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Aktueller Online-Flyer vom 26. Mai 2019  

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Wirtschaft und Umwelt
Veranstaltung des Welt-Windenergie-Verbands in Bonn am 6. September 2018
Internationales Bürgerwindsymposium 2018 und Bürgerenergieforum
Von Helmut Lorscheid

Konferenzen zu Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit gibt es viele in Bonn. Oft sind sie nur einem Fachpublikum und der Presse zugänglich. Am 6. September 2018 findet ein Symposium statt, an dem jeder teilnehmen kann, der sich für das "Internationale Bürgerwindsymposium 2018 und Bürgerenergieforum" interessiert bzw. in diesem Bereich tätig ist. Der Eigendarstellung des Veranstalters, der "World Wind Energy Association" (WWEA), zufolge sind rund 600 Personen aus 100 Ländern Mitglied des in Bonn als gemeinnützig registrierten Vereins. Den Eröffnungsvortrag hält Stefan Gsänger, Generalsekretär des WWEA zum Thema "Bürgerwind: 20 Monate Ausschreibungen - Welche Erkenntnisse gibt es?"

Nach Ansicht vieler Aktivisten im Bereich Erneuerbarer Energie sind diese Ausschreibungen nur als ein weiterer Versuch zu werten, den Ausbau Erneuerbarer Energie zu behindern. Sicherlich eine Thematik, die auch in vorgesehene "Politische Diskussion" einfließen wird. Auf dem Podium sitzen Jan Dobertin, Bürgermeister der Klimakommune Saerbeck, zwei Vertreter des Bundesverbands WindEnergie BWE, der SPD Europa-Abgeordneten Arne Lietz und die Energiepolitischen Sprecherin der Grünen im Landtag NRW, Wiebke Brems. Die Diskussion leitet Jan Dopertin vom Landesverband Erneuerbare Energien NRW.

Einen Vortrag über "die Rolle der Bürgerenergie in der deutschen Energiewende" hält Simone Peter, frühere Ministerin für Umwelt, Energie und Verkehr des Saarlands und frühere Ko-Vorsitzende der Grünen. Sie spricht als Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE). Ihre Position lautet klar und deutlich: "Die Erneuerbaren brauchen Bürger-Energie."

Es werden also auch einige internationale Gäste teilnehmen. Angekündigt wird beispielsweise für den Nachmittag eine Diskussionsrunde zum Thema "Bürgerenergie in Afrika - Beispiele guter Praxis". Teilnehmer sind Dr. Osman Benchikh, früherer Leiter des UNESCO-Energy-Programms, sowie M. Ousmane Ouattara, Direktor des Mali Folkecenter, Jefree Rugare (Geschäftsführer, global Solar, Zimbabwe) und Crispen Zana, Stellvertretender Bereichsleiter Africa-EU-Energy Partnership. Auch Bärbel Höhn nimmt als Referentin teil - in ihrer neuen Funktion als Energiebeauftragte des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Afrika. Diese Funktion teilt sie sich mit ihrem CSU-Kollegen Josef Göppel, der sich im Bundestag als einer der wenigen Förderer der Bürgerenergie einen (guten) Namen machte.

Mittags geht es um die "Innovative Praxis bei der Bürgerenergie". Da allerdings fällt ein Vortrag etwas aus dem Rahmen. Peter Sack, Vorstand Bürgerenergie Erwitte-Schmerlecke e.G., berichtet über "Aktuelle Entwicklungen im Bereich Nahwärme". Ein Blick auf die Homepage zeigt, dass in Erwitte schlicht Holzabfälle einer örtlichen Firma verbrannt werden und die Wärmeenergie an die Haushalte geleitet wird. Auf die Frage, was denn mit "Erneuerbarer Energie" zu tun habe, antwortet WWEA-Generalsekretär Stefan Gsänger: "(...) Allerdings weise ich darauf hin, dass die Bürgerenergie-Landschaft in Deutschland ja durchaus nicht ganz so einheitlich ist, wie das vielleicht zu wünschen wäre. Wenn Sie sich den Veranstaltungstitel ansehen, werden Sie den Untertitel 'und Bürgerenergieforum' bemerken. Es ist uns wichtig, neue, innovative Ansätze für die Bürgerenergie aufzuzeigen, die auch über die Windenergie hinausweisen, daher gibt es auch Vorträge, die nicht nur auf Windenergie bezogen sind. Relevant sind sie für Bürgerwindakteure allemal, wie uns das rege Interesse an der Veranstaltung zeigt." Was am Holz verbrennen "neu und innovativ" sein soll, ist vielleicht auch Gegenstand des Vortrages. Die von Gsänger vertretene Position ist für einen Verein, der satzungsgemäß Erneuerbare Energie und insbesondere Windenergie fördern soll, eine eher erstaunliche. Aber auch darüber wird am 6. September 2018 ganz sicher diskutiert werden.

Den Abschluss bildet eine Podiumsdiskussion über "Bürgerenergie weltweit", an der Vertreter aus Belgien, Pakistan, Japan, Australien und den USA teilnehmen werden.

Die bisherige Werbung für diese sicherlich interessante Konferenz ist eher verhalten. So war von dieser Konferenz beispielsweise dem Büro der Lokalen Agenda der Stadt Bonn nichts bekannt. Da aber Foren zur Windenergie und insbesondere zur Bürgerenergie recht selten sind, sollten möglichst viele in diesem Bereich tätige Menschen die hier gebotene Plattform auch nutzen. Die Teilnahme ist kostenlos.


Das vollständige Programm:
https://wwindea.org/blog/2018/05/25/save-the-date-3rd-international-community-wind-symposium

Anmeldung erbeten bei:
Projektkoordinator Bürgerenergie Fabian Tenk (WWAE)
ft@wwindea.org Telefon 0228 369 40 - 82


Online-Flyer Nr. 670  vom 22.08.2018

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