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Aktueller Online-Flyer vom 19. Oktober 2018  

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Kultur und Wissen
Referat beim Kongress der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP), Berlin, 9.3.2018
Worauf bereitet der Anti-Semitismus-Diskurs uns vor?
Von Klaus-Jürgen Bruder

"Diesen epidemisch sich ausbreitenden Attacken [wie der des Anti-Semitismus-Vorwurfs] geht es um die Ausschaltung Israel-kritischer Positionen. Das ist erklärlich: die Position Israels in der Welt ist zurzeit nicht besonders gut... Zu den schmutzigsten Waffen gehört, die Kritiker mit der Bezeichnung 'Antisemiten' zu besudeln. Bedenkt man aber zugleich, dass unsere Kongresse und Interviews nie in diese Debatte der Kritik der Politik der gegenwärtigen israelischen Regierung eingegriffen haben - im Zentrum der Kritik steht vielmehr die BRD und deren Politik - so wird klar, dass diese antideutschen Attacken eine andere, eine weitergehende Agenda und Perspektive haben: Es ist die gesellschaftskritische Position der Kongresse der NGfP, die aus den Diskussionen der Psychologen und Sozial-Wissenschaftler wieder ausgetrieben werden soll... Zu diesem Zweck wird sie inkriminiert mit den Vorwürfen: Anti-Semitismus, Verschwörungstheorie, Querfront. So wie Anti-Semitismus die Kritik an der Politik des Staats Israel verleumdet, wird mit dem Vorwurf der Verschwörungstheorie versucht, jede Kritische Analyse politischer Zusammenhänge auszuschalten, die nicht an der Oberfläche der Erscheinungen bleibt, wie sie uns durch die Medien vermittelt wird." Das ist eine der zentralen Aussagen des Vorsitzenden der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP) im Referat "Worauf bereitet der Anti-Semitismus-Diskurs uns vor?", die Prof. Dr. Klaus-Jürgen Bruder im Rahmen des Kongresses "Die Paralyse der Kritik: eine Gesellschaft ohne Opposition (Herbert Marcuse)" gehalten hat. Die NRhZ dokumentiert das Referat.


Prof. Dr. Klaus-Jürgen Bruder (Foto: arbeiterfotografie.com)

Die einzelnen Teile des Titels unseres Kongresses gehören zusammen: „Paralyse der Kritik: Gesellschaft ohne Opposition (Herbert Marcuse)“. Sie explizieren einander: „(Herbert Marcuse)“: kennzeichnet die anderen Teile als Zitat. Damit ist gemeint: aus dem Zusammenhang (der Theorie Marcuses) genommen, in dem es nur verstanden werden kann. Verstanden: was meint er - Herbert Marcuse - mit „Gesellschaft ohne Opposition“, was mit „Opposition“? Verstanden: Gesellschaft ohne Opposition deshalb: weil Paralyse der Kritik, d.h. der Einwand „es gibt doch viele Opposition“ ist bereits aufgenommen in „Gesellschaft ohne Opposition“ denn sie ist deshalb ohne Opposition, weil Paralyse der Kritik. Was heißt Paralyse der Kritik? Marcuse: die Begriffe der Kritik sind affirmativ geworden, ihres kritischen Gehalts entleert. Das war vor ´68. Nach ´68 haben Luc Boltanski & Ève Chiapello (1999) (1) vergleichbares beobachtet: die Begriffe von „68“ wurden in ihr Gegenteil verkehrt. Z.B. wurde „Autonomie“ zu einer Kategorie der individuellen „Selbst“-Verwirklichung, Selbstverwirklichung zu einer Kategorie der Entfremdung, Verwirklichung in der entfremdeten Arbeit oder noch besser im Konsumismus. Sieg des Neoliberalismus über die 68er. Der „neue Geist“ des Kapitalismus ist alles andere als neu. Er hat „nur“ neue Begriffe bekommen (S2), euphemistische. Eine Operation, die funktioniert, weil unsere politischen Diskurse dem Fetischismus der Signifikanten erlegen sind (erlegt worden sind).

Haben wir es hier mit einer soften, einschmeichelnden Verkehrung zu tun, so erleben wir inzwischen die gewalttätige, hard-core Version:die Offensive gegen die Kritik, die Verkehrung der Begriffe des Antifaschismus. Im Zentrum dieser Verkehrung steht der Begriff des „Anti-Semitismus“. Ihm wird eine andere Bedeutung untergeschoben, als er bisher hatte, nämlich: die Kritik an der Politik der gegenwärtigen Regierung Israels. Diese Kritik sei „anti-semitisch“.

Zielscheibe dieser Attacke ist auch die NGfP geworden, bzw. ihr Vorsitzender. Mit einem sogen. „Offenen Brief“ - kurz vor Ende des Jahres aus dem Umkreis der Redaktion der Zeitschrift „Freie Assoziation“ der Gesellschaft für „Psychoanalytische Sozialpsychologie“, federführend M. Brunner, T. Uhlig und anderen. Dieser „Offene“ Brief war allerdings nur insofern „offen, als er im Umfeld dieser Gesellschaft und ihrer Zeitschrift um Unterschriften werbend verteilt worden war, mit denen dieser Offene Brief unterstützt werden sollte, mit dem unverhohlenen Ziel des regime change. Man merkt, die Jungs sind voll auf Kurs!

Der Angriff läuft deshalb erklärtermaßen nicht frontal gegen die NGfP, sondern gegen den Vorsitzenden Klaus-Jürgen Bruder. Es geht also erst mal um Spaltung - im Vorstand der NGfP: „Wir wollten […] diejenigen in der NGfP, die wir persönlich kennen und schätzen und von denen wir wissen oder wenigstens hoffen, dass sie die Positionen von Klaus-Jürgen nicht teilen, schon mal vorwarnen und betonen, dass sich unser Brief nicht gegen die Institution NGfP richtet, sondern im Gegenteil dazu beitragen soll, dass deren kritisches Potential wieder mehr zur Entfaltung kommen kann. Wir hoffen, ihr unterstützt unser Anliegen.“ (2)

Die Spaltung läuft über Drohung & Verführung gleichzeitig - im Diskurs mit dem Anti-Semitismus-Verdacht paradigmatisch: Er will nicht warnen und mahnen – er will diskreditieren. (De Lapuente) (3) Spaltung zielt natürlich auf: Schwächung der Institution (Verein/Partei oder Bewegung) und sozial-(psychologische) Beschädigung einzelner. Diese Spaltungsversuche waren bisher noch nicht erfolgreich, haben aber bereits zu teils erheblichen Spannungen geführt. Der Anti-Semitismus-Vorwurf ist ja etwas Unerwartetes und Ungeheuerliches, auf das man als deutscher Intellektueller nicht vorbereitet ist - und darin liegt ja auch ein Teil seiner Wirkung.

Für dieses Ziel der Spaltung werden die inzwischen erprobten Vorwürfe aus dem Arsenal der Antideutschen geholt:
  • Anti-Semitismus,
  • Verschwörungstheorie, Anti-Amerikanismus,
  • Querfront.
Die Belege, die für diese Vorwürfe herangezogen wurden, sind einerseits Kontakt-Vorwürfe: der Vorwurf des Kontakts mit einer anderen Person, die selbst des Vorwurfs bezichtigt worden ist: und zwar Moshe Zuckermann, Ken Jebsen und Jens Wernicke. Der Kontakt ist in keinem Fall zu bestreiten: Moshe Zuckermann hatte ich 2015 als Sprecher für die Eröffnung des Kongresses „Krieg um die Köpfe“ eingeladen, Jens Wernicke hatte mich zu diesem Kongress interviewt, ebenso Ken Jebsen.

Was von den Vorwürfen gegen die Drei zu halten ist, dürfte allgemein bekannt sein. Moshe Zuckermann kennt diese Vorwürfe, er hat ein Buch darüber geschrieben, in dem er zeigt, welche politische Funktion dieser Vorwurf im Israel hat, das einen permanenten Krieg gegen die einheimische palästinensische Bevölkerung führt und keine Kritik - auch nicht von Holocaust-Nachkommen, wie Zuckermann – duldet. Die Vorwürfe gegen Ken Jebsen haben dieselbe Funktion: einen unbotmäßigen Kritiker der Kriegspolitik auszuschalten. Jens Wernicke hat einen Prozess gegen die Verbreitung derartiger Vorwürfe gewonnen, mit dem Ergebnis, dass mit einer Strafe von 100.000 belegt wird, wer diese Vorwürfe weiterhin gegen ihn erhebt. Also fallen die Kontakt-Vorwürfe bereits in sich zusammen.

Es bleibt aber nicht beim Vorwurf des Kontakts, sondern es werden vermeintliche Zitate von mir beigebracht. Auch diese erwiesen sich als Treffer ins Leere. Sie sind entweder nicht von mir, sondern bereits eine Zweitverwendung eines Zitats eines anderen, bzw. vollkommen frei erfunden oder durch Auslassungen verfälscht, oder gar nicht nachprüfbar, weil sie aus einer mündlichen Äußerung behauptet.

Die Verfasser dieser Attacke rechneten wahrscheinlich damit, dass diese ohnehin nicht nachgeprüft werden - und hatten damit auch Erfolg: anders kann man sich nicht erklären, wieso doch immerhin an die 20 Unterschriften unter dieses Dokument schäbiger Diffamierung zustande gekommen sein konnten. Kläglich trotzdem gegenüber den 70 Solidaritätsadressen, die wir aus dem Kreis der Teilnehmerinnen unserer Kongresse erhalten haben.

In der Verbreitung von denunziatorischen Vorwürfen, liegt aber auch die Gewalt der Antideutschen Attacken: es ist Gewalt, in den Zustand des Verdächtigten gesetzt worden zu sein, ohne die Möglichkeiten der Verteidigung zu haben, denn man ist ihr von vornherein beraubt. Wir kennen das eigentlich nur von Terror-Regimen.

Diese Gewalt wird selbst von keinem Bedenken zurückgehalten, sie hält sich überhaupt nicht mehr an die zivilen Umgangsformen eines Austauschs von Argumenten, bzw. an keine Regeln der Kritik und der Entfaltung von Gegenpositionen. Vielmehr bewegt sie sich auf der untersten Ebene infamer Unterstellungen bis hin zu unflätigen Beschimpfungen.

Derartige Attacken wie die gegen die NGfP breiten sich in letzter Zeit epidemisch aus. Deshalb geht es hier nicht nur um die Thematisierung „in eigener Sache“, sondern um ein allgemeines Phänomen, das zugleich in den Rahmen unseres Kongresses fällt.

Diesen epidemisch sich ausbreitenden Attacken geht es um die Ausschaltung Israel-kritischer Positionen. Das ist erklärlich: die Position Israels in der Welt ist z.Zt. nicht besonders gut. Israel erlebe „derzeit weltweit einen drastischen Sympathieverlust“ sagte Moshé Machover im Interview mit der jungen Welt (7.2.2018) – „Die israelische Propaganda agiert deshalb mit allen Mitteln. Zu den schmutzigsten Waffen gehört, die Kritiker mit der Bezeichnung 'Antisemiten' zu besudeln.“

Bedenkt man aber zugleich, dass unsere Kongresse und Interviews nie in diese Debatte der Kritik der Politik der gegenwärtigen israelischen Regierung eingegriffen haben - im Zentrum der Kritik steht vielmehr die BRD und deren Politik - so wird klar, dass diese antideutschen Attacken eine andere, eine weitergehende Agenda und Perspektive haben: Es ist die gesellschaftskritische Position der Kongresse der NGfP, die aus den Diskussionen der Psychologen und Sozial- Wissenschaftler wieder ausgetrieben werden soll - zumindest so sehr oder so weit, dass sie nicht als politische bzw. als gegenüber der herrschenden Politik kritische wahrgenommen werden kann oder dem allgemeinen „Roll-back“ der Entpolitisierung zuwiderläuft. Zu diesem Zweck wird sie inkriminiert mit den Vorwürfen: Anti-Semitismus, Verschwörungstheorie, Querfront. So wie Anti-Semitismus die Kritik an der Politik des Staats Israel verleumdet, wird mit dem Vorwurf der Verschwörungstheorie versucht, jede Kritische Analyse politischer Zusammenhänge auszuschalten, die nicht an der Oberfläche der Erscheinungen bleibt, wie sie uns durch die Medien vermittelt wird. (4) Ich sage nur: 71.000 – zwischen 1951 & 2013 BND VS. (Hans Modrow, jW, 2.3.2018) Anti-Amerikanismus gehört auch in dieses Register, vor allem die Kritik der Kriegspolitik soll damit zum Schweigen gebracht werden.

Diese Entpolitisierung, das allgemeine „Roll-back“, das wir seit Jahren erleben, wird immer schärfer, je länger es – ungehindert – betrieben werden kann. Dass das Roll-back sich den Mantel des Krieges gegen den Anti-Semitismus übergeworfen hat, ist Teil der Verschärfung, lediglich eine weitere Stufe der Zerstörung linker Diskussion und kritischen Bewusstseins, Teil der Counter-insurgency, des 68-er bashing, mit dem die Erinnerung an die Große Weigerung ausgelöscht werden soll. Zugleich hat das Flüchtlings-Problem (Problem für die herrschende Klasse) gezeigt, dass das Bewusstsein der Bevölkerung noch nicht auf der Linie ihrer Politik ist: obwohl nicht unbedingt politisch links stehend, haben viele große Hilfe geleistet. Die Frage: worauf bereitet der Anti-Semitismus-Diskurs uns vor?

Die Zerstörung linker Diskussion und kritischen Bewusstseins, geschieht mit der gleichzeitig ablaufenden Politik der Gewalt - nach innen wie nach außen:
  • Zerstörung der Demokratie,
  • Überwachung und „tiefer Staat“,
  • NSU, NSA, Hartz-IV,
  • Kriegstreiberei, und Spaltung der Gesellschaft.
Diese Gewalt ist Ausdruck eines Herrschaftssystems, das angesichts der Aussichtslosigkeit, seine ihm eingeschriebene "absolute Schranke" zu überwinden, nämlich die Schrumpfung der Masse intensiv erzeugten Mehrwerts (Robert Kurz), überall auf der Welt Kriege anzettelt, um mit Hilfe von Waffenüberproduktion das krisenhaft unterhöhlte kapitalistische System zu retten (Harald Schwarzenberg). Diese Gewalt spiegelt sich in den Antideutschen Attacken wider. Der Angriff (Die Attacke) gegen die NGfP insofern strategisch klar, als unsere Kongresse genau jene Prozesse der Zerstörung von politischem Bewusstsein thematisieren, in denen die Anti-Semitismus-Keule-schwingenden eine - wenn auch kleine - Rolle von Akteuren einnehmen.

Die Kritik an der Politik der gegenwärtigen Regierung Israels als antisemitisch zu brandmarken, ist Teil des Diskurses der Macht – des Diskurses der Macht Israels: („die „antisemitische Front“) (5), dem sich die BRD angeschlossen hat: inzwischen mit der Einrichtung eines Anti-Semitismus-Beauftragten, sowie einer „neuen“ Anti-Semitismus-Definition. Die Einrichtung des Postens des so genannten Antisemitismus-Beauftragten im Kanzleramt oder dem Innenministerium erfolgte nach der Aufforderung der Regierung durch einen Antrag von Union, SPD, FDP und Grünen vom 18. Januar 2018, dem sich auch die AfD angeschlossen hat.

In diesem Antrag wird klar und unmissverständlich zugegeben, dass es die Kritik an der Politik des Staates Israel ist, die inkriminiert wird: Es heißt: »Der Deutsche Bundestag verurteilt jede Form von Judenfeindlichkeit«. Das umfasse auch Äußerungen und Übergriffe, »die als vermeintliche Kritik an der Politik des Staates Israel formuliert werden«, tatsächlich aber nur Ausdruck des Hasses auf jüdische Menschen und ihre Religion seien. Die Verbrennung von israelischen Fahnen sei ebenfalls zu verurteilen. (jW, 19.01.2018) Und die aktuelle Definition der Bundesregierung lautet: "Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nicht-jüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum, sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen." Eine Definition? Jedenfalls keine, die erlaubt, eine Handlung, Aussage als antisemitisch zu charakterisieren. Ebenso wenig wie die Ausweitung des Antisemitismus-Vorwurfs auf „vermeintliche“ Kritik. Diese gibt eher die Bahn frei für die Denunziation jedweder Handlung als antisemitisch, auch gegen „nicht-jüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum“.

Entscheidend: sowohl Antrag als auch Definition schweigen von dem, was Adorno & Horkheimer 1944 an den Anfang ihrer Analysen des Antisemitismus (in der „Dialektik der Aufklärung“) gestellt hatten: nämlich dass den „Vernichtungswillen“, den der Antisemitismus auf die Juden richte, „die falsche gesellschaftliche Ordnung aus sich heraus produziert“ hatte (S. 199). „Seine Zweckmäßigkeit für die Herrschaft liegt zutage: Er wird verwandt als Ablenkung, billiges Korruptionsmittel, terroristisches Exempel. Die respektablen Rackets [Verbrecherbanden] unterhalten ihn, und die irrespektablen üben ihn aus“. Das gilt mutadis mutandis heute: „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus!‘. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus!‘“. Und so geschieht es bereits (Hans-Jürgen Bandelt, 2018). (6)

Als ein Diskurs der Macht verspricht der Anti-Semitismus unterstellende Diskurs Teilhabe an der Macht, bietet der Illusion der Teilhabe Raum. Wie Adler 1919 die Motivation der Kriegsfreiwilligen analysiert hatte: aus geschlagenen Hunden werden Helden; indem sie die Parole ihres Bedrückers als eigene übernehmen und weitergeben. Das ist die Psychologie der Anti-Deutschen: Die „Macht“, die die Anti-Deutschen ausüben / auszuüben wähnen ist die: die Konkurrenten auszuschalten: im linken Milieu oder in dem was davon übrig geblieben ist. Ihre Wirksamkeit im linken Milieu beziehen die Antideutschen Attacken aus der Tatsache, dass die Ächtung des Anti-Semitismus nicht unwesentlicher Teil des linken Selbstverständnisses ist und aus der Entpolitisierung dieses Milieus übrig geblieben. Aber zugleich, folgen die Antideutschen Attacken mit der Verdächtigung israelkritischer Äußerungen und Personen als „Anti-semitische“ den Vorgaben der Staatsräson.

Damit wird der Diskurs der Macht ins ehemals linke Milieu getragen, das linke Milieu nach rechts gedrückt. Sie erfüllen auch damit die Aufgaben des Staatsschutzes,als sie dem Staat die V-Leute ersparen. Soll man sie als Slyder betrachten oder als Judasse - für eine Handvoll Silberlinge. Der letzte Zustand der Paralyse der Kritik?


Fussnoten:

1 Der neue Geist des Kapitalismus (1999) – Le nouvel Ésprit du Capitalisme – über den Charakter und die Veränderungen ideologischer Rechtfertigungen des Kapitalismus. Empirische Basis: die systematische Auswertung der zeitgenössischen Managementliteratur

2 Von: Markus Brunner <brunner@agpolpsy.de> Betreff: Vorwarnung: Offener Brief an die NGfP. Datum: 14. Dezember 2017 15:03:13 MEZ

3 Roberto J. De Lapuente (2018) Der Narzissmus der Linken. Schlammschlachten und Überheblichkeit prägen das Bild der selbsternannten Weltverbesserer. Rubikon 28. Februar 2018

4 Markus Kompa (04. April 2017 ) 50 Jahre "Verschwörungstheoretiker" https://www.heise.de/tp/news/50-Jahre-Verschwoerungstheoretiker-3674427.html

5 Roger Cukierman, Anfang des 21.Jahrhunderts Chef von Frankreichs jüdischer Gemeinde, hat einmal der israelischen Zeitung Haaretz stolz erzählt, wie er Ariel Sharon empfohlen hat, Israel solle die harsche internationale Kritik an den Massakern vom Oktober 2000 dadurch ersticken, dass es eine neue Front eröffnet: die des Antisemitismus (Michael Warschawski (2011) Antisemitismusvorwurf. Eine hinterhältige Waffe. http://www.sozonline.de/2011/07/antisemitismusvorwurf/

6 Hans-Jürgen Bandelt (2018) „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus!‘. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus!‘“, heißt es. Und so geschieht es bereits. Brief an einen Philosemiten. https://www.rubikon.news/artikel/brief-an-einen-philosemiten


Anhang:

Leserbrief von Klaus-Jürgen Bruder zum Artikel von Velten Schäfer im ND


Ihr Artikel anlässlich des Kongresses der „Neuen Gesellschaft für Psychologie“, getagt in Ihrem Haus vom 8.-11.3.18, ist empörend, strotzt von Fehlern, ist nichts als eine Diffamierung. Die Unterüberschrift „Die Neue Gesellschaft steht womöglich vor einer Spaltung“ ist infam, vollkommen der Phantasie Ihres Schreibers entsprungen – in offenbar lustvoll-spalterischer Absicht. Es ist auch kein Bericht über den sehr anregenden, einhellig begeistert verfolgten 2 1/2 Tage dauernden Kongress zur Lage der linken Opposition in diesem Land, vielmehr dient Ihnen unser Kongress lediglich als Aufhänger für eine Wiederholung von idiotischen Rufschädigungen durch eine Gruppe von antideutschen Psychologen – die aber nicht, wie Sie behaupten, „Initiative kritische Psychologie“ ist. Solche dumm-antideutschen Attacken gegen mich, Prof. Dr. Klaus-Jürgen Bruder kamen schon mal von Ihrer Zeitung. Das alles ist beschämend für Sie.


Siehe auch:

Gesellschaft ohne Opposition?
Fotogalerie zum Kongress der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP), Berlin, 8.-11.3.2018
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann
NRhZ 651 vom 21.03.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24695

Antisemitismus-Behauptung als Diffamierung
Das ND macht in Schweinejournalismus
Von Ulrich Gellermann (mit Leserbrief von Klaus-Jürgen Bruder)
NRhZ 651 vom 21.03.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24687

Heraus aus der Paralyse der Kritik
Video-Grußworte vom Kongress der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP), Berlin, 8.-11.3.2018
Von Christoph Bialluch und Norbert Andersch
NRhZ 651 vom 21.03.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24692

Gespräch mit dem Vorsitzenden der Neuen Gesellschaft für Psychologie NGfP am Rande der Tagung „Zur Zeit der Verleumder“
Du bist dieser Maschine nicht ausgeliefert
Klaus-Jürgen Bruder – interviewt von Anneliese Fikentscher
NRhZ 651 vom 21.03.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24693

Online-Flyer Nr. 651  vom 21.03.2018

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