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Aktueller Online-Flyer vom 15. Oktober 2018  

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Kommentar
Kommentar vom Hochblauen
Das Jerusalem-Komplott gegen Muslime
Von Evelyn Hecht-Galinski

Selten gab es einen so heißen Sommer in Deutschland und niemals zuvor eine Fußballweltmeisterschaft, die als Reaktion auf das schnelle Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft einen Rassismus ungeahnten Ausmaßes zu Tage brachte. Was hätten die deutschen Medien, angeführt von der "Springernden Bild", eigentlich gemacht, wenn es im quotenschwachen Sommerloch kein Foto von Mesut Özil und dem türkischen Präsidenten Erdogan gegeben hätte?

Rote Karte für den Deutschen Fußballbund

Während Özils Rücktritt hierzulande als persönliche Beleidigung und Undankbarkeit eines Deutschen mit türkischen Wurzeln gesehen wird, der doch bitte dankbar dafür sein soll, was ihm hier geboten wurde, um zum "Multimillionär" aufzusteigen. Es gibt inzwischen keinen Politiker, keine Zeitung und keinen Sender, der uns nicht täglich neues Futter über Özil bietet. Er, der die einzig richtige Konsequenz aus dieser unsäglichen Affäre zog und der Nationalmannschaft und dem Deutschen Fußballbund DFB die Rote Karte zeigte und seinen Rücktritt bekannt gab. Schließlich ist er jetzt wieder „der Türke“ und hat seine Schuldigkeit getan und kann gehen! Letztendlich hat doch diese ganze Debatte um ihn nur gezeigt, wie es wirklich um die Integration im DFB steht. Präsident Grindel, Manager Bierhoff und auch Trainer Löw sollten erkennen, dass ihre Zeit abgelaufen ist und sie Auslaufmodelle sind, die einer neuen Mannschaft nur im Wege stehen und keinen Neuanfang leisten können.

Wenn sich AA-Maas, mehr um das Image Deutschlands sorgt, als um den Zusammenhalt und die Wirkung innerhalb der deutschen Gesellschaft, dann ist das mehr als bedauerlich. Dieser Außenminister, dessen Image dank seiner hofierenden Israel-Reise und seines schneidenden Tons gegenüber Russland und der Türkei mehr als angekratzt ist, lässt immer mehr Zweifel aufkommen, ob er der richtige Mann auf diesem Posten ist und ob seine Politik nicht dem deutschen Image viel mehr schadet.

Das nur zu Einleitung. Nachdem im "Jüdischen Staat" die "Jerusalemer Rassegesetze" beschlossen wurden, da schwiegen Außenminister Maas und Kanzlerin Merkel, die zwar auf der Bundespressekonferenz zum "Minderheitenschutz" aufrief, sich aber nicht in innere Angelegenheiten Israels einmischen wolle, und ohne zu vergessen darauf hinzuweisen, dass "Israel das historische Heimatland der jüdischen Bevölkerung ist und sie das exklusive Recht auf nationale Selbstbestimmung hat". Auch sei sie der festen Überzeugung, "dass es das Recht der Existenz für einen jüdischen demokratischen Staat gibt". Dies gelte "zusammen mit einem lebensfähigen palästinensischen Staat", zu dem es aber wenig Fortschritte gäbe".

Merkels "christlich-zionistische Solidarität" gegen Palästina

Ich glaubte, nicht richtig verstanden zu haben; was Merkel da von sich gab, hat es doch mit der Realität nichts zu tun. Ein Land Palästina, auf dessen historischen Grund Israel steht, interessiert die Kanzlerin wohl eher nicht. Hat sie das doch mit ihrer "christlich-zionistischen Solidarität" hinlänglich unter Beweis gestellt. Weder will der "Jüdische Staat" einen palästinensischen Staat, noch mit Palästinensern oder den anderen Minderheiten zusammen leben.

Ein Staat der allein das Selbstbestimmungsrecht für jüdische Bürger vorsieht und alle Minderheiten, vor allen Dingen natürlich die Palästinenser, von allen ihren Rechten beschneidet, kann man keinesfalls „demokratisch“  nennen und hat daher endgültig das Recht auf demokratische deutsche Unterstützung verwirkt. Wann wird das auch die deutsche Regierung feststellen? Gerade aufgrund unserer Vergangenheit kennen wir diese Art der Gesetzgebung doch nur allzu gut, und deshalb eine "besondere" Verantwortung, gegen solche undemokratischen  und rassistischen Gesetze vorzugehen. Wenn "nie wieder" nicht nur eine hohle Floskel unter Merkel bedeuten soll, dann wird es Zeit, zu handeln und endlich Sanktionen gegen diesen "Jüdischen Staat" einzuleiten.

Der "Jüdische Staat" ist endgültig zu einem rassistischen „Apartheidstaat" geworden, dessen Ziele nur noch in Richtung Judaisierung und Siedlerherrschaft mit immer weiter expandierenden Siedlungen auf geraubtem Land beruhen. Wenn jüdische Siedler nicht mehr der Militärverwaltung unterstehen, sondern per Gesetz demnächst dem Zivilrecht zugeordnet werden, dann ist das ein weiterer Schritt in Richtung Annexion des gesamten besetzten Westjordanlandes. Wenn palästinensische Bürger des besetzten Westjordanlandes gerichtlich gegen diesen israelischen Landraub vorgehen wollen, dann müssen diese demnächst vor einem Jerusalemer Gericht klagen, ein schier aussichtsloses Unterfangen, schließlich gilt dann das Nationalgesetz, das ausdrücklich illegale jüdische Siedlungen unterstützt und fördert. Als  nächstes folgt ein "Rassegesetz", das dem Parlament der Knesset erlaubt, Entscheidungen des Verfassungsgerichts rückgängig zu machen.

Das Land, "wo der Rassismus blüht", hat nun endgültig bewiesen, dass es nur noch um Juden und ihre Rechte geht, während alle anderen Minderheiten des Landes nicht mehr berücksichtigt werden, und wo in diesem Staat ohne definierte Grenzen demnächst die Amtssprache Arabisch nicht mehr gilt.

Wenn der "Jüdische Staat" in Rassismus und Apartheid versinkt

Meint Merkel wirklich, dass sie dazu schweigen kann und diesen Staat einfach so weiter unterstützen kann, als wäre nichts passiert? Es sind eben keine "inneren Angelegenheiten", wenn der "Jüdische Staat" in Rassismus und Apartheid versinkt. Ist sich Merkel eigentlich noch bewusst, dass sie als deutsche Kanzlerin dem deutschen Grundgesetz, also unserer Verfassung verpflichtet ist? Mir scheint, das hat diese Regierung mittlerweile völlig beiseite geschoben, wenn es um den "Jüdischen Staat" geht, was in meinen Augen ein Rechtsbruch ist!

Der Zentralrat der Juden in Deutschland, eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts, und andere jüdische Verbände schweigen ebenfalls zu diesem Rassismus, werden aber weiter uneingeschränkt mit Steuergeldern unterstützt, während türkische oder muslimische Verbände dafür abgestraft werden, wenn sie sich der Türkei verbunden fühlen; und mit dieser Doppelmoral hier läuft etwas ganz falsch.

Es ist nicht der scheinbare Antisemitismus, sondern die Özil-Debatte hat offengelegt, dass es einen islamophoben Rassismus „in der Mitte der Gesellschaft“ gibt, der uns alle betroffen und besorgt machen sollte. Deutschland darf nicht endgültig zur "Bild-Republik" werden.

Tamimis Freilassung: ein Hoffnungsschimmer für die Palästinenser

Als am Sonntag das Symbol des palästinensischen Widerstands, Ahed Tamimi, nach 8 Monaten Haft, und „großzügig“ 21 Tage vor dem Ende der Gesamtstrafe, freigelassen wurde, da flammte ein Hoffnungsschimmer für die Palästinenser auf. Mögen noch tausende mutige Tamimis folgen. Verfolgte man aber die deutsche Presse, dann wurde diese Freilassung nicht wirklich freudig unterstützt, sondern als "Inszenierung" hingestellt, allerdings haben diese „Kritiker“ auch noch nie dazu beigetragen, wie sich das palästinensische Volk gegen ihre jüdischen Besatzer wehren könnte.

Auch die so wichtige Gaza Freedom Flotilla mit Hilfsgütern für das von Israel widerrechtlich belagerte Gaza wurde von der israelischen Marine gestoppt und zur Umkehr gezwungen. Täglich gibt es etwa 29 Administrativ Verhaftungen, und über die unzähligen Kindermorde spricht niemand mehr. Besonders erschütternd war das Bild der trauernden Kinder von Gaza, die nachgebildete Särge mit den Bildern der ermordeten Kinder trugen und sicher darüber grübeln, ob sie nicht selber demnächst tot in seinem solchen liegen. Was soll man dazu noch sagen, außer zu weinen und zu schreien?

Wenn dann auch noch ihre arabische Sprache nicht mehr als Amtssprache gilt und den arabisch Sprechenden bewusst gemacht wird, wie unwichtig sie im Besatzerstaat sind und wie skrupellos dieser mit ihnen umgeht, egal ob im illegal abgeriegelten Gaza, im besetzten Westjordanland, als auch im israelischen Kernland, dann ist es Zeit, dass WIR darauf hinweisen und protestieren. Diese Merkel-Regierung hat sich längst verabschiedet von Palästina und sich einseitig für die jüdische Seite und  ihre Apartheidpolitik entschieden.

Nicht "muslimischer Antisemitismus", sondern jüdischer Rassismus ist das Problem

Das Jerusalem-Komplott gegen Muslime und den Islam hat schon begonnen. Netanjahu ist mit rechtsextremen Politikern in Europa verbunden und Merkel schweigt dazu. Auch das zeigt, wie diese Merkel-Regierung dank ihres "übersteigerten Philosemitismus" jeden Sinn für Realpolitik verloren hat. Nicht der "muslimische Antisemitismus", nicht "militante Islamisten" machen mich besorgt, sondern es ist der jüdische Rassismus.

Wenn ein weltweiter Komplott gegen Muslime als Ablenkungsmanöver von Rassismus und kommenden Kriegen herhalten muss, dann ist es schon fünf nach zwölf.


Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des ehemaligen Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, ist Publizistin und Autorin. Ihre Kommentare für die NRhZ schreibt sie regelmäßig vom "Hochblauen", dem 1165 m hohen "Hausberg" im Badischen, wo sie mit ihrem Ehemann Benjamin Hecht lebt. (http://sicht-vom-hochblauen.de/) 2012 kam ihr Buch "Das elfte Gebot: Israel darf alles" heraus. Erschienen im tz-Verlag, ISBN 978-3940456-51-9 (print), Preis 17,89 Euro. Am 28. September 2014 wurde sie von der NRhZ mit dem vierten "Kölner Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik" ausgezeichnet.

Online-Flyer Nr. 669  vom 01.08.2018

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