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Aktueller Online-Flyer vom 14. Dezember 2017  

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Filmclips
Rote Linie für RWE-Bagger
Von Arbeiterfotografie



https://youtu.be/3PlTrBd2YU03PlTrBd2YU0

In einer repräsentativen Demokratie zählen Stimmen nur, wenn sie in Form eines Kreuzchens auf den Wahlzettel geschrieben werden. Ist dieser Vorgang abgeschlossen sind die Stimmen "abgegeben" und müssen – so lehrt die Erfahrung – nicht weiter Gehör finden. Seit Mai 2014 bietet der Naturführer und Waldpädagoge Michael Zobel gemeinsam mit Eva Töller allmonatliche Spaziergänge durch den Rest-Forst an. Am Sonntag, dem 19. Februar 2017 folgten bei der 35. Führung dieser Art bis dahin über 7000 Menschen den Waldbesichtigungen. Schon im Oktober 2016 initiierten die Naturschützer in einer viel beachteten Aktion eine symbolische rote Linie entlang der ehemaligen A4-Trasse. Aber RWE setzt unbeeindruckt seine Zerstörungs-Aktionen fort.

"Systemwandel nicht Klimawandel" heißt es auf einem Transparent unterhalb eines Baumhauses in etwa 25 Metern Höhe, das Teil einer Gruppe eines von mehreren Besetzer-Dörfern im verbliebenen Rest von zehn Prozent eines 12tausend Jahre alten Urwaldes ist. Der Hambacher Forst ist aber nicht nur Lebensader für die Menschen. Markaber: RWE schleudert mit seinen vier in der Regionen ansässigen Kohlekraftwerken Schadstoffe in den Äther und beseitigt völlig skrupellos den Sauerstoffspender Wald. Auch Pflanzen und Tieren wird rücksichtslos der Lebensraum im wahrsten Wortsinne weggebaggert. BUND: "Die vier RWE-Braunkohlenkraftwerke im Rheinland gehören nach wie vor zu den klimaschädlichsten Anlagen in Europa. Zehn der 30 schmutzigsten und ineffizientesten Kraftwerke Europas stehen in Deutschland, dazu gehören alle vier RWE-Braunkohlenkraftwerke im Rheinland."

Die Genehmigungen für immer weiteren Fraß der gewaltigen acht Rheinbraun-Bagger beruhen auf einem völlig überholten "Bergrecht", das auch verantwortlich (bzw. als "Hilfsmittel") für den Raubbau der Vulkaneifel zeichnet. Die ursprüngliche Landschaft wird entstellt; während in der Eifel ganze Berge aus dem Landschaftsbild verschwinden entsteht im Garzweiler-Tagebau und Umgebung das größte "Loch" Europas. Natur war gestern...

"Beim Hambacher Wald handelt es sich um die mit Abstand größte Eichen-Hainbuchenwaldfläche innerhalb der atlantischen biogeographischen Region Deutschlands. Der Maiglöckchen-Stieleichen-Hainbuchenwald entspricht dem Lebensraumtyp 9160 des Anhangs I der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL). Alle anderen offiziell von den deutschen Bundesländern an die EU-Kommission gemeldeten Vorkommen dieses Lebensraumtyps sind um eine Dimension kleiner als der Hambacher Wald. Der Hambacher Wald und die angrenzende Steinheide stellen das zweitgrößte Vorkommen dieses Lebensraumtypes in der gesamten atlantischen biogeographischen Region Europas dar.

Dazu ist der Wald Lebensraum und Refugialbereich für seltene und europarechtlich geschützte Tiere wie z.B. Bechsteinfledermaus, Springfrosch oder Haselmaus. Jegliche Beschädigung und Zerstörung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten dieser im Anhang IV der FFH-Richtlinie gelisteten Arten ist gem. Art. 12 der Richtlinie verboten. Auch für den gem. Anhang I der EG-Vogelschutzrichtlinie geschützte Mittelspecht ist der Hambacher Wald von außerordentlicher Bedeutung.

Der Lebensraum dieser geschützten Tierarten wird durch den fortschreitenden Tagebau bis auf wenige kleine, inselartige Refugialräume (Lörsfelder Busch, Dickbusch, Steinheide, Lindenberger Wald) zerstört." So der BUND-NRW. Und weiter: "Es gibt hierzulande keinen größeren Eingriff in Natur und Landschaft, in das Grundwasser und in die sozialen Strukturen als die Braunkohlentagebaue. Für die Braunkohle werden ganze Landstriche großflächig verwüstet und tausende Menschen vertrieben. Braunkohle ist zudem der klimaschädlichste aller Energieträger."

Weil die Menschen – junge, alte, aus der Region und den angrenzenden Nachbarländern Belgien und Niederlande aus einem Spektrum von Autonomen bis Naturspiritualisten –  sich aber nicht davon abhalten lassen, ihren Stimmen Gehör zu verschaffen, bestehen noch 2017 gute Gelegenheiten, auf einen der größten Umweltskandale aufmerksam zu machen.

Termine

  • RWE-Aktionärsversammlung, 27. April, Grugahalle, Essen
  • Die Tour de France führt im Sommer am Tagebau vorbei: günstig für öffentlichkeitswirksame Proteste
  • Der Klimagipfel im November 2017 in Bonn in Steinwurfweite zum Tatort Hambacher Forst

Info

Kontakt zu Michael Zobel
unter 0171-8508321
oder per Mail info@zobel-natur.de
naturfuehrung.com
nächster Termin ist 19. März 2017, 12 Uhr

Das Neueste auf http://hambacherforst.blogsport.de/
21.2.: 12:23 Schwere Maschinen fahren von Deathtrap aus in den Wald rein. Sieht nach Barrikadenräumung aus. Polizei begleitet das ganze in großer Zahl.
12:28 Polizei ist am Jesuspoint angekommen...

https://www.youtube.com/watch?v=Tk0pIP_0mD8
Rettet den Hambacher Wald - Aufruf Rote Linie!
Heiden TV mit weiterführenden Links und tollen Bildern


https://youtu.be/3PlTrBd2YU0
NSC #81: Aktion: Wald statt Kohle: "Stoppt die RWE-Bagger an der Roten Linie der alten A4."
newscan von der Aktion im Oktober 2016

https://www.bund-nrw.de/themen/braunkohle/
pdf-Datei
Energiegewinnung contra Naturerbe – Wie die
Braunkohle eine ganze Region zerstört


Clip downloaden (mit Rechtsklick - "Ziel speichern unter...")

Online-Flyer Nr. 601  vom 14. Dezember 2017



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Von Kostas Koufogiorgos
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