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Aktueller Online-Flyer vom 24. Juli 2019  

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Kultur und Wissen
"Warum hat uns Gott diese unvollkommene Welt gegeben, wenn nicht, um hier Sein Reich aufzubauen?"
Größte Herausforderung und Verpflichtung für unser Leben
Von Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait

Über eine transzendente christliche Wahrheit zu philosophieren oder nachzudenken gehört zum sehr persönlichen Bereich oder zum Inneren des Herzens eines jeden Gläubigen, vor allem in diesen heiligen ruhigen Tagen. Mit der Wirklichkeit hat die Wahrheit gar nichts zu tun, außer wenn man lügt oder sie verfälscht. Dann weiß man, dass der Lügner oder Fälscher die Unwahrheit sagt oder die Wirklichkeit verkehrt und verdreht. Die Pflicht eines Journalisten ist, die Wirklichkeit der Ereignisse darzustellen, die Tatsachen zu schildern, wie sie sind und sie nach Maßstäben der Ethik und Rechts zu beurteilen, wie sie im Grundgesetz festgelegt sind. Diese säkulare Aufgabe ist klar und einfach, überhaupt nicht kompliziert, jedoch verpflichtend für jeden ordentlichen Journalisten. Dazu gehört, sich emsig zu bemühen, nachforschend zu sein, Originalquellen ausfindig zu machen und zu studieren, um letztendlich unsere heutige Wirklichkeit zu erhellen zugunsten einer gut informierten Gesellschaft.


Protest gegen Soldatengottesdienst, Köln, 2019 (Foto: arbeiterfotografie.com)

Die Frage: „Ist … die Wahrheit das, worauf sich im Moment eine möglichst große Mehrheit geeinigt hat?“ in Assoziation mit Jesus oder dem grausamen und feigem Pilatus, ist nicht nur unangebracht, sondern fast zynisch. Ein deutscher Journalist sollte angesichts der Geschichte Deutschlands wissen, was eine Mehrheit anrichten kann. Das Ermächtigungsgesetz ist ein verheerender, abscheulicher historischer Beleg dafür! Was die Hinrichtung von Jesus betrifft, muss Drobinski darauf aufmerksam gemacht werden, dass es der Druck der jüdischen Massen, des jüdischen Mobs in Jerusalem war, der von den Pharisäern aufgehetzt war, was Pilatus schließlich dazu brachte, Jesus auszuliefern.

Grundgesetz mit Regeln für guten gesellschaftlichen Zusammenhalt und Respekt zueinander

Jede Gesellschaft, jede Regierung sollte sich vom Diktat des Mobs auf den Straßen und der ungebildeten Massen fernhalten und sich von ihnen nicht beeinflussen lassen. Das Grundgesetz enthält die Regeln für einen guten gesellschaftlichen Zusammenhalt und ein Zusammenleben in Harmonie mit Respekt zueinander, hierzulande wie auch im Ausland mit Respekt gegenüber Menschen und ihren Institutionen in anderen Regionen und Staaten.

Das Reich Gottes ist hier bei uns zu verwirklichen. So sagt uns das Gebet, das Vaterunser, das Jesus selbst uns lehrte: Dein Reich komme zu uns! Eine größte Herausforderung und Verpflichtung für unser Leben. Europa hat längst seine christlichen Werte verraten. Trotzdem bleibt es die Pflicht jedes christlichen Europäers, das Reich Gottes gemäß der Botschaft Jesu Christi hier auf dieser Erde, in unserem Land, auf unserem Planeten zu verwirklichen.

Christen-Pflicht: Für eine gerechte Sozial- und Wirtschaftsordnung eintreten

Die grundsätzliche Lehre des Christentums ist in den Vordergrund zu rücken, nämlich die Nächstenliebe, die Liebe der Menschen untereinander, weil es die Liebe Gottes gibt, worin Güte und Weisheit begründet ist. Infolgedessen ist es für jeden Christen Pflicht, für eine gerechte Sozial- und Wirtschaftsordnung einzutreten. Die Botschaft Christi gilt nicht nur für die 1,2 Milliarden Katholiken in der Welt, sondern sie richtet sich an die ganze Menschheit in der Hoffnung, dass diese wunderschöne Botschaft das Leben und das Geschehen auf dieser Erde beleuchtet, bereichert und sinnvoll erfüllt. Gerade Jesus hat entschieden die Religion, die Kultur, die Kunst und die Musik in der christlichen Welt gekennzeichnet. Nach seiner Geburt richtet sich sogar weltweit die Zeitrechnung. Niemand hat wie Jesus Christus die Fragen und die Sorgen des Menschen so authentisch aufgegriffen, niemand hat eine so große Macht über die Herzen wie Er. Nicht nur Goethe, sondern auch Spinoza, Napoleon, Gandhi und andere Denker bewundern Christus und erkennen seine Größe an. Noch heute, nach mehr als zweitausend Jahren, als Ideologien, Religionen und Institutionen eine tiefe Krise erleben, nährt die Person Jesus und seine Botschaft immer weiter den Glauben von Millionen Männern und Frauen. Diese Botschaft als Inhalt und Leitmotiv des Amtes des Nachfolgers Petrus wird bestehen bleiben. Strukturen einer Institution können sich allerdings ändern, um die christliche Botschaft noch transparenter leuchten zu lassen.

Unbedingter Gewaltverzicht auch auf Jesus Botschaft gegründet

Die auch auf Jesus Botschaft gegründete Forderung nach unbedingtem Gewaltverzicht ist immer wieder zu bekräftigen, vor allem in Bezug auf die jüngsten Konflikte, die enormes Leid und Menschenleben im 21. Jahrhundert gekostet haben aufgrund der gewaltsamen westlichen Intervention. Immer wenn es deutsche Medien vermasseln, den Gewaltverzicht an oberste Stelle zu bringen, verraten sie Jesus und seine Botschaft, indem sie den Gewalttäter Barrabas bevorzugen, weil der Gewaltverzicht nicht in die Politik der Regierungskreise passt.

Ein Schuldbekenntnis zur Vergangenheit ist unglaubwürdig, wenn die Verbrechen der Gegenwart unangesprochen bleiben.

Jeder Journalist, auch Matthias Drobinski wie jeder wachsame Mensch weiß, welche mächtigen Herren heute die Macht der Gewalt bis zum Extrem von Mord und Krieg ausüben, mittels Täuschung und konstruierten Lügen für die Öffentlichkeit. Man sollte nicht in die Vergangenheit der Geschichte zurückgehen, nur um die Gegenwart zu verschonen. Ein Schuldbekenntnis zur Vergangenheit ist unglaubwürdig, wenn die Verbrechen der Gegenwart unangesprochen bleiben. Die europäischen Machtherren haben Jesus längst verraten und sich für Barrabas entschieden, indem sie Komplizen von Terroristen geworden sind. Das zeigt der genaue Blick auf Syrien. Das ist die aktuelle Wirklichkeit, mit der sich christliche Journalisten befassen müssen.

Islamische Zivilisation und Kultur würdigen

Die islamische Zivilisation und Kultur sind zu würdigen: Eine Offenbarung vor allem in Europa, wenn man das andalusische Spanien richtig kennt. Die christliche Welt hat sich von jeder Form von Fundamentalismus zu distanzieren. Journalisten und Kommentatoren können sich bisher dessen nicht voll bewusst werden. Vor allem, weil das mächtigste Land der Welt fatalerweise von christlichen und zionistischen Fundamentalisten im Kongress fehlgesteuert bleibt, was für das Land selbst und die Welt katastrophal ist. Journalisten sind aufgerufen, Agenturmeldungen genauer zu prüfen, um nicht einfach einer gezielten Kampagne zu verfallen.

Dialog und Annäherung der Kulturen

Fehlgriffe bei Agenturen und Medien ausgerechnet angesichts des schwierigen internationalen Kontextes provozieren verständliche Empörung in den islamischen Ländern und Konfrontation zwischen den Islam-Gläubigen und der Christenheit, was gerade den Falken in Washington und Tel Aviv sehr gelegen kommt, aber absolut nicht im Sinne des Christentums ist und einer erwünschten Friedenspolitik für Dialog und Annäherung der Kulturen.

Kalkuliert eingedrungene, gezielt manipulierende interessierte Kreise in die Schranken verweisen

Unsere gläubigen islamischen Mitmenschen haben keinen Grund, sich zu beunruhigen, wenn sie die zentrale Botschaft des Oberhaupts des Vatikans erkennen, nämlich der unbedingte Gewaltverzicht. Wenn in Deutschland die Medien das nicht klar kommunizieren, ist zu hoffen, dass die wichtige Friedensbotschaft an erster Stelle in den islamischen Ländern richtig dargestellt und gewürdigt wird. Es wäre nicht nur um der Wahrheit willen, sondern auch das richtige Signal, um kalkuliert eingedrungene, gezielt manipulierende interessierte Kreise in die Schranken zu verweisen. Es ist eigentlich ein Alarmsignal für mehr Wachsamkeit in der Umgebung des Papstes und in deutschen Medien, die jenseits jeder Naivität vorbereitet sein müssen, um solche Ränke und Fallen rechtzeitig aufzudecken.

Summo Pontifex darf nicht länger blind und taub zu aktuellen Verbrechen sein

Die gegenwärtige Gottlosigkeit Europas schafft das verdorbene Klima des Verbrechens und der Unmenschlichkeit der so genannten „christlichen“ Welt, wo angeblich „Freiheit und Demokratie“ herrschen. Der Summo Pontifex darf nicht länger blind und taub gegenüber den aktuellen Verbrechen erscheinen, die westliche Macht-Herren zu verantworten haben. Sonst muss der Vatikan-Chef noch ein Schuldbekenntnis wegen seiner Blindheit und Taubheit zur aktuellen Lage der Welt ablegen. Er darf sich zukünftig nicht hüten, mit klaren Worten die Terror-Gewalt des Westens, angeordnet von identifizierten Personen in führenden Stellungen Europas, eindeutig zu verurteilen. Eine hoch unangenehme harte, aber notwendige Pflicht für Papst Franziskus.

Den Prinzipien und Normen der UN-Charta Achtung schenken – auch seitens des Vatikans

Europa bekennt sich zur christlichen Zivilisation. Aber in keiner Rede des Nuntius vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN) war ein Wort, ein Hinweis darüber zu erkennen. Im Gegenteil. Es ist eine Enttäuschung für die katholische Welt und ein Irrweg für die Weltstaatengemeinschaft überhaupt, wenn der Vatikan in die Propaganda-Masche der NATO-Staaten öffentlich und offiziell verfällt, die falsche Konstruktion der so genannten Schutzverantwortung (Responsibility to protect) propagiert und den Prinzipien und Normen der UN-Charta keine Achtung schenkt. Und das auf der Bühne der Welt. Damit widersprach der UN-Nuntius blamabel den Worten des vorherigen Papstes vor dem Bundestag (22.September 2011), als Benedikt XVI die Relevanz des Rechts für die Politik deutlich hervorhob. Als Oberhaupt des Vatikans obliegt dem Papst, vor den Vereinten Nationen aufzutreten. Dort hätte er seine Rede über die Relevanz des Rechts halten und einen entgleisten Westen ermahnen müssen. Dass er es nicht tat, ist dem Einfluss einer ultrakonservativen rückständigen Kurie anzulasten, die sicherlich durch Intrigen und Diktat diese Aufgabe und Pflicht des Papstes zu verhindern wusste. Allerdings ist das Vermächtnis von Papst Benedikt XVI über die Relevanz des Rechts von seinem Nachfolger hochzuhalten.

Revolutionär Jesus Christus: Mitfühlend, barmherzig integrativ statt diskriminierend und ausschließend

Es geht um religiöse Substanz. Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche in Deutschland haben sich ständig als Bundesmoralanstalt verhalten, anstatt das Evangelium in Klarheit und Reinheit zu verkünden. Unser Herr Jesus Christi führt eine wahre Revolution an, als er anstatt eine diskriminierende und ausschließende Gesellschaft, den Code des Mitgefühls einführt, wobei eine mitfühlende Gesellschaft, barmherzig integrativ und einschließend zu schaffen ist. In diesem Gottesreich sind alle Menschen willkommen als Gottes Kinder, sie alle sind eingeladen, niemand darf gedemütigt, ausgeschlossen oder von der Gemeinschaft getrennt werden. Religion auszuüben, einer kirchlichen Institution anzugehören, führt aber nicht unbedingt zum Reich Gottes. Glaubt man an das Ideal des Guten im Menschen, lehnt man es ab, das andere unter Armut, Unterdrückung und Überfall leiden, dass es ihnen schlecht geht. Das ist eine Herangehensweise, die mit keiner Institution etwas zu tun hat, sondern allein mit dem Sinn und der Botschaft des Evangeliums. In diesem Zusammenhang ist endlich und mit Entschlossenheit große Aufmerksamkeit auf die Enzyklika „Laudate si“ zu richten.

Warum hat uns Gott diese unvollkommene Welt gegeben, wenn nicht, um hier Sein Reich aufzubauen?

Gottlosigkeit und Straflosigkeit bei Verbrechen westlicher Machthaber

Die Gottlosigkeit erfasst heute den gesamten europäischen Kontinent, und aus dieser Gottlosigkeit ergeben sich die Verbrechen der westlichen Machthaber, die auf ihre Straflosigkeit setzen, während eine korrumpierte Öffentlichkeit sie als ganz normal hinnimmt. Nicht die Religionen sind zu ermahnen, sondern identifizierte bekannte Personen in führenden Stellungen, die sich durch ihre Untaten strafbar machen. Der Summo Pontifex hat die moralische Autorität, solche Verbrecher an den Pranger zu stellen. Sie widersprechen der christlichen Lehre und tun den Menschen in großem Maße Böses an.

Intelligente Wachsamkeit erforderlich


Die Komplexität der heutigen internationalen Lage, wobei die USA/EU-Achse an der Seite eines aggressiven Israels völlig diskreditiert ist, erfordert eine intelligente Wachsamkeit, wie sie das Berliner Kanzleramt gelegentlich reaktionsschnell demonstriert hat. Der Dialog zwischen den Weltreligionen ist zu vertiefen. Diese Annäherung ist fortzusetzen und wird uns alle bereichern.

Die nicht auszuschließende Gelegenheit, dass die internationalen Beziehungen zum Iran und zu Syrien während der Amtszeit von US-Präsidenten Donald Trump normalisiert werden und es damit zu einer beachtlichen Entspannung in der Außenpolitik kommt, erfordert, eine klare Position dazu einzunehmen. Ein christlicher Journalist wie Matthias Drobinski könnte bereichernd darüber schreiben. Das Unvermögen des Westens, sich der internationalen Aktualität und ihren Problemen zu stellen, ist ein Hindernis für eine zuverlässige friedliche Außenpolitik. Friede auf Erde ist auch ein Aufruf Gottes.

Sanktionen: Menschenfeindlich und Zeichen diplomatischer Niederlage

Sanktionen sind nicht nur überflüssig, sondern menschenfeindlich und höchst schädlich. Sie verursachen Hunger, Not und Tod bei den betroffenen Menschen, vor allem bei Kindern und Alten. Dass die USA/EU ohne Bedenken darauf bestehen, ist nicht nur ein Zeichen ihrer diplomatischen Niederlage, sondern auch ein Zeichen ihrer weltweit destruktiven, ja kriminellen Außenpolitik und Skrupellosigkeit der westlichen Machthaber.

Unter Verweis auf 16 Jahre UNO-Sanktionen gegen den Irak und mehr als ein halbes Jahrhundert lang gegen Kuba, in beiden Fällen mit katastrophalen Auswirkungen auf die Bevölkerung, warnen Diplomaten und UN-Experten ständig vor Wirtschaftssanktionen. Lähmende Sanktionen, verdeckte Aktionen und Militärschläge sind kriminelle Handlungen und müssen von der Politik als solche gesehen und ausgeschlossen werden. Es ist Auftrag Gottes, der Welt Liebe, Versöhnung und Frieden zu bringen. Diese wichtige aktuelle Botschaft ist nicht länger zu ignorieren. Sie muss in den Vordergrund einer ehrlichen und sachlichen Würdigung der christlichen Botschaft gestellt werden. Von allen Seiten nimmt deshalb derzeit der Druck auf das mächtigste Land der Welt zu, seine aggressive Politik gegenüber Kuba, Syrien, Iran, Venezuela und Russland zu revidieren.

Richtschnur des christlichen Glaubens und Handelns

Das Wort Gottes, im Mittelpunkt das Evangelium, ist Richtschnur des christlichen Glaubens und Handelns. Darauf ist immer wieder hinzuweisen. Daher der überzeugende Aufruf des Oberhauptes der Katholischen Kirche zum Gewaltverzicht und Ablehnung einer aggressiven Politik gegenüber Menschen und Völkern.

Der pontifikale römische Katholizismus ist ein Teil, ein Aspekt des Christentums, und zwar ein historischer. Der römische Papst repräsentiert diesen Teil. Der römische Katholizismus war aber nicht primär in der Geschichte des Christentums. Viel älter und auch viel kultivierter als Rom war die christliche Orthodoxie mit Byzanz als Zentrum. Im Mittelalter bei einem barbarisch gebliebenen Europa war Byzanz Stätte einer unvergleichlichen Raffinesse und Kultur.

Römisch-katholische Kirche: Idee des römischen Imperiums über den Glauben an Gott gestellt

Die römisch-katholische Kirche kann jedenfalls nicht weiter bestehen, wie sie jetzt ist. Sie hat die Idee des römischen Imperiums über den Glauben an Gott gestellt und ist damit zur Institution und höchster Instanz zur Einsetzung staatlicher Macht und zum staatlichen Machterhalt geworden, was nicht auf den freien Willen von Christen zurückgeht und nach unserem heutigen Verständnis der Kirche deshalb nicht zusteht. Bis heute ist diese historische Fehlentwicklung nicht richtig überwunden worden. Die Idee des politischen Liberalismus eines freien säkularen Staatswesens, das selbstverständlich von gläubigen Christen mitgetragen wird, ist immer noch nicht in Europa richtig angekommen.

Fehlende selbstkritische Betrachtung der westlichen Geschichte

Bei deutschen Medien und bei den regierenden Parteien fehlt eine selbstkritische Betrachtung der westlichen Geschichte, was in vieler Hinsicht ein großes Problem in Europa geworden ist. Unaufgeklärt bleiben so die Defizite der westlichen Zivilisation bestehen, wobei die Rolle der Kirche nur ein Aspekt darstellt. Diese vielen dunklen Seiten werden zu wenig bewusst:

Die hässliche Geschichte von Plünderung, Raub und geplantem Mord an anderen Völkern und Menschen durch die Kreuzfahrten, die gewaltsame Kolonisierung, die Sklaverei, die Vernichtung und Ausrottung der Völker in Übersee, vor allem der Einheimischen von Nordamerika, Australien, Teilen von Afrika und Lateinamerika. Diese massenmörderische Geschichte ging weiter im 20. Jahrhundert mit dem Ersten und Zweiten Weltkrieg und mit weiteren Angriffskriegen in den letzten Jahrzehnten, auch in das 21. Jahrhundert hinein. Diese grausamen, bösen Untaten sind keine Zeichen christlicher Aufklärung, sondern eher Zeichen des Anti-Christ.

Warum hat sich Deutschland in diesen Schmutz ziehen lassen?

Sich mit solchen Fehlschritten zu konfrontieren und sie zu bekämpfen, verlangt viel Kraft und Entschlossenheit, eine Kraft und Entschlossenheit, die der Pontifex und beide deutschen Kirchen erbringen sollten. Es handelt sich um massenmörderische Attentate der sogenannten christlichen Welt, orchestriert von Macht-Eliten an der Spitze westlicher Regierungen. Christliche Journalisten sollten sich damit befassen, anstatt sie zu verdrängen oder zu ignorieren. Warum hat sich Deutschland in diesen Schmutz ziehen lassen? Politiker und Journalisten haben das offenbar gar nicht bemerkt. Journalisten und Politiker gehen täglich mit Leuten um, die sich ständig außerhalb von Recht und Gesetz bewegen, Leute, die mit dem Recht und Gesetz nichts zu tun haben wollen, und das geschieht sogar im Scheinwerferlicht des Fernsehens, vor der Presse, auf internationalen Konferenzen. Merken sie nicht, dass sie so den Weg in eine umgedrehte Wertewelt gehen, dass sie gemäß einer spezifisch antichristlichen, unmenschlichen Moral den Weltanschauungskriegern folgen? Ist es ihnen erträglich, sich von menschlichem Blut beschmutzen zu lassen, wenn sie bei den Machtspielen ungestört an ihrem Schreibtisch mitmachen und dabei bleiben dürfen? Wie kann sich ein Mensch so sehr aufgeben?


Verfasst am 20.04.2019 unter Bezugnahme auf Leitartikel in Süddeutsche Zeitung (SZ) vom 18.4.19: „Karfreitag – Was Wahrheit ist“ von Matthias Drobinski

Luz María de Stéfano Zuloaga de Lenkait ist chilenische Rechtsanwältin und Diplomatin (a.D.). Sie war tätig im Außenministerium und wurde unter der Militärdiktatur aus dem Auswärtigen Dienst entlassen. In Deutschland hat sie sich öffentlich engagiert für den friedlichen Übergang der chilenischen Militärdiktatur zum freiheitlichen demokratischen Rechtsstaat, u.a. mit Erstellen von Gutachten für Mitglieder des Deutschen Bundestages und Pressearbeit, die Einheit beider deutschen Staaten als ein Akt der Souveränität in Selbstbestimmung der beiden UN-Mitglieder frei von fremden Truppen und Militärbündnissen, einen respektvollen rechtmäßigen Umgang mit dem vormaligen Staatsoberhaupt der Deutschen Demokratischen Republik Erich Honecker im vereinten Deutschland, für die deutsche Friedensbewegung, für bessere Kenntnis des Völkerrechts und seine Einhaltung, vor allem bei Politikern, ihren Mitarbeitern und in Redaktionen. Publikationen von ihr sind in chilenischen Tageszeitungen erschienen (El Mercurio, La Epoca), im südamerikanischen Magazin “Perfiles Liberales”, und im Internet, u.a. bei Attac, Portal Amerika 21, Palästina-Portal. Einige ihrer Gutachten (so zum Irak-Krieg 1991) befinden sich in der Bibliothek des Deutschen Bundestages.


Online-Flyer Nr. 702  vom 24.04.2019

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