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Aktueller Online-Flyer vom 17. Dezember 2017  

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Kommentar
Kommentar vom Hochblauen
Die "Endlösung" der Palästinafrage rückt immer näher
Von Evelyn Hecht-Galinski

Sollte die Legalisierung der illegalen jüdischen Siedlungen auf gestohlenem Palästinenserland im israelischen Parlament, der Knesset beschlossen werden, dann ist der Weg in ein "Groß-Israel" nicht mehr weit. Netanjahu und sein Besatzer-Regime hat nach dem Wahlsieg des US-Israel-Freundes Trump jegliche Skrupel verloren, die "Endlösung" der Judaisierung und ethnischen Säuberung Palästinas in Angriff zu nehmen. Dieses Gesetz, dass erneut mit den biblischen Begriffen "Judäa und Samaria" versucht zu suggerieren, dass allein den Juden das Gelobte Land gegeben wurde und sie damit einen Alleinanspruch auf Palästina haben, arbeitet ganz bewusst mit dem Judaismus als zionistischer Staatsräson. Dieser seit Staatsgründung begonnene Weg, zieht seine blutigen jüdischen Eroberungsspuren. Beinahe täglich die Ankündigungen neuer Siedlungen und ermordete Palästinenser in ihrem Kampf um Freiheit. Unerbittlich ist das zionistische Regime dabei, seine Interessen durchzusetzen, koste es was es wolle. Jetzt noch bestärkt durch Trump und seine pro-zionistischen Minister und Berater!

Rassentrennungstheorie mit der Muttermilch vererbt

Es sind immer wieder die Palästinenser, die das Leid zu tragen haben. So gut wie vergessen von der heuchlerischen Weltgemeinschaft, die wenn es um Muslime geht, immer nur Terror und Andersartigkeit heraus streichen will. Die christliche-jüdische "Wertegemeinschaft“ hat es in unnachahmlicher Weise verstanden, diesen Kreuzzug gegen den Islam als Anti-Terror Krieg darzustellen. Was seit Jahrhunderten funktionierte, kann ja nicht falsch sein, so die einfache Deutung.

Schon immer war es die "weiße Rasse", die es verstand, sich als höher stehend zu artikulieren. Bisher war es der Kampf gegen Schwarze, rote und gelbe Rasse - mit welchem Recht allerdings? Was stellt einen Arier über einen Nicht-Arier? Warum sollte ein Weißer mehr sein als ein Schwarzer? Von Kindheit an wurde immer wieder diese Rassentrennungstheorie quasi schon mit der Muttermilch vererbt. Alle Völkermorde liefen nach diesem Schema ab: Vom Mord an den Indianern, den Völkermord an den Hereros, dem Judenmord im Dritten Reich, den Kastenmorden in Indien sowie den unzähligen Morden und Vertreibungen in zahlreichen Ländern weltweit, mit denen ich 100 Seiten füllen könnte.

Diese Aufzählung ist nicht vollständig, sollte aber daran erinnern, dass mir natürlich ein Thema seit vielen Jahren besonders am Herzen liegt und das ich mich bemühe, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Nämlich den schleichenden Völkermord und die Vertreibung des palästinensischen Volkes durch die zionistischen Besatzer.

Ja, es ist nicht einseitig, wenn ich mich besonders mit diesem Thema befasse, betrifft es doch die "einzige Demokratie im Nahen Osten", die sich doch tatsächlich erdreistet zu versuchen, im Namen aller jüdischen Bürger weltweit zu sprechen! Ich wende mich voller Abscheu davon ab, wenn jetzt ein neu gewählter US-Präsident, Trump versucht, auch die letzten demokratischen Werte außer Kraft zu setzen und drauf und dran ist, sich rassistisch mit dem "Jüdischen Besatzer Staat" zu verbünden. Dieses Regime befindet sich in einem ungeahnten Höhenflug und Siedlungsbauboom weiterer tausender Wohneinheiten, beflügelt von dem rassistischen National-Sozialisten im Weißen Haus.

Abgegrenzt durch eine Apartheidmauer

Es gab nur wenige Gratulanten, die sich so auf den Wechsel im Weißen Haus gefreut hatten wie das Netanjahu-Regime. Netanjahu war auch, wie ich glaube, der einzige westliche Staatsmann, der den Mauerbau zu Mexiko begrüßte so wie die Diskriminierung gegenüber Muslimen und Flüchtlingen guthieß. Allerdings ist das nur allzu verständlich, da der "Jüdische Staat" schon seit langem, fast deckungsgleich handelt, was ja seit Jahrzehnten so gut wie ungestraft praktiziert wird. Israel als Meister der Abschottung, abgegrenzt durch eine Apartheidmauer, die sich tief durch gestohlenes palästinensisches Land zieht. Dazu kommt die brutale Abwehrpolitik gegen die von ihnen vertriebenen Palästinenser und Flüchtlinge und Asylbewerber jeder Art.

Wo wären all die geflüchteten Juden, hätten nicht viele von ihnen Zuflucht in vielen Ländern erhalten. Waren es doch gerade auch die Vereinigten Staaten von Amerika als ersehntes Ziel vieler jüdischer oder rassisch Verfolgter. Haben sie das alles vergessen, die Kushners und Friedmans and Friends? Während der Bann sieben muslimische Staaten traf, waren Saudi Arabien, die Golfstaaten, Pakistan und die Türkei ausgeschlossen. Gerade Saudi-Arabien ist dem Immobilien Mogul Trump ein wichtiger Partner, betreibt er dort doch mehrere Firmen und Joint Ventures. Zumal die Saudis doch berüchtigte Terror Exporteure sind, die wir und die USA großzügig mit Waffen beliefern, alles für das Öl. Dafür bomben sie uns die bösen Huthi-Rebellen im Jemen weg, alles im Rahmen der westlichen Terror Allianz.

Ebenso hat der "Jüdische Staat" inzwischen eine "Wertegemeinschaft" mit den Saudis gebildet, alles im Anti-Terrorkampf. Aktuell konnten die Saudis Trump in einem Telefonat überzeugen, eine strikte Umsetzung des Atomabkommens mit dem Iran einzuhalten. Allerdings waren sich Trump und König Salman einig, gemeinsam gegen die "destabilisierenden Aktivitäten" des Iran vorzugehen. Schauen wir einmal, wie Freund Netanjahu bei seinem anstehenden Washington-Besuch darauf reagieren wird. Trump will jetzt auch das noch von Obama eingegangene Flüchtlingsabkommen mit Australien einhalten. Ich frage mich allerdings, wie Trump die christlichen und muslimischen Flüchtlinge unterscheiden will?

Tatsächlich scheint mir das Schlimmste an Trump zu sein, dass er eine Unberechenbarkeit an den Tag legt, die eine große Gefahr für uns alle darstellt. In Windeseile hat Trump "Executive Orders", Dekrete unterschrieben, die nichts Gutes für den Weltfrieden bedeuten. Trump macht auch da weiter, wo sein Vorgänger Obama begann: Drohnenflüge und Morde an zivilen Opfern sind das traurige Ergebnis. Aber schließlich sind "wir die Guten" im Kampf für unsere Werte. Trump arbeitet nach dem altbekannten deutschen Slogan: "Wer Muslim ist bestimme ich", ja so sind die National-Sozialisten.

Was Palästina braucht ist eine Allianz, die der Erklärung der Menschenrechte folgt. Ebenso braucht Palästina eine breite Bürgerrechtsbewegung, die sich nach Neuwahlen für ein freies Palästina mit einer ungeteilten Hauptstadt Jerusalem einsetzen kann. Erst danach kann ein Umzug von Botschaften beginnen, nicht jetzt als einseitige Provokation von US-christlich –zionistischen-Trump Hardlinern, unter dem Diktat des Netanjahu Regimes.

Rassistisches Apartheiddenken

Zum Schluss möchte ich noch auf ein Interview im DLF hinweisen, indem der als "Friedensaktivist" in Deutschland so hochgelobte David Grossman mehr als rassistisches denken an den Tag legte. Grossman betont die Wichtigkeit einer starken Armee, um Israel zu verteidigen. Was meint Grossman? Die Besatzung verteidigen? Grossman sieht sich als hungriger nach Frieden als die Menschen in Europa, da er noch keinen Tag echten Friedens in seinem Leben erlebt hätte. Weshalb, fragt sich Grossman eigentlich nicht, warum das so ist? Israel hätte längst Frieden haben können, hat aber alles dazu getan, um die illegale Besatzung und Kriege zu fördern. Ihre Forderung, Herr Grossman, nach einem normalen Leben, kann man nur erreichen, indem man ein anderes Volk nicht brutal unterdrückt! Für Grossman ist die Vorstellung besonders erschreckend, dass er in einem Staat leben müsste, der kein "Jüdischer Staat" und indem er in der Minderheit wäre. Er glaubt nur an eine jüdische Heimstätte und kann sich auch nicht vorstellen, dass es in einem gemeinsamen Staat einen Palästinenser als Finanzminister, Bildungsminister, als Polizeichef oder Chef des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet geben könnte. Tja, was soll man dazu sagen? Grossman bewundert Merkel für ihre Flüchtlingsaufnahme, und Deutschland soll gelassen bleiben. Kein Wort von Grossman über den "Jüdischen Staat" und seine Flüchtlingsbehandlung. Ach ja, Grossman möchte ja nicht in der Minderheit unter Palästinensern sein.

Dieses Interview zeigte einmal mehr das rassistische Apartheiddenken jüdischer Israelis! Sie fühlen sich überlegen und sind eingemauert in ihrem Apartheidleben. Es war ein trauriges und erschreckendes Interview, passend zum neuen US-Präsidenten Trump und seiner Politik. (1) Ja, die "Endlösung" der Palästinafrage rückt immer näher, und das bedeutet nichts Gutes für Palästina!


Fussnote:

1 http://www.deutschlandfunk.de/david-grossman-frieden-ist-schon-eine-art-unanstaendiges.694.de.html?dram:article_id=377598


Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des ehemaligen Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, ist Publizistin und Autorin. Ihre Kommentare für die NRhZ schreibt sie regelmäßig vom "Hochblauen", dem 1165 m hohen "Hausberg" im Badischen, wo sie mit ihrem Ehemann Benjamin Hecht lebt. (http://sicht-vom-hochblauen.de/) 2012 kam ihr Buch "Das elfte Gebot: Israel darf alles" heraus. Erschienen im tz-Verlag, ISBN 978-3940456-51-9 (print), Preis 17,89 Euro. Am 28. September 2014 wurde sie von der NRhZ mit dem vierten "Kölner Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik" ausgezeichnet.

Top-Foto:
Evelyn Hecht-Galinski (sicht-vom-hochblauen.de)


Online-Flyer Nr. 598  vom 01.02.2017

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