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Aktueller Online-Flyer vom 24. Januar 2018  

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Medien
Eine lockere Folge von Leserbriefen und Kommentaren
Hajos Einwürfe
Von Hajo Kahlke

Es sind die Artikel "Katalanen trotzen Putsch" von Mela Theurer, "Sehnsucht nach Normalität" von David X. Noack und "Urteil gegen Racial Profiling" von Roland Zschaeschner, denen "Hajos Einwürfe" diesmal gewidmet sind. Desweiteren wirft er einen Blick auf den "Marsch der Erinnerung", der am 19.10.2017 in Belgrad stattgefunden hat und an dem er mit der Forderung "Wir wollen das Bündnis mit Russland!" beteiligt war – kaum ein Thema für deutsche Medien. Die Neue Rheinische Zeitung versteht sich im Verbund mit der Vierteljahresschrift DAS KROKODIL als ein Forum, das zum Nachdenken anregen, eingefahrene, verkrustete Denkstrukturen aufbrechen bzw. der bewusst lancierten Desorientierung des Denkapparats – besonders der Linken – entgegenwirken will. Hajos kurze Texte sollen dazu ihren Beitrag leisten. Die Neue Rheinische Zeitung bringt deshalb in loser Folge von ihm verfasste Leserbriefe und Kommentare, die bei den Angeschriebenen nur selten das Licht der Öffentlichkeit erblicken.


Nachts scheint die Sonne

Die Stimmungsmache der jungen Welt für den katalanischen Separatismus treibt seltsame Blüten: Wenn die verfassungsmäßige Regierung eines Staates ihrem verfassungsgemäßen Auftrag zur Wahrung der territorialen Integrität dieses Staates nachkommt, und deshalb eine die Abspaltung von Teilen des Staatsterritoriums proklamierende Regionalregierung absetzt bzw. dies ankündigt, ist solches für die junge Welt ein "Putsch". Ja, und nachts scheint die Sonne, und zwei und zwei ist fünf.
 
Leserbrief zum Artikel "Katalanen trotzen Putsch" [https://www.jungewelt.de/artikel/320456.katalanen-trotzen-putsch.html] von Mela Theurer, junge Welt vom 23.10.2017, Titelseite


West-Propaganda-Sprech pur

"Drei Jahre nach dem Anschluss an Russland bleibt die Lage auf der Krim schwierig" lautet die Überschrift dann weiter. Nicht etwa vom Beitritt zu (oder von der Wiedervereinigung mit) Russland ist hier die Rede. Nein, die junge Welt schreibt ANSCHLUSS. Ein Wort, das bewusst oder unbewusst die Assoziation Österreich 1938 hervorruft bzw. hervorrufen soll. Es ist West-Propaganda-Sprech pur, dessen sich die junge Welt hier befleißigt. Achtlosigkeit oder Absicht? Der Bild-Text des Artikels von der "... gerade im Bau befindlichen Brücke zwischen Russland und der Krim...", dem zufolge die Krim für die junge Welt also gar nicht zu Russland  gehört, lässt letzteres befürchten.

Leserbrief zum Artikel "Sehnsucht nach Normalität" [https://www.jungewelt.de/artikel/320456.katalanen-trotzen-putsch.html] von David X. Noack, junge Welt vom 24.10.2017, Seite 6


Klischee von der stets guten Minderheit und der immer bösen Mehrheitsgesellschaft

Roland Zschaescher, seines Zeichens deutscher Kulturträger, kolportiert gegen die bekanntlich unzureichend zivilisierten Balkan-Länder Mazedonien und Serbien den Vorwurf "rassistischer Kontrollen". Denn deren Grenzbehörden würden doch tatsächlich nur von Roma bei der Ausreise die Vorlage eines Rückfahr-Tickets bzw. eines entsprechenden Bargeld-Guthabens verlangen. Dass es jedoch auch nahezu ausschließlich Roma sind, die in den Zielländern der Ausreise dann systematisch Asyl-Missbrauch begehen, und dadurch auf Dauer für die gesamte Bevölkerung der Herkunftsländer die visumslose Drei-Monats-Einreise nach Westeuropa gefährden, weiß Kulturträger Zschaeschner natürlich – verschweigt es aber lieber. Passt dies doch nicht zum Klischee von der stets guten Minderheit und der immer bösen Mehrheitsgesellschaft. Und vor allem nicht zum Klischee vom primitiven, rassistischen Balkan, demzufolge dieser – Hand aufs Herz – dann doch einer gewissen westlichen Oberaufsicht bedarf.

Leserbrief zum Artikel "Urteil gegen Racial Profiling" [https://www.jungewelt.de/artikel/319895.urteil-gegen-racial-profiling.html] von Roland Zschaeschner, junge Welt vom 13.10.2017, Seite 7


Wir wollen das Bündnis mit Russland!

Der 20. Oktober ist der Jahrestag der Befreiung Belgrads 1944 durch jugoslawische Partisanen-Truppen und die sowjetische Rote Armee. Heute, am Vortag [am 19.10.2017], gab es dazu einen "Marsch der Erinnerung", mit szenischen Darstellungen von Besatzung und Befreiung, an dem auch Verteidigungsminister Vulin und eine Abordnung der Armee teilnahm. Unter den wohlvertrauten Klängen der Internationale, von Brüder zur Sonne, von den Amur-Partisanen (bzw. von Louise Michel), und unter sowjetischen und jugoslawischen Fahnen, ging es von der Terazije, wo am 27.8.1941 die deutschen Besatzer sechs Patrioten (fünf Arbeiter und ein Lehrer) an den dortigen großen Laternen aufgehängt hatten, zum nahe gelegenen Platz der Republik. Vlada und ich wollten dieses Bekenntnis zum historischen Antifaschismus zeitgemäßer und zukunftsorientierter akzentuieren, und haben deshalb auch die heutige serbische und die heutige russische Fahne getragen, und das Plakat gemacht "Für das Bruder-Bündnis! Wir wollen das Bündnis mit Russland!" (anstelle der immer noch im Raum stehenden Einverleibung durch die EU).




"Marsch der Erinnerung", Belgrad, 19.10.2017 - "Für das Bruder-Bündnis! Wir wollen das Bündnis mit Russland!"

Online-Flyer Nr. 634  vom 25.10.2017

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