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Aktueller Online-Flyer vom 22. November 2017  

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Kommentar
Kommentar vom Hochblauen
Der Berliner Tagesspiegel fest in der Hand der Israel Lobby
Von Evelyn Hecht-Galinski

Wie weit der Berliner Tagesspiegel (1) schon gesunken ist, dass zeigt sich daran, dass der "berüchtigte Antisemitismus-Jäger", dem dafür bezahlten "Europa Korrespondenten" der Jerusalem Post und Broder-Freund, Benjamin Weinthal, ein Medium gegeben wird. Eine der wenigen aufrechten taz-Journalisten, Buchautor Daniel Bax, setzt sich juristisch zur Wehr und verklagte Weinthal für seine Schmähungen. Gut so! Endlich bekommt dieser "Journalist der besonderen Art" juristischen Gegenwind.

Gerade am Beispiel des Berliner Tagesspiegels sieht man, wie sich Einladungsreisen des "Jüdischen Staates" an Tagesspiegel-Journalisten auswirken. Weinthal, erinnert mich daran, dass es einmal "Judenjäger" unter den Nazis gab, die sich darauf spezialisierten, "Juden aufzuspüren" und zu jagen. Weinthal hat sich darauf spezialisiert, vermeintliche Antisemiten und Israel-Kritiker aufzuspüren und zu jagen. Was für ein schmutziges Geschäft!

Benajmin Weinthal irrt sich gewaltig, es gibt keinen "israelbezogenen" Antisemitismus, sondern eine "Jüdischer Besatzungsstaat" bezogene Israel-Kritik. Schließlich gibt es mittlerweile etwa 30.000 jüdische Israelis, die heute bewusst nach Berlin zogen, um diesem Besatzungsstaat den Rücken zu kehren und sich zum großen Teil in vom Zentralrat als „No go Area“ Neukölln niederließen und dort mit Muslimen, die immer wieder durch die Israel-Lobby als Antisemiten verunglimpft werden und friedfertig, zusammenleben. Sind das alles "jüdische Antisemiten", willkommen im Club!

Gerade auch Dank solcher "Hardcore Zionisten" der Israel-Lobby wie Benjamin Weinthal gibt es immer mehr Israel- Kritiker und BDS Unterstützer in Deutschland und in Europa und in den USA.

Dank an Daniel Bax. Der lange Arm von Netanjahu in deutsche Medien muss gestoppt werden! Ein Hoch auf die Meinungsfreiheit!

Noch dreister wird es, wenn sich Weinthal über "kritischen Journalismus" gegen Erdogan und die AKP freut, aber kritischen Journalismus bekämpft, der sich gegen die illegale Besatzung Palästinas richtet. Wenn es Weinthal dann auch noch für "äußerst wichtig" findet, dass sich die Medien hierzulande für die Freilassung des ("Springer")-Journalisten Deniz Yücel und anderer einsetzen, die nach Weinthals Meinung wegen Inanspruchnahme ihrer Meinungsfreiheit in der Türkei im Knast sitzen, dann ist das ein trauriger Witz! Schließlich hetzt Weinthal über Medien und Journalisten, wenn sie einmal über die unschuldigen Journalisten schreiben, die sich auch nur für die Meinungsfreiheit einsetzen, die ihnen im illegal besetzten Palästina verwehrt wird. Ebenso über den Versuch des Netanjahu Regime, Al-Jazerra im „Jüdischen Staat“ zu schließen und deren Vertreter daran zu hindern, ihr Recht auf freien Journalismus und die Meinungsfreiheit auszuüben.

Was ist mit den tausenden von Palästinensern, die in illegaler jüdischer Administrativ und Folterhaft sitzen, die auch vor Frauen, Kindern und Alten keinen Halt macht, nur weil sie sich gegen die illegale Besatzung Palästinas im legalen Widerstand befinden, Herr Weinthal?

Wenn Weinthal dann auch noch die "exzellenten investigativen" Recherchen zum Thema Türkei lobt, aber die gleichen "exzellenten investigativen" Recherchen, wenn es um den "Jüdischen Staat" geht, laufend diffamiert und verdammt, dann ist das so unseriös, wie alles was von Weinthal kommt, sauberer Journalismus sieht anders aus! Wenn Weinthal dann in diesem Zusammenhang auch noch über die Rheinisch Westfälische Technische Hochschule in Aachen angreift, die (angeblich!) an der Entwicklung einer Panzerfabrik in der Türkei mitarbeitet, dann ist das unerträgliche Maß an Doppelstandards überschritten!

Hätte Weinthal als "Europa-Korrespondent" einer israelischen Zeitung doch genug damit zu tun, einmal über die verabscheuungswürdige Rüstungszusammenarbeit (Korruption?) deutscher Firmen und Regierungen mit dem "Jüdischen Staat" zu schreiben - ohne große Recherche, da bekannt - die sich damit an der illegalen Besatzung Palästinas und ethnischer Säuberung mitschuldig machen. Aber dazu braucht es kritische und aufrechte Journalisten, keine Lobbyisten!


Fussnote:


1 http://www.tagesspiegel.de/medien/zu-meinem-aerger-antisemitismus-verharmlost/20304782.html


Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des ehemaligen Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, ist Publizistin und Autorin. Ihre Kommentare für die NRhZ schreibt sie regelmäßig vom "Hochblauen", dem 1165 m hohen "Hausberg" im Badischen, wo sie mit ihrem Ehemann Benjamin Hecht lebt. (http://sicht-vom-hochblauen.de/) 2012 kam ihr Buch "Das elfte Gebot: Israel darf alles" heraus. Erschienen im tz-Verlag, ISBN 978-3940456-51-9 (print), Preis 17,89 Euro. Am 28. September 2014 wurde sie von der NRhZ mit dem vierten "Kölner Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik" ausgezeichnet.

Top-Foto:
Evelyn Hecht-Galinski (sicht-vom-hochblauen.de)


Online-Flyer Nr. 628  vom 13.09.2017

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