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Aktueller Online-Flyer vom 18. Dezember 2017  

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Krieg und Frieden
Zum Tod des israelischen Friedenskämpfers Reuven Moskowitz
Der lange Weg zum Frieden
Von Veronika Thomas-Ohst (Euregioprojekt Frieden)

Wir trauern um unseren Freund und Referenten Reuven Moskovitz, der im Alter von 88 Jahren am 4. August in Tel Aviv gestorben ist. Eine laute Stimme für die Aussöhnung der Juden und Palästinenser sowie für die Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen, deren Schicksal er durch die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges in tragischer Weise verknüpft sah, ist verstummt. Der lange Weg zum Frieden ist der Weg eines Mannes, der erkannt hat, dass das Böse potenziell in jedem Menschen wohnt und nicht auf einzelne Völker beschränkt ist. Für die Überwindung des Bösen, für Toleranz und die Akzeptanz des anderen, die den Weg zum Frieden, sowohl in den persönlichen als auch in den Beziehungen zwischen Staaten und Völkern überhaupt erst ermöglichen, setzte sich der israelische Jude Reuven Moskowitz seit Jahrzehnten ein.


Reuven Moskovitz (Träger des Aachener Friedenspreises von 2003) am 1.9.2011 in Aachen (Foto: arbeiterfotografie.com)

Am 27.10.1928 in dem Schtetl Frumusica im Norden Rumäniens geboren, überlebte er trotz Verfolgung und Vertreibung den Holocaust. 1947 wanderte er nach Palästina aus, wo er zum Mitbegründer des Kibbuz Misgav-Am an der libanesischen Grenze wurde. Nach dem Studium der Geschichte und der hebräischen Literatur an der Universität Tel Aviv und der Hebräischen Universität in Jerusalem war er lange Zeit als Geschichtslehrer tätig. 1974 verbrachte er ein Forschungsjahr in Berlin mit dem Thema „Deutsche und Juden zwischen der Macht des Geistes und der Ohnmacht der Gewalt“.


Reuven Moskovitz mit Walter Herrmann (beide Träger des Aachener Friedenspreises) am 1.9.2011 in Aachen (Foto: arbeiterfotografie.com)

Er engagierte sich von Anfang an in der israelischen Friedensbewegung und wurde nach dem Sechstagekrieg Sekretär der neu entstandenen „Bewegung für Frieden und Sicherheit“, die sich gegen die Annexion der besetzten Gebiete und für eine sofortige Lösung des Flüchtlingsproblems, die gegenseitige Anerkennung Israels und der arabischen Staaten sowie das Recht der Palästinenser auf Selbstbestimmung einsetzte. Als Mitbegründer Neve Shaloms, einer Siedlung, in der israelische Juden und Palästinenser zusammenleben, und als Organisator von Studienreisen durch Israel bemühte sich Reuven seit vielen Jahren um die jüdisch-palästinensische Aussöhnung. Zu diesem Zweck schrieb er Artikel und Briefe, hielt Vorträge und kommentierte bis zum Ende seines Lebens das aktuelle politische Geschehen regelmäßig in Funk und Fernsehen.


Reuven Moskovitz bei den 14. Aachener Friedenstagen des Euregioprojekts Frieden am 16.3.2013 in Vaals - vor einem Bild von Gerd Lebjedzinski (Foto: euregioprojekt-frieden.org)

Für seine Friedensarbeit wurde er im Jahr 2003 mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet. Reuven liebte Aachen sehr und kam gerne zu Vorträgen und zum Musizieren zu seinen Freunden – nie ohne Mundharmonika und Geige. Eine Veranstaltung mit Reuven war immer ein Fest der Freundschaft und des friedlichen Beisammenseins – wir werden ihn und diese Friedensfeste sehr vermissen und danken dem Leben für die gemeinsamen Stunden mit ihm. Er wurde in „seinem“ Friedensdorf Neve Shalom beigesetzt.


Siehe auch:


Mit meinen letzten Atemzügen der Hoffnung
Reuven Moskovitz warnt vor Kriegslust der israelischen Regierenden
NRhZ 392 vom 06.02.2013
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=18737

Online-Flyer Nr. 625  vom 23.08.2017

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