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Aktueller Online-Flyer vom 17. Juni 2019  

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Medien
Eine lockere Folge von Leserbriefen und Kommentaren
Hajos Einwürfe
Von Hajo Kahlke

Wie weit darf sich eine linke Zeitung transatlantischem Hardcore-Journalismus annähern? Wenn ist es zu werten, wenn ein souveräner Staat sich gegen Völkerrechts-Verächter wendet? Das sind Fragen, die in "Hajos Einwürfen" zum Thema gemacht sind. Die Neue Rheinische Zeitung versteht sich im Verbund mit der Vierteljahresschrift DAS KROKODIL als ein Forum, das zum Nachdenken anregen, eingefahrene, verkrustete Denkstrukturen aufbrechen bzw. der bewusst lancierten Desorientierung des Denkapparats – besonders der Linken – entgegenwirken will. Hajos kurze Texte sollen dazu ihren Beitrag leisten. Die Neue Rheinische Zeitung bringt deshalb in loser Folge von ihm verfasste Leserbriefe und Kommentare, die bei den Angeschriebenen nur selten das Licht der Öffentlichkeit erblicken.


Annäherung an transatlantischen Hardcore-Journalismus

Ob Kurdistan oder Katalonien - die junge Welt hat ein großes Herz für Separatisten. Und so ist ihr auch der Besuch des exiltürkischen Journalisten Can Dündar beim inhaftierten katalanischen "Unabhängigkeitsbefürworter" (O-Ton junge Welt) Jordi Cuixart ein gesondertes Gespräch wert. In diesem Gespräch ernennt Dündar den von ihm besuchten separatistischen Aktivisten Cuixart, wie sollte es anders sein, zum "politischen Gefangenen". Als ob es denn ein Menschen- oder Bürgerrecht auf Zerstörung der territorialen Integrität eines Staates gäbe! Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Jeder Staat hat prinzipiell das Recht, sich gegen - auch von innen kommende - Angriffe auf seine territoriale Integrität zur Wehr zu setzen, die Inhaftierung von Angreifern eingeschlossen. Politischer Gefangener kann aber nur sein, wen der Staat ZU UNRECHT inhaftiert!

Sofern Dündar herummäkelt, dass eine Inhaftierung von einem Jahr Dauer ohne Gerichtsurteil jedenfalls rechtswidrig werde, sollte er die von ihm so geschätzten einschlägigen "Europäischen Standards" einmal genauer anschauen: Das Haager Tribunal etwa ließ den von ihm beschuldigten serbischen Patrioten Vojslav Seselj nahezu ein Jahrzehnt ohne irgendein Gerichtsurteil in seiner Zelle schmoren. Doch den Europatümler Dündar stört so etwas nicht - Hauptsache ,es gibt diese "europäischen Standards", denn ohne die "kann jedes Land tun was es will". Und das wäre ja noch schöner: Länder, die über ihre eigenen Angelegenheiten selbst entscheiden - anstatt das Entscheiden den dazu Berufenen in Brüssel und Berlin zu überlassen.

Übrigens: Can Dündar schreibt wöchentlich als Kolumnist im transatlantischen Hardcore-Magazin DIE ZEIT - vor allem natürlich gegen Erdogan, aber auch gegen Putin usw.... Die junge Welt jedoch verschweigt diese Information ihren Lesern. Diese erfahren vielmehr nur, dass der ehrenwerte Gesprächspartner Dündar "seit zweieinhalb Jahren in Deutschland arbeitet". Mehr nicht.

Leserbrief zum Artikel "Politische Gefangene in Europa - 'Europäische Standards werden neu definiert' - Befürworter katalanischer Unabhängigkeit vor Gericht. Türkischer Journalist besuchte Aktivisten Jordi Cuixart", Krystyna Schreiber interviewt Can Dündar, "junge Welt" vom 20.02.2019, Seite 2


Wenn ein souveräner Staat sich gegen Völkerrechts-Verächter wendet

Wieso bitte schön blockiert Maduro denn "spanische Politiker"? Unterbindet er vielleicht in irgendeiner Weise das Wirken dieser Politiker in Spanien bzw. in der EU? Mitnichten! Was jetzt vielmehr blockiert wurde, ist eine besonders dreiste Form der Einmischung in die inneren Angelegenheiten Venezuelas: Und so dürfen nun sechs spanische Völkerrechts-Verächter und PUTSCH-UNTERSTÜTZER (das gewählte Wort "Politiker" ist hier Vernebelung) nicht in das Land ihrer Begierde einreisen. Eine schiere Selbstverständlichkeit für jeden souveränen Staat - nicht aber für den immer neo-kolonialistischer agierenden Westen.

Leserbrief zur Überschrift "Maduro blockiert spanische Politiker" in der Rhein-Neckar-Zeitung vom 19.2.2019, Seite 20

Online-Flyer Nr. 694  vom 27.02.2019

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