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Aktueller Online-Flyer vom 18. November 2019  

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Medien
Eine lockere Folge von Leserbriefen und Kommentaren
Hajos Einwürfe
Von Hajo Kahlke

Darf ein Journalist an den Weihnachtsmann glauben? Darf eine linke Zeitung ein Instrument der herrschenden Klasse, das der geistig-ideologischen Entwaffnung der Arbeiterklasse dient, zu einem Opfer der herrschenden Klasse verklären? Und ist es Aufgabe einer linken Zeitung, einen extrem unwahrscheinlichen Vorgang plausibel zu machen? Das sind Fragen, die in "Hajos Einwürfen" zum Thema gemacht sind. Die Neue Rheinische Zeitung versteht sich im Verbund mit der Vierteljahresschrift DAS KROKODIL als ein Forum, das zum Nachdenken anregen, eingefahrene, verkrustete Denkstrukturen aufbrechen bzw. der bewusst lancierten Desorientierung des Denkapparats – besonders der Linken – entgegenwirken will. Hajos kurze Texte sollen dazu ihren Beitrag leisten. Die Neue Rheinische Zeitung bringt deshalb in loser Folge von ihm verfasste Leserbriefe und Kommentare, die bei den Angeschriebenen nur selten das Licht der Öffentlichkeit erblicken.


Wer an den Weihnachtsmann glaubt

Dass es eben schlicht Zufall ist, wenn in einer solchen Häufigkeit angebliche oder wirkliche Täter von Terroranschlägen nicht verhaftet werden konnten, sondern halt erschossen werden mussten, ist die unwahrscheinlichste aller möglichen Erklärungen für dieses Phänomen. Von ihr mag überzeugt sein, wer auch an den Weihnachtsmann glaubt. Viel wahrscheinlicher jedoch ist, dass zumindest ein Teil dieser Tötungen direkt gewollt war, dass es seitens der exekutierenden Sicherheitskräfte dann gerade darum ging, die angeblichen oder wirklichen Täter nicht länger leben zu lassen.

Das zu sagen ist in der öffentlichen Diskussion allerdings fast tabu - schnell ist da der bewährte Hammer von der "Verschwörungstheorie" zur Hand. Also gibt es stattdessen eine kollektive Gehorsams-Einübung, die jedes Mal dargebotene Getötet-aus-Notwehr-oder-aus-Versehen-Theorie nicht in Frage zu stellen, sondern sie ein ums andre Mal  zu schlucken, obwohl individuell kaum jemand von ihr wirklich überzeugt ist.

Denn sich tatsächlich bewusst darüber zu werden, dass Sicherheitskräfte NACH einem Terror-Anschlag offensichtlich - zumindest fallweise - extrem gesetzwidrig handeln, würde ja verstärkt auch die Frage aufwerfen, inwieweit sie dies VOR einem solchen Anschlag nicht auch schon getan haben - weit jenseits von der üblichen "unverzeihlichen Panne". Und diese Frage darf schon gar nicht sein.

Leserbrief zu den Schlagzeilen "Fieberhafte Suche nach dem Täter" und "Polizei erschießt Attentäter" in der Rhein-Neckar-Zeitung vom 13. bzw. 14.12.2018


Instrument der herrschenden Klasse zum Opfer der herrschenden Klasse verklärt

Das "Recherchezentrum CORRECTIV" , um das es hier geht, wird vor allem von der Brost-Stiftung, also den WAZ-  bzw. Funke-Mediengruppe-Monopolisten, aber auch von Deutsche Bank, George Soros, ZDF, Google,  Böll-Stiftung, Adenauerstiftung und dergleichen unterstützt. Seit einiger Zeit nun bemüht sich CORRECTIV insbesondere, Facebook-Inhalte noch mehr im politisch correcten Sinne der Herrschenden zu säubern. Das erfährt man im Artikel der jungen Welt allerdings nicht.


Ausschnitt aus der Titelseite, junge Welt, 12.12.2018

CORRECTIV, tatsächlich ein - um in der traditionellen Terminologie zu bleiben - Instrument der herrschenden Klasse zur geistig-ideologischen Entwaffnung der Arbeiterklasse, wird von der jungen Welt vielmehr umstandslos zu einem Opfer der "Klassenjustiz" verklärt. Dies aus dem einzigen Grund, weil die Staatsanwaltschaft Hamburg gegen CORRECTIV-Chef Schröm wegen der Anstiftung zum Verrat von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen im Zusammenhang  seiner Beschäftigung mit den so genannten CUM-EX-Geschäften ermittelt.

Glaubt denn jemand ernsthaft, dass diese staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Schröm je zu einer Anklage oder gar Verurteilung führen werden? Dennoch werden sie nicht ohne Wirkung sein: Eine Image-Verbesserung für die Correctivisten werden sie allemal bringen. Können die sich nun doch als gar im Visier des Staates stehend,  und als "wirklich unabhängig", präsentieren. In diesem Sinne wollte die junge Welt  jetzt offenbar ein bisschen behilflich sein.

Leserbrief zum Artikel "Neues von der Klassenjustiz" von Nico Popp in "junge Welt" vom 12.12.2018, Seite 1


Ein extrem unwahrscheinlicher Vorgang

"Tausende Neonazis" - so die junge Welt in ihrer Ankündigung des Artikels "Brüssel sieht braun" auf der Titelseite - seien am Sonntag durch Brüssel gegen den Migrationspakt von Marrakesch marschiert. Worauf stützt sich eigentlich die Behauptung? Seit wann ist denn die gelb-schwarze Fahne mit dem flämischen Löwen, die nicht nur auf dem illustrierenden Foto der jungen Welt groß zu sehen ist, sondern in der Tat auf dieser Demo ganz überwiegend getragen wurde, eine "braune" Fahne?


Ausschnitt aus der Seite mit dem Artikel, junge Welt, 18.12.2018 (in der online-Version ist das Foto in Farbe wiedergegeben - mit gelb-schwarzer Fahne)

Hat man da nicht wenigstens ein Foto mit einer Reichskriegsflagge und zwei, drei Hitlergrüßern auftreiben können? Die Brüsseler Zivilpolizisten und NGO-Bediensteten werden doch an diesem Sonntag nicht alle dienstfrei gehabt haben!? Nun ist natürlich theoretisch denkbar, dass sich wirkliche Neonazis als bloße völkische Regionalisten tarnen - obwohl sie in der Regel gerade ihre spezifischen Nazi-Insignien durchaus zeigen wollen. Und im vorliegenden Fall müssten sich dann nicht etwa nur ein paar Dutzend, sondern immerhin tausende Neonazis auf diese Weise getarnt haben, damit die "braune" Behauptung der jungen Welt stimmig wäre. Ein extrem unwahrscheinlicher Vorgang wird da also zugrunde gelegt, welcher von der jungen Welt dann aber umso mehr mit Fakten dargelegt und plausibel gemacht werden müsste. Doch insoweit Fehlanzeige, klaro.

Leserbrief zum Artikel "Brüssel sieht braun" von Ina Sembdner in "junge Welt" vom 18.12.2018, Seite 6

Online-Flyer Nr. 687  vom 19.12.2018

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