan und Indien in die Anti-China-Front einzubinden, m.a.W. er hat die Idee, dass diese Länder den USA als Kanonenfutter im bevorstehenden Krieg gegen China zur Verfügung stehen.

Als Chefstratege wurde Steve Bannon zwar von Trump entlassen, er hat jedoch immer noch großen Einfluss und es werden ihm immer noch gute Kontakte ins Weiße Haus nachgesagt.

Neu aufgelegt: Das US-„Komitee zur gegenwärtigen Gefahr: China“

Ein weiterer Warnhinweis auf das was bevorsteht, ist die im März dieses Jahres (2019) in den USA erfolgte Neugründung des „Committee on the Present Danger: China“. Dieses Komitee wurde in den 1950er Jahren schon einmal ins Leben gerufen, während der McCarthy-Ära, Ziel war es damals, die USA zum Kampf gegen den Kommunismus, speziell die Sowjetunion zu mobilisieren. Nun wurde es neu aufgelegt, allerdings diesmal mit dem alleinigen Fokus auf China. Woche für Woche reden dort einflussreiche Personen aus US-Politik, Militär, Religion und anderen Bereichen, wie z.B. der ehemalige Sprecher des US-Repräsentantenhauses Newt Gingrich, der besagte Steve Bannon und unzählige weitere. Die Reden sind im Ton und Inhalt dieselben wie die vor dem I. und vor dem II. Weltkrieg gegen Deutschland, es handelt sich um Kriegspropaganda, mit dem Ziel, die USA auf einen Krieg gegen den Haupthandelskonkurrenten einzuschwören, der diesmal China heißt.

Angloamerikanische Finanzoligarchie will als Ausweg den Großen Krieg

Wie gesagt, der unipolare historische Moment der USA ist gerade dabei zu Ende zu gehen. Selbst wenn die USA den point of no return jetzt noch nicht ganz erreicht haben sollten, so doch sehr bald. Was die angloamerikanische Finanzoligarchie allerdings nicht akzeptieren will. Sie plant daher, wie an den hier genannten Indizien ziemlich klar zu erkennen ist, als Ausweg den Großen Krieg gegen ihren Haupthandelskonkurrenten China (und sekundär gegen Russland), denn nur wenn sie die ganze Welt beherrscht, kann sie ihren US-Dollar weiterhin der Welt aufzwingen, d.h. nur dann kann sie mit ihrer Falschmünzerei, wie der bekannte Ex-Präsidentschaftskandidat und Senator Ron Paul es nennt, durchkommen.

Was die USA von China verlangen, ist Chinas Unterwerfung unter den Dollar und die Wallstreet, d.h. nichts weniger als die Auslieferung des chinesischen Kapitals und der Unternehmen, der chinesischen Volkswirtschaft und Arbeitskraft an die angloamerikanische Finanzoligarchie. Dann und nur dann, unter dieser Bedingung, würden die USA auf den Krieg gegen China verzichten. Was wiederum für China selbstverständlich inakzeptabel ist. Denn dafür hat China 1949 seine Unabhängigkeit nicht zurückerkämpft, nur um sie nun wieder an die USA abzutreten. Eine Unterwerfung unter die USA kommt für China nicht in Frage.

Exakt dafür, um diesen Krieg zu führen, wurde Donald Trump eingesetzt: Hillary Clinton würde zwar dasselbe tun, oder es versuchen, aber sie wäre nicht in der Lage, so wie Trump den Amerikanern „glaubhaft“ eine Scheinopposition gegen das Establishment vorzuspielen und sie auf diese Weise lange genug hinzuhalten. Die US-Oligarchie hat es bisher allerdings noch nicht geschafft, diesen Großen Krieg loszutreten und der Welt einen glaubwürdig erscheinenden Vorwand zu präsentieren, und ohne den geht es nicht. Die US-Oligarchie gerät nun langsam unter Zeitdruck.

USA – Iran – China


Als bisher letzten Schachzug planen die USA seit Ende April 2019 die ausnahmslose und verschärfte Durchsetzung der Iran-Sanktionen und Strafen gegen jeden, der noch mit Iran Handel treibt. Ein Hauptabnehmer des iranischen Öls ist zufällig China, und China hat bereits angekündigt, sich nicht an diese Iran-Sanktionen zu halten. Und nicht nur das:

„Der Iran verstärkt die militärische Zusammenarbeit mit China. Besonderes Hauptaugenmerk wollen Teheran und Peking auf die Kooperation der Seestreitkräfte legen. Aus Anlass eines Besuchs in Peking erklärte der Kommandeur der iranischen Seestreitkräfte, Konteradmiral Hossein Khansadi, jetzt, „andere Länder“ sollten aus der Region im nördlichen Indischen Ozean verdrängt werden, während „regionale Mächte das Sicherheitsvakuum füllen“ sollen. … Die chinesische Seite sieht die Entwicklung der Kooperation als positiv an. Der chinesische Verteidigungsminister Wei Fenghe sagte, Peking sei bereit, die strategische Zusammenarbeit mit Teheran auszubauen.“ (Zuerst.de, 26. April 2019, „Teheran und China verstärken militärische Zusammenarbeit”)

Die USA wollen also ihre Strafen auch gegen chinesische Firmen verhängen, auf dieselbe Art wie sie mit Unternehmen aus US-Vasallenstaaten wie z.B. aus Frankreich und Deutschland umspringen, nämlich rein willkürlich. Hier hört der Spaß auf für China, das eben kein US-Vasall ist und auch keiner werden will, sondern das eine unabhängige Macht bleiben will. Die USA wissen das. Wir müssen vermuten, dass sie auch über diese Schiene ihren Kriegsgrund gegen China zu schaffen versuchen.

Kann man den Zeitraum eingrenzen?
Zustand des westlichen Bankensystems

Worum geht es wie gesagt im Kern? Um den Bankrott des westlichen Bankensystems. Welches den Westen beherrscht. Um den bevorstehenden Bankrott der USA selbst. Der Bankenspezialist Dr. Markus Krall am 3. März 2019, in seinem Vortrag „Es ist eine verdammte Lüge“, Zusammenfassung:

Die Erosion der Bankenerträge ist der Zünder der Bombe. Durch die Nullzinspolitik erodiert die Spar- und Kreditmarge, der Zinsüberschuss der Banken sinkt seit 2015 um circa 10 % pro Jahr. Die cost-income-ratio (Verhältnis der Kosten zu den Erträgen) von immer mehr Banken nähert sich den 100 %. Das heißt, die Erträge decken kaum noch die Kosten. Die Erosion der Erträge bringt immer mehr Banken in die Verlustzone. Die Kreditwirtschaft befindet sich auf dem Weg in die roten Zahlen.

Markus Krall: „Und dann erkennen Sie, dass ungefähr 2020 der Zeitpunkt kommt, wo die Mehrheit der Banken rote Zahlen schreibt. Und wenn die Mehrheit der Banken rote Zahlen schreibt, dann ist das der zweite Zünder neben einer möglichen Zinserhöhung - die deswegen nie kommt. … Der zweite Zünder an der Bombe mit den Zombiekrediten. Und zwar deswegen, weil das Eigenkapital der Banken schrumpfen wird, wenn die Mehrheit der Banken rote Zahlen schreibt. Und wenn das Eigenkapital der Banken schrumpft, dann bedeutet das, dass die Kreditmenge, die die Banken vergeben können, auch schrumpft. Dann können Sie auch mit Krediten der Zentralbank nicht aushelfen. Denn es ist kein Fremdkapitalproblem, es ist ein Eigenkapital-Problem. Und die Zentralbank, wenn sie die Liquiditätsversorgung der Banken betreibt, kann immer nur Fremdkapital zur Verfügung stellen.”

Anmerkung: Selbst für den denkbaren Fall, dass die Zentralbank, die Europäische Zentralbank EZB, illegalerweise und entgegen ihren Regeln den betreffenden Banken doch Eigenkapital gibt, sich also mit Eigenkapital an den Banken beteiligt, würde das bedeuten, dass die EZB dann zur Eigentümerin der Banken wird. Was das ganze System ad absurdum führen würde.

„Also wird das bedeuten, dass wir ab 2020 eine Schrumpfung der Kreditbasis haben, und dann passieren zwei Dinge: Erstens stockt die Kreditversorgung der Wirtschaft. … Zweitens führt eine Schrumpfung der Kreditmenge zu einer Schrumpfung der Geldmenge. Weil 80 bis 90 Prozent unserer Geldmenge Kredite sind, und nicht Zentralbankgeld. Das berühmte Giralgeld, das Banken im Wege der Kreditvergabe schöpfen. Jeder Kredit erhöht die Geldmenge. Das ist das Prinzip, nach dem unser Geldsystem funktioniert - 80 bis 90 Prozent des Geldes wird nicht von der Zentralbank gemacht, sondern von den Banken im Wege der Kreditvergabe. …

Wenn also die Geldmenge schrumpft, dann setzt ein Deflationsdruck ein. Das heißt, [die Nullzinspolitik], die die EZB seit Jahren betreibt, unter der Maßgabe, wir wollen Deflation verhindern, schafft überhaupt erst die Deflation. Und zwar die Art von Deflation, die Sie nicht haben wollen. In dem Moment, in dem dieses System an seinen Zerreißpunkt kommt, also ungefähr 2020, [das heißt, wenn die cost-income-ratio der Banken im Schnitt 100 % erreicht oder übersteigt], dann bedeutet das, dass die ersten Zombie-Banken kippen. Und wenn die Zombies kippen, dann hat das Folgen für die Bankbilanzen, denn das führt zu Verlusten. Also: Diese umfallenden Kredite werden dann als Verluste zu buchen sein, was natürlich die Erosion des Eigenkapitals der Banken beschleunigt. Und damit schrumpft die Kreditmenge noch mehr, und damit gehen noch mehr Zombie-Banken unter. Das heißt, es wird einen sich selbst beschleunigenden Prozess geben, von schrumpfender Kreditsumme, von steigenden Pleitenzahlen, und von schrumpfender Geldmenge.“

Markus Krall weiter: „[Der Ökonom] Roland Baader prognostizierte, dass diese Krise mit dem Drucken gewaltiger Mengen Geld eingedämmt werden würde. Das passierte [seit 2008]. Er sah voraus, dass diese Geldschwemme in einem wie von Mises [Ludwig von Mises, Klassiker des Neoliberalismus, „Österreichische Schule“] vorausgesehenen Kollaps unseres Geldsystems münden werde. Das wird passieren.“ „Nur, dass der Schaden diesmal sehr viel größer ist als 2007.“ Dr. Krall schätzt, dass das monetäre System „in circa 18 Monaten“ gerechnet ab März 2019, also bis Herbst 2020, darauf zuläuft, und da dann nicht mehr herauskommt.

Dr. Krall sagt zum Drucken gewaltiger Mengen Geldes durch die westlichen Zentralbanken: „Das passierte.“ Er benutzt dabei die Vergangenheitsform. Dazu ist anzumerken: das passierte nicht nur 2008, sozusagen einmalig. Sondern es passiert immer noch, laufend, während des ganzen Zeitraumes seit 2008. Es hat sich also bereits jetzt ein großes Inflationspotential angestaut. Wie bei einem Stausee, dessen Damm zu brechen droht, und bei dem man die Dämme laufend verstärkt und erhöht, wodurch sich dann immer mehr Wasser (bzw. hier Geldmenge) anstaut, was Inflation nach sich zieht.

Inflation bedeutet Entwertung des Geldes und der Ersparnisse. Wobei es hier nur um einen kurzen Zeitgewinn geht, denn man weiß, dass der Damm eines Tages sowieso unvermeidlich brechen wird. Und je länger man das Wasser aufstaut und den Dammbruch hinausschiebt, desto mehr Land wird dann überschwemmt, desto größer wird das Desaster hinterher. Aber das nimmt man in Kauf, und nur, um einen kurzen Aufschub zu gewinnen. Und was passiert danach? Danach wird die von Dr. Krall beschriebene zu erwartende Schrumpfung des Giralgeldes so umfangreich sein, dass sie trotzdem in ihrer Wirkung dieses Inflationspotential konterkariert und übersteigt, und zunächst einen Deflationsschock auslöst. Deflation heißt, die Preise fallen, es kommt zur Wirtschaftskrise, und insbesondere Schuldner kommen in Bedrängnis.

Resümee zum Zustand des Bankensystems

Es kommt also zuerst zu einem Deflationsschock durch das Schrumpfen des Giralgeldes, worauf die Zentralbanken dann mit dem Drucken großer Mengen neuen Geldes reagieren werden. Sie werden also die Geldmenge nochmals massiv ausweiten, was dann Inflation bewirkt.

Der neoliberale Weg des Westens in den Feudalismus

Krall schlägt als Ausweg eine erneute Bankenrettung vor, für welche die deutsche Bundesregierung 3.000 Milliarden Euro auf den Tisch legen solle. Geld, welches die Regierung nicht hat, weswegen sie dann zu Maßnahmen wie Zwangshypotheken auf Privathäuser und Konfiszierung von Sparguthaben greifen würde. Also noch mehr Umverteilung nach ganz oben, und extreme soziale Ungleichheit.

Exkurs: Aktuelles Beispiel Berliner Mietpreiserhöhungen

Ein Beispiel wohin dieser Weg führt, sind die gegenwärtigen (April 2019) drastischen Mietpreiserhöhungen in der deutschen Hauptstadt Berlin. Die seit 2008 geflossenen Bankenrettungs-Gelder haben eine Vermögenspreis-Inflation verursacht. Raubtierfonds kaufen Wohnimmobilien auf und wollen dann maximale Rendite, das heißt Mieterhöhungen. Die Eigentümer der Banken wurden mit Steuergeldern, also dem Geld der Bürger, gerettet. Und nun sollen die Bürger die Renditen erwirtschaften, für die Investments, die die Banken mit denjenigen Geldern getätigt haben, mit welchen die Steuerzahler bzw. Mittelklassebürger zuvor die Finanzoligarchen gerettet haben. Die Steuerzahler sind danach natürlich keine Mittelklassebürger mehr, sondern verarmen. Das wäre dann der Übergang vom Finanzkapitalismus US-amerikanischer Prägung zum Feudalismus: ein Heer von verarmten Bürgern wäre dann nur noch damit beschäftigt, die Grundrente für die Eigentümer der Banken zu erarbeiten.

Das ist eine Medizin, die viel schlimmer ist als die Krankheit selbst, empfohlen von denselben Leuten, die die Krankheit verursacht haben, und die nun auch noch den Arzt spielen wollen. Diesen Lösungsansatz sollte man natürlich tunlichst vermeiden.

Trotzdem ist Dr. Kralls Diagnose, seine Lageanalyse sehr wertvoll, da sie uns wichtige Informationen über den zu erwartenden Zeitraum der bevorstehenden Ereignisse gibt. Wir wissen nun, wann die Bankenpleiten drohen, und können demzufolge einschätzen, wann das System reagieren dürfte.

Es ist also davon auszugehen, dass die genannten Konsequenzen 2020 eintreten. Diese Berechnungen und Einschätzungen Dr. Kralls beziehen sich aufs deutsche bzw. europäische Bankensystem. Deutschland ist ein Industrieland mit Handelsüberschüssen, und die deutsche Realwirtschaft könnte auch dann weiterleben, wenn alle deutschen Banken bankrott gehen und stattdessen eine Staatsbank einspringt. Nicht so USA. Wir müssen vermuten, dass den deindustrialisierten und defizitären USA und ihrem Finanzsystem noch gravierendere Konsequenzen bevorstehen, und womöglich noch früher als den europäischen Banken.

Schlussfolgerung: 2020 ist das US- bzw. westliche Bankensystem am Ende. Diesmal wären sogar noch weitaus mehr Mittel zu dessen Rettung als 2008 erforderlich, während die finanzielle Lage der USA heute noch schlechter ist als damals. Eine zweite Bankenrettung übersteigt die Möglichkeiten der USA. Das heißt, 2020 sind die USA selbst pleite. Die angloamerikanische Finanzoligarchie weiß das natürlich auch – und sie will um jeden Preis verhindern, dass es für sie zu diesen Konsequenzen kommt.

Was wird die US-Oligarchie vermutlich tun? Und wann?

Wie sehen die innenpolitischen Verhältnisse in den USA aus, in dem Zusammenhang? Die Gründung der FED 1913 war ein Staatsstreich. Die Finanzoligarchie hat seit über 100 Jahren die Lizenz zum Gelddrucken, sie hat sich auf diese Weise die Reichtümer der USA angeeignet, und auch die Beute, welche die USA in den letzten 100 Jahren in der ganzen Welt gemacht haben. Zum Teil ist der Reichtum der USA aber auch einfach für die riesigen Militärausgaben draufgegangen. Die Hochfinanz hat Misswirtschaft betrieben. Die US-Amerikaner, vor allem Trumps Wähler, merken langsam, was gespielt wird, siehe die Sendungen des bekannten Ex-Präsidentschaftskandidaten und Senators Ron Paul. Und immer mehr Amerikaner erkennen, dass Trump für die Finanzoligarchie arbeitet und von Anfang an gearbeitet hat, dass er also nicht auf der Seite des Volkes steht.

Sobald die Amerikaner es merken, und es nicht möglich nach Abraham Lincoln, alle Menschen für immer hinters Licht zu führen, könnte es in den USA zu wütenden Unruhen kommen. Auf eventuelle erste Anzeichen in dieser Richtung sollten wir einmal achten.

Die US-Finanzoligarchie gerät in diesem Fall unter ganz massiven Zeitdruck. Sobald die US-Amerikaner nicht mehr mitspielen, dürfte die Oligarchie sofort reagieren und, so wie wir sie kennen, einen großen False-Flag-Anschlag verüben, z.B. ein weiteres Nine/Eleven (9/11), diesmal vielleicht in noch größerem Stil. Und den Anschlag dann vermutlich wie üblich anderen in die Schuhe schieben, z.B. als Akt von „Terroristen“ darstellen.

Weiterhin hat die US-Oligarchie ein starkes Interesse, möglichst alle Beweise ihrer Misswirtschaft seit 1913 zu vernichten: Diese liegen in den Archiven der US-Privatzentralbank FED, Federal Reserve System, in Washington. Sowie bei der Federal Reserve Bank of New York, die das Zentrum des Federal Reserve Systems ausmacht. Und bei den New Yorker Großbanken. Im Bankenviertel Manhattan. Die Wirkung eines erneuten False-Flag-Anschlags wäre: Die Bevölkerung wäre erst einmal geschockt, die Beweise wären vernichtet, und man hätte wieder einen äußeren Feind geschaffen. Die Oligarchie hätte dann erst einmal etwas Zeit gewonnen, und wir müssen vermuten, sie würde diese gewonnene Zeit dazu nutzen, bald danach den eigentlichen Krieg zu beginnen.

Die USA wollen mit einem Krieg gegen China ihre ansonsten unvermeidliche Pleite und die Ablösung des Dollars verhindern. Die Dinge spitzen sich zu, und die USA werden jedenfalls nicht solange warten, bis die bereits jetzt absehbare Flucht aus dem Dollar in großem Stil einsetzt. Das heißt, sie werden nicht bis 2020 warten, bis die von Markus Krall genannten Konsequenzen aller Voraussicht nach eintreten, und die USA die Kontrolle verlieren. Ausgehend von der fragilen Lage des westlichen Bankensystems, insbesondere des US-Bankensystems, sollten wir daher vorsichtshalber davon ausgehen, bzw. es als sehr wahrscheinlich ansehen, dass die USA noch in diesem Jahr, 2019, losschlagen werden. Und zwar vermutlich vor dem Wintereinbruch auf der Nordhalbkugel (wegen der im Winter schwierigen Wetterverhältnisse), das heißt irgendwann im Sommer oder Herbst dieses Jahr, irgendwann möglicherweise und wahrscheinlich zwischen Juli und voraussichtlich Oktober 2019. Vielleicht wird es kurz vorher noch irgendwelche Anzeichen geben, darauf sollten wir dann achten.

Sekundärziele: Deutschland, Russland, Ölländer - Deutschland nach wie vor Vernichtungsziel der USA? US-„Council on Foreign Relations” (CFR) gräbt „die deutsche Frage“ wieder aus

Nach 75 Jahren wieder. Wie wir kürzlich in der Hauszeitschrift des "Council on Foreign Relations” (CFR) „Foreign Affairs“ lesen durften. Quelle: Zuerst.de, 10. April 2019: „US-Renommierzeitschrift „Foreign Affairs“ beschwört die Vergangenheit: „Die Deutsche Frage ist wieder da.“

Es geht den USA wie eh und je um die Herrschaft über Europa: „Deutschland sei nach der Reichsgründung 1871 eine allzu große, allzu bevölkerungsreiche Macht im Herzen Europas gewesen.“

Zur Erinnerung: Das letzte Mal, als die USA eine „deutsche Frage“ aufwarfen und diese „Frage“ dann auch in ihrem Sinne lösen wollten, haben sie Deutschland mit Krieg überzogen. Wir haben deshalb allen Grund zu der Annahme, dass sie heute wieder genauso vorgehen werden.

Eine einzige wahre Aussage enthält der Foreign-Affairs-Artikel immerhin: Bei der Gründung der NATO sei es sei es darum gegangen, die „Sowjetunion draußen, die Amerikaner drinnen und Deutschland unten“ zu halten. Der Rest sind alte, uralte und neue Verdrehungen und Unterstellungen, angloamerikanische Propaganda exakt wie vor dem I. und dem II. Weltkrieg.

Die Behauptung des Council on Foreign Relations, dass eine „deutsche Frage“ wieder da sei, lässt jedoch Schlussfolgerungen zu. Wie ist die Lage? Russland ist an Freundschaft und Zusammenarbeit mit Deutschland interessiert. China will Deutschland in sein Projekt One-Belt-One-Road, die neue Seidenstraße mit einbeziehen. Und Deutschland ist dem nicht abgeneigt. Die Realität ist die, dass China die USA realwirtschaftlich längst überholt hat. Und nicht nur das. Die USA haben sich mit ihren Weltherrschaftsambitionen, die sie seit mindestens 120 Jahren verfolgen, dermaßen übernommen, dass sie nun völlig defizitär und deindustrialisiert dastehen, eine leere Hülle, deren Macht nur noch auf militärischen Drohungen und dem Annahmezwang des US-Dollars beruht.

Eine solche „deutsche Frage“ wirft nur jemand auf, dem Deutschland, das Land der Mitte Europas, dabei im Wege ist, Europa zu beherrschen. Das war sicherlich der Fall vor dem I. Weltkrieg, vor dem II. Weltkrieg, und jetzt also angeblich wieder. Diese „Frage“ werfen die USA heute logischerweise nur dann wieder auf, wenn ihnen Deutschland dabei im Wege ist, China und Russland zu unterwerfen. Was den USA allerdings nur noch militärisch möglich ist, denn wirtschaftlich sind sie wie gesagt längst abgehängt. Woraus wir dreierlei folgern dürfen:
  1. Man verweigert sich in den USA der Realität, man ist nicht im entferntesten bereit, die ökonomischen Realitäten zu akzeptieren und sich in ein multipolares System einzufügen. Man ist entschlossen, den Aufstieg Chinas zu verhindern.

  2. Die USA setzen auf die militärische Option, denn eine andere bleibt ihnen nicht. Andreas von Bülow, Staatssekretär der Verteidigung a.D., SPD (Sozialdemokraten): “Es gibt eine Destabilisierung Deutschlands. Es gibt eine Destabilisierung Europas, gar kein Zweifel. Es gibt ein Treiben zum Krieg. Wir haben Flüchtlinge in hellen Scharen, die wundersamerweise den Weg durch die deutschen Wälder gefunden haben. Es gibt eine beispiellose Medienkampagne auf Mitleid. - Die Frage ist, was steckt eigentlich dahinter? Das Problem ist, dass die USA als einzige Supermacht vor der Frage steht, ob sie jetzt die Weltherrschaft in Angriff nehmen bzw. durchsetzen soll, oder sich in ein multipolares System eingliedern soll. Und ungefähr 70 (siebzig) Prozent der amerikanischen Machtelite ist dafür, das jetzt durchzusetzen.“ (Dresden, 13. Juni 2017) Wir müssen also davon ausgehen, dass der Angriff der USA auf China und Russland fester Bestandteil der US-Planungen ist. Mit anderen Worten, die USA wollen angreifen.

  3. Die USA haben in ihren Planungen Deutschland nicht „nur“, wie bisher angenommen, als Schlachtfeld vorgesehen, sie wollen die russischen Raketen nicht nur deswegen auf Deutschland lenken, um sie von den USA selbst fernzuhalten. Sondern wir können klar folgern: Deutschland ist wieder – oder vielleicht eher nach wie vor – auch selbst ein Vernichtungsziel der USA.
Resumee für Deutschland

Es gibt eine chinesisch-deutsche Parallele, auf die sich Deutschland besinnen sollte. Dann gibt es die russisch-deutsche Partnerschaft und eventuell sogar eine mögliche russisch-deutsche Symbiose zum beiderseitigen Vorteil. Es ist also klar, dass Deutschland eine Verständigung und ein Zusammengehen zuerst mit diesen beiden Ländern suchen sollte.

Anmerkung: Nicht uninteressant ist in dem Zusammenhang auch die Parallele zwischen Deutschland und Paraguay, dem im Großen Krieg von 1864-70 ähnliches widerfuhr wie Deutschland im I. und II. Weltkrieg. Denn hinter der damaligen Triple-Allianz bestehend aus den Angreifern Brasilien, Argentinien und Uruguay, die gegen Paraguay Krieg führten, stand als treibende Kraft die angelsächsische Macht England, also die gleiche Macht, die auch die Kriege gegen Deutschland plante, verursachte und führte.

Russland will sein Raketenabwehrsystem S-400 an die Türkei liefern

Die Lieferung dieses zweitmodernsten russischen Raketenabwehrsystems an die Türkei war für Jahresende 2019 geplant und soll nun auf Juni vorgezogen werden. Dem Vernehmen nach, und zu recht, gibt es in Russland Widerstand dagegen - es soll sich um eine persönliche Entscheidung Präsident Wladimir Putins handeln. Das Risiko für Russland besteht darin:

Sollte sich die Türkei nach der Lieferung doch wieder den USA annähern, haben die USA Zugriff auf die Codes dieses hochmodernen russischen Abwehrsystems, und es ist nicht ausgeschlossen, dass sie es dadurch im Krieg außer Gefecht setzen können. Zum Vergleich: Syrien und Venezuela haben nur die ältere Version S-300 erhalten.

Bei der Häufigkeit, mit der der türkische Präsident Erdogan die Seiten wechselt, ist höchste Vorsicht geboten. Der Streit zwischen der Türkei und den USA, wenn er nicht nur inszeniert ist, kann schon morgen wieder vorbei sein. Es ist jedenfalls dringend dazu zu raten, die modernen Abwehrsysteme nicht auszuliefern, solange ein US-Angriff auf China und Russland droht. Zumindest sollte Russland nicht vor dem zu erwartenden Zeitpunkt des Kriegsbeginns ausliefern. Das heißt abwarten und erst einmal nicht liefern, auf keinen Fall schon im Jahre 2019.

Die US-Überfälle auf Ölländer als Teil des Ringens China – USA


Auch die US-Überfälle auf Ölländer, wie derzeit das Vorgehen der USA gegen Venezuela, stehen im Zusammenhang mit dem Kampf der herrschenden Macht USA gegen die wieder aufsteigende Macht China. Siehe hier, von dem in Deutschland lebenden US-amerikanischen F. William Engdahl, am 13. März 2019:
    Hat Washington ein anderes Motiv in Venezuela? [US-Sicherheitsberater John] Bolton erklärte kürzlich auch: “In dieser Administration haben wir keine Angst davor, das Wort Monroe Doktrin zu benutzen. Dies ist ein Land in unserer Hemisphäre.“ …

    Wenn wir die Rolle ausländischer Regierungen nicht nur in Venezuela, sondern in der gesamten Region als mögliches US-amerikanisches Motiv sehen, dann rückt die potenzielle und äußerst signifikante Präsenz Chinas in den Fokus, und seine Wirtschafts-Aktivitäten in Venezuela und in der gesamten Region. …

    Wenn wir zu Chinas verstärkter Präsenz in Venezuela den Fakt hinzufügen, dass 2018 auch der Nachbarstaat Guayana Chinas Belt and Road Initiative unterzeichnet hat, beginnt das ganze eine größere Dimension anzunehmen als bloße Ölversorgungslinien oder [venezolanische] Tantalum-Ressourcen.

    Chinesische Unternehmen und chinesisches Geld bauen derzeit eine Schnellstraßenverbindung von Manaus in Nordbrasilien durch Guayana, wodurch Brasilien einen weitaus effizienteren Zugang zum Panamakanal erhält, was den Seeweg um Tausende Meilen verkürzt. Berichten zufolge laufen derzeit auch Gespräche über den Bau eines Tiefwasserhafens an der Nordküste von Guayana, den Chinas Schnellstraße mit dem brasilianischen Amazonasgebiet verbinden soll, an der Grenze zu Venezuela mit seinem riesigen ungenutzten Mineralienreichtum. …

    Da China stark in Venezuela, Guayana und Brasilien engagiert ist und den größten Hafen Panamas besitzt, kann es gut sein, dass Washington meint: wenn es China dazu zwingt, seine Präsenz in Maduros Venezuela dramatisch zu verringern, könnte dies den Druck auf China deutlich erhöhen, seine global-strategische Agenda zurückzufahren. …

    Eine unerklärte Politik Washingtons, die China den Zugang zu Venezuela strategisch versperrt, würde zu John Boltons Bemerkungen bezüglich der Monroe-Doktrin passen. Wenn dem so ist, dann ist das Zielobjekt Washingtons nicht so sehr Maduro und seine angebliche Diktatur, sondern Venezuelas wachsende Abhängigkeit von China und Chinas wachsende geopolitische Ambitionen in Südamerika.
Ebenso wie die Ölkriege gegen Irak und Libyen, und der Krieg gegen Syrien, sowie die „Arabischer Frühling“ genannte US-Destabilisierungsstrategie für Nahost, ist also auch der Kampf um Venezuela als Teil der Auseinandersetzung mit China, als ein Vorgefecht im geplanten Krieg der USA gegen China zu werten.

Ein Wort zur US-Monroe-Doktrin von 1823

Sie fordert auf der einen Seite ein Interventionsverbot für raumfremde Mächte auf dem Gebiet des amerikanischen Doppelkontinents. Auf der anderen Seite wird in ihr den USA jedoch auch Nichteinmischung in europäische Angelegenheiten auferlegt - diesen zweiten Teil vergisst John Bolton eben mal.

Mit der Entsendung von chinesischem Militär, wenn auch nur in sehr kleinem Umfang, nach Venezuela Anfang April 2019, zum ersten Mal nach Südamerika, , ins Gebiet der Monroe-Doktrin, in den „Hinterhof“ der USA, ging China nun einen Schritt weiter. Eine bis dahin undenkbare Provokation der herrschenden Großmacht USA. Dass China so etwas macht, bedeutet, dass es in jedem Fall fest mit einem US-Angriff auf China rechnet, egal wie China sich von jetzt an verhält. Das heißt die chinesische Führung ist der Auffassung, dass sie mit dieser Provokation der USA auch nicht mehr riskiert, als sie von den USA ohnehin zu erwarten hat. Andernfalls würde China dies unterlassen.

Nach dem breiten Raum zu urteilen, den das Thema Venezuela (Stand Anfang Mai 2019) in den westlichen Medien einnimmt, können wir vermuten, dass die Bevölkerung der USA und ihrer Vasallen auf einen Angriff auf Venezuela vorbereitet werden soll. Und der ist nur unter Beteiligung des US-Militärs möglich. China und Russland haben dort zwar kleinere Militäreinheiten zur Abschreckung der USA stationiert, im Fall eines US-Angriffs auf Venezuela würden sie diesem jedoch wohl nicht beistehen.

Der Ernstfall kommt für diese beiden Länder, China und Russland, noch früh genug, sie wollen sich nicht vorher in einer strategisch für sie weniger bedeutenden Region fern der Heimat aufreiben lassen, sondern dann wenn es soweit ist, mit ganzer Kraft zurückschlagen können. Venezuela, mit seinen Betriebskampfgruppen, für deren Aufbau es 20 Jahre Zeit hatte, könnte sich allerdings trotzdem gegen eine US-Invasion verteidigen. Es könnte also darauf hinauslaufen, dass die USA wieder einmal das tun werden, was sie am besten können: Bomben aus der Luft abwerfen und das Land in Trümmer legen. Das heißt sie können Venezuela zu einem zweiten Syrien machen - erobern oder gar kontrollieren können sie es mit ihren Bombern nicht. Und an Chinas Stelle setzen können sie sich selbst schon gleich gar nicht mehr. Denn sie haben wirtschaftlich einfach nichts mehr zu bieten.

China – USA: Das Thukydides-Problem

Zurück zum Kern des Konfliktes: USA gegen China. Der Harvard-Professor Graham Allison hat 16 Fälle der letzten 500 Jahre untersucht, in denen eine herrschende bzw. absteigende Macht (heute die USA) den Aufstieg einer anderen Macht (heute China) verhindern wollte. In 12 von diesen 16 Fällen hat die Konkurrenz zwischen der herrschenden und der aufsteigenden Macht zum Krieg geführt. In vier Fällen nicht, und hier lohnt sich eine genauere Betrachtung:
  1. Spanien-Portugal am Ende des 15. Jahrhunderts. Das gemeinsame „Dach“ war hier die katholische Kirche, der Papst, der 1494 die Linie von Tordesillas zog, mit der die Welt zwischen den beiden Kolonialmächten aufgeteilt wurde.

  2. England-USA zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Gemeinsames Dach war die angelsächsische Herkunft und Kultur sowie die angloamerikanische Finanzoligarchie, die über beide Länder bestimmt.

  3. USA-Sowjetunion 1945-1991 während des Kalten Krieges. Gemeinsames Dach? Unbekannt bzw. nicht erwiesen. Sowohl Lenin als auch Trotzki wurden 1917 von US-amerikanischen Bankiers mit Koffern voller Dollars ausgestattet, als sie nach Russland gingen, allein Trotzki mit den Angaben zufolge 50 Millionen Gold-Dollar, was heute einem Milliardenbetrag entspräche. Worum es der angloamerikanischen Finanzoligarchie bei der Unterstützung der russischen Revolution genau ging – außer natürlich generell um die Sicherung angloamerikanischer Dominanz – ist noch nicht erforscht. Die historischen Dokumente z.B. in England sind bis heute gesperrt.

  4. Den folgenden Fall kann man eigentlich nicht dazu zählen, er sei aber erwähnt, da er von Prof. Allison mit angeführt wird: die Wirtschaftskonkurrenz zwischen Deutschland auf der einen und England und Frankreich auf der anderen Seite nach 1990, nach der deutschen Wiedervereinigung. Gemeinsames Dach: die Hegemonialmacht USA. Da es zur Herrschaftsform des US-Imperiums gehört, seine Vasallen eine Selbständigkeitskomödie spielen zu lassen, ignoriert der Harvard-Professor, dass alle drei Länder US-Kolonien bzw. US-Vasallen sind. Und Kolonien desselben Hegemons pflegen nun einmal nicht gegeneinander Krieg zu führen.
Das Verhältnis ist also sogar noch ungünstiger als von Prof. Allison angegeben: Der Krieg wurde nicht in vier von 16 Fällen vermieden, sondern nur in einem einzigen Fall der Konkurrenz zweier voneinander unabhängiger dominanter Mächte: nämlich während des Kalten Krieges nach 1945, der Konkurrenz zwischen den USA und der Sowjetunion. Und hier haben die Historiker bisher nur sehr wenig erforscht bzw. erforschen können.

Bei China und den USA gibt es soweit ersichtlich überhaupt kein gemeinsames Dach, weder kulturell noch politisch noch ökonomisch. Wie wir am 12. Dezember 2018 in unserem Artikel „China – USA: Das Thukydides-Problem“ schrieben, sah es zu der Zeit, und sieht es nach wie vor, nach folgendem Szenario aus: „China durchkreuzt die Einkreisungsstrategie der USA. China verteidigt sich ab jetzt massiv sowohl auf seinem eigenen Territorium als auch in seiner Umgebung, wie am 30.9.2018 im Südchinesischen Meer. Schon das kann den USA als Kriegsvorwand dienen. Aber China kommt so der Einkreisung zuvor.“ Und „Chinas Präsident Xi Jinping und das russische Außenministerium haben Ende Okt. 2018 offen gesagt, dass sie sich auf Krieg vorbereiten.“

US-Strategie: Trennung von Russland und Deutschland – Bis jetzt gelungen – aber dafür kommt jetzt China


Der US-Geostratege George Friedman vom US-Institut Stratfor sagte vor circa zehn Jahren: „Das primäre Interesse der Vereinigten Staaten durch das letzte Jahrhundert hindurch, im Ersten, Zweiten und im Kalten Krieg, sind die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland gewesen. Denn vereinigt wären beide die einzige Macht, die uns bedrohen könnte. Und daher sicherzustellen, dass das nicht passiert.“

Der Antroposoph (Antroposophie: wissenschaftliche Erforschung der geistigen Welt) Rudolf Steiner sagte 1918, also schon vor 100 Jahren: „Tonangebend ist eine Gruppe von Menschen, welche die Erde beherrschen wollen mit den Mitteln der beweglichen kapitalistischen Wirtschaftsimpulse [Axel Burkart: sagen wir, des Geldes]. Zu ihnen gehören alle diejenigen Menschenkreise, welche diese Gruppe imstande ist durch Wirtschaftsmittel zu binden und zu organisieren.“

„Diesen russischen oder slawischen Keimimpuls unter den Machtbereich der antisozialen Gruppe zu bringen, ist deren Ziel. Dieses Ziel kann nicht erreicht werden, wenn von Mitteleuropa mit Verständnis eine Vereinigung gesucht wird mit dem östlichen Keimimpuls. Der Krieg wird deshalb solange in irgendeiner Form dauern, bis Deutschland und Slawentum sich zu dem gemeinsamen Ziele der Menschenbefreiung vom Joche des Westens zusammengefunden haben.“ (Der Mathematiker Axel Burkart am 24. März 2019 in seinem Vortrag „Spirituelle Weltgeschichte Teil 3 - Die katholische Kirche, die Habsburger, Österreich u. der I. Weltkrieg“)

Das ist den USA in der Tat bis heute gelungen: Deutschland und Russland zu trennen, sie in Kriegen gegeneinander zu hetzen, sie zu schwächen, zu trennen per eisernem Vorhang, durch Putsch in der Ukraine, Russlandsanktionen usw. Aber das Wasser sucht sich seinen Weg. Die USA haben Russland durch diese Politik dazu gezwungen, sich mit dem zehnmal größeren China zu verbünden. Anstatt einem mit Deutschland zusammenarbeitenden Russland sehen sich die USA nun einer ungleich stärkeren Allianz gegenüber: nämlich China-Russland.

Willy Wimmer weist einen Ausweg


Willy Wimmer, ebenfalls Staatssekretär der Verteidigung a.D., CDU (Christdemokraten): „Vor jedem Konflikt werden die Migrationsströme geplant. Weil ich mich militärisch nicht bewegen kann, wenn ich die nicht kenne und wenn ich die nicht plane. Ich brauche erst gar nicht an einen konventionellen oder nuklearen Konflikt zu denken – wir werden schon flachgelegt, wenn wir diese Migrationsströme bekommen.“ (Wittenberg, April 2017)

„Ich bin aus Wien hierhingekommen, und hatte die Möglichkeit mit dem Generalsekretär der OSZE und anderen Mitarbeitern im Bereich der OSZE mich auszutauschen über die heutige Lage. Wir sind ohne Illusionen nach Wien gefahren. Aber wir sind ohne Hoffnung weitergefahren. – Die Einschätzung des Auswärtigen Amtes 1939: „Wir sind umzingelt. Wir haben keine Perspektive. Mit uns redet niemand. Wir müssen kämpfen.“ Wenn ich diesen Satz übertrage auf unsere Politik gegenüber der Russischen Föderation – ja was sollen die denn eigentlich sagen?“ (München, Seegespräche, 25. April 2018)

"Wir werden Kriegsgebiet. Wir hier. Wenn es zum Konflikt kommt. Wenn man das alles durchdenkt, dann sollten wir die Signale auf Grün stellen, dass ein möglicher Gegner, der uns hier ins Haus gestellt werden soll, möglichst schnell an den Ärmelkanal kommt, damit sich die Probleme regeln.“ „Wenn man uns den Krieg aufs Auge drücken will: durchwinken. Man sollte es unterlaufen, wenn man es nicht anders gestalten kann. Dann sollten wir uns den Konsequenzen dieser Regierung entziehen. Und das geht dadurch, dass man durchwinkt.“ (Goldegg, Österreich, 23.9.2018)

Gesamt-Resumee

Willy Wimmer fasst die Lage treffend zusammen, und seine Antwort ist zielführend. Wir sollten die Pfeile nicht versuchen aufzuhalten, ihnen keinen Widerstand entgegensetzen, sondern sie möglichst schnell durch unser Land hindurch fliegen lassen. Auch hier gilt Wu Wei: Handeln durch Nichthandeln, der Wahlspruch der Tsching-Dynastie, des letzten chinesischen Kaiserhauses. Neutrale Staaten sollten vorbereitet sein. Für den einzelnen wird es Zeit zum Rückzug in sichere Gebiete. Raus aus der Stadt, ins Gebirge, je höher desto besser, nahe Wasserquellen sind wichtig. Wer kann geht nach Übersee. Ein bis ein paar Monate Zeit bleiben noch, mehr wohl nicht.


Teil I:

Zur Diskussion gestellt
China–USA: Das Thukydides-Problem
Von Eva Maria Cardoso Maciel und Frank Siol
NRhZ 686 vom 12.12.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25482

Online-Flyer Nr. 710  vom 19.06.2019

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