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Aktueller Online-Flyer vom 15. Oktober 2019  

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Medien
Eine lockere Folge von Leserbriefen und Kommentaren
Hajos Einwürfe
Von Hajo Kahlke

Gehört zur Aufgabe einer marxistischen Tageszeitung, blauäugig und willig im Sinne von NATO-Aggressoren zu fungieren? Und ist es angeraten, prinzipielle Zustimmung zu Regierungsaufmärschen an den Tag zu legen? Das sind Fragen, die in "Hajos Einwürfen" zum Thema gemacht sind. Aber es gibt auch Anerkennung für eine Solidaritätsveranstaltung für Venezuela. Die Neue Rheinische Zeitung versteht sich im Verbund mit der Vierteljahresschrift DAS KROKODIL als ein Forum, das zum Nachdenken anregen, eingefahrene, verkrustete Denkstrukturen aufbrechen bzw. der bewusst lancierten Desorientierung des Denkapparats – besonders der Linken – entgegenwirken will. Hajos kurze Texte sollen dazu ihren Beitrag leisten. Die Neue Rheinische Zeitung bringt deshalb in loser Folge von ihm verfasste Leserbriefe und Kommentare, die bei den Angeschriebenen nur selten das Licht der Öffentlichkeit erblicken.


Blauäugig und willig im Sinne der NATO-Aggressoren

Verdienstvoller Weise dokumentiert Rüdiger Göbel in der jungen Welt mit seiner Kriegschronik eindrücklich das Verbrechen der NATO-Aggression von 1999. Diese Aggression fand ihre Erfüllung dann in der Vertreibung und Enklavisierung der Kosovo-Serben, in jenem skiptarisch-völkischen Ethnoterror unter NATO-Oberaufsicht und schließlich in der völkerrechtswidrigen, insbesondere die UN-Resolution 1244 missachtenden, Installierung eines skiptarisch-separatistischen Pseudo-Staats "Kosova". Welcher übrigens schon in seinem Namen offenbart, dass es sich hier um genuin serbisches Gebiet handelt, denn "Kosov" ist die Genitiv-Form von "Kos", des serbischen Worts für Amsel, wohingegen auf Skiptarisch die Amsel "Mulizeze" heisst.
 
Solange dieser ethnoterroristische Pseudostaat der UCK-Terroristen existiert, und solange die in der Resolution 1244 prinzipiell vorgesehene Reintegration des Kosovo in den serbischen Staat von der NATO letztlich unter Gewaltandrohung blockiert wird, dauert die Herrschaft des Unrechts und auch die NATO-Aggression an.
 
Der Westen will diese Herrschaft des Unrechts perpetuieren, ist es doch imgrunde seine Herrschaft. Also muss die brutale Realität seines mit Drogen und geraubten menschlichen Organen handelnden "Kosova" aufgehübscht werden. Wozu nicht zuletzt die Simulation eines dort vorhandenen kulturellen Lebens gehört - obwohl oder weil in der gesellschaftlichen Realität die wirkliche kulturelle Substanz von Kosovo und Metochien, insbesondere was Bauten betrifft, von den skiptarischen Separatisten großteils zerstört wurde.
 
Im Sinne solcher Simulation von Kultur und Normalität finanziert denn vor allem die Allianz-Stiftung for Europe, aber auch der Rockefeller Brothers Fund, das Goethe-Insitut, die United States Embassy und weitere westliche Staaten und Institutionen ein "Polip - International Literature Festival Prischtina".
 
Und dort wird dann verkündet, "Serbien und Kosovo" (!) sollten sich doch wie seinerzeit Deutschland und Frankreich nun aussöhnen. Dabei wird dreist ausgeblendet, dass die Basis für die damalige Aussöhnung selbstverständlich die Wiederherstellung rechtmäßiger Zustände, d.h. die Rückkehr des vom Aggressor geraubten Elsass-Lothringen nach Frankreich, gewesen war! Die junge Welt und ihr Feuilleton ficht das indes nicht an. Für ihren Autor Tom Mustroph ist derlei Aussöhnung auf Basis des andauernden NATO-Unrechts vielmehr "eine grosse Leistung".
 
Und geradezu in Verzückung gerät jW-Autor Mustroph über den speziellen Festivalgast Sreten Ugricic, der nach der prowestlichen Machtergreifung vom 5. Oktober 2000 Direktor der serbischen Nationalbibliothek wurde, und in seiner Amtszeit dann nicht nur dafür sorgte, dass möglichst viel Serbisches und Nationales aus der Bibliothek getilgt wurde, sondern auch dafür, dass sie fast für ein halbes Jahrzehnt gänzlich geschlossen blieb.
 
Und der 2011 seinen Direktorenposten schließlich deshalb verlor, weil er sich öffentlich mit einem Hassprediger solidarisierte, der lauthals ein Bombenattentat auf die Staatsführung Serbiens und der Republika Srpska als "zivilisatorischen Fortschritt" herbeiwünschte. Ja, solche Serben wie Ugricic, der vor seiner glorreichen Bibliothekszeit, dachte man sichs doch, bei George Soros‘ Open Society Foundation beschäftigt war, sind im UCK- und NATO-kontrollierten Pristina sehr willkommen.
 
Und just ihren Plattitüden bescheinigt jW-Autor Mustroph dann doch tatsächlich "eine bemerkenswert dialektische Reflexion" im Hinblick die von ihm halluzinierte Festival-"Suche nach Vergebung". Die Frage ist, warum um Himmels willen die junge Welt und ihr Feuilleton so blauäugig und willig ein im Sinne der NATO-Aggressoren fungierendes PR-Festival für etwas Positives befinden.

Leserbrief zum Artikel "Wohin mit dem Hass? Das Literaturfestival Polip sucht nach Wegen der Vergebung" von Tom Mustroph, "junge Welt" vom 15.05.2019, Seite 10


Prinzipielle Zustimmung zu Regierungsaufmärschen

Die Jubelperser, die am Sonntag, dem 19. Mai 2019, in sieben deutschen Städten im Sinne ihrer Obrigkeit für die imperialistische EU und gegen "Nationalismus" (will heissen ein friedliches Europa der Nationen) auf die Strasse gingen, finden als "Wahlkämpfer gegen rechts" die prinzipielle Zustimmung auch der jungen Welt.
 
Diese Regierungsaufmärsche seien veranstaltet worden, so jW-Autor Andre Scheer weiter, "um eine Woche vor der EU-Wahl ein befürchtetes Erstarken ultrarechter Kräfte zu verhindern." Und ultrarechts, sprich Hauptfeind, ist natürlich, wer nicht nach der Pfeife Berlins und Brüssels tanzt, und deren "weltoffenen" Migrationismus und Militarismus nicht rückhaltlos mitmachen will. Also etwa Salvini und Orban, von Jubelpersern und junger Welt kongenial nun als Rassist (Salvini, obendrein ist der auch noch Russenfreund!) bzw. als Diktator (Orban) tituliert.
 
Apropos Titulierung: "Neofaschisten" hätten doch tatsächlich, so teilt jW-Autor Scheer mit, beim Berliner Regierungsaufmarsch mit einem "Hetze" enthaltenden Transparent zu provozieren versucht. Genaueres hierzu erfährt der geneigte Leser allerdings nicht. Wozu auch? Was braucht er die Fakten zu kennen, wenn die junge Welt deren richtige Einordnung für ihn vornimmt?
 
Leserbrief zum Artikel "Ein Europa für alle - Wahlkampf gegen rechts" von André Scheer, "junge Welt" vom 20.05.2019, Seite 2


Hände weg von Venezuela! Solidarität mit den progressiven Kräften Lateinamerikas!

Sonst intensiv auf mainstream-gemäßen Abwegen wandelnd macht hier die "junge Welt" etwas ausgesprochen Positives und Anspruchsvolles, dem man nur viel Erfolg wünschen kann.



Kommentar zur jW-Veranstaltung "Hände weg von Venezuela! Solidarität mit den progressiven Kräften Lateinamerikas!" am 28. Mai 2019, 19 Uhr, im Humboldt-Saal der Urania, An der Urania 17, 10787 Berlin


Online-Flyer Nr. 706  vom 22.05.2019

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