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Aktueller Online-Flyer vom 25. August 2019  

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Glossen
Die Perspektive schlechhin:
Werden Sie doch einfach Rüstungs-Mafioso!
Von Ullrich Mies

Alle kollabierenden Klein- und Mittelständler sollten sich schnellstens umorientieren: Der Frieden ist kein Geschäftsmodell. Frieden können wir uns im Kapitalismus nicht leisten! Sie sollten zukunftsorientiert denken, schnellstens umsatteln und in die lukrative Kriegswirtschaft einsteigen, moralische Bedenken hin und her. Moral ist etwas für Ewiggestrige! Am besten beteiligen Sie sich an Großprojekten. Eine zukunftsorientiertere Empfehlung kann es gar nicht geben. Wie wäre es beispielsweise mit Beteiligungen an neuen Kampfflugzeugen oder dem immer noch nicht flugtauglichen Transportflugzeug A-400-M oder der Korvette K-130? Auch neue Panzer- und Drohnentechnologien sind hoch im Trend. Dann könnten Sie doch wieder mit Zuversicht nach vorne schauen, müssten sich um Ihren Absatzmarkt keine Sorgen machen. Vielleicht könnte auch der gewogene Anleger bei Ihnen einsteigen?

Der kleine Mann hat ja kein Geld mehr, weil die Herrschaftskasten die Allgemeinheit schleichend ausplündern. Im Rüstungsbusiness steckt die Zukunft. Auch muss niemand einen Liefertermin einhalten, Festpreisvereinbarung gibt es auch nicht, das heißt, Sie können jeden Preis verlangen, Sie berufen sich ganz einfach auf eine „Preisgleitklausel“. So schön war freies, volksfinanziertes Unternehmertum noch nie!

In den Herrschaftsetagen interessiert sich ohnehin niemand dafür, dass unsere Innenstädte vorkommen, weite Teile der Bevölkerung verarmen, die Infrastruktur schleichend kollabiert, wie am Beispiel der Bundesbahn eindrucksvoll zu besichtigen. Statt dessen wird Geld für hirnrissige Großprojekte wie BER und Stuttgart 21 durch den Kamin gejagt. Alles „bedauerliche“ Kollateralschäden. Seit 1992 haben sich die deutschen Regime ihre militaristischen Abenteuer auf Volkskosten für so genannte Auslandseinsätze circa 21,6 Milliarden Euro Kosten lassen, der Sold für die Soldaten ist dabei noch nicht einmal berücksichtigt. Das heißt, erhebliche Milliardenbeträge müssen noch hinzugerechnet werden, die im Schatten intransparenter Militärhaushalte nicht das Licht der Öffentlichkeit erblicken.

Aber es kommt noch besser. Da lassen sich die Feind-Organisationen gegen die Interessen der Völker – die so genannten Volksparteien – einiges einfallen: Zwar ist das Noch-Merkel-Regime jederzeit durch ein anderes vergleichbar degeneriertes und verbrecherisch-kriegstreiberisches US-Statthalter-Regime neokonservativ-transatlantischer Prägung austauschbar, doch derzeit möchte es noch sehr viel mehr: Es will den deutschen Rüstungshaushalt von 38,5 Milliarden im Jahr 2018 auf 43,2 Milliarden Euro im kommenden Jahr anheben, Verdunkelungshaushalte anderer Ministerien nicht eingerechnet.

Das sind die modernen Investitionen in den Frieden, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit: Besser geht Mafia-Business nicht. Werden auch Sie Rüstungs-Mafioso! Sie können sich in NATO-Projekte einklinken oder sich an der zukunftsorientierten europäischen Rüstungsindustrie beteiligen.

Das Merkel-Regime und die ihm angeschlossenen sozialdemokratischen kriegsaffinen Transatlantikerbanden geben sich mit der Aufstockung des Rüstungshaushalts immer noch nicht zufrieden. Sie kriegen den Hals ganz einfach nicht voll: Sie wollen neben dem NATO-Kriegsmoloch, der bereits heute circa 20 Mal mehr für das Militär ausgibt als Russland, einen längst beschlossenen Parallelmoloch europäischer Provenienz schaffen, diesen mit weiteren Volksmitteln ausstatten, um imperialistische Kriege im zugrunde gerichteten „Nachbarschaftsraum“ der EU zu führen. Der im Vergleich zur NATO neue EU-Rüstungs-Moloch heißt PESCO.

Als zukunftsorientierter Klein- und Mittelständler sollten Sie die Zeichen der Zeit endlich erkennen. Sie müssen Verantwortung übernehmen, beispielsweise sich an den laufenden Angriffsvorbereitungen auf den Russen beteiligen und uns vor querulierenden Afrikanern schützen, die sich die Fischgründe nicht einfach wegfischen lassen oder ihre einheimischen Geflügelmärkte nicht mit EU-Geflügel-Gammelfleisch überschwemmen lassen wollen!

Und um das Wichtigste für den aufstrebenden Klein- und Mittelrüstungsunternehmer nicht zu vergessen: Die Provisionszahlungen für korrupte Schmieren-Chargen unserer Volks-Schrumpfkopf-Parteien in Höhe von mindestens 10% der zu spät gelieferten und überteuert-fakturierten Mordmaschinenteile immer schön einpreisen! Die können Sie dann über die Preisgleitklausel dem Steuerzahler unterschieben. Der bezahlt für diese Art der Friedenssicherung unserer aus der Zeit gefallenen kriegsgeilen Neofeudalkaste gern mit abgefuckten Bildungseinrichtungen, dauerverspäteten Zügen, einer zusammenstürzenden Gesundheits- und Altersversorgung.


Vergleichbarer Text bei Rubikon veröffentlicht

Online-Flyer Nr. 686  vom 12.12.2018

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