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Aktueller Online-Flyer vom 13. November 2018  

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Globales
Anlässlich der Veröffentlichung über den Wikipedia-Moderator "Feliks"
Die "Antisemiten-Macher" bei Wikipedia
Von Hartmut Barth-Engelbart

Als 2005 auf der Leipziger Buchmesse die Plakate für die Lesungen zum 30. Geburtstag des Frankfurter ZAMBON-Verlages allesamt abgehängt wurden und die Lesungs-Hinweise im Internet aus dem Messeprogramm verschwanden, gaben mir Insider der Messeleitung in Leipzig die Auskunft, das geschehe auf höchste Anweisung aus dem Berliner Außenministerium. Auf Anweisung Josef Fischers, also. Und zwar mit der Begründung, man wolle auf der Buchmesse im 50. Jubiläumsjahr der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Israel weder antisemitische, antizionistische noch israelfeindliche/israelkritische Veranstaltungen sehen. Und dies besonders, da Israel das Gastland und der Schwerpunkt dieser Buchmesse sei. Betroffen war dabei eine Lesung eines prominenten afrikanischen Politikers, der zum Irak-Krieg zusammen mit einem prominenten belgischen Wissenschaftler und Journalisten geforscht und publiziert hat. (1) Nun, es schien eine Initiative des Atlantikbrücken-Scheinheiligen und Jugoslawien-Zerbombers Joschka (Fischer) zu sein.

Doch als dann noch die Geburtstagsfeier mit Live-Musik und weiteren Lesungen, Kabarett-Einlagen & internationalem Buffet trotz Plakatierung in Halle, trotz Ankündigung im Programmheft des VL-Zentrums der Vereinigten Linken 10 Minuten vor Beginn durch das Zentrum abgesagt wurde (und wir vom sichtlich zerknirschten “Chef“-Koch zum „selbstverständlich kostenlosen Wiedergutmachungsessen“ eingeladen wurden, wurde uns Schritt für Schritt klar, dass es nicht nur Joschka Fischer war.

Kurz bevor wir im VL-Zentrum ankamen, war eine Gruppe von „Antideutschen“-Israel-Fans erschienen. „Im Auftrag des Außenministeriums“ sorgten sie für die Absetzung der Geburtstagsfeier. Für den Fall der Weigerung der VL würde man die Gesundheitspolizei, die Baupolizei, das Jugendamt, die Kollegen vom Rauschgift-Dezernat vorbeischicken. „Die finden immer was und dann ist der Laden dicht. Küche nicht hygienisch, Dach baufällig, kleinere Mengen Drogen im Haus und so heiter ….” Die so eingeschüchterten VL-Leute fügten sich und wiesen uns die Türe. Wiedergutmachungsessen? Der Koch war kurz vorm Weinen. Uns war der Appetit vergangen.

Wer ist der re(di)gierend-zensierende Moderator FELIKS?

Liest man den Wikipedia-Eintrag über den ZAMBON-Verlag, merkt man sehr schnell, dass da die „Antisemiten-Macher“ am Werk waren. Der Holocaust-Überlebende Dr. Giuseppe Zambon soll delegitimiert werden. Er wird zusammen mit Professor Dr. Rolf Verleger zum „selbsthassenden Juden“ erklärt, zum jüdischen Antisemiten … Wenn man nach dieser Lektüre sich dann noch die Wikipedia-„Diskussion“ antut, fällt der re(di)gierend-zensierende Moderator FELIKS sofort auf…

Ich habe mich über mehr als 15 Jahre darüber gewundert, warum bei meinem wikipedia-Eintrag aus dem Zusammenhang gerissene Zitate dafür verwendet werden, mich als zumindest „tendenziell antisemitisch“ hinzustellen. Ich hatte zunächst Jutta Ditfurth im Verdacht, aber die kam erst 2011/12 dazu. DrySatt/kulturzeit.

Durch Hinweise auf einen Film "Die dunkle Seite der wikipedia" wurde mir klar, wer hinter diesen Text-Umschreibungen, Verfälschungen & Zensurmaßnahmen steht bzw. was das Kürzel FELIKS bedeutet: Die wikipedia-Botschaft wurde bis in die „linke Szene“ der strahlenden Stadt Hanau getragen. Schon einige Jahre zuvor drang die Botschaft in die VVN/BdA ein und gipfelte zeitgleich in meinem Ausschluss aus attac, für die ich geschrieben, gesungen, gespielt habe, deren Sommerakademie und Theaterfestival (in Halle in der Frankeschen Stiftung) ich mitgestaltet habe … besonders schmerzlich für mich war der Ausschluss aus dem von mir initiierten attac-Projekt „attac-Kultur-Radio“, Ausschluss aus allen attac-mailing-Listen.

Nun war ich schon Einiges an Verschwörungs-Praxis gewöhnt: meinen Ausschluss aus der GEW und dem DGB hatte ich einem Redakteur der VVN/BdA-Zeitung „Die Tat“ und DKP-Mitglied zu verdanken, der mit mir zusammen im Personalrat des Studienseminars 12 in Hanau saß. Hinter meinem Rücken schickte er fingiertes Belastungsmaterial bezüglich „gewerkschaftsschädigendem Verhalten“ an den Bundes- und den hessischen Landesvorstand der GEW mit der Aufforderung, mich aus der Gewerkschaft auszuschließen.

Mein Ausschluss aus der GEW wurde zwar vom Hanauer Kreisverband auf einer Mitgliederversammlung mit 196 zu 2 Stimmen bei drei Enthaltungen abgelehnt. Ich wurde aber trotzdem ausgeschlossen und so dem Berufsverbot ausgeliefert. Wegen des Ausschlusses auf der Grundlage der Unvereinbarkeitsbeschlüsse war ich ohne gewerkschaftlich-kostenlosen Rechtsschutz/Rechtsbeistand für eine Klage vor dem europäischen Gerichtshof in Straßburg. Eine Klage gegen das Berufsverbot, die alle DKP-KollegINNen wagen konnten, weil die Kosten von der Gewerkschaft übernommen wurden. Der DKP-„Genosse“ ist übrigens 1989 von der Bildfläche verschwunden und hat seine Lebenspartnerin mit schwersten Depressionen zurückgelassen.

FELIKS enttarnt

Die von FELIKS entscheidend mitgestaltete HaBE-wikipedia-Seite führt aktuell zu Engagements-Boykotten, Untersagung von Auftritten bei Ostermärschen und/oder deren Sabotage und eine ausufernde Mundpropaganda gegen mich. Gezielter Rufmord. Die Ruf-Mord-Opfer des Herrn FELIKS sind mittlerweile Legion. Und seit Neuestem kann man auch erfahren, wer dieser feliks wirklich ist und für wen er arbeitet. Am 8.9.2018 veröffentlicht NachDenkSeiten den Artikel "'Feliks' ist enttarnt – Wie das Wikipedia-Monopol zur Desinformation genutzt wird" von Dirk Pohlmann. (2) Hier ein paar Auszüge:
    Wikipedia hat sich selbst zum Ziel gesetzt, eine „freie und hochwertige Enzyklopädie zu schaffen und damit lexikalisches Wissen zu verbreiten.“ Mittlerweile belegt das Online-Lexikon auf der Rangliste der meistbesuchten Webseiten Platz 5. Es ist also weltweit eine der wichtigsten Informationsquellen im Internet.
    Dem eigenen Anspruch kann Wikipedia aber trotz seiner Popularität nicht genügen. Obwohl unter Autoren und Benutzern die Kritik an der Einseitigkeit wichtiger Artikel zu politisch relevanten Themen zunimmt, wurden die Problemfälle bisher als unvermeidliche Folge der Offenheit der Wikipedia interpretiert, die ja gleichzeitig ihr Erfolgsgeheimnis sei. Wenn jeder mitmachen könne, gäbe es eben manchmal Probleme.

    Aber nicht der freie Zugang ist die Ursache der Einseitigkeit, sondern die in Wirklichkeit sehr hierarchische Struktur des Online-Lexikons. Sie hat die feindliche Übernahme des in der Öffentlichkeit als Musterbeispiel für ein offenes, demokratisches Zusammenarbeiten geltenden Projekts durch eine Gruppe ermöglicht, die wikipedia-intern als „Politbüro“ bezeichnet wird, und die wir die „Junta“ nennen. Sie herrscht mit „Vandalismusmeldungen“ in Wikipedia und bestraft Unbotmäßigkeiten ihr gegenüber, Einträge, die ihrer Ansicht zuwiderlaufen und sogar die Nennung unserer Youtube Sendung „Geschichten aus Wikihausen“ mit Sperren, teilweise sofort auf Lebenszeit. Die Gruppe hat ihre eigenen Administratoren, also Wikipedia Schiedsrichter und ist damit Täter, Ankläger, Verteidiger, Staatsanwalt und Richter in Personalunion. Das sind groteske Verhältnisse, die nicht dem sorgsam gepflegten öffentlichen Image entsprechen.(…)

    (…) Es ist nicht erstaunlich, dass diese Machtkonzentration Personen, Gruppen, Institutionen und staatliche Stellen anlockt. Als Markus Fiedler und ich für unsere YouTube Sendung „Wikihausen“ recherchierten, wer Champion bei der Manipulation von Wikipedia ist, landeten wir nicht in Russland, sondern in Israel. Alleine das israelische „Ministerium für strategische Angelegenheiten“ (Ministry for Strategic Affairs, im deutschen Wikipedia als “Ministerium für internationale Beziehungen” übersetzt!) gibt über 70 Millionen Dollar für eine Kampagne aus, um mit den Worten der Direktorin General Sima Vaknin-Gil „eine Gemeinschaft von Kämpfern zu schaffen“ die Aktivitäten „anti-israelischer Aktivisten zum Erliegen bringen“ und “das Internet” mit pro-israelischen Inhalten „überfluten“ soll. Diese Summe ist aber nur ein Bruchteil der aufgewendeten Gelder, die vom israelischen Militär, staatlichen und privaten Stellen sowie NGOs für diese Zwecke aufgewendet werden, wie wir in der 4. Folge von Wikihausen gezeigt haben.

    Wird das in den Mainstream-Medien thematisiert, die sich ja große Sorgen wegen der angeblichen russischen Manipulationen machen? Nein. Wird dagegen juristisch und diplomatisch vorgegangen? Nein. Kümmert sich Wikipedia selbst um dieses Problem? Nein. Aber warum sind solche Doppelstandards möglich? Und welche Folgen haben sie? Interessiert das wirklich niemand? (…)

    (…) Feliks war Markus Fiedler bereits bei den Recherchen zu seinen beiden Filmen „Die dunkle Seite der Wikipedia“ und „Zensur – die organisierte Manipulation der Wikipedia und anderer Medien“ aufgefallen. (…)

    (…) Die Enttarnung von Feliks war ein investigatives Puzzlespiel, das uns letztlich durch einen Hinweis gelang, in welcher Schule er Abitur gemacht hatte. In Kombination mit anderen, von uns recherchierten Daten brachte uns das auf seine Spur.

    Mittlerweile ist klar, wer Feliks ist: Er hieß früher Jörg Egerer und hat sich (...) in Jörg Matthias Claudius Grünewald umbenannt. Egerer ist Beamter (...) und konvertierte (...) vom katholischen Glauben zum Judentum. Egerer/Grünewald ist Mitglied der Linken, wird den „Antideutschen“ zugeordnet, ist ein politischer Freund von Klaus Lederer, war Bundestagskandidat der bayrischen Linken und war dort als Landesschatzmeister dem Vorstand beigeordnet. In seiner Amtszeit kam es zu Unregelmäßigkeiten, die nach seinem Rücktritt bekannt wurden, aber nach Angaben von Parteimitgliedern aus parteitaktischen Erwägungen nie juristisch aufgeklärt wurden. Es wurden Spendenquittungen an das „Forum kommunistischer Arbeitskreise“ ausgestellt, die trotz des Namens heute dem rechten Flügel der Linken angehören, das Geld blieb aber nicht in der Partei, sondern wurde weitergeleitet.

    Es fällt auf, dass Egerer/Grünewald Einträge zu Mitgliedern der Linken nach Nähe zu seinen politischen Positionen durch selektive Auswahl detaillierter Angaben entweder diskreditiert, etwa bei den Bundestagsmitgliedern Diether Dehm, Annette Groth, Inge Höger, Alexander Süßmaier, Kornelia Möller oder Oskar Lafontaine, oder positiv darstellt, wie bei Klaus Ernst oder Eva Bulling-Schröter, deren Webseite er auch betreut hat. Die negative Darstellung in Wikipedia durch Feliks gilt insbesondere für Linke, die sich kritisch zur derzeitigen israelischen Außenpolitik äußern.

    Das könnte damit zusammenhängen, dass Jörg Egerer mehrfach Teilnehmer bei Sar-El war, einem Freiwilligenprogramm der israelischen Streitkräfte für Ausländer, bei dem allerdings kein Dienst in aktiven Kampfeinheiten geleistet wird. Mehrere Linke haben uns aber berichtet, dass es ein Foto von Jörg Egerer in israelischer Uniform mit einer Uzi-Maschinenpistole gibt.

    Egerer/Grünewald ist (...) Mitglied im „Bund jüdischer Soldaten e.V.“, wo er auch Kassenprüfer ist. Er hat militärische Fallschirmabzeichen der US Army, der tschechischen, kroatischen und belgischen Streitkräfte. Davon wusste aber keiner der Linkenpolitiker, mit denen wir gesprochen haben. (…)


Fußnoten:

1 "Irak – Der Widerstand – Auge in Auge mit den Besatzern", Buch von Dr. Mohammed Hassan und David Pestieau, eine analytische Darstellung des Widerstandes gegen die US-Besatzung unter besonderer Berücksichtigung der historischen Voraussetzungen, z.B. der Baath-Partei oder der KP Iraks.
https://www.jpc.de/jpcng/books/detail/-/art/Mohammed-Hassan-Irak/hnum/7995944
https://zambon.net/index.php?id=25&L=0&tt_products%5Bbegin_at%5D=48&tt_products%5BbackPID%5D=7&tt_products%5Bproduct%5D=198&cHash=06bfd6fb40b7a001a5f65a998d113674

2 „Feliks“ ist enttarnt – Wie das Wikipedia-Monopol zur Desinformation genutzt wird
Dirk Pohlmann am 8. September 2018 bei NachDenkSeiten
https://www.nachdenkseiten.de/?p=45899


Siehe auch:


Am Beispiel Israel-Palästina lässt sich das Verfälschen besonders gut belegen
Wie Wikipedia Fakten manipuliert
Von Arn Strohmeyer
NRhZ 673 vom 12.09.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25198

Koblenz: im Dialog
Eine Klarstellung
Von Sabiene Jahn und Rolf Künster
NRhZ 673 vom 12.09.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=2520

Online-Flyer Nr. 673  vom 12.09.2018

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