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Aktueller Online-Flyer vom 21. September 2018  

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Medien
Eine lockere Folge von Leserbriefen und Kommentaren
Hajos Einwürfe
Von Hajo Kahlke

Ist es Aufgabe einer linken Zeitung, zu verschweigen und zu vernebeln, wenn es um eine Tat mit Todesfolge geht? Das ist eine Frage, die in "Hajos Einwürfen" zum Thema gemacht ist. Die Neue Rheinische Zeitung versteht sich im Verbund mit der Vierteljahresschrift DAS KROKODIL als ein Forum, das zum Nachdenken anregen, eingefahrene, verkrustete Denkstrukturen aufbrechen bzw. der bewusst lancierten Desorientierung des Denkapparats – besonders der Linken – entgegenwirken will. Hajos kurze Texte sollen dazu ihren Beitrag leisten. Die Neue Rheinische Zeitung bringt deshalb in loser Folge von ihm verfasste Leserbriefe und Kommentare, die bei den Angeschriebenen nur selten das Licht der Öffentlichkeit erblicken.


Verschweigen und vernebeln

Ein "Streit" habe bei einem der Beteiligten zu "akutem Herzversagen" geführt - mehr gibt die junge-Welt-Meldung zum Sachverhalt des tödlichen Geschehens in Köthen nicht preis. Das klingt dann einem nach Unglücksfall (der Mann hat sich vielleicht zu sehr aufgeregt), und soll wohl auch so klingen. Denn der zu Tode Gekommene ist Deutscher, und seine Streitgegner sind hingegen zwei afghanische Migranten gewesen.
 
Und dementsprechend verschweigt die junge-Welt-Meldung auch, dass laut einer Augenzeugin diese beiden Migranten dem schließlich zu Tode Gekommenen erst ins Gesicht schlugen und dann, als er auf dem Boden lag, mit den Füssen gegen den Kopf und in den Magen traten. Lediglich davon, dass "Ermittler Tritte oder Schläge gegen den Kopf als Todesursache ausschließen" würden, ist in der Meldung die Rede.
 
Eine derart vage, vernebelnde junge-Welt-Meldung wäre in umgekehrter Rollenverteilung (die Schlagenden und Tretenden sind Deutsche, der zu Tode Gekommene ist ein Migrant) schlicht undenkbar. Ebenso undenkbar wäre, dass die junge Welt es dann unterschlagen würde, wenn politische Sympathisanten der Schlagenden und Tretenden auf einem Transparent deren Gewalttat dann auch noch begrüßen bzw. verharmlosen und den zu Tode Gekommenen verhöhnen und diffamieren würden.


Screenshot aus der ZDF-heute-Sendung vom 9.9.2018, 19 Uhr, über die Situation nach einem Todesfall in Köthen

Genau das aber haben jetzt in Köthen einschlägige Aktivisten mit ihrem Transparent "Prügelstrafe für Nazis", illustriert durch die Abbildung eines mit dem Fuß gegen den Brust-Kopf-Bereich seines schon in die Knie gehenden Opfers tretenden 'Bestrafers', getan...

Leserbrief zur Meldung "Instrumentalisiert" [https://www.jungewelt.de/artikel/338694.sachsen-brauner-terror-in-chemnitz.html] dpa-basierend in "junge Welt" vom 11.09.2018, Seite 2, mit dem Wortlaut: "Nach einem Streit zweier Männergruppen in Köthen und dem Tod eines 22jährigen in der Nacht zu Sonntag schließen Ermittler Tritte oder Schläge gegen den Kopf als Ursache aus. Der Mann sei an akutem Herzversagen gestorben, eine schwere Vorerkrankung bestätigt. Zwei Afghanen wurden nach der Auseinandersetzung in U-Haft genommen. Den Tod des Mannes nahmen rechte Gruppen zum Anlass, für Sonntagabend zu einem »Trauermarsch« zu mobilisieren. Rund 2.500 Demonstranten folgten dem Aufruf. Dabei hetzte unter anderem der Neonazi David Köckert, sprach von einem 'Rassenkrieg gegen das deutsche Volk'. (dpa/jW)"

Online-Flyer Nr. 673  vom 12.09.2018

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