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Aktueller Online-Flyer vom 12. Dezember 2017  

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Arbeit und Soziales
Begrüßungsansprache zur Eröffnung des Büros von "aktion ./. arbeitsunrecht"
Jede Revolution braucht ein Büro
Von Werner Rügemer

Am 21. Mai 2017 wurde in Köln in Luxemburger Straße das Büro der "aktion ./. arbeitsunrecht" eröffnet. Dr. Werner Rügemer, Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Vereins hielt eine kurze Ansprache. Er machte deutlich, worum es geht: um eine wesentliche Veränderung - das heißt um die Revolution. Und diese Revolution beschränkt sich nicht nur auf das Feld der Arbeit mit seinen systemischen Formen des Arbeits-Unrechts: der kriegsgebärende Kapitalismus in seiner Gesamtheit muss ins Blickfeld gerückt werden. Die NRhZ dokumentiert die Ansprache.


Werner Rügemer (Fotos: arbeiterfotografie.com)

Liebe Freundinnen und Freunde, und, falls für diejenigen, die sich nicht vorschnell als Freundinnen und Freunde sehen, also liebe Gästinnen und Gäste, ich begrüße euch herzlich. Wir freuen uns, dass Ihr zur Einweihung des Büros der "aktion ./. arbeitsunrecht" gekommen seid.

Wir, das sind zunächst die Mitglieder des Vorstands des Vereins, also Jessica, Markus, Elmar und ich, Werner. Unser fünftes Mitglied Torben aus Würzburg kann heute leider nicht hier sein.

Vor drei Jahren haben wir den Verein "aktion ./. arbeitsunrecht" gegründet, im Untertitel Initiative für Demokratie in Wirtschaft und Betrieb. Inzwischen haben wir über 250 Mitglieder, auch einige Fördermitglieder und Spender. Wir können damit jetzt die professionelle Tätigkeit aus dem bisherigen Küchenkabinett herausholen und dieses Büro betreiben.

Für eine wesentliche Veränderung

Für jede Revolution ist bekanntlich ein Büro notwendig, unter anderem. Bitte erschreckt nicht beim Begriff Revolution, er bedeutet „wesentliche Veränderung“, und eine solche wollen wir in den Arbeitsverhältnissen.

Diese wesentliche Veränderung ist angesichts des systemischen Arbeits-Unrechts dringend nötig. Unternehmer, ihre Vorstände, Geschäftsführer und Berater der Union Busting-Dienstleister können sich bisher millionenfache Rechtsbrüche leisten, straflos, mit Duldung und Förderung der Justiz und der Regierungen.

Neben einem Büro gibt es für die wesentliche Veränderung weitere Bedingungen. Zum Beispiel mehr Mitglieder in unserem Verein. Und zum Beispiel auch mehr Geld. Dafür liegen hier auch die entsprechenden Formulare bereit. Dieses unser erstes Büro ist natürlich nur der erste Schritt. Denn je mehr wir mit unseren bisherigen, geringen Möglichkeiten der Arbeit angefangen haben, desto mehr und zahlreicher eröffnen sich die notwendigen Aktivitäten.

Die meisten Anfragen können wir bisher nur unzureichend beantworten.

Langfristige Aktivitäten sind ebenso notwendig wie mittelfristige Kampagnen und auch kurzfristige Aktionen, zentral und dezentral. Dafür wollen wir in Zukunft Arbeitsplätze und verschiedenste Arbeitsmöglichkeiten schaffen, ein größeres Büro eröffnen, vielleicht Ortsgruppen initiieren, internationale Verbindungen knüpfen, Seminare und Veranstaltungen durchführen, ein Institut gründen, exemplarische Rechtsstreite durchziehen, Recherchen in Auftrag geben, in die öffentliche und politische Diskussion eingreifen, nur zum Beispiel.

Macht mit, beteiligt euch!

Das wichtigste dabei sind natürlich Menschen wie Ihr, mehr Menschen, die mitmachen, aus Freude, aus Überzeugung, mit Leidenschaft, mit Wissen, mit Fähigkeiten zur arbeitsteiligen Zusammenarbeit. Wir hoffen auch, dass aus unserem heutigen Zusammentreffen sich weitere Möglichkeiten und die Lust ergeben, bei uns in der einen oder anderen Form mitzumachen. Arbeitsteilig mitmachen bedeutet übrigens auch, sich selbst zu entwickeln, selbst kundiger, konfliktfähiger, stärker und übrigens auch freundlicher zu werden.

Neue Formen entwickeln und erproben

Bisherige Organisationsformen, etwa in den jetzt so gewordenen Gewerkschaften, sind für heute oft nicht geeignet, wir müssen neues entwickeln. Damit haben wir bereits angefangen, wie viele andere auch, in Deutschland, in der Europäischen Union und in anderen Regionen der Welt. Wir haben die Gegnerbeobachtung, die in den Gewerkschaften erlahmt ist, verschärft.

Der Blick muss dabei auch über den Tellerrand des kriegsgebärenden Kapitalismus hinausreichen. Auch hier geht es um eine wesentliche Änderung. Ein Ausdruck dafür ist unser Motto: Arbeitsrechte sind Menschenrechte! [...] Herzlich willkommen!


Das Büro der "aktion ./. arbeitsunrecht" am 21. Mai 2017


Siehe auch:

Mit vielen guten Wünschen und dem Segen eines Arbeiterpriesters: 80 Gäste feierten bei Sonne und Musik
Gelungene Einweihung unseres Büros in Köln-Sülz
Von "aktion ./. arbeitsunrecht"
NRhZ 615 vom 31.05.2017
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23842

Online-Flyer Nr. 615  vom 31.05.2017

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